Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Montag 11. September 2017, 15:52

Sprout Aspa

War das ein Funkeln in den Augen des langen, muskulösen Sprouts, dass Faron erkennen konnte? Aufgeflackert nur für wenige Sekunden, begierig auf ihn gerichtet, als hätte Faron etwas, das Sprout Aspa sich wünscht? Oder doch nur eine Erscheinung, nicht mehr als eine Einbildung, wie die Dämonen, die plötzlich lesbaren Schriftzeichen. Jetzt blicken Aspas Augen durch die Höhle, nicht mehr begierig funkelnd, eher interessiert musternd. „Es scheint ganz so…“, murmelt er leise vor sich hin, während er Faron immer wieder kurze Blicke zuwirft. „Sonst war hier nichts? Nur diese Schriftzeichen?“, fragt er und beginnt auf der Lippe zu kauen. Er scheint nicht so zufrieden wie Faron und eventuell auch Isothien es erwartet hätten. Eher angestrengt nachdenkend. „Ihr wisst es vielleicht nicht, aber die Fähigkeit die Schriftzeichen der Dämonen zu übersetzen ist nur den wenigsten Menschen vertraut. Es ist… etwas Besonderes. Man sagt es Bedarf eines ganzen Lebens um dieser Fähigkeit Herr zu werden. Genau so schwierig ist es für die Dämonen unsere Schrift zu lesen… Natürlich, viele Menschen lernen im Laufe ihres Lebens zum Beispiel elfisch, jedoch ist das etwas ganz anderes, wenn man bedenkt, dass Elfen unsere verbündeten und dabei sehr hilfreich sein können…“, es scheint als spreche Aspa nicht direkt Faron oder Isothien an, viel mehr wirkt es wie ein Selbstgespräch, wie ein Konflikt mit sich selbst, wie daher gemurmeltes Wissen um einen nächsten Zug zu planen. Merkwürdig könnte für Faron und Isothien auch immer noch sein, dass Aspa den direkten Weg hinter den beiden her gegangen zu sein scheint. Wie sonst sollte er so schnell nach ihnen hier ankommen?


Der tollpatschige Anwärter


„Mehr als ich mir zutraue?“, murmelt Saranth und betrachtet Roan mit unsicherem Blick. „Ich habe doch noch nie zuvor so etwas gemacht… Ich wollte hier doch gar nicht hin…“, flüstert er weiter mit gebrechlicher Stimme. Sind das Tränen, die sich in den Augen des Anwärters sammeln? Er atmet tief ein, immer noch den Blick stur auf Roan gerichtet. „Okay!“, ruft er plötzlich, immer noch mit wässrigen Augen. Eine plötzliche Bewegung, beinahe ein Stolpern und ein Schrei. Saranth rennt unbeholfen auf Roan zu, die beiden Schwerter ohne jeglichen Halt in seiner Hand, als würden sie ihm jede Sekunde aus der Hand fallen. Kurz bevor er Roan erreicht ändert sich jedoch seine Haltung. Kaum erkennbar. Flink. Die Schwerter plötzlich fest im Griff, der letzte Schritt des Rennens sicher. Er vollführt eine halbe Körperdrehung. Das linke Schwert auf Roans Kopf gezielt, das rechte auf die Seite. Ist das Zufall? Oder steckt hinter Saranth vielleicht mehr, als man zuerst gedacht hat?

Nibra Orbril
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Nibra Orbril » Montag 11. September 2017, 17:28

Ich bin erfreut. Etwas, das ich nie zugeben würde. Ich benötige Achtung nicht. Benötige Komplimente nicht. Und trotzdem bin ich erfreut. Mein Blick wandert für einen Moment zu Marco. Er kann mir etwas beibringen. Nur er. Und genau dafür bin ich hier. Um zu trainieren, zu lernen, mir Wissen anzueignen und ein Stadium zu erreichen, welches es mir ermöglicht, Rache zu nehmen. Rache an denjenigen, die mir meine Familie nahmen. Die mir meine Heimat nahmen. Ich schweife ab… Gedanklich… bin nicht mehr voll fokussiert. Ich schüttle den Kopf. Es ist jetzt nicht die Zeit dafür, Rache Fantasien zu durchleben. In kürzester Zeit habe ich gelernt und während dieses Prozesses begonnen zu verstehen warum ich hier bin. Warum mir alles überhaupt genommen werden konnte. Ich hielt die Kampfkünste unseres Stammes für unübertroffen. Doch das sind sie nicht. Wieder flackert mein Blick zu Marco, nur für eine Sekunde. Ich habe ihn noch nicht Kämpfen sehen. Der Wunsch danach brennt jedoch schon jetzt in mir. Wenn er Fähig ist meine Schwächen so schnell zu erkennen und mir diese Aufzuzeigen, wie stark ist er dann? Er ist das Ziel. Wenn ich ihn besiegen kann, wenn ich so gut geworden bin, dass ich ihn gar Töten kann, dann habe ich mein Ziel erreicht. Dann bin ich gut genug. Doch bevor es soweit ist wird mehr Zeit ins Land streichen als ich es zu glauben vermochte. Ich werde nicht in kürzester Zeit zu den stärksten Kämpfern des Schlosses gehören, mich nicht in wenigen Wochen schon wieder auf den Weg in Richtung Heimat begeben. Ein ernüchterndes Eingeständnis. Doch mir lag es nie zu Fantasieren. Die Realität weich von der ab, die ich mir selbst schuf, daran gibt es nichts zu bemängeln, ich muss es akzeptieren.
Ich greife meine Lanze wieder am Ende des Schaftes, beginne meine Schlagfolge von neu, beende sie, versuche sie zu rekapitulieren, schwächen auszumachen, wiederhole sie. Immer und immer wieder. Jedes Mal anders. Jedes Mal darauf bedacht besser zu werden. Ich kann mich nicht in meinem Ruhm sonnen. Niemals…
Meine Lanze bleibt im Herzen der Strohpuppe stecken, gleitet nicht wieder aus ihr raus. Ein Fehler. Ich beiße die Zähne aufeinander. Noch einmal und noch einmal, bis du lernst solche Fehler zu unterlassen. Ein ungezielter Stich, der dir die Sekunden nimmt bevor du deiner Lanze wieder mächtig bist kann dich das Leben kosten. Wieder und wieder, bis du begreifst, dass du dir keine Fehler erlauben kannst.
Zuletzt geändert von Nibra Orbril am Donnerstag 14. September 2017, 16:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Dienstag 12. September 2017, 14:02

Nach diesen sonderbaren Ausführungen von Sprout Aspa schweift mein Blick mit verengten Augen zu meinem magisch Begabten Kamerad. Prüfend beobachte ich seine Züge in der Hoffnung seine Reaktion auf das Dargebotene einschätzen zu können.

Das ich die Schriften lesen kann ist tatsächlich verwunderlich. Vielleicht steht es im Zusammenhang mit meiner Nachtsicht ... aber liegt es nur an meiner Abneigung gegenüber Herrn Aspa oder ist sein Verhalten mehr als suspekt? Schleicht es durch meine Gedanken und bringt einen weiteren in Bewegung. Zumal er für die Entfernung recht rasch bei uns war - und das sehr Zielgerichtet. Beinahe so als kenne er bereits diesen Ort. Beinahe so als kenne er bereits diesen Ort. Oder er war die ganze Zeit bereits vor Ort. Vielleicht irre ich mich - was sehr unwahrscheinlich ist. Aber sicher ist sicher. Es würde mich nicht einmal mehr wundern, wenn wir in dieser Höhle auf einen fliegenden Nichat stoßen würden.

"Talent und eine exzellente Ausbildung." Erwidere ich großspurig und voller Stolz. "Habt ihr etwas anderes von einem Sproß des Hauses Elensa erwartet?" Stelle ich die in meinen Augen rhetorische Frage. "Aber herr Aspa, verzeiht. Bevor ich meine Erzählung fortfahre. Zu Beginn unserer Expedition habt ihr von einer gigantischen Wolfsbestie berichtet, die in dieser Umgebung ihr Unwesen treiben soll. Sollen wir nach dieser auch weiterhin Ausschau halten oder liegt unser Priorität nun auf dieser Höhle?" Frage ich mit einem unterwürfigen Ton um meine Absicht zu verbergen - sicherzustellen, dass wir es nicht mit einem Wolf im Schafspelz zu tun haben.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Mittwoch 13. September 2017, 10:06

Ein echter Vorteil

„Da gebe ich Ihnen Recht Herr Elensa“, bestätigt der Sprout mit einem Kopfnicken. „Es hat sich schon als lohnenswert herausgestellt, dass sie am Ende doch mitgekommen sind. Und auch Sie Herr Sturmbringer“, sagt er mit unverhohlener Freude in der Stimme. „Und nein. Nicht wegen einer Wolfsbestie, Herr Elensa. Diese Expedition dient der weiteren Erkundung der Gebirge. Ich hatte anfangs nur auf mögliche Gefahren hingewiesen. Doch mehr als eine Wolfsbestie machen mir die Wyrme sorgen. Diese sollen sich in den letzten Tagen sehr unruhig gezeigt haben“, erklärt er mit einem Stirnrunzelnden Blick. Weiterhin liegt sein Hauptaugenmerk auf der Höhle. „Es ist schon jetzt eine mehr als erfolgreiche Erkundung. Es war uns bewusst, dass die Dämonen vor ihrem Angriff auf Blewth irgendwo in den Gebirgen ein Lager aufgeschlagen haben mussten. Es wurde Jahre danach gesucht, jedoch immer nur Bruchstücke von diesem gefunden und die zumeist hier in der Nähe. Wobei sich das Lager über weite Strecken gezogen haben muss. Diese Höhle kann uns sehr viel über unseren Feind verraten. Vielleicht verhilft sie uns sogar zu einem großen Vorteil… Wer weiß.“ Sprout Aspas Finger fahren über eine der Runen an der Wand. Faron fällt auf, dass diese auch für ihn nur noch Runen sind. Er kann sie nicht mehr deuten. „Ich denke, wir sollten umkehren und schleunigst Bericht erstatten.“

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Dienstag 19. September 2017, 14:26

Aufmerksam lausche ich den Worten von Sprout Aspa, während meine Rechte sich behutsam auf dem Griff meiner Klinge absetzt und Anspannung sich um mich legt. Ungeduldig wandert mein Blick zu Isothien - dieser scheint jedoch in Gedanken versunken zu sein. Rasch widme ich mich wieder Aspa, während dieser seine Erzählung fortführt. Die Befürchtung oder mein Verdacht bewahrheitet sich schließlich nicht.

Diese Höhle trübt meinen Verstand ... Stelle ich beruhigt, aber auch enttäuschend über meine Fehlvermutung fest. Ich atme tief durch um meine Gedanken zu sammeln und nicke Aspa bestätigend zu.

"Man könnte tatsächlich in Zukunft solche Höhlen präparieren und mit Fallen versehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese auch ein zweites Mal verwendet werden. Warum schließlich das Wort neu erfinden?" Erkläre ich und deute in Richtung des Ausgangs. "Nach euch, Herr Aspa. Wir haben viel zu berichten." Sollte Aspa mein Angebot annehmen und voran gehen, werde ich ihn mit einem gewissen Abstand folgen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Montag 25. September 2017, 17:04

Ich bin mir nicht sicher, ob ich richtig sehe, als in den Augen meines Gegenübers etwas Verdächtiges zu sammeln scheint, aber ich weiß, was ich soeben gehört habe, und diese Erkenntnis lässt mich in einer unbewussten Geste meine Brauen tiefer zusammenziehen. Saranth will gar nicht hier sein. Was war es dann, was ihn dazu maßgeblich zwang? Ich habe immer gedacht, es wären die Aristokraten, die unter bestimmten Umständen eine gewisse Zeit unter militärischer Führung verbringen mussten. Aber was weiß denn schon ich? Ich kenne mich mit all den albernen, adligen Gepflegenheiten nicht aus, so behalte ich meine Fragen darüber zunächst für mich. Vielleicht gibt es Irgendjemanden im Schloss, oder ein Buch, welches ich dazu befragen kann. Jemanden, der sich damit auskennen könnte, allein um meine Neugierde zu befriedigen.
Aber wie soll ich schon einen Adligen unter all diesen Männern und Frauen... und Kindern ausmachen?
Abwartend, meinen Fokus auf meinen Gegenüber richtend, warte ich auf den angekündigten Angriff. Ich erwarte nicht sehr viel von den der ungeschickten Weise wie er auf mich zurennt, geschweige denn von der Art, wie er die abgenutzten Klingen hält. Bereit, zu parieren, merke ich doch eine plötzliche Veränderung in der Bewegung, in der ganzen Haltung meines Trainingspartners.

Was?

Es geht so schnell, auf einmal habe ich einen Mann vor mir, der offenbar ganz genau weiß, was er will. Das ist nicht mehr der weinerliche Blondling, der kaum ein Schwert zu halten vermag, das hier ist ein ernstzunehmender Gegner. Ich trete unweigerlich einen Schritt zurück, registriere aus dem Augenwinkel wie die zweite Klinge - ein Vorteil, den Saranth gerade mit höchst wunderlicher Präzision ausnutzt - auf meine Seite zuschnellt und ducke mich instinktiv von dem blanken Metall an meinem Kopf weg. Noch in der Bewegung reiße ich mein Schwert parierend nach links, um meine Seite zu schützen. Mit einem lauten, metallischen Geräusch krachen die beiden Klingen aufeinander. Ich spüre die Kraft, die von dem Zwillingsschwert ausgeht - nein, von dem Mann, der sie führt.
In meinen Augen spiegelt sich ungefälschte, echte Überraschung dieser plötzlichen Wendung und bestätigt meinen rumorenden Verdacht, dass mit dem jungen Mann dort Etwas nicht in Ordnung scheint. Ich nutze die Kraft meiner Beine, schieße wieder empor in eine aufrechte Position und nutze den Schwung um Saranth mit dem Knauf einen kräftigen Stoß gegen die Brust wieder auf Abstand zu bringen, ehe ich selbst einen Satz zurück springe. Ich muss das erstmal schlucken. Was war das eben wirklich? Wer ist dieser Typ und wem glaubt er, Etwas vormachen zu können?
Ist er besessen?, frage ich mich plötzlich, so absurd es im nächsten Moment für mich auch klingen mag. Aber ich kann nicht anders, als nach Antworten für diese Anormalität zu suchen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Montag 25. September 2017, 22:50

Ein Kampf?
Wieder nickt Sprout Aspa zustimmend in Farons Richtung. „Natürlich besteht eine solche Gefahr immer. Möglich, dass die Dämonen sich in diesen Gebirgen besser auskennen als wir selbst. Doch ihnen wird bewusst sein, dass die Menschheit einen solchen Fehler nicht wiederholen würde. Deswegen die Patrouillen. Die größte Niederlage im damaligen Krieg kam über diese Gebirge, unbeobachtet, unkontrollierbar. Ein älterer Herr hat über die letzten Jahrzehnte hinweg alle Hinweise der Geschichte zusammengetragen. Er ist es auch, der die Schrift der Dämonen zu beherrschen scheint. So heißt es zumindest. Ich habe mich noch nicht näher mit ihm befasst. Aber wenn es Euch interessiert, er bezieht einen Raum im Nordturm“, erklärt er Faron, während die Gruppe den Höhleneingang passiert. Kaum haben diese den Höhleneingang hinter sich gebracht fällt jegliche, eben noch leicht spürbare, ätherische Spannung von ihnen ab. Ein Gefühl der Freiheit macht sich in Faron und Isothien breit. Und noch etwas passiert während des Verlassens der Höhle. Als wären die Geräusche der Natur innerhalb verstummt gewesen, schlagen sie jetzt in das Gehör der dreien zurück. Schreie aus westlicher Richtung. Ein lautes, grunzendes Geräusch. Was geht da vor?

Eine Lektion in Sachen Krieg

Der Stoß Roans verfehlt den plötzlich mit höchster Präzision agierenden Saranth nur knapp. Doch auch er distanziert sich von Roan und beginnt schief, beinahe spöttisch zu grinsen. „Harhar“, erschallt es direkt hinter Roan. Droc, der anscheinend das Geschehen verfolgt hat steht hinter Roan und scheint sich köstlich zu amüsieren. Was geht hier vor? Während Roan vollkommen überrascht von dem plötzlichen Umschwung Saranths zu sein scheint, blickt Droc diesen abschätzend, wissend an. „Da ist er dir wohl auf der Nase rumgetanzt, was Junge? Harharhar!“, beherzt freundschaftlich klatscht Droc Roan auf die Schulter. „Beurteile dein Gegenüber nie nach seinem Gebaren oder seiner Äußerlichkeit. Das ist ein riesen Fehler. Auch das kleinste und süßeste Kind kann dir auf der Straße einen Dolch in den Magen rammen“, erklärt er heroisch. „Ich habe das natürlich sofort durchschaut“, brüstet sich Droc dann und haut sich auf die Brust. „Mich kann man nicht täuschen, harhar.“ Merkwürdig nur, dass Dorc Saranth noch vor wenigen Minuten vor der Klasse bloßgestellt hat. „Nun Roan“, kommt es plötzlich von Sranth, der seine Schwerter nun sicher und fest in den Händen liegen hat. „Ich hoffe du verzeihst mein Schauspiel. Ich muss dir jedoch lassen, dass du sehr gut reagiert hast“, führt er hochnäsig fort. Vom Tollpatsch zur Selbstüberzeugung in Person. „Bist du bereit, für eine kleine Trainingsstunde?“, fragt er abschließend in Roans Richtung. „Du darfst diesmal auch angreifen.“

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Dienstag 26. September 2017, 10:09

"Dieses Wissen wird sich wohl bald auszahlen. Ich werde es mir überlegen." Antworte ich Aspa und folge ihm aus dem steinigen Versteck hinaus. An der frischen Luft angekommen, strecke ich mich und atme tief durch. Es fühlt sich an, als würde ein großes Gewicht von meinen Schultern abfallen. Ein Erschwernis, welches meinen ganzen Körper umfasst und zu Boden zog verflüchtigte sich nun im vorbeiziehenden Wind.

"Endlich raus aus diesem Loch. Es fühlt sich an, als wären wir bereits eine Ewigkeit dort unten gewesen. Tatsächliche Behausungen und Anwesen sind mir bei weitem lieber."
Brabble ich mit einem missmutigen Ton vor mich hin, während ich das Seil wieder verstaue. Es war meine Sicherheit, falls ich den Weg nicht zurückfinden sollte.

Plötzlich zerschneiden Schreie und auch ein Grunzen die Stille. Etwas überrumpelt versuche ich die Quelle auszumachen. Meine Aufmerksamkeit richtet sich gen Westen, ehe ich Isothien wie auch Aspa mit einem Nicken zu verstehen gebe aufzubrechen. Mit raschen Schritten versuche ich die Distanz zu der Geräuschquelle zu verkleinern.

Sollte dieser Hüne und diese Echse in Gefahr schweben, werde ich mir besonders viel Zeit mit deren Rettung lassen. Schweift es gehässig durch meine Gedanken, während ich mir bereits ausmale, wie beide von einem gigantischen Wildschwein erst zerquetscht und dann verspeist werden. Allein diese Fantasie ringt mir auf dem Wege ein knappes Schmunzeln ab. Man isst, was man ist ... Schlussfolgere ich aus dem mir erfundenen Szenario.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Mittwoch 27. September 2017, 15:09

Eine getrübte Erinnerung

Um zu dem Kampfgeschrei zu gelangen, muss Faron eine kleine Anhöhe überqueren. Von dieser aus hat man einen guten Überblick über das gesamte drumherum. Und auch die Quelle der Geräusche kann Faron ausmachen. Doch bevor er genau hinsehen kann, bevor sein Blick sich fokussiert und scharfstellt, passiert etwas mit ihm. Ein Schmerz fährt ihm durch die Schläfe, als hätte ihm jemand von hinten einen Morgenstern übergezogen. Er geht in die Knie, kann seine Muskulatur, seinen gesamten Körper nicht mehr kontrollieren. Es scheint als würde er von irgendeiner Macht in die Knie gezwungen. Der blaue Himmel verfärbt sich Orange, am Horizont sind die letzten Strahlen einer Sonne zu erkennen, die das Land den Tag über gewärmt hat. Und es rieselt Schnee, langsam und in Wellen vom Himmelszelt herab. Doch es ist kein normaler Schnee. Faron erkennt einzelne Flocken, die an seinem Gesicht vorbei schweben und ihm auf die Oberschenkel fallen. Doch keine Kälte geht von ihnen aus. Kein Fleck der Nässe entsteht. Es ist als würden sie sich auflösen, sobald sie mit ihm in Kontakt geraten. Dann erwacht die im Schnee versunkene Landschaft um Faron herum zum Leben. Tausende Kreaturen entstehen aus dem Nichts, hunderte Kriegsgerätschaften erheben sich. Und zwei Männer stehen plötzlich vor ihm. Doch sind es überhaupt Männer? Den einen von ihn ist Faron bereits begegnet. In der Höhle. Den anderen nicht. Doch scheint er wie das Abbild des anderen. Ein wenig größer, mehr Runen, mehr Muskeln, doch sonst wirken sie wie Brüder. Beide schauen gen Westen, betrachten die untergehende Sonne.
„Du wirst zur Legende werden, Bruder“, sagt der Dämon den Faron als Kog´Ra kennengelernt hat. Seine Hand legt sich während er redet auf die Schulter seines Bruders. „Sie haben dich ausgelacht. Doch du hast es ermöglicht. Die Menschen im Herzen zu treffen. Sie zu schwächen, wie es keiner zuvor getan hat.“ Faron bemerkt, dass etwas an der Sprache nicht zu stimmen scheint. Er versteht das was gesagt wird und doch ist es nicht die Sprache der Menschen. Wie schon in der Höhle.
„Du verstehst es nicht… Bruder“, erwidert der andere mit schwerer Stimme. „Ich wollte nie ein Held sein. Es geht hier nicht mehr um mich. Nicht mehr um dich. Nicht mehr um einen einzelnen von uns, nicht mehr so, wie es damals war, als wir unentdeckt von den Menschen lebten, uns nicht bewusst, dass es noch andere Rassen gibt, außer der unseren. Damals war das Leben noch so banal. So einfach. Damals ging es darum ein Held zu werden. Den Clan zu führen. Jetzt nicht mehr. Jetzt geht es nur noch um das Überleben und den Erhalt unserer Rasse. Statt im Frieden zu leben wollten die Menschen den Krieg. Sahen uns als Geschöpfe der Nacht, missgestaltet und Böse. Sie hätten keine Sekunde gezögert uns alle im Moment der Überraschung zu töten. Das was wir hier tun ist nicht des Ruhms wegen entstanden, sondern des Überlebens wegen.“
„Statt deinen Erfolg zu genießen versinkst du in der schwere deines Gewissens. Du hast noch nie gerne getötet. Und trotzdem. Das hier ist unsere einzige Chance alles schnell zu beenden. Noch mehr unseres Blutes darf nicht vergossen werden.“ Während der kleine Bruder diesen Satz spricht, verdunkelt sich der Himmel. Die Sonne, die mit letzter Kraft versucht hat das Land zu erhellen um es vor der Nacht zu schützen geht unter. Und während sie unter geht hebt der große Bruder seinen Arm und wendet sich Richtung Osten.
„Angriff!“, schreit er. Und eines Erdbebens gleich, bewegt sich die Erde unter Farons Knien, denn die Armee der Fremdartigen zieht los um das Schloss anzugreifen.
Der Schnee schwindet, der Himmel erhellt sich, und die Sonne wandert zurück in den Süden, von wo aus sie freundlich und unverdeckt, direkt auf Farons Seite scheint. Doch dieser kann das gar nicht mehr richtig realisieren. Denn seine Augen sind schwer und sein Körper erschöpft. Und ohne, dass er es verhindern kann, gibt sein Körper dieser Erschöpfung nach und zieht sich zurück in die dunklen tiefen des Schlafs.



„Faron!“ „Hey, Junge!“ „Was ist mit ihm?“ „Was ist passiert? Wurde er angegriffen?“, während Farons Sinne sich langsam wieder sammeln und Kraft in seinen Körper zurückströmt hört er Gemurmel und Geflüster. Keine Kampfesschreie mehr. Kein Geflüster. Er liegt hart auf dem kalten Boden. Doch lange kann er noch nicht hier liegen.
„Faron?“, Sprout Aspas Stimme. Sein Kopf, so wird Faron merken, sobald er die Augen öffnet, befindet sich direkt über seinem. „Was ist passiert?“

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Donnerstag 28. September 2017, 10:59

So rasch es mir meine Beine ermöglichen erklimme ich die Anhöhe und komme abrupt zum Stehen. Bevor ich jedoch erfassen kann - wonach ich suche - fesselt ein stechender Schmerz meine Aufmerksamkeit.
Mit einem Schmerzensschrei sacke ich auf die Knie, während meine Hände hektisch versuchen meinen Kopf zu umfassen. Beinahe so, als wolle ich mich vor dem Eindringen des Schmerzes schützen. Doch weder meine Arme, noch meine Hände gehorchen meinen Befehlen. Auch die folgenden Versuche mich zu Bewegen scheinen nicht von Erfolg gekrönt zu sein.

"Was ... bei Bartok?!" Presse ich gequält hinaus, ehe ich den plötzliche Veränderung meines Umfeldes wahrnehme. Das Wetter, der Horizont, der Himmel - alles wandelt sich vor meinen Augen in kürzester Zeit. Überwältigt von diesem Bild scheint der stechende Schmerz zu versiegen, trotzdem kann ich mich keinen Meter bewegen.

"Schnee ... " Wispere ich leise vor mich hin, als meine Aufmerksamkeit auf die Schneeflocke fällt, welche sich sachte auf mein Bein niederlässt. Doch damit nicht genug. Wie aus dem Nichts wachsen Kreaturen und Kriegsmaschinerie um mich herum aus dem Boden. Abermals versuche ich mich fluchtartig in Bewegung zu setzen um dieser Szene zu entfliehen, doch abermals wird mir bewusst, dass ich nicht Herr meines Körpers bin. Es blieb mir keine Wahl als das Schauspiel, was mir darbot zu ertragen.
Verdammt! Es ist wie in dieser Höhle. Es hört nicht auf! Jagd es fluchend durch meinen Kopf, ehe ich dem Gespräch beider Dämonen gezwungener Weise folge.

Will dieses Schauspiel, dieses Trugbild mir tatsächlich weiß machen, dass WIR jene sind, welche den Krieg antreiben und begonnen hatten? Das wir hier die Monster in diesem Krieg sind?! Das kann nicht sein. Bevor ich diesen – in meinen Augen – lächerlichen Gedankengang fortsetzen kann schrecke ich innerlich durch den Angriffs-Befehl zusammen. Dieses Mal scheint meine Bemühungen mich bewegen zu können zu glücken, jedoch leider nicht so, wie ich es mir wünsche. Zum Ende der Unterhaltung und dem Beginn des Aufmarsches breitet sich eine Blei schwere Müdigkeit aus, welche mich von den Knien auf den Rücken zwingt. Der Weg Rückhalts zu Boden fühlt sich wie eine Ewigkeit an. Als würde ich mit dem Rücken voran in ein tiefes, unergründliches Loch stürzen. Und Selbst die Augen scheinen mir nun nicht mehr gehorchen zu wollen und verweigern ihren Dienst. Tiefste Schwärze umgibt mich und verschlingt mich.

Nach einem kurzen Moment erklingt eine in meinen Ohren eine dumpfe Stimme. Ruft mich jemand ... ? Langsam kehren meine Sinne zurück. Mit blinzeln und leisem stöhnen komme ich wieder zu mir. Für einen Moment bleibe ich regungslos liegen. Versuche zu verstehen, was passiert ist und vor allem, wo ich mich befinde. Ich balle kurz meine Fäuste und lockere sie wieder. Versuche meine Zähen testend zu bewegen. Ich kann mich wieder bewegen. Bin ich zurück? War dies real? Frage ich misstrauisch in mich hinein und setze mich langsam auf. Mein Kopf dröhnt noch etwas, jedoch ist es erträglich im Gegensatz zu dem stechenden Schmerz, welcher meinen Körper durchzogen hat.

Ohne auf Aspa einzugehen, reibe ich meine Augen und schaue mich hastig um. "Niemand." Stelle ich erleichtert fest und widme mich nun Aspa, wobei ich mir ein halbherziges Lächeln mit Mühe und Not abringe. "Sorgt euch nicht um mich. Anscheinend war ich nur etwas -ungeschickt- ... und habe eine rutschige Stelle am Boden übersehen." Erkläre ich widerwillig und versuche mein Erlebnis mit einer Lüge zu vertuschen.

"Ein kleiner Sturz, nichts weiter. Wir können unseren Weg also fortsetzen." Füge ich noch an und versuche mich vorsichtig zu erheben. Als ich wieder auf meine Beine komme, fühlen jene sich noch etwas wackelig an. "Ach, meine feine Kleidung." Gebe ich theatralisch von mir und klopfe meine Beinkleidung ab, jedoch dient dies in erster Linie nicht der Pflege meines Erscheinungsbildes, sondern mehr um mich abzustützen und nicht auffällig ins schwanken zu geraten.


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