[Angenommen] Nibra Orbril [Anwärter / Lanzenkämpfer]

Hier befindet sich der Charakterbogen und Details zur Charaktergestalung. Zudem sollen hier die Charakter Bewerbungen gepostet werden.
Nibra Orbril
Bauer
Bauer
Benutzeravatar
Beiträge: 6
Registriert: Freitag 14. April 2017, 17:54

[Angenommen] Nibra Orbril [Anwärter / Lanzenkämpfer]

Beitragvon Nibra Orbril » Freitag 14. April 2017, 22:15

  • Name des Charakters Nibra Orbril
  • Alter: 19
  • Geschlecht: Weiblich
  • Rasse: Mensch
  • Klasse: Lanzenkämpfer
  • Persönlichkeit: Nibra ist eine Einzelkämpferin. Sie versteht das Prinzip der Gruppendynamik nicht und ist ein sehr brutaler Mensch. Wenn sie kann, tötet sie, ohne Erbarmen, ohne Zögern. Sie versteht Freundschaften nicht, für sie ist nur sie selbst wichtig. Andere Menschen sind zweitrangig. Sie ist keine große Taktikerin, will mit dem Kopf durch die Wand und nutzt dazu ihren, durch die Kälte gestärkten Körper. Generell versteht sich von Zivilisation und anständigen benehmen relativ wenig.
  • Aussehen/Bild: Hier
  • Geschichte:

Beginn

Lasst mich euch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die ihr vielleicht für unwahr empfinden werdet. Eine, die sich liest, wie ein erdachtes Märchen, wie sie uns als Kindern im Bett vorgelesen wurde, wie die Geschichten über die Dämonen und die Menschen und die Schlachten die sie führten. Doch, je älter man wird und je näher man der Realität kommt und der Fantasie entweicht, desto klarer wird einem, dass all diese Geschichten wahrscheinlich gar nicht so heroisch waren, wie man sie sich damals vorgestellt hat. Wie sie geschrieben wurden, nur um den Kindern die Überlegenheit der menschlichen Rasse schwarz auf weiß zu demonstrieren. Dabei waren es wahrscheinlich einfach nur Kämpfe, die der stärkere gewonnen hat. Und genau darum geht es auch in meiner Geschichte, zumindest in Teilen. Der stärkste zu sein, immer zu gewinnen, zu überleben und die Existenz anderer bewusst beiseite zu schieben, nur auf sich selbst bedacht. Eine Moralvorstellung, die mir von klein auf beigebracht wurde, an der ich auch heute noch festhalte. Es klingt schön, ja, wie in den Geschichten, heroisch, zu sagen, man stellt das Leben anderer vor sein eigenes. Ich habe früh angefangen, vielleicht auch aufgrund meiner Erziehung, diese Träumereien zu beenden. Im Endeffekt geht es nur um mich, nicht um andere. Was schert mich das Leben eines anderen, Unbekannten, wenn es darum geht mein eigenes zu retten? So wurde ich erzogen. Bindungen, sind etwas für schwache, selbst die Familiäre Bindung steht bei uns nicht so im Vordergrund wie sonst überall. Irgendwann, wenn man nicht mehr von der Zitze der Mutter leben muss, man selbst laufen kann, einen Speer halten kann, ist man nicht mehr von anderen Abhängig und der Ballast den Vater und Mutter mit sich rumzutragen hatten endet. Klingt unmenschlich, vielleicht, aber so ist es brauch, dort wo ich herkomme. Dieser Heimat der ich schon jetzt so entfernt bin.

Vielleicht sollte ich, bevor ich weiter Reden über die Art und Weise meiner Erziehung schwinge, euch etwas mehr über meinen Heimats-, und Geburtsort verraten. Ihr kennt doch die Karten Kisenias? Die meisten haben schon einmal einen Blick auf die grobe Umrandung ihres Lebensraums geworfen. Geht mit dem Finger auf den Kontinent Kroth und von hier aus, an den nördlichsten Teil dieses Königreichs. Hier sollte, zumindest auf den genaueren, neueren Karten eine Erhebung zu sehen sein. Ein Berg, der als einer der größten des Landes gilt, soweit Nördlich, dass die Sommer dort kurz und die Winter lang sind. Eigentlich liegt bis zum Fuße des Berges, wenn man mal von den höchsten Regionen nahe der Spitze absieht, die das ganze Jahr lang von einer dicken Schneeschicht bedeckt sind, absieht, nicht das ganze, jedoch ein Großteil des Jahre Schnee. Nun fragt ihr euch sicher, welches Volk wäre so dumm, sich einen solchen Lebensraum zu suchen? Auf eine Antwort verzichte ich an dieser Stelle und stelle eine Gegenfrage. Wenn ihr von klein auf an einen Ort gewohnt seid, nie etwas Anderes gesehen habt und euch auch nie die Frage interessiert hat, was gibt es noch, außer das hier, wieso solltet ihr dann an der Richtigkeit eures Heimatortes Zweifeln? Unser Volk, mein Volk, ist keines, dass gerne auf Reisen geht, wir empfinden es nicht als wichtig zu wissen, was außerhalb unseres Dorfes passiert, sind zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Und, wenn ich ehrlich bin, wäre diese zivilisierte Welt auch nichts für uns. Ihr würdet und wohl als Wilde bezeichnen. Menschen, die der Zivilisation nicht zugewandt leben können und das auch nicht wollen. Ich stelle mir gerade meinen Vater in einem bequemen Seidenhemd vor. Etwas Unpassenderes kann ich mir kaum vorstellen. Auch ich wäre noch dort, in diesem Dorf, dass ich so liebe, wäre nicht das passiert, was mein ganzes Leben über den Haufen warf. Doch dazu komme ich später. Ich habe euch versprochen, euch meine Geschichte zu erzählen und, soweit ich weiß, wird das Ende dieser nicht vorweggenommen. Wieso solltet ihr sonst weiterlesen?

Der Raccu-Krieg


Beginnen wir also ganz am Anfang, jedoch, muss ich direkt zu Beginn zugeben, dass das was ich euch jetzt erzähle nicht Dokumentiert ist. Es sind Erzählungen über unseren Stamm, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Darauf legen wir sehr viel Wert. Wir lernen nicht lesen und schreiben, sondern geben alles über Erzählungen weiter. Stirbt also irgendwann unser Volk aus, so werden auch die meisten der Geschichten und Tatsachen über uns verschwinden. Eine traurige Vorstellung… Übe die Jahre des Alterns, nehmen unsere Väter uns Kinder immer mal wieder zur Seite und erzählen die Geschichten seiner Familie. Und wenn er einmal nicht da ist, sondern zur Jagd aufgebrochen, dann beschäftigen sich unsere Mütter damit, uns alles über ihre Familienzweige zu erzählen. So kommt mein Wissen zustande. Wahrscheinlich ist nicht alles wahr, vielleicht sogar das meiste nicht… Und trotzdem sind diese Geschichten ein Teil von mir geworden, an den ich glaube, der meine Existenz ausmacht. Unser Stamm existierte schon vor den Zeiten des Raccu Krieges. Wir waren damals hoch angesehen, als große Kriege, als Winterstamm, mit stählerner Haut. Wir bekamen viel Gold dafür, dass wir uns einmischten in einen Krieg, der uns eigentlich vollkommen egal war. Doch, und das verstehen die wenigsten unseres heutigen Stammes, kämpften wir für die Menschen und bekamen dafür Gold. Anscheinend wurden unsere damaligen Anführer von diesem Gold geblendet, von der Idee zivilisiert leben zu können, etwas, das uns heute nicht mehr passieren würden. Ihr müsst wissen, unser Stamm war damals groß, erstreckte sich Kilometer weit um den Berg herum. Der Krieg nahm uns vieles, auch die einstige Berühmtheit, die Größe. Damals lebten wir vereint, demokratisch. Heute ist das anders. Unser Stamm fand nie wieder zu der damaligen Größe zurück und die glorreichen Heldentaten, die unsere vom König gekauften Soldaten vollbrachten wurden schnell vergessen. Generell wurden unsere Streitkräfte nicht für die Strategischen, sondern eher für die Hoffnungslosen Missionen eingesetzt. Damals entstand auch das Gerücht, wir seien Menschenfleischfresser. Es wurde gesagt, dass wir das Herz der Dämonen und auch das der Menschen, nachdem wir sie im Kampf besiegt hatte, essen würden. Mein Vater hielt das immer für totalen Schwachsinn. Noch bis heute leben diese Gerüchte und sorgen dafür, dass wir von den Nahen Dörfern gemieden werden, voller Furcht, wir könnten sie fressen. Uns war das immer Recht. Wir wollten nie einen Näheren Kontakt zu anderen Menschen pflegen. Nachdem Raccu Krieg erlang unser Stamm nie wieder ein solches Ansehen wie vorher. Die Ausbildungsstätte Blewth wurde gegründet und mit dieser Gründung geriet unser Volk in Vergessenheit. Die Menschen hatten eine eigene Streitkraft, die der unsrigen um nichts nachstand. Sie brauchten unsere Hilfe nicht mehr, nie mehr. Ich empfand das immer als recht Schade, nicht mehr die stärksten, gefragtesten zu sein. Mein Vater hielt es immer eher für einen Segen. Nicht mehr für Belange anderer ausgenutzt zu werden. Uns komplett auf uns selbst fokussieren zu können. Mit den Jahren jedoch verblich unsere Demokratie. Es wurden einzelne Stämme begegnet. Unser Berg wurde wie ein kleines Land, mit mehreren Königreichen, die sich untereinander bekriegten. Erst mein Vater schaffte es, uns alle wieder zu vereinen, Frieden zu schaffen, wenn auch ein wankender. Die anderen Stämme wurden neidisch, jeden Tag gab es Herausforderungen, Zweifel an seinem Führungsgeschick. Ich hatte in dem Sinne nie einen Vater, wie die meisten anderen ihn hatten. Er war zu sehr damit beschäftigt, seinen ach so tollen Frieden zu bewahren. Ein Vorhaben, der ihn schlussendlich in die Knie zwang, ihn umbrachte und mit ihm unser Volk, die Menschen, denen ich mich am nächsten fühlte. Und auch mich brachte sein so gewünschter Frieden um. Nicht auf eine Körperliche Art und Weise, nein. Jedoch verlor ich meine Heimat, musste fliehen, weg von meiner großen Liebe, hin in die so verhasste Zivilisation der Menschheit.

Erwachsen werden…

Ich war neun, als mein Vater mir meine erste Waffe in die Hand drückte und mich losschickte. Neun Jahre alt… ich hatte lange auf diesen Moment gewartet, fühlte mich von ihm schlecht behandelt. Normalerweise bekommt man bei uns schon mit sieben seine erste Waffe, geht auf seine erste Jagd. Ich nicht. Ich war besonders, die Tochter des Anführers. Und ich hasste ihn dafür, mich behandelt zu haben wie einen Sonderling. Und selbst in dem Moment, in dem er mir die Lanze in die Hand drückte, wirkte er Unzufrieden. Selbst dann noch. Ich nicht, ich war überglücklich, fühlte mich schon lange bereit meine erste Beute nach Hause zu bringen. Wir jagen nicht mit Pfeil und Bogen müsst ihr wissen. Die Regionen um den Berg an dem wir leben sind karg. Nur wenige Bäume. Nur wenig Holz, dass wir umformen könnten zu Bögen und Pfeilen. Eine Verschwendung, wie mein Volk findet. Das wenige Holz dazu zu nutzen eine solch unpräzise Waffe anzufertigen. Also kämpfen wir mit Lanzen, schon immer. Suchen das Duell Auge in Auge mit der Wildnis. Selbst wenn wir die Möglichkeit hätten unbegrenzt Pfeile herzustellen, würden wir bei der Lanze bleiben. Wir empfinden es als Schmach ein Tier auf die Distanz zu töten. Ihm nicht die Möglichkeit zu geben sich zu verteidigen. Ganz nach der Vorstellung: Nur der Stärkere gewinnt. Über die, die im Kampf mit einem Tier sterben wird gelacht, sie werden nicht betrauert. Sie waren halt die schwächeren, es war ihr versagen. Sogar wenn es das eigene Familienmitglied ist, ist die Familie eher beschämt als traurig. Ich ging also los, mit meiner krummen Lanze, den Berg hinauf, dick eingepackt in Pelzen, die nicht ich, sondern mein Vater erbeutet hatte. Ich war Stolz, freudig erregt. Dieses Ritual, das der ersten Jagd, gilt bei uns als Ritual. Wer es besteht, gilt als erwachsen. Wer versagt, war des erwachsen Werdens nicht würdig. Ich wusste was ich zu tun habe, wusste wie ich selbst bei solch niedrigen Temperaturen überleben konnte. Und trotzdem frustrierte mich die lange Jagd. Ich brauchte eine gefühlte Ewigkeit, überhaupt die Fährte eines Tieres aufzunehmen… ich hatte Hunger, Durst, mir war kalt. Diese ganzen Empfindungen… ich habe mich gefühlt wie ein Versager. Doch das änderte sich, als ich endlich die Spur fand, ihr folgte und schlussendlich meinem Feind Auge in Auge gegenübertrat. Es war ein kurzer Kampf, er war mir nicht gewachsen, auch wenn ich einige Kratzer davontrug. Der richtige Kampf folgte erst danach. Ein junge, ich hatte ihn zuvor noch nie gesehen, war auf mich aufmerksam geworden. Auch er vollzog die Prüfung, auch er schien kein Glück mit der Tiersuche zu haben. Und er griff mich an, wollte meine Beute… Ich konnte es ihm nicht verübeln. Ich hätte genauso gehandelt, wäre mir jemand anders über den Weg gelaufen. Das Gesetz des stärkeren. Nur war er nicht der stärkere. Vielleicht weil er schon länger unterwegs war als ich, vielleicht, weil er jünger war als ich. Doch… Nachdem ich mein erstes Tier getötet hatte, tötete ich auch ihn. Mit der Lanze in die Brust. Ich kniete mich neben ihn, ich erinnere mich noch an die ganzen Emotionen die ich verspürte, die ich zum letzten Mal verspürte. Ich sah das Leben aus seinem Körper weichen und fühlte mich so euphorisch, dass ich für einen kurzen Moment verstand, wieso man die Herzen seiner Feinde nach deren Tot essen sollte. Doch ich ließ es. Es war nur ein kurzer Moment dieses Belangens. Ich stand auf, geschwächt von der Schlacht, nahm meine Beute und kehrte zurück in mein Heimatdorf, in das Dorf des Anführers um die Zeremonie einzuläuten, die mich erwachsen machen würde. Ich trank das Blut des Tieres, legte mir sein blutiges, frisch gekürchnertes Fell über die Nackte Haut und war Stolz, stolz auf meine Leistung, stolz auf mein erwachsen sein. Dieses Gefühl konnte selbst mein Vater, mit seinem besorgten Blick nicht dämpfen. Er wusste, dass da noch mehr gewesen sein muss. Dass das Blut an meiner Kleidung nicht meines war und auch, dass es nicht das des Tieres sein konnte. Er fragte mich danach, doch ich erzählte ihm nichts. Er tötete täglich seine Herausforderung, ohne Erbarmen, er hatte nicht das Recht mich so anzublicken. Er nicht.

Der Überfall…
Die Jahre vergingen. Ich wurde zur gestandenen Kriegerin unseres Stammes, kaum wieder zu erkennen, nicht mehr nur innerlich erwachsen, sondern auch äußerlich zur Frau gereift. Ich wurde umworben, von vielen, doch ich lehnte ab… Ihr müsst wissen, dass wir keine Ehen haben. Meine Eltern lebten eine Ausnahme. Irgendwie vermochten sie es zu lieben, so unnatürlich das auch wirken mochte, auf uns, auf den Rest des Stammes. Bei uns geht es normalerweise nur um die Fortpflanzung, nicht darum, ein Leben zusammen zu führen. Und ich war nicht bereit schwanger zu werden. Meistens liegt das nicht in der Hand der Frau. Die Männer nehmen sich die Frau einfach, wenn sie das Verlangen verspüren und sie keinen Beschützer zu ihrer Seite hat. Ich jedoch war anders, zu stark, zu tödlich. Wer versuchte mir zur nahe zu kommen starb. Ich tötete viele Männer, bis irgendwann verstanden wurde, dass es keinen Sinn machte es zu versuchen. Das man nur sein Leben aufgab. Ich war stark. Viel stärker als die meisten unseres Stammes. Fast eine Berühmtheit in den eigenen Reihen. Doch der Tag kam, von dem ich schon zu Beginn dieser Geschichte sprach, der mein Leben änderte, mich hier hin bracht, auf dieses Schiff, dass mich nach Blewth bringt, einem vorübergehenden zu Hause, bis ich stark genug bin, zurück zu kehren. Es war Nacht, alles war dunkel, die Fackeln schon erloschen, da griffen sie uns an. Andere Stämme, die nicht zufrieden waren mit dem Momentan herrschenden Frieden, mit meinem Vater als Anführer. Der Angriff traf uns unvorbereitet und trotzdem kämpften wir ehrenhaft. Ich tötete in dieser Nacht unzählige und doch half es nichts. Wir waren in der Unterzahl. Zuerst starb meine Mutter, direkt vor meinen Augen, dann mein Vater. Auch ich war bereit zu sterben, doch kam es anders. Ich wurde bewusstlos geschlagen, mitten im Kampf. Statt zu sterben wurde ich am nächsten Morgen wach, neben all der Leichen, die einst unser Stamm waren. Neben meiner Mutter, neben meinem Vater. Die Angreifer mussten davon Ausgegangen sein, dass auch ich tot bin. Doch ich war es nicht.
Jetzt kommen wir zu dem Punkt der Geschichte, auf den ich nicht stolz bin, den es immer gibt, in fast jeder Geschichte. Statt weiter zu Kämpfen, versuchen alles gerade zu biegen, floh ich. Weg von dem Berg, hin in diese menschliche Zivilisation. Ich hörte von Blewth und beschloss dorthin zu gehen, zu diesem Schloss das unserem Stamm den Ruhm stahl, um noch stärker zu werden. So stark, dass ich mich eines Tages rächen könnte…
Bild

Zurück zu „Charakterdatenbank“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast