[Angenommen] Daru Tares (Sprout, Blutwölfe)

Hier befindet sich der Charakterbogen und Details zur Charaktergestalung. Zudem sollen hier die Charakter Bewerbungen gepostet werden.
Daru
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[Angenommen] Daru Tares (Sprout, Blutwölfe)

Beitragvon Daru » Donnerstag 26. Januar 2017, 16:07

Zuletzt geändert von Daru am Samstag 1. April 2017, 23:08, insgesamt 5-mal geändert.

Daru
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Daru Tares - Charakterbogen

Beitragvon Daru » Donnerstag 26. Januar 2017, 16:09

1. Charakterbogen

Charaktername:Daru Tares| Geschlecht: Männlich | Rasse: Mensch | Alter: 20 |Klasse:Schwertkämpfer, Bogenschütze| Berufungen: Reiter, Forscher| Position: Sprout, Blutwölfe
Lebenspunkte:
120 | Fähigkeiten-Punkte: 14 | Angriff: 15 () | Magie: 10 | Abwehr: 2 | Geist: 2 | Treffen: 16 | Ausweich: 10
Level: 3 | EXP: 25/150 | Status-Punkte: 0 | Lernpunkte: 4 | RPG-Punkte: |


Techniken: Luftschnitt, Streufeuer, Beobachter (Lernp noch abziehen)
Dinasträger-Techniken: Ätherspeicherung, Explosion
Abenteuer-Techniken: Zweigestalt
Beruf-Techniken: Reiten | -


Waffen: Übungsschwert (+3 ANG)
Rüstung:
Accessoire:
Geldbeutel:


Aussehen:
Etwa 1,90m groß. Silberne Haare, grüne Augen. Schwarzes Mal im Nacken. Keine Gesichtsbehaarung. Normaler Körperbau für einen Bauern. Einfache Kleidung.

Persönlichkeit:
Ruhig und zurückhaltend.

Geschichte:
Daru wurde in einfachste Verhältnisse geboren. Sein Vater war nicht bekannt, seine Mutter verstarb bei der Entbindung. Dazu noch sein ungewöhnlicher Körper. Für die Bewohner des Dorfes war klar, dass es sich um ein verfluchtes Kind handeln musste. Lediglich die Nichte seiner Mutter hatte Mitleid mit ihm und zog ihn auf. Natürlich hatten er und auch sie keinen leichten Stand innerhalb der Gemeinschaft. Eine normale Kindheit war ihm nicht gegönnt. Die Dörfler schimpften und schmähten ihn bei jeder Gelegenheit. Ihre Kinder schlugen und traten oder nutzten Stöcke und Steine. Seine Ziehmutter war der einzige Mensch, zu dem er eine Bindung aufbaute, auch wenn sie ihn nicht immer vor den Anfeindungen schützen konnte.

Im Verlauf der Jahre entfremdete aber auch sie sich immer mehr von ihrem Zögling. Sie verliebte sich und er zog sich noch weiter zurück, suchte Geborgenheit in Gesprächen mit einem jungen Mädchen, das nur er wahrnehmen konnte. Als er 16 war, heiratete seine Cousine schließlich und ließ Daru in seinem Elternhaus allein zurück. Nun hielt ihn gar nichts mehr an diesem Ort. Glücklicherweise fand er bei einem außerhalb lebenden, alten Bauern eine Arbeit und konnte sich somit am Leben halten. Vier Jahre sparte er sein Geld, bis es für eine Reise nach Schloss Blewth reichte. Dort, so glaubte er, würde man schon einen Nutzen für ihn finden.
Zuletzt geändert von Daru am Samstag 18. Februar 2017, 21:07, insgesamt 23-mal geändert.

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Daru Tares - Inventar

Beitragvon Daru » Donnerstag 26. Januar 2017, 16:10

2. Inventar

Notizbuch + Kohlestift
Ein Notizbuch, das Daru immer bei sich trägt, um seine Beobachtungen festzuhalten.

Einfacher Bogen + Pfeile
Ein einfacher Bogen, den Daru traditionsgemäß selbst gebaut hat. Zum Üben verwendet er einfache Pfeile ohne Metallspitze, bei denen das Holz einfach spitz zugeschnitten wurde.

Obst
Daru trägt meist einen kleinen Beutel mit Beeren oder ähnlichen Früchten bei sich.
Zuletzt geändert von Daru am Sonntag 19. Februar 2017, 09:58, insgesamt 5-mal geändert.

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Daru Tares - Beziehungen

Beitragvon Daru » Samstag 28. Januar 2017, 17:50

3. Beziehungen

Blutwölfe
Daru versucht zwar die Erwartungen zu erfüllen, tut sich jedoch schwer. Der Kontakt innerhalb der Einheit ist minimal und man spürt, dass ihn alles überfordert: die Leute, die Aufträge und dass Cleyo und er öfters getrennt sind als zusammen. Unter all der Ablehnung und Zurückhaltung spürt man jedoch auch einen gewissen Ehrgeiz, eine Entschlossenheit, die ihn weitermachen lässt.

Cleyo
Darus Zimmergenossin. Vielleicht ist es ihre Jugend, vielleicht liegt es auch an Daru, wahrscheinlich ist es beides: Fakt ist, Daru hängt sehr an ihr.

Die Sproutprüfung stellte einen Scheideweg in ihrer Beziehung dar. Während er kämpfen musste und dennoch versagte, schien ihr alles ganz leicht zu fallen. Die Frustation trübte seine Sicht der Dinge. Alte Ängste und Komplexe traten ans Tageslicht. Für ihn wirkte es so, als würde sie unberirrt voranschreiten, keinen Gedanken an ihn verschwendend, den kleinen verfluchten Bengel, der es einfach nicht schaffte seine Unzulänglichkeiten zu überwinden. Gefangen in dieser Vorstellung suchte er Zuflucht in Distanz und Abgeschiedenheit.
Er schlug eine andere Laufbahn ein als sie, um sich zu lösen, um sich zu verstecken, aber auch um besser zu werden, als er es bisher gewesen war, würdiger. Cleyo indes war blind für das, was in ihrem Kameraden vor sich ging. Wie selbstverständlich blieb sie an seiner Seite und ließ keinen Zweifel an ihren wohlwollenden Gefühlen ihm gegenüber aufkommen. Daru konnte sich dem nicht erwehren und so verbindet die Beiden auch jetzt noch ein gutes Verhältnis zueinander, wenngleich einige der unausgesprochenen Gefühle immer noch im Verborgenen lauern.

Veyrne
Daru empfindet Veyrne gegenüber Dankbarkeit, da ihm dieser dabei geholfen hat, die Sproutprüfung zu bestehen. Geht man davon aus, dass Daru jedem außer Cleyo negativ gegenübersteht, könnte Veyrne einer von zwei Menschen sein, dem er ein neutrales Gefühl entgegenbringt.

Freya & Fayt
Seit Daru die Reiter-Ausbildung begonnen hat, ist er oft in den Stallungen zugegen und kümmert sich um die Tiere. Freya, die ebenfalls Reiterin ist, und ihr Haustier sind ihm dabei öfters über den Weg gelaufen. Ihr kleiner Drache hat sich mit Daru angefreundet und manchmal kommt es einem so vor, als habe sich zwischen den beiden Sprouts so etwas wie eine Kameradschaft des Schweigens gebildet.

Faron
Nach ihrer Flucht vor dem Waldtyrann konnte Daru nur noch daran denken, die verletzte Cleyo ins Schloss zu einem Arzt zu bringen. Auf seinem Weg begegnete er unter anderem Faron, der den verletzten Anwärtern helfen wollte, jedoch von Daru in seinem Delirium zur Seite gestoßen wurde. Tage später treffen die drei im Speisesaal erneut aufeinander. Faron macht seinem Unmut Luft und bringt damit Cleyo gegen sich auf. Als Faron vage Drohungen in Cleyos Richtung äußert, bricht Daru ebenfalls aus sich heraus und bewirft den Assassinen mit Essen. Das Fass läuft über und Faron geht auf Daru los.

Freya Sarijas, Dante Marveaux, Maheen Kenocha
Obwohl er eigentlich erst einen einzigen Tag am Schloss verbracht hatte, wurde Daru von Maheen Kenocha, Ausbilderin der Assassinen, auf Freya und Dante angesetzt. Er soll herausfinden, ob sie etwas mit dem Einbruch in den Archivturm zu tun haben.
Zuletzt geändert von Daru am Montag 6. Februar 2017, 15:47, insgesamt 11-mal geändert.

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Daru Tares - Fantasien eines kleinen Jungen

Beitragvon Daru » Samstag 28. Januar 2017, 17:53

4. Fantasien eines kleinen Jungen

Drachenhorn
Ich richte das Drachenhorn auf meiner Schulter. Es ist so groß, dass die Spitze über den Boden hinter mir schleift und den Transport unnötig erschwert. Aber das ist nichts im Vergleich zu dem Kampf, den ich mit dem Biest ausgefochten habe und es ist nichts im Vergleich zu dem lachenden und von Stolz erfüllten Gesicht meiner Frau, wenn sie meine Beute sieht. Da ist sie auch schon. Am Ende des Weges, der den Hügel hinauf zu meiner Villa führt. Sie ist so schön, wie ich sie verlassen habe. Überglücklich hüpft sie mir entgegen. Ihr Gesicht strahlt, ihr Kleid und ihre Haare flattern sanft im Wind.
Noch einmal korrigiere ich die Position des Drachenhorns. Doch halt, was ist das? Dieses Geräusch? Dieses Trampeln? Ich schaue nach vorne. Wo ist das Strahlen hin? Was ist aus den sanften Bewegungen geworden? Wenige Meter noch. Sie springt. Sie befindet sich horizontal in der Luft, streckt mir ihre Beine entgegen. Oh! Sie trägt eine Hose unter dem Kleid. Ihre Sohlen treffen mein Gesicht. Die Erkenntnis kommt zu spät. Sie hatte mich eigentlich nur Milch holen geschickt.

Haare
Meine Lider heben sich. Ein blonder Haarschopf befindet sich vor meinem Mund. Wir befinden uns auf einem Bett. Sie ist am Weinen und ich schließe meine Arme noch kräftiger um sie. Erneut küsse ich ihre Haare. Ob sie wohl so schmecken wie sie aussehen und riechen? Weich und süß?
Meine eigenen Haare schmecken nicht, soviel weiß ich. Aber sie ist eine Frau. Wer weiß schon wie weit da die Unterschiede gehen? Es müssen ja nicht nur Äußerlichkeiten sein. Ich öffne den Mund und schließe ihn um ein Büschel der honigblonden Mähne. Ergebnis des Experiments: Sie mag keinen Speichel in ihrer Frisur.

Zukunft
Die Maschine startet und reißt mich unsanft aus meinem Schlummer. Für einen kurzen Augenblick sehe ich noch das Echo meines Traums. Sehnsucht breitet sich in meinem Herzen aus. Meine Augen sehen nach vorne, aus dem Fenster. Ich falle durch die Wolken, wie ich es schon so oft getan habe.
Ein Warnsignal ertönt, um mich auf den Aufprall vorzubereiten. Der keilförmige Transporter bohrt sich in den Erdboden. Ich spüre die Erschütterung und seufze ob dessen, was nun bevorsteht. Ich fühle den Zauber, kann mich ihm jedoch nich verwehren. Er dringt in meinen Körper ein und betäubt meinen Geist. Das Metall um mich herum verändert seine Form und schmiegt sich an das geschundene Fleisch in seiner Mitte. Mein Sarg wird zu meiner Rüstung.
Ich steige aus dem kleinen Krater, das schwarz schimmernde Schwert in der Hand, der Körper von Finsternis bedeckt. In meinen Augenwinkeln sehe ich die Anderen und vor mir den Feind. Das Programm beginnt. Im Gleichschritt nähern wir uns der Front. Das ist es, was ich nun bin. Eine Maschine, außen wie innen. Nichts weiter als ein äthergefülltes Gefäß, Treibstoff und Medium für den Todesengel, den mein Land benötigt, um die Welt zu einen. Dies ist nur eine weitere Schlacht in diesem Krieg.
Mein Körper mordet und ich schaue dabei zu. Für meinen Geist sind es nur Instruktionen, Befehle, die interpretiert und ausgeführt werden, nicht bewertet. Für Moral ist kein Platz, Gefühle sind unnützer Ballast. Es dauert nicht lange, bis alle Gegner vernichtet oder geflohen sind. Während wir dort stehen, wie Puppen an regungslosen Fäden, gewährt man uns einen kurzen Moment der Klarheit.
Früher habe ich diese Zeit immer damit verbracht, noch einmal über das Schlachtfeld zu blicken und mir meine Verbrechen einzuprägen, doch nach über 15 Jahren bin ich es leid, meine Schuldgefühle zu schüren. Inmitten all des Leids schließe ich die Augen und stelle mir eine schönere Zeit vor. Eine Zeit, in der sie noch an meiner Seite stand und wir zusammen unser Leben bestritten. Ich lächle wehmütig und während ich das tue wird die Erinnerung wieder zu einem Traum.

Die Suche
Erneut erfüllt die Luft einer fremden Welt meine Lungen. Das Gras unter meinen Füßen wirkt vertraut, ebenso wie die Bäume in dem Wald unterhalb des Hügels, auf dem ich mich gerade befinde. Lediglich die überall am Himmel verstreuten Felsen und Inseln bezeugen, dass meine Heimat in weiter Ferne liegt. Eine Tasche gefüllt mit einem guten Dutzend leerer Kräutertränke lehnt an dem Baum, dessen Schatten gerade auf mir liegt und mich vor den Strahlen der zwei Sonnen schützt, welche das Firmament erleuchten.

Das Portal hinter mir schließt sich allmählich. Ein rot glühender Ring aus Energie, der den Raum zerschneidet. Blickt man durch ihn hindurch erkennt man den Ort, mit dem er verbunden ist. Meine Studierstube im Schloss Blewth. Man sieht Türme von Büchern auf dem Boden, einen Schreibtisch mit einer Lampe und das Mondlicht, das durch ein kleines Fenster und die davor gestapelten Schriftrollen fällt. Es gibt nur einen Platz, den das niedergeschriebene Wissen nicht vereinnahmt hat. Ein einzelnes Bett mit einem einzelnen Nachttisch. Ich spüre, wie der Anblick meine Emotionen ins Wanken bringt, wie Zweifel und Frustration sich ihren Weg in meinen Kopf bahnen.

Bereits 37 Welten habe ich besucht, doch bisher ohne Erfolg. 13 Jahre haben die Vorbereitungen gedauert, das Ansammeln des Wissens, das Erlernen der nötigen Fertigkeiten. Die lange Zeit hat ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie die Fehlschläge. Aber ich darf nicht aufgeben, darf die Hoffnung nicht verlieren. Ich fokussiere mich auf die Gegenwart und auf eine mögliche Zukunft, auf das Positive. Die Tränke haben mittlerweile ihre volle Wirkung entfaltet. Ich spüre das Äther durch meinen Körper pulsieren, bereit einen nächsten Zauber zu wirken.

Meine Augen schließen sich, während mein Mund routiniert mit der Beschwörungsformel beginnt. „Weltenleser“ lautet der Name meiner Technik, entstanden aus meiner Fähigkeit, die Dinge um mich herum besonders genau zu beobachten und zu analysieren. Nach der Freisetzung meines Äthers und dem damit in Verbindung stehenden Spürsinn entwickelte sie sich weiter, bis zu einem Punkt, an dem ich nahezu alles in einem großen Umkreis um mich herum erfassen und interpretieren kann. Allmählich verschwinden die Geräusche um mich herum, ebenso wie die Gerüche. Das Gefühl des Bodens unter meinen Füßen und des Windes in meinem Gesicht geht zuletzt. Alle meine Sinne verschmelzen zu einem. Linien aus Äther verbinden ihn mit der Außenwelt, verschmelzen mit den magischen Strömen der Umgebung.

Ich suche nach Spuren einer Aura, suche in den Felsen, in den Pflanzen, in den Tieren und in der Luft selbst. Doch ich finde nur die kleinen Rückstände, die ich bereits in den anderen Welten gefunden hatte und die mich überhaupt erst hierhergeführt haben. Ich stoppe. Mein Körper hätte der Anstrengung sowieso nicht mehr lange standgehalten. Die ersten Momente nach Anwendung des Zaubers sind immer die Schlimmsten. Übelkeit und Schwindel suchen mich heim und ich spüre nur allzu deutlich die Limitierungen meiner fleischlichen Hülle und ihrer fünf Sinne.

Nachdem ich wieder einigermaßen klar denken kann, prüfe ich vorsichtshalber noch einmal meine Tasche. Es sind noch 40 Flaschen vorhanden. Das genügt, um noch zwei Mal „Weltenleser“ anzuwenden, bevor ich nach Hause zurückkehre. Diese Welt scheint aus drei Kontinenten zu bestehen. Den größeren von beiden habe ich bereits zur Hälfte abgesucht. Ich werde also noch ein zweites Mal wiederkommen müssen, um vollkommen sicher sein zu können.

Ich beginne, einige der Kräutertränke zu mir zu nehmen und die Koordinaten für einen Teleportationszauber zu berechnen, als plötzlich ein dunkles Grollen die Umgebung erschüttert. Der Boden zittert und lässt mich taumeln, weswegen mein erster Gedanke einem Erdbeben gilt. Doch das Geräusch passt nicht so recht dazu. Mit der Flasche an meinen Lippen suche ich die Umgebung ab. Sekunden verstreichen, dann ertönt es wieder. Dieses Mal ist es lauter und deutlicher. Es ist nicht die Erde die wackelt, sondern ein Brüllen. Im selben Moment beginnt der erste Kräutertrank seine Wirkung. Ein Bruchteil meines Äthers kehrt zurück und mit ihm mein Spürsinn. Die Aura, die mir entgegenschlägt, lässt meine Knie erweichen. Es ist so schlimm, dass ich mich an den Baum lehnen muss, um nicht zu Boden zu gehen. Anders als man meinen könnte, erfüllt jedoch nicht Angst meine Gesichtszüge, sondern Freude. Ich kenne diese Aura.

Mit großen, erwartungsvollen Augen blicke ich in den Himmel zu der Quelle der magischen Präsenz und wenige Sekunden später durchbricht ein gewaltiger, goldbrauner Drache die dort schwebende Insel, fast so, als wäre sie nur ein kleiner Kiesel der zufällig in seinem Weg lag. Während ich diese majestätische Bestie mit meinen Blicken verfolge, wird mein Grinsen immer breiter. „Endlich“, ich schluchze. „Endlich habe ich dich gefunden, Cleyo.“

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Daru Tares - Fantasien eines kleinen Jungen II

Beitragvon Daru » Samstag 1. April 2017, 23:06

4. Fantasien eines kleinen Jungen II

Lass mich frei
Es ist vorbei. Das letzte Buch gleitet aus meinen Fingern. Alle mir erdenklichen Ressourcen sind erschöpft. All die Schriften, in denen ich eine Antwort zu finden glaubte sind gelesen und doch bin ich der Erfüllung meiner größten Sehnsucht nicht nähergekommen. 23 Jahre hat es gedauert. 23 verschwendete Jahre, in einem Turm, auf einer einsamen Insel, fernab jeglicher Zivilisation, umringt von alten Texten und ihrem muffigen Geruch.

Ein Geräusch ertönt nur wenige Zentimeter vor meinem Gesicht. Ein Klopfen, so als würde sich eine Glaswand dort inmitten des Raumes befinden. Ich hebe meinen Kopf und verziehe schuldbewusst das Gesicht. „Ich habe versagt“, sage ich der Kreatur in ihrem magischen Gefängnis. Ihre tiefroten, einfarbigen Augen schauen mich einige Sekunden lang an, dann öffnet sie ihren Mund und ein gedämpftes Brüllen erreicht meine Ohren. Sie beginnt zu wüten, wie sie es schon so oft getan hat. Ihre grau verfärbten Hände und Füße schlagen gegen die glasartigen Wände ihrer Zelle. Bei jedem Einschlag pulsieren die roten Adern in ihrer Haut. Das lange Haar umspielt ihren Körper.

Ihr kleiner Wutausbruch endet, so wie sie es immer tun. Sie steht wieder dort, leicht nach vorne gebeugt, die Arme schlaff hinunterhängend. Ihre zerzauste Mähne verdeckt die Sicht auf den Großteil ihres nackten Äußeren. Für jeden anderen, der sie dort sieht, wäre sie nichts weiter als ein Tier in Gestalt eines Menschen, ein Wesen, dass nur den Tod verdient hat und nichts Anderes.

Für mich jedoch ist sie so viel mehr als das. Nicht nur die Bestie, die vor all diesen Jahren eine ganze Stadt ausgelöscht hat, nicht nur das Monster, das ich schon fast genauso lange Zeit gefangen halte. Nein, ganz im Gegenteil. Sie ist meine Freundin, sie ist der einzige Mensch, der wichtig ist. Und ich habe sie enttäuscht.

„Es tut mir leid“, wimmere ich leise. Zitternd berühren meine Finger die magische Wand. „Ich habe mein Versprechen gebrochen.“ All die kleinen Risse, über Jahre entstanden und gewachsen, brechen auf. Tränen laufen meine Wangen hinab, unsägliche Traurigkeit verzerrt meine Mimik. „Ich wollte dich heilen… Ich wollte es wirklich…“, erkläre ich mit bebender Stimme. „Ich habe wirklich alles versucht. All das Wissen, das die Menschen zu bieten haben, habe ich in mich aufgenommen!“, mit unsteter Hand deute ich auf die Bücher um mich herum auf dem Boden und an den Wänden.

„Aber nichts. Ich weiß nicht, was mit dir geschehen ist, ich weiß nicht wie ich es rückgängig machen kann.“ Ich trete einen halben Schritt näher, lehne mit der Stirn ans Glas. Sie faucht und schlägt, rammt ihren Kopf gegen die Wand, genau dort wo ich mich befinde. „Ja, ich verdiene das“, sage ich mit laufender Nase und nicke. „All diese Jahre hielt ich dich gefangen. Für nichts und wieder nichts.“ Es auszusprechen ist wie einen Dolch in mein Herz zu jagen. Wieder und wieder ohne Unterlass. Stich auf Stich, den Schmerz immer wieder intensivierend.

Meine Beine versagen ihren Dienst und ich sinke hinab auf meine Knie. Mein Gegenüber zieht sich allmählich wieder zurück. „Ja, ich könnte noch einmal ausziehen, könnte andere Länder absuchen. Aber wie lange wird es dauern? Wie lange noch muss ich dich so sehen? Wie lange noch…?“ Meine Stimme bricht. Die ganze Zeit über hatte ich mich an die nun überall verteilten Bücher geklammert, habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass sich in einem von Ihnen der Schlüssel zur Lösung des Ganzen finden würde. Doch nun, da ich das letzte Wort der letzten Seite des letzten Schriftstücks gelesen habe, ist auch dieses Licht am Ende des Tunnels verloschen. All die Zweifel, all die Pein, die ich die letzten Jahre mit seiner Hilfe unterdrücken konnte, treten an die Oberfläche.

Noch einmal schaue ich sie an, die Kreatur, meine geliebte Freundin. Ich präge mir ihren Anblick genauestens ein. Sie ist das genaue Gegenteil von damals. Was einst frei und rein war ist nun gefesselt und korrumpiert. „Vergib mir. Ich kann nicht mehr.“ Erneut knurrt sie und springt auf mich zu. Ich zucke zusammen, schluchze. „Du weißt, wie schwer es mir fällt.“ Erneut schaue ich sie an, unterwürfig, all meiner schändlichen Taten bewusst. „Du weißt, wie wichtig du mir bist. Ich habe es dir gesagt, so oft gesagt. Wie sehr ich dich liebe. Wie sehr ich dich brauche. Wie sehr ich gehofft habe, ich könnte dasselbe für dich werden.“ Sie wird still und ich gebe mich der Illusion hin, sie würde tatsächlich verstehen, was ich sage, auch wenn die Vergangenheit mich schon längst eines Besseren belehrt hatte.

„Ich weiß es ist feige. Ich weiß ich hätte es dir damals sagen sollen, als du noch du warst, als ich noch ich war. Ich weiß es… ich weiß es…“ Meine Augen suchen etwas in ihrem Gesicht, irgendeine Regung, doch sie legt nur den Kopf schief und bleckt ihre spitzen Zähne. Sie erkennt die Schwäche in mir, sieht eine Chance. Erneut springt sie, erneut schlägt sie mit aller Wucht gegen die glasartige Barriere. Sie gibt nicht auf. Wenn ich geschwächt bin, ist es vielleicht auch meine Magie, so denkt sie. Wieder und wieder wirft sie ihren Körper nach vorne, wieder und wieder das dumpfe Geräusch. Jedes Mal kneife ich die Augen zusammen und verziehe das Gesicht. Jedes Mal zwinge ich mich dazu, die Augen zu öffnen und mir genauestens einzuprägen, was sich dort abspielt. Denn es ist meine Schuld, dass es so weit gekommen ist und es mit anzusehen ist eine viel mildere Strafe als ich eigentlich verdient hätte.

Schwarzes Blut sammelt sich an der Innenseite der durchsichtigen Wand und irgendwann endet ihr kleiner Tumult. Als Mensch wäre ihr schon vor Jahren klargeworden, dass dieser Zauber losgelöst von mir existiert, dass er an das Land gebunden ist und dessen Macht nutzt. Ich habe lediglich das Konstrukt geschaffen, durch das die Energie fließen kann. Ein selbstgehässiges Grinsen schleicht sich auf meine Lippen. „Kannst du glauben, dass sie mich mittlerweile einen Großmeister nennen? Mich auf eine Stufe mit den großen Familien stellen? Obwohl ich nichts vorzuweisen habe, außer dem Zauber, der meine große Liebe zu jahrzehntelanger Knechtschaft verurteilt hat?“

Ich kichere voller Zorn auf mich selbst und die Welt. „Naja. Nicht dass sie das wüssten. Niemand weiß von dir und diesem Ort. Sie kennen nur die kleinen Tricks, die ich auf einigen meiner Ausflüge zum Besten gegeben habe.“ Ich schaue auf, so als hätte sie etwas gesagt. „Nein. Ich kann sie nicht fragen. Nicht die Boras und sicherlich nicht die Dorius. Ich kann dich nicht in ihre Hände geben. Wer weiß, was sie mit dir anstellen? Wer weiß ob sie dich überhaupt noch als Mensch wahrnehmen würden, nachdem was du getan hast?“ Ich schlucke. „Und vielleicht hätten sie Recht damit. Vielleicht bist du kein Mensch mehr. Vielleicht warst du es sogar nie.“ Ich hebe die Hände und wedele beschwichtigend. „Aber du bist die Frau, die ich liebe. Das wird sich niemals ändern.“ Wieder lodert der Selbsthass auf. Damals, als sie es hätte verstehen können, habe ich es ihr nie gesagt, wieso also jetzt? „Entschuldige. Ich rede wirres Zeug, nicht wahr?“ Ich lächle und fahre mir verlegen durch die Haare. „Haha… hahaha.“

Ich setze mich auf meinen Hintern und atme tief durch. „Weißt du…“ Der kurze Anflug von Panik verschwindet wieder. Die letzten Minuten hinweg habe ich eine Entscheidung gefällt, eine Endgültige. Diese Entschlossenheit ist es, die meine Mimik vereinnahmt. Der klare, unerschütterliche Blick eines Mannes, der sich dazu entschieden hat, einen Schlussstrich zu ziehen und endlich für all die Schuld einzustehen, die er auf sich geladen hat und für all die Versäumnisse die er begangen hat. Trotzdem zittern meine Finger, als ich den kleinen Goldring aus meiner Tasche krame und ihn auf den Boden lege, genau zwischen mich und sie mit der bereits verheilten Wunde an ihrem Kopf und dem raubtiergleichen Ausdruck in den Augen. Sie lauert, spürt, dass ich etwas vorhabe. Das Gefängnis kappt jegliche Ätherverbindung zwischen ihr und der Außenwelt, also spürt sie nicht den Zauber, den ich webe. Aber sie erkennt die Absonderlichkeit meines Verhaltens.

„Alles tut mir so unsäglich leid.“ Äther sammelt sich in dünnen Fäden um mich herum, formt einen filigranen Käfig, fast wie Schlingranken an einem Gitter. „Ich bin zu schwach, um dir zu helfen.“ Ein kurzer Energiepuls geht von mir aus und wandert durch die Steine des Bodens über die Wände hinab durch den gesamten Turm bis hinunter zu der Insel. Es dauert einige Sekunden, bis plötzlich blaue Farbe am Grund der grünen Linien erscheint und sich langsam nach oben arbeitet. „Ich kann dich nicht nach draußen lassen, aber zumindest kann ich büßen.“ Sie wird unruhig, aber nicht gewalttätig. Das magische Konstrukt um mich herum leuchtet auf und dann bin ich von der gleichen Barriere wie sie umgehen. Es ist als säßen wir beide in einer großen Box aus Glas, nur getrennt durch eine einzige dünne Scheibe. „Ich liebe dich.“ Tränen rennen meine Wangen hinab während ich mit einem kurzen Gedanken das Glas zwischen uns verschwinden lasse. Ein tiefes Grollen tönt aus ihren Lungen und ich spüre förmlich, wie ihre gierigen Blicke sich auf mich legen. Ich lächle in der Gewissheit, dass sie mich töten und alle meine Energie in sich aufnehmen wird. „So werden wir doch noch eins.“ Eine letzte Sünde und gleichzeitig die ultimative Strafe.


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