Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Samstag 6. Mai 2017, 18:23

Der letzte Raum

Das Gefühl, dass hier etwas auf ihn wartet, dass nur für ihn bestimmt ist, hervorgerufen durch das euphorische Gefühl und die innerliche Gewissheit bezwingt die Gegenwehr Farons. Sein Weg führt ihn weiter durch einen Gang, hinein in einen weiteren großen Raum. Isothiens Auge, dass weiterhin versuchte Faron zu folgen, sendet plötzlich keine Signale mehr. Ein letzter starker Schmerz in Isothiens Kopf, ehe die Verbindung abbricht. Eine große Ätherische Energie geht von diesem Raum aus, doch Faron, wie benebelt, bemerkt diese Energie nicht und für Isothien ist es zu spät ihn zu warnen. Die Frage die sich ihm stellt ist nur, ob es sicher hier um eine positive oder negative Quelle handelt? Er verspürt es nicht, das Äther scheint ihm völlig unbekannt. Es ist nicht menschlich, nur das scheint gewiss.
Auch der neue Raum, der sich jetzt vor Faron offenbart, ist verziert mit Wandmalereis unbekannter Herkunft. Er sieht einen weiteren Durchgang, dieser scheint aber verschüttet. Ob man den weiteren Durchgang in Handarbeit Freiräumen könnte? Während Faron sich weiter umsieht bemerkt er etwas, dass seine völlige Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ein Altar, steinern und mit Schriftzeichen bestückt. Und auf diesem Alter liegt etwas. Geht Faron näher an ihn heran erkennt er durch sein Talent, dass es sich um eine lederne Spirale handelt, etwa in Fingerbreite. Ein Ring? Das fiepsen ist verklungen, trotzdem herrscht in Farons Geist immer noch das Verlangen, das zu finden, was ihm versprochen wurde. Ist es das? Dieser Ring? Ist das das Objekt seiner Begierde?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Sonntag 7. Mai 2017, 11:29

Als ich den nächsten Raum in den Tiefen des Berges erreiche, komme ich um stehen. Mein Blick wandert suchend umher. Beinahe wirkt es, als würde ich unter Druck etwas finden wollen, was ich verloren geglaubt hatte.

Mehr von diesen Zeichnungen aus alten Tagen, aber ... Meine Gedanken enden abrupt als mein Blick, meine Aufmerksamkeit auf den Alter fällt. Ich blinzle und mit einer zuckenden Bewegung setze ich mich rasch in Bewegung. Ohne einen großen Umweg schreite ich direkt auf den Altar zu.
"Ist es das, was mich gerufen hat? Was für mich vorbestimmt ist?" Frage ich leise in den beinahe leeren Raum. Ich erwarte keine Antwort, jedoch musste ich dem Drang nach meinem Wissensdurst nachkommen. Meine gesamte Aufmerksamkeit ruht nun auf der ledernen Spirale auf dem Altar, welcher tatsächlich wie ein Ring wirkt.

Es konnte kein gewöhnliches Objekt sein. Es muss magisch sein. Dies steht außer Frage. Kein gewöhnliches Objekt würde jemanden rufen – oder habe ich nun meinen Verstand verlor- ... nein, niemals. Bestritt ich gedanklich und schüttel energisch, verneinend meinen Kopf. Bei Bartok. Es muss einfach ein Geschenk der Götter sein. Ohne meine Gabe wäre ich vermutlich nicht so einfach hier her gelangt. Es passt einfach alles – alles. Vom Beginn meiner ungewollte Reise an, bis zum kleinen Einstieg in die Dunkelheit und dessen Ruf. Diesmal Nicke ich energisch zu meinen Gedanken. Es ist meine Bestimmung. Von den Göttern gewünscht und gewollt.

Ich befeuchte daraufhin meine trockenen Lippen und versuche mit der Rechten zögerlich nach der ledernen Spirale zu greifen. Die Zeit, welche vergeht bevor ich jene erreiche wirken auf mich wie Stunden. Sollte es mir gelingen den Ring zu erreichen, nehme ich ihn an mich und begutachte ihn genauer.

"So ein kleines Objekt - so einfach von seiner Gestalt."
Murmle ich vor mich hin, während ich ihn übereifrig überprüfe.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Sonntag 7. Mai 2017, 18:26

Es lebt

Farons Finger berühren das ledrige, spiralförmig verschlungene Ding. Abermals erklingt ein Fiepsen, dass in Farons Ohren wiederhallte. “Du hast mich gefunden…“ Dann geht alles ganz schnell. Am Anfang der Spirale öffnen sich zwei kleine, schlitzartige Augen, die nur für den Bruchteil einer Sekunde auf Faron blicken. Dann bewegt sich der gesamte Ring. Das lederne Ding beginnt zu leben. Es schlängelt sich, kaum erkennbar, schnell die Finger Farons entlang, unter sein Hemd den Unterarm entlang und den Oberarm hoch. Es folgt ein stechender Schmerz in Farons Oberarm, dann fühlt er sich benommen, schläfrig.
Und plötzlich ist alles wieder klar. Als wäre nichts gewesen. Kein Schmerz mehr vom Oberarm, kein Fiepsen mehr, der Altar leer, als hätte hier nie etwas gelegen. War es nur eine Halluzination? Benommen von irgendwelchen Dämpfen die hier in der Höhle liegen? Wenn Faron seinen Ärmel hochkrempelt und auf die Stelle blickt von der der stechende Schmerz ausging, wird er nichts erkennen. Keine Bissspuren, nichts. Und auch das ledrige Objekt, das so aussah als wäre es ein Ring gewesen, ist nirgendwo mehr auszumachen. Was passiert hier?
Wenn sich Faron in der Höhle umsieht, erkennt er immer noch die Zeichen. Doch irgendetwas stimmt nicht. Immer wieder verschwimmt seine Sicht, die Zeichen werden lesbar, nur für den Bruchteil einer Sekunde. Auf die Distanz erkennt er in den wenigen, kurzen Sekunden, in denen er sie entziffern könnte keinen Zusammenhang. Nur einzelne Buchstaben, die immer wieder aufblitzen, entstehend aus der Form der Zeichen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Montag 8. Mai 2017, 12:38

"Was zum ... ?!" Spucke ich überrascht aus als das Objekt zum Leben erwacht und sich regt. Hastig versuchen ich den Weg der Spirale nachzuverfolgen, wozu ich meinen Ärmel hoch kremple. Doch meine Suche endet mit einem stechenden Schmerz.

Mit verzehrten Gesicht umfasse ich meinen rechten Oberarm, welcher sich verkrampft. "HMMMM!" Erklingt es von mir, während ich Zähne und Lippen aufeinanderpresse um einen Schrei zu unterdrücken. Ein bohrendes Gefühl, durchflutet meine Gedanken und dominiert diese für einen Bruchteil einer Sekunde. So rasch dieser Schmerz jedoch kam, so verschwand er auch wieder.

Kurz schließe ich meinen Augen, als ich wieder Herr meiner Gedanken werde. Ich horche in mich hinein, jedoch kann ich nichts feststellen, was mich plagt. Kein Schmerz, kein Fiepen – nichts.

Was bei allen Göttern war das? Stelle ich mir gedanklich die Frage und nehme mir noch einmal den Altar in Augenschein, jedoch ist das Objekt verschwunden. Ungläubig über dessen plötzliches Verschwinden betrachte ich erst meine Hände, danach meine beiden Arme. "Nichts." Stelle ich ernüchternd fest und fahre nach einer längeren Untersuchung fort. "Dies kann doch nicht sein. Es war doch gerade noch da. Ich habe es gehört, gesehen und gefühlt." Gebe ich mein Beklagen an meine Sinne kund und umfasse meinen Schädel.

"Stille." Murmle ich leise und atme tief durch um mich zu beruhigen. Hatte ich es tatsächlich gefunden? Jenes Ding, welches mich gerufen hatte? Da ich auf Anhieb keine befriedigende Antwort parat habe, schüttle ich demonstrativ den Kopf, in der Hoffnung meine Gedanken besser zu sortieren. Der Erfolg bleibt jedoch aus.

Ich habe mir dies nicht eingebildet. Ich bin nicht wahnsinnig und dies soll sich auch nicht ändern. Bestimme ich gedanklich, ehe ich zum letzten Male die bemalten Wände überprüfe. Auch wenn die Buchstaben mir keinen Hinweis offenbaren, so versuche ich mir diese einzuprägen. Danach nehme ich das Seil zur Hand, welches ich an meine Kleidung gebunden hatte und versuche mit dessen Hilfe den Ausstieg zu finden. Am Einlass wird sich dadurch wohl das Seil spannen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Montag 8. Mai 2017, 15:11

Ein Geheimnis der Höhle

Während Faron an dem Seil zieht um Isothien zu verdeutlichen, dass er das Ende des Tunnels erreicht hat und sich jetzt wieder auf den Weg zurück macht, passiert abermals etwas Merkwürdiges. Wieder verschwimmt das Bild vor Farons Augen für Sekunden, ehe es sich langsam wieder zusammensetzt. Der Raum in dem er sich befindet ist plötzlich hell erleuchtet. Vier Fackeln hängen im Viereck von den Wänden. Die Zeichnungen an der Wand, plötzlich verständlich für Faron, lassen vermuten, dass es sich um Schlachtpläne handelt. Der Altar, der eben noch so alt und runtergekommen wirkte, scheint jetzt wie neu, gerade frisch errichtet, auf ihn mehrere kleine Kerzen. Er wirkt wie eine Art Gebetstisch. Faron hört Schritte, die aus dem Gang zu kommen scheinen, der eben noch verschüttet war. Dann erscheint aus diesem eine merkwürdige Gestalt.
Noch nie hat Faron etwas Derartiges gesehen. Auf vier Beinen gehend, der Körper von grünen Fell bedeckt, nur ein Auge und zusätzlich zu den vier Beinen noch zwei Arme. Das Geschöpf schaut Faron direkt an, oder doch nicht? Es wirkt als würde es Faron gar nicht bemerken. Dann ertönt seine Stimme, in einer Sprache, die Faron nie gehört hat, doch auf merkwürdige Art und Weise zu verstehen scheint.
„Wir marschieren bald weiter“, spricht es laut und hoch. Doch zu wem? Faron erkennt hinter sich ein weiteres Geschöpf, doch sieht es ganz anders aus als das, was gerade aus dem Gang kam. Zwei Hörner auf der Stirn, kein Fell, die Haut in einem roten Ton, muskulös, und mit Runen die auf die Brust gezeichnet sind. Zudem nur zwei Beine und zwei Arme. Er schaut hoch, seine Augen, schwarz wie die Nacht, keine Pupillen, furchterregend. „Hat er das gesagt? Wurde auch Zeit“, antwortet er, fast mit einem gelangweilten Ton. „Dein Bruder hat das alles hier ermöglicht Kog´Ra. Huldige ihm Respekt so wie wir alle das tun“, erwidert das vierbeinige Wesen vorwurfsvoll.
„Hüte deine Zunge du Wurm, sonst verlierst du deinen Kopf“, antwortet der zweibeinige namens Kog´Ra und deutet mit langen Fingernägeln auf den vierbeinigen. Dabei kann Faron etwas an dem Zeigefinger des zweibeinigen erkennen. Etwas Ledernes, etwas, dass genauso aussieht, wie das ringartige Objekt, das eben noch auf dem Altar lag.
Wieder verschwimmt die Sicht Farons, und plötzlich ist die Höhle wieder dunkel, der Altar wieder alt und brüchig und der Durchgang zu tieferen Gängen der Höhle verschüttet.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Montag 8. Mai 2017, 18:25

Vage, schwarze Umrisse und eine schemenhafte Gestalt. Mehr sehe ich oder besser gesagt das Wachauge in der Dunkelheit der Höhle nicht. "Ich hätte doch meine Dinaskugel einsetzen sollen, wobei..." Die Bilder in meinem Kopf beginnen zu verschwimmen, aber mit mehr Konzentration gelingt es mir die Verbindung wieder zu stabilisieren, doch je weiter sich das Auge von mir entfernt, desto schwerer fällt es mir. Mit jedem Meter steigt die Anstrengung und mein Kopf beginnt zu schmerzen. Ich schließe die Augen, presse die Zähne zusammen, Furchen bilden sich auf der Stirn, aber es hilft nicht. Der Schmerz wird stärker, die Bilder sind inzwischen nicht nur verschwommen, sondern brechen auch ab und ich fühle, dass sich die Höhle, oder was auch immer sich im Inneren davon befindet, sich wehrt. Inzwischen ist mir schwindelig, die gesendeten Fragmente nehme ich kaum noch wahr, bis auf eines. Etwas ist daran ist anders, doch die Verbindung zum Auge bricht ab und ein sehr starker Schmerz durchflutet mein Kopf. Ein Gefühl, als ob ein starker Druck von allen Seiten auf dem Schädel lastet.

Benommen lehne ich an der Felswand und öffne die Augen. Alles dreht sich für ein paar Sekunden. "Ich bin unerwünscht, das ist klar." Nuschle ich, darauf wartend, dass sich nicht mehr alles dreht.
"Ich muss in die Höhle. In ihr befindet sich etwas gefährliches, sonst wäre sie nicht so gut geschützt und Faron bewegt sich genau darauf zu!" Noch etwas wackelig auf den Beine begbe ich mich zum Eingang der Höhle und ergreife das Seil, das sich just in diesem Moment spannt. "Entweder kehrt er zurück oder ihm ist etwas zugestoßen. Ich muss auf jeden Fall zu ihm."
In der Höhle angekommen schwebt, schwach leuchtend, meine Dinaskugel aus einer meiner Hosentasche. Im fahlen Licht der Kugel gehe ich vorsichtig tiefer in die Höhle. "Hoffentlich reagiert die Höhle nicht auf diese geringe Äthermenge..."

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Dienstag 9. Mai 2017, 12:00

Als das Bild vor meinen Augen verschwimmt, versuche ich dies zu beheben in dem ich jene reibe. Doch statt einer klareren Sicht, offenbart sich der Raum in einem ganz anderen Licht. Schreckhaft und überrascht wie ein Dieb in einer Speisekammer mache ich einen Satz zur Seite und presse mich an die Wand, welche mir am nächsten liegt. Am liebsten wäre es mir, ich würde mit der Wand verschmelzen. Zu einer Wandmalerei werden, nur um nicht - von wer weiß auch immer - entdeckt zu werden.

Von dieser Position aus, versuche ich nun die Lage zu überblicken und zu verstehen. Es kommt mir beinahe wie ein Traum vor in dem man keine Handlung übernimmt, sondern lediglich zusieht. Mein Atem stockt bei dem Anblick der Kreaturen. Wie zu Stein erstarrt lasse ich die Szenerie ohne einen Laut von mir zu geben an mir vorbeiziehen. Doch trotz meiner Zurückhaltung und meiner Stille, müssten diese Wesen mich bereits schon lang entdeckt haben.

Erst als das Licht wieder erlischt und der Raum wie zuvor tot vor mir liegt, löst sich auch mein Schrecken.

"Dämonen." Spreche ich meine Vermutung mit fluchenden Ton leise aus. "Sie hätten mich sehen müssen, aber ... sie behandelten mich wie Luft. War dies nur eine Art Illusion?" Merke ich mit einer noch zittrigen Stimme leise an und löse mich mit dem Rücken von der Wand. Abermals ziert Schweiß meine Stirn. Nicht jeden Tag überraschen einen solche Wesen in tiefen Höhlen und noch seltener überlebt man dieses Vergnügen.

Aber nun verstehe ich. Dieses Höhle war anscheinend Teil eines Quartiers der Dämonen. Und dies sind ihre Aufzeichnungen. Mit der Rechten berühre ich die Wandmalerei und versuche die Pläne und Aufschriften genau zu studieren und mir einzuprägen. Könnten die Bilder, welche ich sah aus dem alten Krieg stammen? Zudem trug einer dieser Dämonen dieses Objekt bei sich. Eingehend betrachte ich meine Rechte mit jener ich versuchte, dass die lederne Spirale zu berühren. Ich muss den anderen hiervon berichten. Sie müssen erfahren, was sich hier verbirgt. Unter Umständen sind einige Höhlen noch intakt und im schlimmsten Fall aktiv.

Abermals ergreife ich das Seil und versuche erneut aufzubrechen um diese Höhle endlich zu verlassen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Donnerstag 11. Mai 2017, 16:18

Nach knapp einem dutzend Schritten entlang dem Seil stehe ich an der Kreuzung von zwei Durchgängen, wovon der linke verschüttet ist. Bisher hat es noch keine Reaktion von der Höhle gegben. Die Menge an Äther ist scheinbar gering genug, dass ich nicht bemerkt oder geduldet werde. Die Abwehrreaktion wurde von meinem Wachauge ausgelöst, soviel ist klar.
Das Seil spannt sich erneuert. Mein Kopf tut immer noch weh, auch wenn der Schmerz inzwischen nachgelassen hat.
Mit einer Hand am Seil folge ich eben jenem langsam in den Durchgang. Das schwache Licht der Dinaskugel zeichnet Schatten an die unebenen Felswände. Aus der Ferne hallen Schritte durch den Gang, zumindest glaube ich das.
"Das muss er sein. Wenn nicht habe ich ein Problem. Magie kann ich hier nicht einsetzen und weder Stab noch Katana lassen sich hier ohne Einschränkungen nutzen. Mist!" Die Geräusch der Schritte wird nach einer Biegung des Ganges lauter. Nicht mehr lange und wer auch immer mir entgegen kommt wird das Licht sehen, wenn er es nicht schon bemerkt hat.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Montag 15. Mai 2017, 14:08

Die Welt ist klein. Ihr Schreien wirkt wie eine Mauer, welche jedes Umgebungsgeräusch auslöscht. Nur ich und sie existieren noch. Ich warte, warte darauf, dass sie sich beruhigt und auf mich reagiert, mir Antworten gibt oder irgendein anderes Zeichen des Wohlwollens, des Vergebens.

Doch nichts passiert in der kurzen Zeit, in der wir uns in dieser eigenen kleinen Sphäre befinden, in diesen wenigen Sekunden der Zweisamkeit, die nun auch schon jäh unterbrochen werden. Von Steven, dem Eindringling, dem Randgedanken. Er zerrt mich heraus aus dem wohligen Kokon von Cleyos Nähe, auf den kalten Boden, fernab menschlicher Wärme, fernab des Lichts.

Es passiert so plötzlich, dass ich gar nicht wirklich reagieren kann. Mein Hintern schlägt unsanft auf die Erde, meine Augen sind weiterhin nach vorne gerichtet, doch sie nehmen nicht wirklich wahr, was dort passiert. Alles ist irgendwie undeutlich, ohne Form und Farbe. Verwunderung über das, was dort gerade geschehen ist, vereinnahmt meine Gedanken. Was ist passiert? Wo bin ich?

Es ist Stevens laute Stimme, die mich wieder zurückkehren lässt, die Schockstarre löst, den Nebel meiner wirren Gedanken klärt. Es dauert einige Zeit, bis ich wirklich wahrnehme, was genau er dort von sich gibt. Er schreit, er macht Vorwürfe, Vorwürfe und Geständnisse, die ich ihm schon lange unterstellt habe, auch wenn ich immerzu gehofft habe, dass er sie niemals laut aussprechen würde. Ein Teil von mir erkennt noch das Brechen in seiner Stimme, die Unsicherheit, den Schmerz, doch das hält mich nicht davon ab, langsam meinen Körper zu erheben, eine brodelnde Wut in mir schürend, die Fäuste ballend.

„Steven“, sage ich leise, flüsternd, vermutlich unhörbar für ihn in seiner Rage. Zu schwach, um das Selbstmitleid zu durchdringen, welcher jedes seiner Worte umhüllt. „Steven“, sage ich lauter, aber immer noch zu leise. Ehrlich gesagt, will ich gar nicht, dass er mich hört. Ich will, dass er mich „ignoriert“, dass er mir einen Vorwand liefert. „Steven!“, sage ich und packe ihn an der Schulter, doch das dritte Mal ist bereits das letzte Mal, denn ohne zu warten ziehe ich ihn nach hinten, mein eigenes Bein hinter dem Seinen positioniert, sodass er darüber fallen sollte. Das sollte seine Worte stoppen, seinen Tadel, sein Geständnis. Hoffentlich ist nichts davon bis zu ihr durchgedrungen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 18. Mai 2017, 19:53

Die Aura ist verschwunden

Kaum hat Isothien die Höhle betreten, der Lage bewusst, dass das Fremdartige Äther ihn nicht hier zu haben scheint, bemerkt er eine Entlastung der Ätherspannung. Der Druck auf seinem Kopf verschwindet, es ist, als wäre die Quelle der Hinderung seiner Äther Entfaltung vom Erdboden verschluckt. Kein Widerstand mehr gegen seine Person, nichts.
Kurz bevor er den uneingebrochenen Gang erreicht, marschiert Faron aus diesem hervor. Auch von ihm geht keinerlei fremdartiges Äther es. Doch etwas ist merkwürdig. Hatte sich die Ätherische Strahlung von Faron nicht vor seinem alleingang, auf dem Weg zur Höhle, anders angefühlt als jetzt? Eine Sache, der sich Isothien nicht sicher sein kann. Man studiert nicht automatisch das Äther eines anderen, man muss es bewusst getan haben, gewollt.
Nur wenige Sekunden nachdem die beiden fast zusammengestoßen sind hallt eine vertraute Stimme durch die Höhle. „Die ist mir neu“, verkündigt sie interessiert. Es ist Sprout Aspa, der nach Isothien als dritter die Höhle betritt. „War beim letzten Mal noch nicht hier…“, er schaut sich interessiert im inneren der Höhle um.
„Irgendwas Auffälliges? Wie tief geht’s hier runter?“, frage er die beiden mit einem ungeduldigen Blick.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Steven Servain » Donnerstag 18. Mai 2017, 20:04

Eine Stimme. Sie dringt immer wieder in meine Ohren, versucht mich zu unterbrechen, meine Gedanken durcheinander zu bringen. Ich muss es raus lassen, all das, was mich belastet. Und ich vollziehe es. Schreie es heraus, versuche mich zu erklären, versuche mir die Welt zu erleuchten. Doch es ist nicht genug. Es wird nie genug sein… Ich bin nicht genug. Aber ich kann es werde. Irgendwann kann ich es sein. Genug. Meinen eigenen Erwartungen an mich selbst gerecht werden, mein gewünschtes Selbstbild erfüllen. Irgendwann… Oder? Ich breche ab, bin fertig mit meinem Wortschwall, welches wahrscheinlich nicht mal bis zu ihr gedrungen ist. Wieder die Stimme. Und dann ein ziehen an meiner Schulter. Ich stolpere zurück, falle über etwas, dass mir die Standhaftigkeit raubt und lande, sowie Daru zuvor, auf meinem Hintern.

Die Realität kehrt zu mir zurück, als wäre sie nur kurz auf Wanderung gewesen, nur ein kurzer Ausflug in eine Fantasiewelt, bevor sie mich wieder besucht, sich wieder zu mir legt und für immer bleibt. Ich schaue mich um. Verwirrt. Wische mir die feuchten Augen. Daru. Er war es. Er war die Stimme die versuchte mich zur Vernunft zu bringen. Mein Blick ist nicht voller Wut. Es ist eher Dankbarkeit. Er hat mich herausgerissen aus einem Fehler, aus einer Selbstoffenbarung die so fehl am Platz ist wie ich selbst es gerade bin. Ich schüttle den Kopf, wissend, dass ich mich zusammenreißen muss. Irgendwann kann ich es schaffen. Irgendwann werde ich das sein, das ich von mir erwarte… Irgendwann.

Ich stehe auf, wobei meine Hände Reflexartig zu meinen Ohren wandern und sie zu schützen versuchen. Eine Stimme. Wo kommt sie her? Cleyo in Gefahr? Ist es der Sphärenweber? Wieder schaue ich panisch zu Daru. Er ist es. Er ist ihr Vertrauter. Er hätte sie beruhigen müssen. Ich hätte mich raushalten sollen. Wir müssen sie hier wegschaffen. Schleunigst. Die Mission ist schiefgelaufen. Wir haben versagt. Doch Cleyo scheint Schmerzen zu leiden und wenigstens diese können wir beseitigen. Ich gehe zu ihr und bin schon fast dabei sie über meine Schulter zu werfen, doch halte inne. Ich nicht. Es ist nicht mein Recht. Es ist das seine.

Daru!“, sage ich. Er steht direkt neben mir, direkt vor ihr. „Nimm du sie. Du hast mehr Kraft als ich, du hast mehr Recht als ich. Nimm sie und lauf!“, befehle ich ihm fast. Er wird ihr das Leben retten. Nicht nur, dass er der Richtige dafür ist, nein. Er hat auch, wie ich ihm sagte, mehr Kraft. Er kann schneller mit ihr auf der Schulter laufen als ich. Ist größer, vielleicht sogar im tragenden Sinne stärker. Ich kann kaum noch rennen, bin zu geschwächt. „LOS!

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 18. Mai 2017, 20:41

Zu weit gegangen

Nach Roans Worten bleibt Droc für einen Moment hinter ihm stehen. Wird er ihn bestrafen? Ihm zeigen, dass man seinem Ausbildern Respekt entgegen zu bringen hat? Möglich wäre es, ist doch auf Blewth eine klare Rangordnung vorgegeben und Anwärter gehören ganz an den Anfang der Nahrungskette. Sollte man da so mit einem viel höher gestellten umgehen? Doch nur Sekunden nachdem Droc stehen geblieben ist schallt sein übliches Lachen über das Trainingsgelände.
„"Harharhar, zwei linke Füße! Früher haben sie mich Droc Federfuß genannt, weil ich mich so geschmeidig bewegen kann. Linke Füße, harharhar!!", laut lachend geht er weiter, weg von Roan und Saranth die anderen Anwärter begutachten.
Saranth steht immer noch, mit einer leichten, rötlichen, Farbe im Gesicht gegenüber von Roan und schaut ihn entschuldigend, fast jämmerlich an. „Da…Da…Danke“, flüstert er leise und beschämt, ehe er wieder ungeschickt versucht in eine Art Kampfeshaltung zu gehen.
Neben Droc verlieren auch die anderen Anwärter langsam das Interesse an der jämmerlichen Erscheinung Saranths und widmen sich wieder ihrem eigenen Training. Roan kann immer noch das Lachen Drocs hören, der nun mit lauter Stimme in Richtung der Lanzenkämpfer schreit: „Gehört Marco! Federfuß! Erinnerst dich noch!“
Saranth räuspert sich leise, der Blick auf den Boden gerichtet. Als Roan sich umdreht bemerkt er Saranth in einer merkwürdigen Pose dastehen. Das linke Schwert vor seinem Gesicht rumbaumelnd, ohne jegliche Stabilität, dass rechte mit der Spitze nach vorne, auch zitternd auf Roan gerichtet.
„So richtig?“, fragt er Roan und schaut dabei Mitleids-erregend zu Roan rüber.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Dienstag 30. Mai 2017, 15:44

Die Schwere und Last, welche während meiner Expedition in die Tiefen auf mich einwirkte ist verschwunden. Meine Schritte sind dadurch leichter, doch komme ich mit einem schreckhaften Zucken zum Stehen. Denn mir fällt der Schein eines Lichtes auf. Zwar kann ich die Quelle noch nicht ausmachen, aber ihren Schleier.

Kein flackern, wie bei einer Fackel ... könnte dies Herr Sturmbringer sein? Oder ist wieder verfluchte Magie im Spiel? Stelle ich mir selbst die Frage und umfasse mit großer Anspannung den Griff meiner Waffe. Konzentriert fixiere ich den Gang. All meine Sinne widmen sich dem Punkt vor mir um die Quelle zu erfassen und präventiv zu agieren, wenn es nötig ist.

Vielleicht auch ein Monster der Tiefe ... ? Entsteht plötzlich ein Schreckensbild aus meiner Fantasie. Ein ungefähr 8 Fuß hohes humanoides Wesen, bestückt mit zotteligem Haar und ausgestattet mit rasiermesserscharfen Klauen und Fangzähnen, welches ein kleines magisches Licht vor sich her trägt um naive Wesen anzulocken. Eigentlich ist mir bewusst, dass dieses Geschöpf aus Märchen stammt, jedoch kann ich mir die bisherigen Geschehnisse in dieser Höhle auch nicht richtig erklären. Zudem neigt die eigene Fanatasie dazu einem Streiche zu spielen. Sie nährt die Furcht.

Kurzzeitig stockt mein Atem als die Quelle näher tritt. Doch dann atme ich erleichtert tief durch, da tatsächlich Herr Sturmbringer sich aus dem Gang schält.

"Ah, Herr Sturmbringer." Entweicht es mir erleichtert, während ich auf ihn zutrete und von meinem Waffengriff ablasse. Tatsächlich verspüre ich Freude bezüglich seines Erscheinens, aber dies würde ich wohl niemals zugeben. Das Licht der Dinaskugel zwingt mich dazu meine Augen zu verengen und zu blinzeln. "Wir sind erfolgreich. Diese Höhle mag zwar kein enormer Fund sein, aber ich verwette jede Goldmünze, dass dieses Gebirge eine Art verlassenes Höhlenkonstrukt verbirgt." Beginne ich mit gesenkter Stimme. Bevor ich jedoch Fortfahren kann erklingt die Stimme von Aspa, welcher uns auch nach kürzester Zeit gefunden hat. Mit verschränkten Armen widme ich mich dem Leutnant.

"Welch eine Überraschung. So rasch hatte ich nicht mit euch gerechnet."
Antworte ich gespielt anerkennend und versuche meine Unruhe, der letzten Ereignisse zu überspielen. "Anscheinend haben wir hier einen verlassenen Dämonen Stützpunkt entdeckt, der bereits vor langer Zeit in Vergessenheit geraten ist. Die Höhle reicht nicht tief, da die Gänge verschüttet sind, trotzdem zeugen die Zeichnungen der Wände von ihrem Ursprung als Stützpunkt." Berichte ich und widme mich unserem Magier mit einem erwartungsvollen Blick.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Samstag 3. Juni 2017, 00:50

Ich spüre die Muskeln unter meiner Haut arbeiten, als ich mich nicht weiter rühre. Ich behalte meinen Ausbilder hinter mir im Mittelpunkt meiner Sinne. Es spielt keine Rolle, wer da hinter mir steht, es dreht sich nur um den unveränderlichen Fakt, dass ich ihm nicht nur fähigkeitenmäßig unterlegen bin, sondern den Mann nun auch noch in meinem Rücken habe, nachdem ich mich vielleicht einen Schritt zu weit nach vorne gewagt habe.
Das Lachen ist so laut und schallt so plötzlich über den Platz, dass ich vor Anspannung beinahe zucke, doch ich kann mich gerade noch so im Griff halten und drehe meinen Kopf weiter in die Richtung, in die der Großmeister des Schwertes gerade davonstiefelt. Offensichtlich hatte er meine Worte als Witz verstanden - so, wie sie auch gemeint waren. Mein Blick schweift zurück zu Saranth, der nachwievor mehr als beschämt vor mir steht. Allein sein roter Kopf zeugt deutlich von der Scham, mit der der junge Mann wohl gerade zu kämpfen hat. In mir bäumt sich für eine Sekunde der Drang auf, ihn zu schütteln und ihm klar zu machen, dass er hier auf dem Platz seinen Mann zu stehen hat, dass er wach werden soll. Nicht, dass es mich in irgendeiner Weise etwas angehen würde, was aus dem Mann vor mir wird, aber so wird er vor keinem Gegner bestehen können. Es müsste mich nicht einmal interessieren, was aus meinem Gegenüber wird, und doch will ich nicht einfach nur zusehen.

Dieses Mitleidserregende, auf irgendeine Art und Weise reizt es mich. So wird er nicht überleben. Kein Monster dort draußen lässt Gnade walten, nur weil das zweibeinige Frühstück gerade mit Unsicherheiten zu kämpfen hat. Ich kann nicht sagen, woher die Gereiztheit genau kommt, aber etwas in mir schrillt warnend auf. Als der junge Mann mich auch noch fragt, ob er richtig so steht, muss ich mich dazu auffordern, zunächst ruhig durchzuatmen, ehe ich ihm eine Antwort gebe.
"Nein", erwidere ich daher, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. So oder so, der Blonde wird in das kalte Wasser fallen. Nur, dass ich ihn nicht auffressen werde, so wie der Drage den armen Wicht, der unser Zimmer vor Irral und mir bewohnt hat. Es ist jedoch ein Schicksal, was ich für meinen Gegenüber sehe, wenn er so weiter macht wie jetzt.
"Traust du dir gar nichts zu? Beine weiter auseinander, du hast da Schwerter in den Händen und keine Blumen! Du willst damit Schaden zufügen. Du kannst mehr als du dir zutraust!"
Und damit war ich noch nicht einmal hart zu ihm. Kein Vergleich zu dem, was ihn noch erwarten wird, wenn er sich weiterhin so verhält. Mein Schwert schwingt lautlos durch die Luft und positioniert sich in defensiver, abwartender Manier vor meinen Brustkorb. Es wundert mich ja schon fast, dass Droc noch nichts zu Saranth gesagt hat. Ist es ihm egal? Bestimmt nicht. Oder hat er gemerkt, dass ich beim Schwertkampf nicht auf den Kopf gefallen bin und lässt mich die grobe Vorarbeit machen?

Kisenia_NPC
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Montag 11. September 2017, 12:45

Nackt

Nibras Wut, obwohl so heftig aufflammend, scheint auf den Ausbilder vollkommen wirkungslos. Alle Augen sind auf die junge Lanzenkämpferin gerichtet und warten auf das was kommen wird. Nur der Lärm ihrer Nachbarplätze dringt herüber.
Und je länger der Moment dauert umso stärker drängt sich ihr ein unangenehmes Gefühl der Nacktheit auf. Das Gefühl gesehen zu werden. Das Wissen steht in den dunklen, von Lachfalten umringten Augen des Ausbilders, die bereits so viel mehr auf dem Schlachtfeld gesehen haben als die Wut junger Frauen die das Kämpfen lernen wollen. Sie scheint sich fast sicher, dass Marco sie nicht nur ansieht - er sieht sie.
Doch sein Blick bleibt frei von jeder Wertung.

Als die junge Frau sich ohne ein einziges Wort wieder erhebt und von Neuem beginnt, hört sie in der angespannten Stille einen Schritt zurück. Der Weg ist frei. Dann erwacht der Lanzen-Kampfplatz unter Nibras Schlägen und Stichen langsam wieder zum Leben. Eine ganze Schar von Augen folgt ihrer Abfolge. Bewunderung, Resignation, Neugierde. Und als sie letztlich erneut in die dunklen Augen des Bären blickt, glaubt Nibra so etwas wie Zufriedenheit darin erkennen zu können.
Es ist jedoch nicht sie an die er das Wort richtet.
Was auch immer die junge Kämpferin in Marcos Augen zu sehen geglaubt hat weicht einem breiten Grinsen, während er sich den anderen zu wendet.
"Habt ihr das gesehen? Sowas nennt man einen Lernschritt! Haha! He Droc! Dieses Mal gewinne ich!"
Die Antwort geht in einem Schrei und einem kleinen Tumult auf eim der anderen Plätze unter, doch Marco scheint ungerührt.
"Was steht ihr denn alle so rum? Nachmachen!"


Das Ziel

Was Irral erblickt ist nicht ganz das was er sich vorgestellt hat. Direkt vor seinen Augen erkennt er eine kleine, geflügelte Kreatur. Ledrige Flügel schlagen heftig im Wind und versuchen gegen die Ketten an zu kommen, welche das Tier an seinem gezackten Schwanz an einen Baum kettet. Das Knurren jedoch kommt nicht etwa von dem geflügelten Wesen, sondern einer der Echsen einige Meter darunter, die immer wieder versucht an das Tier heran zu kommen, auch wenn es zu weit entfernt ist. Das Sonderbarste aber ist ein fettes, rotes Kreuz, welches dem Agama auf den Rücken gemalt ist.
Das ist die Aufgabe?


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