Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
Kiara
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kiara » Mittwoch 19. April 2017, 17:23

Der Anblick ist das eine, der Geruch jedoch etwas ganz Anderes. Es ist die Kombination beider Sinne, die mich meinen Blick abwenden und einige tiefe Atemzüge durch den Mund tätigen lässt. Für den kurzen Moment, in dem ich diesen armen Anwärter gesehen habe, hat mir der Anblick seines zerstörten Körpers Bilder aus einer mir unbekannten Zeit und von einem mir fremden Ort ins Gedächtnis gerufen. Bilder von ähnlich deformierten Körpern, von Körperteilen die fehlten, nicht, weil man sie abgerissen oder geschnitten hätte, sondern weil sie an Ort und Stelle vernichtet wurden, langsam, Schicht für Schicht. Für den Bruchteil einer Sekunde spüre ich eine immense Hitze um mich herum, spüre, wie sie auf meine Haut presst, meine Sicht unscharf werden lässt. Es ist dem andersartigen Geruch in meiner Nase zu verdanken, dass ich der Illusion, der Erinnerung, nicht gänzlich verfalle und mich wieder in die Gegenwart zu retten vermag.

Rahih ist bereits nähergetreten, hat ihre Vermutung, es wären Blubber gewesen, ausgesprochen. Ich zweifle. Zweifle, weil die Körpersäfte dieser Schleimwesen eigentlich nicht stark genug sind, um jemand binnen weniger Sekunden derart zuzurichten. Ich erinnere mich an einen Bericht, den ich vor etwa zwei Jahren im Rahmen meiner Tätigkeit als Alchemist studiert habe. Im Wald von Blewth war damals ein mutierter Blubber aufgetaucht, der einige Anwärter angriff und schlussendlich von den Ausbildern niedergestreckt wurde. Doch wenn ich mich recht erinnere, wäre nicht einmal er zu solch einer Tat in der Lage gewesen, wie es die Tatsache beweist, dass damals einige Anwärter mehrmals mit der Säure in Kontakt gekommen sind und dennoch keine allzu großen Wunden davongetragen haben. Ich muss allerdings eingestehen, dass es damals ein paar ungelöste Fragen diesbezüglich gab, da der Blubber es zuvor geschafft hatte, den Waldboden binnen weniger Augenblicke in eine säuregefüllte Todesgrube zu verwandeln.

Nachdenklich lege ich den Kopf schief, schaue langsam wieder auf die Leiche und werde erneut vom Ekel übermannt, dieses Mal jedoch weniger stark, abgemildert durch den einen entscheidenden Unterschied zu den Bildern in meinem Kopf und die gerade ins Gedächtnis gerufenen Fakten. „Ich glaube nicht, dass es Blubber waren“, setze ich an und gebe kurz die Begründung zum Besten. Als ich die möglichen Vorgehensweisen überdenke, fährt mein Blick erneut über die Umgebung. Der Wald, Bäume und Pflanzen, brennbares Material wohin man auch schaut. Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, im Wald nach der Ursache dieses Grauens zu suchen. Nicht nur, weil vieles darauf hindeutet, dass wir womöglich zu schwach oder zu schlecht vorbereitet sein könnten, sondern eben auch weil ich einen Kampf vermeiden möchte. „Es erscheint mir am Sinnvollsten, eine Probe zu nehmen und sie im Schloss zu untersuchen“, sage ich und drehe mich Rahih zu. Verlegen reibe ich meinen Hinterkopf und setze ein schiefes aber auch irgendwie entschuldigendes Lächeln auf. „Du hast nicht zufällig irgendetwas dabei?“ Es mir etwas unangenehm, dass ich selbst nicht auf so etwas vorbereitet bin und irgendeine Glasphiole oder Ähnliches mit mir herumtrage.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Donnerstag 20. April 2017, 09:18

Anscheinend war ich zu langsam oder habe zu viel Zeit verstreichen lassen um meine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen, jedoch vermag ich schlussendliche nur noch Isothien als möglichen Partner zu erkennen.

Welch eine Ironie. Trotz seiner Art und des Hokus-Pokus-Risikos hätte es mich aber auch schlechter treffen können. Durchstreift es meine Gedanken, während meine Aufmerksamkeit kurz zu Asalion und Fanras wandert. Zum Dunkel mit diesen Spinnern.

Langsam setze ich mich wieder in Bewegung und nähere mich abermals dem Magier um unsere Zugehörigkeit und Bereitschaft zum gemeinsamen Aufbruch zum Ausdruck zu bringen. Der Wind, welcher aufgebracht, wie ein kleines Balg an uns zieht und zehrt lässt mich erschaudern. Abermals fluchend ziehe ich auf dem Wege meinen Mantel enger.

"Anscheinend insistieren die Götter darauf, dass wir den Weg gemeinsam fortsetzen." Beginne ich und deute Isothien mit einer einladenden Handbewegung höfflich an voranzuschreiten. Dieser angebotene Weg führt uns am äußersten Rand der Klippe entlang und wurde uns von Aspa zugeteilt. "Sagt, besitzt ihr eigentlich einen Zauber, welcher euch vor einem tiefen und tödlichen Sturz bewahrt? Oder besitzt ihr sogar einen Zauber, der euch erlaubt zu fliegen?" Frage ich mit ehrlichen Interesse in der Stimme und schaue mich mit großer Aufmerksamkeit um, sobald unser kleines Magier-Assassinen-Duo aufbricht.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 20. April 2017, 15:28

Gesichter

Roan kann sehen wie der junge Mann vor sich seine nächsten Schritte plant und der Fall ihrer Kameradin ihn sogar noch mehr zu verunsichern scheint. Seinen Augen folgend kann Roan jeden einzelnen Gedanken förmlich sehen. Auf dem Schlachtfeld wird er so definitiv keine Chance haben, so viel ist sicher. Was führt jemanden wie ihn an eine militärische Ausbildungsstätte? Es folgt was folgen musste. Saranth tut genau das was ihm zuvor so deutlich ins Gesicht geschrieben stand, was es besonders leicht macht seinem Angriff zu entgehen. Er weicht zurück, tief durchatmend und die Brauen zusammen gezogen in dem Versuch erneut zu planen. Wieder holt er aus, doch die Klinge scheint sich nicht ganz entscheiden zu können wo sie hinschlagen soll, ganz so als wäre er sich nicht sicher was ein guter Zug ist oder ob es vielleicht sogar zu gefährlich wäre.
Dann passiert etwas Sonderbares.
Noch während der unglückliche Schlag mit Leichtigkeit von Roan abgewehrt werden kann, zuckt sein zweites Schwert in eine andere Richtung. Nicht zögerlich, sondern schnell und auf direktem Wege. Der Griff trifft Roan unangenehm in der Seite, ehe Saranth vorbei stolpert und sich am Boden abfängt.
"Woah!", sagt er. "Wieder abgerutscht! Wie kannst du die Klingen so sicher halten?"
Der Schlag pocht in der Seite des jungen Schwertkämpfers. Die Unsicherheit im Gesicht seines Gegenübers ist sichtbar, sein Schwertarm zittert etwas. Was genau war das?


Unter den Fittichen von Papa Bär

Der Mann welcher sich zu Nibra umdreht ist groß und stämmig. "Ha, unser Nachzügler ist da!", ruft er mit einem tiefen, bärigen Lachen aus. Im selben Moment schallt ein Ruf vom Ausbildungsplatz der Schwertkämpfer herüber: "Hahar! Zwanzig Silbermünzen für mich!" Ihr Ausbilder brummt in sich hinein, doch Nibra kann keinen Ärger in seinem bärtigen Gesicht ausmachen. "Freu dich nicht zu früh! Sie wird die Beste von allein sein!", ruft er zurück. Dann landet sein Blick wieder auf Nibra selbst. "Nicht wahr, Mädchen?" Eine prankenartige Hand landet auf ihrer Schulter zu einem Klopfen welches die junge Kämpferin mit seiner Wucht einen Schritt nach vorne schickt.
"Na dann auf! Dann kannst du auch das grimmige Gesicht weg trainieren, haha!"
Wieder lacht der Mann und scheint immun gegen Nibras Herausforderung. Vielleicht hat er sie nicht einmal bemerkt? Oder aber er ist ein Meister der Gesichtskontrolle. Der Blick seiner dunklen Augen verspricht mehr Aufmerksamkeit hinter dem Lachen als es zunächst den Anschein hat. Sie hat nicht lange Gelegenheit ihn zu beobachten. Kaum hat er Nibra in Richtung des Platzes geschickt schnellt die Lanze des Mannes in einer erstaunlich leichtfüßigen Bewegung nach oben und seine Stimme schallt über den Platz: "He du! Aufgepasst, das ist doch kein Gehstock!"
Einige Meter hinter Nibra, befindet sich ein Anwärter ausgestreckt auf dem Boden. Seine Lanze steckt inmitten einer der Puppen und wackelt verdächtig durch die Luft.
"Ein bisschen Agiler, Junge!", brummt der Ausbilder. "Tragt euer Gewicht selbst. Die Lanze ist eine Waffe, die Verlängerung eures Armes, nichts auf dem ihr euch abstützt. Seht her."
Marco hebt die Lanze und begibt sich in Kampfposition. "Sicherer Stand, das Zentrum eures Gewichtes liegt in der Körpermitte und trägt sich selbst. Die Lanze führt ihr wie euren Arm."
Binnen eines Wimpernschlags zischt die Lanze durch die Luft und schlägt einen tiefen Schnitt in die Puppe, welcher die Lanze des Anwärters befreit und zu Boden plumpsen lässt. Er ist schnell und agil für sein Gewicht, auf eine Weise wie man es dem Ausbilder nicht angesehen hätte.
"Hört auf eure Lanze als einen Fremdkörper zu betrachten. Wenn ihr erfolgreich kämpfen wollt, müsst ihr mit ihr verschmelzen. So wie die Trödlerin da!"
Er deutet auf Nibra und sein Blick fokussiert sich auf den Speer der in ihrer Hand bevor er grunzt.
"Hmpf. Aber das Ding da wirst du nicht gebrauchen können, Kind. Hier." Er greift an seine Tasche und kurz darauf fliegt etwas durch die Luft.
"Der dritte Bunker da hinten. Unten die rechte Tür. Such dir was Feines aus und schließ alles wieder ab."


Die Stimme

Verschiedene Sprouts begegnen Veyrne auf seiner Suche, welche ihm kurz zunicken. Sein Gesicht ist kein Unbekanntes am Schloss als Leutnant der Blutwölfe und Mitglied der Schlosswache. Nicht alle Blicke sind freundlich. Statt ihn zu grüßen, sehen Manche eher verschüchtert weg und eilen sich davon zu kommen, aber niemand von ihnen scheint Magie zu wirken. Niemand von ihnen scheint irgendwie verdächtig oder auf die Stimme zu reagieren.
Wie das Summen zuvor, beginnt auch das Flüstern allmählich lauter zu werden, immer lauter, bis nur noch ohrenbetäubender Lärm den Korridor erfüllt. Veyrne kann die Kameraden die ihn nun im Vorbeigehen grüßen nicht einmal mehr verstehen. Es scheint unerträglich.
"Veyrne!", ruft die Stimme aus, immer noch vertraut, doch er kann sie einfach nicht erkennen. "Veyrne! Was wirst du tun?"
Auch die neuen Worte preschen auf seinen Verstand ein. "Wen wirst du wählen, Veyrne? Verräter um Verräter! Wen wirst du wählen?"
Verräter? Ist es möglich, dass sie tatsächlich aufgeflogen sind und einer nach dem anderen jetzt aus dem Weg geräumt wird, ganz so wie er und Freya bereits vermutet hatten? Aber wenn dem so ist... wieso nimmt man sie nicht einfach fest? Ein neues Spiel? Oder etwas ganz Anderes?
Die Stimme hört nicht auf. Vertraut und doch zu entstellt prallt sie immer wieder auf sein Gehör ein. Immer wieder und wieder.
"Verräter um Verräter! Wen wirst du wählen, Veyrne?"


In den Augen des Lehrmeisters

Die junge Frau, auf deren Rücken ebenfalls ein Bogen befestigt ist, bleibt bereits stehen als der kaum wahrnehmbare Klang von Irrals Schritten verklingt. Ihr Blick, als sie sich umdreht ist wissend, sie scheint beinahe darauf gewartet zu haben und lächelt milde. Irral hat dieses Lächeln bereits gesehen. Damals bei seiner Lehrerin, bei seiner Mutter als er klein war. Es ist jenes wissende Lächeln das Erwachsene einem Kind schenken. Das Lächeln welches sagt: "Ich kann warten, bis du bereit bist."
Raika antwortet nicht. Stattdessen greift sie ihren Bogen und zieht die Kapuze zurück in ihr Gesicht. Ohne das leuchtend blonde Haar, scheint sie sogleich viel schwerer auszumachen. Sie ist nicht wie andere Menschen die Irral gesehen hat. Wenn sie steht, steht sie, wenn sie eine Bewegung macht, dann nur diese. Es gibt keine unnötigen Zappeleien die sie nur auffällig machen, ohne einen Nutzen zu haben.
"Viel Erfolg bei deiner Suche in einem Fremden Wald, Irral Sol."
Die junge Frau dreht sich um und schreitet von dannen, ohne Eile, leise. Und ein paar Schritte weiter gleitet sie durch eine Gruppe Äste hindurch, um aus seinem Blickfeld zu verschwinden.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Donnerstag 20. April 2017, 15:45

So müde ich auch war, in dem Moment als ein gleißendes Licht, welches eigentlich unangenehm sein sollte, meine Ruhe stört, kann ich förmlich spüren wie angenehm erfrischende Kraft in mich zurück fließt. Meine Müdigkeit verschwindet, mein Verstand klart auf und mit einem Mal fühle ich mich zwar noch immer irgendwie erschöpft, aber zugleich auch erfrischt wie lange nicht mehr.
Ich blinzle und sehe Daru vor mir. Das wäre nicht allzu sonderbar, denn es kommt nicht selten vor, dass er es ist der mich vehement aus dem Bett werfen muss, doch mein Bett am Schloss hat nicht die Konturen von Beinen. Und ich lehne dort auch nicht an seinem Körper. Es dauert nur Sekunden bis meine Erinnerung mit der plötzlichen Erfrischtheit mithalten kann und sie sich erinnert.
An alles.
An die Sphäre und die hässliche Wahrheit über Steven. An den Emitter, die übermächtige Gestalt.
Die Umgebung scheint wie zuvor. Noch immer ist die Lichtung zerstört so wie der Riese sie hinterlassen hat - und Steven, so zerstört wie er ihn hinterlassen hat. Mein Blick fällt auf meine Brust, wo ich ein vertrautes Amulett hängen sehen kann.

Und wieder ist es Ärger der aufflammt.

Mit einem wütenden Schnauben rappel ich mich auf. Dass der Kopfschmerz zurückgeblieben ist, macht es nicht besser, sondern treibt mich nur noch mehr an.
"Was soll das?", frage ich aufgebracht und greife nach dem Anhänger, um ihn abrupt von meinem Kopf zu ziehen. Prompt bleibe ich hängen und friemel unwirsch daran herum bis das Ding endlich ganz von mir gelöst ist.
"Das ist deiner!", fauche ich Steven an.
"Wieso hängt der an meinem Hals und du bist immer noch ein Haufen störrischen, kampfunfähigen Fleisches!"

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Nibra Orbril » Donnerstag 20. April 2017, 15:59

Meine Augen verengen sich, werden zu schlitzen, als ich dem Gerede meines zukünftigen Ausbilders lausche. Viel Lärm um nichts, etliche Worte, die er sich auch hätte sparen können. Trotzdem auf eine gewisse Art und Weise sympathisch, fast wie jemand aus meinem Stamm, wäre da das Gefasel nicht. Es wirkt fast Väterlich wie er mir seine Hand auf die Schulter legt, was nur einen kleinen Funken Abscheu in mir hervorruft. Viel mehr überwiegt die Tatsache, dass er die Lanze auf eine Art und Weise beherrscht, die ich nicht kannte, die der meinen um einiges überlegen ist. Ich will hier keinen neuen Vater finden, einen Lehrmeister schon viel eher. Und seine Fertigkeiten wirken unheimlich anziehend auf mich. All die jungen Männer, die mich wollten, die ich abstieß, keiner von ihnen hatte genügend Kraft sich meiner Verdient zu machen, er schon… Wären da die unnötigen Worte nicht. Ich ziehe eine Augenbraue hoch, schätze sein Lob, bewundere ihn im gleichen Zug dafür, erkennen zu können, dass ich kein Anfänger im Umgang mit der Lanze bin und das ohne mich im Kampf gesehen zu haben. Nur aufgrund der Tatsache, dass ich meine Lanze nicht wie einen Gehstock halte, sie in meiner Hand liegt wie die Verlängerung meines Armes. Schon auf der Reise hier her war mir bewusst gewesen, dass ich mich meiner Lanze entledigen muss. Sie war nur ein vorübergehendes Werkzeug für die Distanz des Weges bis hin nach Blewth. Nicht die meine, die ich zurücklassen musste. Ich nicke.

Nun gut“, sage ich und schenke ihm ein leichtes Lächeln. Ich meine gehört zu haben man solle sich mit seinen Ausbildern gut stellen, auch wenn vieles in mir danach schreit, mich im Kampf mit diesem übermächtigen Gegner zu messen. Nur so kann man lernen, nur so wird man besser. Wildes eingestochere auf eine Trainingspuppe nützt mir schon lange nichts mehr. Trotzdem werde ich gehorchen. Irgendwann will ich so gut sein wie er und dann kehre ich zurück und übe Rache, Rache an all denen die es wagten meiner Familie den Rücken zu kehren. Ich drehe mich um, folge der Richtung die mir die Hand Marcos wies, hin zu dem Bunker, den Schlüssel in meiner rechten Hand. Er ist nicht weit entfernt und so erreiche ich ihn auch schon nach einigen Sekunden, schließe ihn auf und gehe hinunter in die Dunkelheit des Erdreiches. Meine Augen gewöhnen sich schnell an diese. Sind es gewohnt. Oft habe ich in Höhlen geschlafen, wenn die Jagd sich über mehrere Tage erstreckte. Ich bin nicht Fähig Feuer aus dem nichts herbeizuzaubern und so auch nicht in der Lage eine der Fackeln zu entzünden. Also muss ich mich im Dunkeln zurechtfinden. Ich bleibe stehen, warte, bis sich meine Augen vollends an die Dunkelheit gewöhnt haben. Der Lanzenständer ist nicht weit weg. Mir ist es egal wie meine Waffe aussieht. Sie ist dazu da ihren Zweck zu erfüllen. Ich tippe mit den Daumen auf die Spitzen der Lanzen, nur das will ich von ihr, nur das erwarte ich. Sie muss Spitz und scharf sein. Sie muss töten können. Ich greife mir die Lanze meiner Wahl und gehe aus dem Bunker, den ich hinter mir wieder verschließe, nehme den Schlüssel und laufe zurück zu meiner Gruppe.

Ich erreiche sie so schnell, wie ich mich ihr entfernt habe und werfen, noch fünf Meter von Marco entfernt, ihm den Schlüssel zu, die Lanze in meiner rechten Hand. „Kann´s dann los geh´n?“, frage ich mit einem leichten Akzent wie ich ihn schon immer habe. Verständlich, ja, jedoch anders als die Sprache der meisten hier. Kaum einer kann diesen Akzent zuordnen, man müsste schon einmal in meinem Heimatdorf gewesen sein um das zu erkennen. Es gibt jedoch nur wenige, die es erreicht haben und auch noch lebendig zurückgekehrt sind. Ich schaue Marco an, weiterhin ernst. Er könnte es vielleicht schaffen… Dann mal los…
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Freya » Donnerstag 20. April 2017, 16:11

Nichts und wieder nichts. Wo soll ich noch suchen? Macht es überhaupt einen Sinn? Welche Mächte würden Toku zur verfügung stehen, um eine solche Tat einfach zu vertuschen und jegliche Spur zu verwischen? Es besteht kein Zweifel, dass diese Mächte weitaus größer sind als staubige Seiten einer alten Bibliothek. Einer die er selbst kontrolliert. Nicht zum ersten Mal muss ich mich fragen, ob es überhaupt Sinn macht irgendetwas in diesen Büchern zu lesen. Wenn es einen Hinweis in diesen Büchern gäbe, warum sollte Toku ihn bestehen lassen?
Und doch kann ich nicht aufhören. So viele Sprouts schreiben ihre Berichte, so viele Bücher werden angefordert, kopiert, übersetzt und gespendet. Irgendetwas muss ihm durch das Netz gehen oder nicht? Es muss einfach.

Und es ist die einzige Option die mir im Moment bleibt.

Ein altbekanntes Gefühl kitzelt durch mein Innerstes, schwer und meinen Magen verschnürend. Es ist ein Gedanke den ich zu ignorieren versuche. Die simple Frage nach dem "Was wenn...?". Denn was ist denn wenn? Wenn ich ihn nicht finden kann? Wenn sie ihn längst getötet haben? Was wenn alles vergebens ist? Was wenn Dante für immer verloren ist - meinetwegen? Was wenn-

Fayts Schreie lassen mich binnen Sekunden hoch schrecken. Der Stuhl geht krachend zu Boden, mein Puls jagt in einem einzigen Augenblick um das Zehnfache nach oben und ehe ich mich versehe, hocke ich selbst auf dem Tisch, halb gedreht, den Dolch in meiner Hand und bereit für einen Kampf den ich nicht habe kommen sehen. Es dauert nicht lange den Fremden zu sehen. Hinter mich zu blicken ist immer der erste Reflex. Ich bin schon halb gedreht, als ich die Stimme höre und ihr mit den Augen folge und für den ersten Moment kann mein Verstand dem Reflex dem inneren Instinkt und Schock nicht folgen. Erst dann erkenne ich dass er zwar grinst, doch keine Klinge führt - was er jedoch keineswegs muss. Ich stähle mich für den Kampf.

"Vergiss es!" zische ich der Gestalt zu. "So leicht bekommt ihr mich nicht!"

Und im nächsten Moment fokussiere ich bereits mein Äther, um dem Attentäter ein Ende zu bereiten. Keine Gnade, keine Zurückhaltung. Wut sprudelt auf, blanke Wut, schneller als jemals zuvor. Immer schneller dieser Tage.

"Stirb!"
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Steven Servain » Donnerstag 20. April 2017, 16:16

Ihre laute Stimme reißt mich aus der Verbitterung meiner Gedanken zurück in die momentane Realität des Schreckens und der Erkenntnis. Ich drehe mich um, hin zu ihr. Das Amulett hat ihr die Dienste erwiesen die ich erwartet habe. Sie scheint wieder fit zu sein, zumindest lauffähig. Ich nicke leicht. Wieso ich das Amulett nicht benutzt habe? Wieso ich es ihr gab? Wieder drückt die Schuld stark auf meine Schulter, lässt sie sinken, während ich versuche Cleyo ernst anzuschauen. Mir hätte es nichts gebracht, das Amulett. Es heilt Wunden, auch die kleinsten Muskelverletzungen, mir hätte es jedoch nichts gebracht. Es hätte nicht die Wunden geheilt, die dieses giftige Äther hinterlassen hat, es hätte nicht die Wunden geheilt die tief in meiner Seele entstanden sind, es hätte mich nicht von der Schuld befreit die schwer auf mir liegt. Meine blauen Augen verharren nur für wenige Sekunden in den Augen Cleyos, verengen sich, werden fast zu schlitzen. Ich weiß wie ich normalerweise reagiert hätte, ich kann mir vorstellen wie unser Gespräch verlaufen wäre. Ich hätte zurückgestritten, hätte ihr gesagt, dass sie laufunfähig nutzlos ist und ich wenigstens noch des Laufens mächtig bin. Wir hätten uns gestritten, eine Grundsatz Diskussion geführt, so unnötig, da unsere Grundsätze weiter auseinanderliegen als Kroth und Kra´Sul. Der Geschmack von Eisen macht sich in meinem Mund breit, immer noch steigt Blut meine Speiseröhre hoch, stammend von einer Verletzung die innerlich sein muss, die mich jedoch nicht in die Knie zwingt.

Ich habe keine Lust, nicht jetzt, bin es überdrüssig eine solche Diskussion zu führen. Mein Blick wendet sich von ihr ab, verletzlich, in eine andere Richtung starrend. Ich bin zu sehr mit mir selbst beschäftigt als das ich in diesem Moment über meine Beweggründe sprechen möchte. Sie kann es sich selbst erklären. Ich greife mit einer Hand das Amulett, stecke es zurück in meine Tasche. Es hat für heute seinen Dienst getan, zwei Mal kann es nicht heilen. Von Cleyo abgedreht spucke ich das Blut, dass sich in meinem Mund gesammelt hat auf den Boden, wartend auf die nächste Fuhre, die meinem Körper hinaufsteigt und mir zeigt, dass das Benutzen fremden Äthers eventuell ein Fehler sein könnte. Doch es bleibt aus, für den Moment. Immer noch sind meine Muskeln schwer, doch ich kann sie ignorieren. Wir müssen das beenden, erst dann kann ich mich mir selbst widmen. Erst dann ist die Zeit für Selbstmitleid gekommen. Ich muss es schaffen mich bis dahin zu Gedulden, das Gefühl von mir fern zu halten.

Wir müssen weiter“, sage ich, nach vorne, nicht zu den beiden gerichtet. Ich will ihnen nicht in die Augen schauen. Noch nicht. Vielleicht morgen wieder, vielleicht auch nie wieder. Dieses Schuldgefühl muss verschwinden… Fürs erste. Ich bin nicht mehr der Führer dieser Gruppe. Nicht in meinem Momentanen Zustand. Ich war es nie, dachte es aber, das war mein Fehler. Ich warte darauf, dass einer der beiden eine Richtung angibt um das alles hier hinter mich zu bringen. Meine Seele ist beschädigt, doch auch das heilt irgendwann. Doch wie Oberflächliche Narben, lassen auch Narben auf ihr eine Veränderung des Erscheinungsbildes zurück…

Daru
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Donnerstag 20. April 2017, 17:30

Cleyo erwacht. Mein Lächeln wird breiter, bis sie plötzlich aufspringt und sich Steven widmet. Sofort verändert sich mein Gesichtsausdruck, spiegelt Enttäuschung und Verwirrung wieder. Enttäuschung, weil nicht ich es bin, dem sie ihre Aufmerksamkeit schenkt. Verwirrung darüber, dass, obwohl mich dieses Verhalten irgendwie verletzt, ich dennoch nicht sagen könnte, ob mir ein anderer Ablauf lieber gewesen wäre.

Ich schaue die beiden nicht an, möchte meine Paranoia nicht noch weiter anfachen. Stattdessen versuche ich mir einzureden, dass es kein Problem damit gibt, wie die Situation sich gerade entwickelt. Dass unsere Beziehung, ihre und meine, es nicht nötig hat, öffentlich mit Worten und Gesten beteuert zu werden, insbesondere nicht im Beisein von Außenstehenden. Ich nicke, so als würde ich diese Erklärung glauben und ignoriere dabei das Wissen um die Lüge dahinter. Der einzige Grund, warum das klappt, ist die Tatsache, dass ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass es sich tatsächlich um eine Lüge handelt. Vielleicht, womöglich, unter Umständen, verbirgt sich zumindest ein Funken Wahrheit dahinter.

Stevens Worte vermeiden, dass ich den Gedankengang weiter fortführe, an den bekannten Stationen vorbei, nur allzu vertraute Unsicherheiten und Zweifel heraufbeschwörend. „Wir müssen weiter“, sagt er, so wie ich es zuvor schon gesagt habe. Unter anderen Umständen würde mir das keinerlei Reaktion entlocken, doch jetzt ist es anders. Er klaut mir meine Worte!, schreie ich innerlich und voller Wut. Klaut mir meinen Entschluss! Klaut mir meine…!

Als ich spüre, wie bestimmte Buchstaben sich in meinem Kopf zu formen drohen, schüttele ich mit aller Macht meinen Kopf und lenke meine Gedanken auf etwas Anderes. Eine Passage aus einem Buch, das ich vor kurzem gelesen habe. Bestimmte Erkenntnisse sollten niemals ausgesprochen werden, nicht einmal im Inneren des eigenen Kopfes. Auf diese Weise kann ich weiterhin ihre Existenz abstreiten und mein momentanes Leben fortführen.

Rasch richte ich mich auf, immer noch mit einem leichten Brennen in den Beinen, welches mir im Moment sogar ganz gelegen kommt, um ein erneutes Abdriften meines Geistes zu vermeiden. „Ja“, knurre ich leise und schaue in Richtung des Waldes, um keinen meiner Kameraden ansehen zu müssen oder vielmehr um keinem von ihnen einen Blick in mein Gesicht zu ermöglichen, denn vielleicht zeigen meine Gesichtszüge ja, was ich mir selbst nicht eingestehen möchte. „Dem Kind hinterher?“
Zuletzt geändert von Daru am Donnerstag 20. April 2017, 20:11, insgesamt 3-mal geändert.

Irral Sol
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Donnerstag 20. April 2017, 17:36

Ich starre ihr nach, dieser merkwürdigen Frau, die einer Elfin so gleich wirkt, viel zu interessiert, wie sie wieder mit dem Wald verschmilzt und sich von mir distanziert. Ich muss mich selbst losreißen, mich kontrollieren, meine Gedanken von ihr Wegzwingen um sie wieder auf das Anstehende zu fokussieren. Ihr Blick trieb mich hinfort, hinein in eine längst vergangene Zeit, in der ich als kleiner Junge auf einem Baum saß, hinunterblickend zu meiner Mutter, die mir versuchte die Natur näher zu bringen. Sie war immer darauf bedacht mich nur dann zu unterrichten, wenn ich es als richtig empfand, wollte mich nicht drängen wie meine anderen Lehrmeister, verstand die Bürde die mir auferlegt wurde als eine Last, die mich zu verschlingen drohte. Damals verstand sie mich noch, vor der Geburt meines kleinen Bruders der alle ihre Aufmerksamkeit verlangte, der sie hinweg trieb von meiner Lehre, mich aufgab um meinen Bruder auf die Pflichten seiner Lebenslinie vorzubereiten. Auch sie sah mich immer so hat, Verständnisvoll… Und jetzt sie, diese Frau, die nicht viel älter zu sein scheint als ich, mit der Gewissheit mir noch etwas mehr von dem hier stattfinden Naturellen Leben beibringen zu können, als Menschenweib, eigentlich gar nicht berechtigt ein lehrendes Wort an mich, einen Elfen zu richten, und doch voller Gewissheit, voller selbst Überzeugung, meine Schwäche ahnend, meine Unsicherheit riechend. Ich schüttle den Kopf. Weiter hinfort, weg von den Erinnerungen, weg von dieser Person, der ich so gerne gefolgt wäre, nur um sie für ihre Absonderlichkeit zu bewundern, die mein Herz eigentlich mit Sorge füllen sollte. Ich muss mich wieder fokussieren, auf das Ziel, dass mir auferlegt wurde, auf meine Ausbildung, für die ich mich entschied, weg von der fixen Idee des Lebens in Freiheit, hin zu dem Gefängnis das meinen Geist gesperrt hält.

Ich lege den Bogen wieder an, den Schaft des Pfeiles in die Sehne, leichte Spannung auf sie legend, nicht so viel als dass ich den Pfeil zufällig schießen könnte. Ich bin der Fähigkeit mächtig meine Aufmerksamkeit zu lenken und schaffe es die Frau für die Zeit der Konzentration gänzlich zu vergessen. Ich muss mein Ziel finden, in diesem Fremden Wald, um dann zurück zu kehren, weg von der Natur die mich eigentlich befriedigen sollte. Irgendwann werde auch ich sie lieben lernen, mich hier wie zu Hause fühlen, es ist ein Findungsprozess den ich mit dem Betreten dieses Waldes begann. Es ist nicht möglich sich in Minuten den neuen, völlig Unbekannten, Gegebenheiten anzupassen, selbst für mich nicht. Selbst für einen Elfen nicht. Vielleicht fällt es uns sogar schwerer, als diesen Menschen, die der Anpassung so Fähig sind, die in einer Welt leben, die sie als Schwach geboren hat. Die Selbstüberzeugung der Überlegenheit schwindet mit jeder Minute die ich auf dieser Insel verbringe, rüttelt an den Manifesten meines Wissens, versucht mich ins Schwanken und zum Fallen zu bringen. Ich werde sie nicht aufgeben, diese Überzeugung der Überlegenheit der Menschen. Vielleicht die Kluft die ich einst sah schmälern, jedoch ist sie noch vorhanden. Und für manche Menschen scheint es eine Brücke zu geben, die sie auf die Seite der Erhabenheit bringt, Menschen wie diese Frau, vielleicht sogar wie Roan. Was wird mich hier noch alles erwarten?
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 20. April 2017, 18:08

Ein starker Gegner

Der Mann, gehüllt in einen Umhang, scheint nicht sonderlich überrascht von Freyas abrupten Angriff. Er weicht dem Schwertschlag Freyas mit einer ungeahnten Eleganz aus, nur ein kleiner Schritt, dann eine Hand auf Freyas Handgelenk legend um einen weiteren Angriff zu unterbinden. Der Griff ist kräftig, was es Freya unmöglich macht sich zu befreien. Seine Augen blieben die ganze Zeit auf ihr haften, als wären ihm Freyas Schritte im voraus bekannt gewesen. Freya sieht zwei Dolche an seinem Gürtel, jedoch bewegt sich keine seiner Hände zu diesen. Anscheinend hegt der Mann nicht die Absicht sie zu töten. Er hält ihr Handgelenk, drückt es nach hinten, sodass Freyas Finger sich spreizen und sie das Kurzschwert in ihrer Hand fallen lassen muss. Spätestens jetzt dürfte Freya bewusst sein, dass dieser Mann ihr um einiges überlegen ist. Er muss einen höheren Rang innehaben, als den eines Sprouts. „Ich bin nicht hier um dich zu töten“, flüstert er leise und unheimlich. Würde er ihren Tot wollen, so hätte sie in der derzeitigen Lage keine Chance dem noch etwas entgegen zu setzen. „Du bist in Gefahr… Freya“, wiederholt er seine Worte in einem weiterhin geflüsterten Ton, der beunruhigend und beängstigend auf Freya wirkt. Dann lässt er ihre Hand los und geht einen Schritt zurück, eine Art Sicherheitsabstand, der ihm garantiert, dass Freya ihn nicht überraschen kann. Seine Kapuze liegt immer noch tief in seinem Gesicht. Anscheinend erwartet er etwas von Freya, eine Frage, eine Konversation… Ein weiterer Angriff scheint unnütz.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Freitag 21. April 2017, 12:47

Training

Nibra kann die Stimme des bärtigen Mannes hören, als sie sich von den Anwärtern entfernt, um ihre Waffe abzuholen. Vereinzelte Kampfrufe von Schülern sind hörbar und die Stimmen der anderen Ausbilder mischen sich mit in das Gewirr aus Stimmen, aufeinander treffenden Stahl und dumpfere Kampfgeräusche. Dieselbe Kulisse empfängt sie wieder als die junge Frau zurück an die Oberfläche tritt. Hier ist die Luft viel klarer als in dem staubigen und stickigen Keller, auch wenn sie für Nibra noch immer ungewohnt bleibt.

Als sie den Schlüssel wirft, schnellt die Lanze in einer fließenden Bewegung hoch und sticht durch den Ring des Bundes ohne das der Ausbilder auch nur aufsieht. Er ist mit einem Anwärter beschäftigt der vehement versucht das lange Kampfinstrument auszubalancieren. Seine Worte gehen in dem Klirren der Schlüssel auf dem blanken Stahl unter, sodass Nibra ihn nicht verstehen kann. Als sie näher kommt, schiebt er den jungen Mann gerade grob mit einer Hand zurecht. "Du stehst ja da wie ein alter Mann, Junge! Körperanspannung!"

Nibra scheint ihm nicht entgangen zu sein. Als er fertig ist, dreht Marco sich der jungen Frau wieder zu. "Schnapp dir eine Übungspuppe und zeig den Grünschnäbeln mal wie man eine Lanze hält" weist er sie an. "Wird zeit, dass ihr mal sehr was der Unterschied zu einem Zahnstocher ist, haha!"


Die Spur

Der Wald ist so still wie auch schon zuvor. Nachdem die Menschenfrau fort ist, scheint es fast schon zu still hier zu sein. Immer wieder fällt das blonde Haar in Irrals Sichtfeld, als wolle es ihn daran erinnern, dass da noch etwas Anderes war. Eine andere Aufgabe als jene welcher er jetzt nach geht. Ein weiterer Schrei hallt über dem Blätterdach wieder. Ein anderer antwortet. Irgendwo kämpfen zwei Wesen gerade ums Überleben.
Als Irral aus einem besonders dichten Blätterdach heraus tritt, stößt er auf eine Spur. Das lange, blonde Haar fällt ein weiteres Mal in sein Gesicht, als er sich vorbeugen und sie betrachten will, doch als er es zur Seite wischt erkennt er Fußspuren die tiefer in den Wald hinein führen. So wie Raika, so wie die Geräusche. So wie das kleine Biest mit seinem Kopfschmuck. Viel interessanter ist aber etwas das der Spur folgt: Inmitten der Fußspuren findet Irral kleine, rote Tropfen. Blut. Doch wer würde verwundet in den Wald hinein und nicht aus ihm hinaus laufen?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Freitag 21. April 2017, 13:13

Keine Antwort.

Noch nie hat es von Steven keine Antwort gegeben. Steven, der immer eine Meinung hat. Steven der immer was zu sagen hat. Steven mit seinen naiven und gleichermaßen unerschütterlichen Ansichten. Er ist weg, dieser Steven, und mit der Verwirrung über dieses ungewohnte Verhalten kriecht auch etwas in mir empor was ich nicht fühlen sollte oder will: Sorge. Dicht gefolgt von Zweifeln.

Ist es, weil meine Worte ohnehin keine Bedeutung haben? Oder antwortet Steven nicht, weil er zu verletzt ist? Er sieht weg? Eine neue Welle der Verwirrung. Wieso sieht er weg?

Diese eine, kleine Tat sinkt tief. Es ist unmöglich zu sagen was der Ursprung dafür ist. Das Amulett wird mir entnommen und ich lasse es ziehen, unschlüssig was genau ich mit der Situation anfangen soll. Normalerweise sollte Steven jetzt etwas sagen. Steven macht die Taktiken, doch nichts sagt er diesmal außer einem schwachen "Wir müssen weiter."

Und Daru? Daru reagiert nicht einmal darauf. Wie kann er das einfach so ignorieren? So tun als wäre alles wie immer und weiter spielen, als würde nichts vor sich gehen? Ist er denn blind? Ist er so.... ?

Die wütende Stimme in mir stoppt und verliert ihre Kraft. Wir sind keine Kameraden, dringt die bittere Erkenntnis abermals in mich hinein. Wir sind es nicht, sind es nie gewesen. Ist es das? Hat auch Daru das gesehen und überlässt Steven deshalb seinem eigenen Schicksal? Wird er auch mich meinem eigenen Schicksal überlassen, wenn es soweit ist?
Ich kann es ihm nicht vorwerfen, weiß, dass es richtig ist und doch steigt die Bitterkeit mit einer solchen Wucht in mir auf, dass ich am Liebsten aufschreien möchte. Es ist vorbei. Es ist alles ruiniert. In nichts als einem kurzen Moment ist alles verloren was ich je gehabt habe. Schlimmer noch: Was ich wohl nie wirklich hatte, sondern nur närrisch genug war zu glauben, obwohl ich es doch eigentlich besser weiß.

Ich möchte schreien. Ich möchte auf etwas einschlagen und dieses zermahlende Gefühl in meiner Brust raus lassen, damit es verschwindet, doch ich kann es nicht. Egal wohin ich mich wende, nichts kann ich tun, nichts verändern, sondern es einfach nur hinnehmen. Es ist wie damals, auf der Straße. Traurige Wahrheiten und grausame Schicksale und alles was mir bleibt ist aus diesen Trümmern mein eigenes Überleben zu formen. Es gibt keine Helden, nur Überlebende. Nicht einmal ein Stein den ich zum Teufel treten kann ist nahe. Es bleibt einfach gar nichts. Und als dieses zerreißende Gefühl beginnt Überhand zu nehmen wende ich mich abrupt mit einem zornigen Aufschrei ab und laufe in den Wald hinein. Nicht in Richtung des Mädchens. Sie hat bereits genug bekommen. Dieses dumme, schwächliche, winselnde Miststück hat mir alles genommen was ich je hatte. Töten würde ich sie, diese Rotzgöre die nicht einmal real ist und doch alles zerstört hat. Einfach alles. Ja, wenn ich könnte, dann würde ich auch ihr geben was sie verdient. Und der Schwächere stirbt.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Freya » Freitag 21. April 2017, 13:29

Der Fremde reagiert schnell, viel zu schnell und sein Griff ist von einer Stärke, die ich aus Erfahrung sofort als mir überlegen identifizieren kann. Es ist keine Überraschung - ganz im Gegenteil. Von Liones erwarte ich nur das Beste, das Stärkste, das Vernichtenste. Und doch schreit jede Faser meines Körpers ein panisches Alarmsignal hervor, so Vertrautheit wie die Bedrohung selbst.
"Fayt raus!", schreie ich dem Tier zu für eine freie Bahn und einen Angriffspunkt weniger. "Zu Veyrne!"
Mein Schwert geht zu Boden und der Fremde weicht zurück. Doch die Klinge ist nicht die einzige Waffe die ich habe und noch während ich seiner Bewegung mit den Augen folge, sammel ich mein Äther.

Eine leise Stimme in mir weiß, dass er mir viel zu überlegen ist, dass es keinen Sinn hat. Doch in dieser Situation bin ich mein halbes Leben gewesen und nur weil ich trotzdem gekämpft habe, stehe ich nun lebendig hier vor ihm. Noch.
Er zieht keine Waffe, dennoch wahre ich den Abstand und suche die nächsten Schatten, um darin zu verschwinden. Dann halte ich mich bereit für einen weiteren Angriff. Entweder ich kann entkommen, oder ein Feuerball wird es sein der als nächstes auf den Fremden zu fliegt. Ich werde nicht aufgeben, niemals. Ich werde kämpfen. Und wenn es der letzte Kampf ist den ich kämpfen werde, so werde ich kämpfend sterben.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Freitag 21. April 2017, 16:36

Ein Schrei, gefolgt von Schritten. Cleyo läuft fort. Doch aus welchem Grund? Warum ist sie wütend und wieso überrascht mich ihr Verhalten? Hätte ich diese Entwicklung vorhersehen können, wenn ich mich nicht schon vor Monaten dazu entschieden hätte, immerzu eine bestimmte Distanz zu wahren? Trotz meines Geredes, ihr Beschützer zu sein, ihr einziger Vertrauter, derjenige, der immer zu ihr stehen wird, habe ich Angst, bestimmte Grenzen zu überschreiten. Denn je mehr ich mich ihr nähere, desto wahrscheinlicher wird es, dass ich Dinge finde, die mir nicht gefallen und, schlimmer noch, dass sie Dinge findet, die ihr nicht gefallen. Doch ist es genau diese Entfernung zwischen uns, die zu meiner Fehleinschätzung führte, zu meiner Ratlosigkeit über ihr Verhalten.

Und gerade als ich das denke, fällt ES mir wieder ein und all meine vorherigen Überlegungen stellen sich als unnütz und falsch heraus. Wie konnte ich vergessen, was zuvor geschehen war, vor unserem Eintritt in die Sphäre? Damals schon habe ich es versäumt, ihres Gemütszustand korrekt zu deuten und jetzt erneut, ein zweites Mal, derselbe Fehler. Es ist die Wiederholung, die mir den härtesten Schlag versetzt, die Tatsache, dass etwas, das ich eigentlich schon wusste, mir wieder entfallen ist. Und warum? Weil ich so sehr darauf bedacht bin, mich selbst zu schützen, vor Betrug und Verletzung, vor emotionalen Wunden, dass ich komplett vergesse, was eigentlich mein Fokus sein sollte, der Sinn meiner Existenz.

Ich werde dich beschützen. Wieviel Gewicht mögen diese Worte wirklich tragen, wenn ich es nicht einmal fertig bringe, meine eigenen Sorgen beiseite zu schieben und mich vollends auf Cleyo zu konzentrieren, wenige Augenblicke nachdem sie einer lebensgefährlichen Situation entkommen ist? Sie hat dort auf meinem Schoß gelegen, völlig verausgabt, Zuflucht suchend bei mir, weil ich ihr diese bieten kann. Und was tue ich, wenige Sekunden später? Lasse meiner Selbstsucht freien Lauf, zweifle an unserem Band, sehe nur mich, meine Probleme, meine Ängste, während sie in den Hintergrund tritt, soweit sogar, dass selbst nachdem sie ihre Gefühle offen zum Ausdruck gebracht hat, ich ratlos zurückbleibe und mich über ihren achso plötzlichen Ausbruch wundere. Als hätte ich keine Ahnung gehabt, als hätte es keine Vorwarnungen gegeben. Aber die gab es und ich hatte sie schon gesehen und ich habe vergessen, dass ich sie schon gesehen hatte, weil ich an mich gedacht habe und nur an mich!

Schuldbewusst drehe ich mich herum, blicke ihr nach, doch der zerklüftete Boden, die spitzen Felsen und umgestürzte Bäume erschweren die Sicht, lassen die Distanz zwischen uns noch größer wirken, als sie sowieso schon ist. Was tue ich hier noch?! Wieso stehe ich wie angewurzelt auf diesem Fleckchen Erde, wo ich doch eigentlich dort vorne sein sollte, hinter ihr?! Vielleicht, weil nicht ich es bin, der ihr folgen sollte? Weil ich das Recht dazu verwirkt habe? Aber wer sonst? Wer sonst, wenn nicht ich, wäre besser geeignet? Steven? Vielleicht. Und dieses „vielleicht“ lässt mein Blut kochen. Es sollte kein „vielleicht“ für irgendjemand anderen als mich geben! Und dennoch ist es da! Weil ich weiß, was ihr Steven bedeutet, weil ich was, was die Blutwölfe ihr bedeuten, weil ich weiß, was der Mangel an Anerkennung mit ihr macht. Und obwohl ich all das weiß oder glaube zu wissen, weigere ich mich, es zu akzeptieren. Ich kann diese Stimme nicht stoppen, die ständig „Nein!“ in meinem Kopf brüllt. Das trotzige Kind, das ängstliche Kind, das nicht verlieren will, was ihm gehört, das es niemand anderem überlassen will. Also fange ich an zu laufen, all die Implikationen, all die Schlussfolgerungen, die man aus diesem Verhalten ziehen könnte, ignorierend.
Zuletzt geändert von Daru am Sonntag 23. April 2017, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Freitag 21. April 2017, 19:39

Er wird der nächste sein, der von 'nem Dragen gefressen wird, denke ich mir stumm, während ich meinen Gegenüber beobachte. Jeder Schritt, den er macht, jeder Atemzug der das Sammeln von Kraft bedeuten kann, wird genauestens von mir studiert. Ich bin niemand, der seinen Gegner unterschätzt, doch hier erwarte ich nicht mehr viel Steigerung. Ob solch ein Kämpfer wohl zu denjenigen gehören wird, die die Festung bald wieder verlassen dürfen? Doch sicher gibt es einige Soldaten, die noch schlechter waren und sich zu exzellenten Kämpfern entwickelt haben. Ich würde es mir für den jungen Mann wünschen. Ich weiß nicht, welcher Antrieb ihn hierher geführt hat, letztlich geht es mich auch nichts an.
Wieder ein Schlag, den ich ohne weiteres von Saranth abwehren kann, doch kurz daraufhin registriere ich aus dem Augenwinkel wie der Schaft des zweiten Schwertgriffes ungewöhnlich schnell wegzuckt. Mehr kann ich nicht auffassen, denn kurz daraufhin explodiert eine kleine, dumpfe Welle aus Schmerz in meiner Seite und lenkt meine Aufmerksamkeit zu der Abwehr dieses Schwertes. Was war das?
Ich bin überrascht über diesen unerwarteten Schlag, den selbst ich nicht hatte kommen sehen. War das Absicht? Doch so wie der Blonde reagiert und der unsichere Glanz in seinen Augen, spricht deutlich dagegen. - Aber ein zufälliger, so zielgerechter Schlag ist meiner Auffassung nach weitaus unwahrscheinlicher.
Hat der Blonde nicht einmal gemerkt, dass er mich getroffen, und sogar beinahe ins Stolpern gebracht hätte?
"Was war mit deiner anderen Waffenhand?", frage ich meinen Gegenüber. Dieser kleine, harte Stoß lässt mich nicht mehr los. Diese Härte ist durch Präzision entstanden, durch Willen und Sicherheit. Alles, was der Blonde nicht offen zu tragen scheint.
Oder ist diese Unsicherheit nur eine Farce? Wenn ja, dann ist dieser Mann ein wahrhaft brillanter Schauspieler...
Ich werde ihn noch genauer im Auge behalten...


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