Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
Roan Thenorias
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Donnerstag 6. April 2017, 20:37

Ich höre das Lob unter den Ausrufen der Kraft und der herrschenden Konzentration und all der freigesetzten Energie auf diesem Übungsplatz. Ein wenig irritieren die Worte mich, nicht, weil ich sie nicht verstehe, sondern weil es das erste Mal ist, seit ich mich erinnern kann, dass ein Lob über meinem Namen ausgesprochen wird. So war es doch immer mein älterer Bruder Sevan, der als Erstgeborener die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, es war schließlich seine Aufgabe, alles besser zu wissen, zu können, um in die Fußstapfen unseres Vaters zu treten.
Für einen Moment steigt Bitterkeit in mir auf. Es sind Narben, die doch immer ein unangenehmes Jucken und Kratzen in meinem Herzen hinterlassen, wenn meine Gedanken in vergangene Tage zurückschweifen. Was wäre wohl passiert, wären wir besser ausgerüstet gewesen, hätten wir uns vielleicht sogar vorbereiten können?
Ich knirsche mit meinen Backenzähnen als ich meinen Kiefer spanne und meine Gedanken zurück in das Hier und Jetzt zwinge. Es reicht.

Der Ratschlag meines Ausbilders kommt wie gerufen und lenkt meine Aufmerksamkeit auf meine Hand, ehe ich sie sie ein wenig dichter an die Papierstange rutschen lasse. Es dauert nicht lange, bis auch schon das kommt, was ich mir bereits vorher gedacht habe: Partnerübungen. Mein Blick schweift durch die Menge der anderen Anwärter, die sich ebenfalls gerade umsehen, und doch bleibt mein Blick bei einem blondhaarigen, jungen Mann hängen, der geradewegs auf mich zusteuert. Er hält zwei Kurzschwerter, eine Kombination, die viel Wendigkeit und doppelte Kraft verspricht. Es bedeutet jedoch auch, beide Hände gleichzeitig und auf gleichem Level perfekt beherrschen zu müssen, um in einer Kampfessituatin den größten Vorteil ziehen zu können. Mir gefällt es, dass er den Mut erweist, sich einfach in die Aufgabe zu stürzen und zu fragen. Ich hätte es nicht anders gemacht. Ich sehe in den Augen meines Gegenübers kein Zögern, nur dasselbe Feuer für den Kampf und das Gefecht, so wirkt es zumindest auf mich. Die Aussage von Droc, dass es als nächstes um ätherische Übungen gehen soll, speicher ich mir jedoch erst für gleich ab, bevor ich meinem Laster verfalle, jetzt noch darüber nachdenke. Beispielsweise davon, dass ich von ätherischer Energie absolut keine Ahnung habe - vorallem nicht, wie ich sie in mir aktivieren, oder gar lenken soll. Ein Thema, mit dem ich mich noch nie befasst habe.
Roan!
„Fang an“, fordere ich meinen Gegenüber letztlich zur ersten Angriffsübung auf und trete ein paar Schritte zurück ehe ich standfest zum Stehen komme. Ich bin bereit, seine Klingen abzufangen und seine Schläge zu parieren. Ich werde jede seiner Bewegungen studieren, sehen, mit wem ich es eigentlich zutun habe, denn bei den vorherigen Übungen war ich zu sehr mit meinen eigenen Probeschlägen beschäftigt. Flüchtig in den unterirdischen Gewölben schwallt etwas blondes in meiner Erinnerung auf, doch mehr auch nicht.
Ich bin äußerst gespannt darauf, wie mein Kampfpartner sich schlagen wird, wie ich mich schlagen werde. Wer weiß, welche Erfahrungen mein Gegenüber bereits hatte sammeln können.

Steven Servain
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Steven Servain » Donnerstag 6. April 2017, 21:12

Ich begreife die Schlacht nicht. Das Kämpfen nicht. Verstehe den Sinn dahinter, nicht aber die Prozesse die innerhalb des Körpers ablaufen, während man um sein Leben bangt, während man um es kämpft. Alles kommt mir so langsam vor. Jeder Muskel meines Körpers ist auf jegliche Reaktion gefasst, jede Bewegung vollkommen kontrollierbar. Mein Körper, verletzt, nicht äußerlich, sondern innerlich, gebrandmarkt durch die Anstrengungen die mich dieser Kampf schon gekostet haben und trotzdem bereit alles zu geben solange auch nur ein Quäntchen Leben durch meine Adern fließt. Der Riese wendet sich weiterhin mir zu, legt mich in seinen Fokus, durch den so abnormalen Luftschnitt wohl davon überzeugt, dass ich die größte Gefahr darstelle, nicht im Bilde, dass diese Kraft nicht aus mir kommt, nicht von mir stammt. So gerne ich diese Kraft auch mein Eigen nennen würde, so ist sie es nicht und trotzdem versetzt sie mich in Euphorie, eine Kraft die ich schon immer haben wollte, da, direkt an meinem Halse. Die Nebenwirkungen verblassen durch dieses Gefühl der Euphorie, für die Sekunde in der ich sie empfinde, bevor ich wieder zu dem zurückkehre, was das Wichtigste ist. Von der inneren Schlacht zur eigentlichen. Und ich merke wie sich das Mädchen von mir abstößt, wegrennt in Richtung Wald. Ich setze ihr nicht nach. Bin glücklich sie aus der Gefahrenzone raus zu haben, bis ein Ruf in meinen Ohren erklingt, geformt durch Cleyos Lippen. Nicht in den Wald. Ich drehe mich, sehe den Mädchen hinterher. Und wieder prasseln sie auf mich ein. Wie schon so oft heute. Eine Belastung die mein Hirn nicht gewohnt ist, nicht in diesem Ausmaß. Und es schmerzt. Schmerzt von der Belastung, schmerzt durch die Schwäche die sich mehr und mehr ausbreitet als wäre sie Gift, dass durch meine Adern gepumpt wird. Ich muss ihr nach, sie retten, oder? Ich vertraue Cleyo. Etwas geht vor sich, das ich nicht nachfühlen kann, nicht ergründen kann ohne das Gottesgeschenk, ohne mein Äther. Sie klang panisch, es muss eine große Gefahr sein und das Mädchen rennt ihr direkt entgegen. Mein Körper setzt zum Sprint an, ihr hinterher, sie retten… Doch mein Kopf verhindert es. Ich drehe mich wieder, hin zum Monster. Meine Kameraden kämpfen, ich kann hier nicht weg. Auch wenn ich das Monster weg von ihnen treiben würde… Ich kann sie nicht im Stich lassen. Und dann bleibt mein Herz für eine grauenvolle Sekunde stehen…

Ich sehe sie. Cleyo, einen Felsvorsprung hinauflaufend, springend. So ungewohnt es für mich ist, meinen Körper in derlei Situationen nicht im Griff zu haben, so verliere ich die Kontrolle. In dem Moment in dem ich Cleyo springen sah verlor ich sie. Ich werde getragen. Getragen von Beinen die mir nicht gehorchen, Beinen, die nicht meine zu sein scheinen, ihm entgegen, direkt in die Gefahr hinein, nichts mehr im Kopf, nicht mehr das kleine Mädchen, nicht mehr mich selbst, nur noch Cleyo. Sie zu retten, sie zu beschützen ist jetzt mein größtes Anliegen und sie erfüllt meinen Körper. Wieder. Eine Panik, deren Ursprung immer noch ansetzt, zu einem Sprung in ihr verderben, deren Ursprung Cleyo ist. So wichtig mir das alles auch war, dieses Training, diese Aufgabe, so wird die Wichtigkeit solcher Belanglosigkeiten unmerklich klein im Vergleich zu Cleyo, die ich nicht verstehe, die ich nie verstehen werde und die ich doch liebe. Liebe auf eine Art und Weise die nichts mit der zu Darneeis zu tun hat. Eine Zuneigung die für mich so unerklärlich ist wie die Person die ich ihr schenke. Als wäre sie leibhaftig meine Schwester, Familie, etwas, dass Blewth noch komplizierter, aber auch noch schöner gemacht hat. Eine Person, die ich zu meiner Familie zähle, bisher unbewusst, in diesen Momenten des Schreckens, der Panik, der Angst, so eindrucksvoll real, dass ich mich selbst nicht mehr unter Kontrolle habe, zum ersten Mal seit Jahren.

Ich weiß er will mich. Der Riese. Er möchte nicht sie Angreifen, nur mich… nur mich. Und ich schreie, schreie so laut, dass es weh tut, so laut, so unüberhörbar. Ein Versuch seine Aufmerksamkeit zu behalten, während Cleyo ihn erreicht haben muss. Und ich erreiche seinen Fuß, werde versuchen ihm auszuweichen um dann zu springen, so hoch ich kann, um einen Kopf Spalter auszuführen. Mein stärkster Angriff. Und ich ziele auf eine dieser Linien, auf dass mein Schwert zerbricht wie der Pfeil. Es ist mir egal. Egal was mit meinem Schwert passiert. Egal was mit mir passiert. Egal, dass meine Kraft sicher nicht langt um diese Technik in Vollendung auszuführen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Freitag 7. April 2017, 14:12

Cleyos Präsenz wäscht alle meine Gedanken an Steven fort. Noch ehe mein Kopf überlegen kann, ob es das Richtige ist, beginnen meine Beine bereits mit dem Laufen. Pfeil und Feuerball verpuffen wirkungslos, doch das registriere ich nur am Rande. Cleyo ist wichtiger. Wichtiger als die Vorsicht, wichtiger als Strategie. Es ist egal geworden, ob ich dem Koloss die Auswahl eines Zieles vereinfache, indem ich ihm zwei Opfer in einer Richtung darbiete. Dass er sich weiterhin nur Steven zugewandt hält, spielt mir nur zufällig in die Hand.

Auch Steven ist egal. Er war es von Anfang an. Der Pfeil, den ich zu seiner Rettung abgeschossen habe, hatte nicht seinetwegen den Weg auf meinen Bogen gefunden. Ich tat es, damit mir Cleyo keine Vorwürfe machen kann. Weil ich weiß, wieviel ihr die Einheit bedeutet, wieviel ihr Steven bedeutet. Mehr düstere Worte formen sich im hinteren Teil meines Kopfes. Gefühle und Erkenntnisse, die ich verdränge, mit anderen Gedanken zu übertönen versuche. Sei nicht so hart zu dir, sage ich mir selbst, so als sei ich jemand Anderes. Ein Freund, eine vertraute Person, die mir gut zuredet. Denk immer daran: Du bist der Gute, sie die Bösen. Du tust das Richtige! Du wolltest Steven helfen, so wie du immer allen helfen willst. Wie damals bei den Mischwesen. Du hast es versucht. Sie waren es, die den Fehler begingen! Sie sind die Bösen und trotzdem versuchst du einem von ihnen zu helfen. Niemand kann mehr verlangen, niemand kann widersprechen. Dein Weg ist der Richtige!

Während all das hinter meiner Stirn passiert, suchen meine Augen weiterhin die Umgebung ab. Dort! Zwischen einer Reihe von Steinen und Trümmern hindurch blitzt kurz etwas auf, das ich ganz eindeutig als Cleyos Haare identifiziere. Zu oft schon habe ich nach ihr gesucht, als dass ich jetzt daran zweifeln würde. Wenn es eine Sache gibt, mit der ich mir den Namen Blutwolf verdient habe, dann ist es die Tatsache, dass ich meine Beute bisher immer gefunden habe. Zugegebenermaßen würde das einen recht einseitigen Speiseplan zugrunde legen. Die Metapher funktioniert wohl doch nicht so richtig.

Sofort passe ich meinen Laufweg an und versuche zu approximieren wo sie hinmöchte. Meine Schätzung verfehlt jedoch die Realität. Gerade befinde ich mich unter einem der Felsen, der wie eine Brücke auf zwei Erdaufschüben liegt, als ich Schritte über mir höre. Trotz des Halls und des Materials zwischen uns erkenne ich die Frequenz und das Laufgeräusch.

Verdammt!, durchzuckt es meinen Kopf, als all meine Befürchtungen sich zu bewahrheiten scheinen. Hastig laufe ich weiter, doch spitze Felsen verweigern mir eine direkte Korrektur meines Kurses. Nein, nein, nein! Mach nichts Dummes! Bitte! Die Zeit rennt mir davon und meine Gedanken werden immer fokussierter. Die Außenwelt verschwimmt und nur noch ein einziger Gedanke verbleibt. Ich muss zu ihr! Als ich endlich einen begehbaren Pfad finde, ist Cleyo bereits in der Luft. Meine Beine stoppen nicht, laufen im Takt meines verzweifelten Herzens weiter. Die Stimme in meinem Kopf ist zu einem weißen Rauschen verkommen. Nichts dringt mehr an mich. Kein Koloss und auch kein Steven, der sich irgendwo in der Nähe befinden muss, seinem Schrei nach zu urteilen. Das einzige Ziel ist es nun, irgendwie Cleyo zu helfen, ihren Sturz zu bremsen oder den Vergeltungsangriff abzufangen, der folgen könnte. Vielleicht schaffe ich es ja sogar, sie aus der Gefahrenzone zu bringen, sollte Steven wirklich weiterhin das Ziel bleiben und als Ablenkung herhalten können.
Zuletzt geändert von Daru am Samstag 8. April 2017, 10:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Freitag 7. April 2017, 16:03

Offensichtlich fasst Faron die Abweisung als Beleidigung auf, da in seinen Worten, mit denen er sich verabschiedet, ein kaum zu überhörender, säuerlicher Unterton mitschwingt. Mir ist das im Moment aber egal, weil schließlich er, ungefragt, in das Gespräch geplatzt ist.
„Du könntest die Sachen heute Abend bei mir vorbeibringen. Du weißt ja noch, wo mein Zimmer liegt.“ Antworte ich Ayla.
Maria hat seit meiner Antwort auf ihre Anspielung kein Wort mehr gesagt. „Hat sie meine Worte zu ernst genommen ?“
Ein wenig später stehe ich mit der mir zugeteilten Gruppe vor der Felswand, bereit zum klettern. Wie der Zufall es so will klettere an der Position hinter Leo und habe meinen beleidigten Kameraden unter mir. Nachdem die Gruppe den ersten Vorsprung erreicht hat nutze ich die Gelegenheit, um mich nach den gesuchten Kräutern umzuschauen. Mir ist klar, dass sich im Gebirge nicht alle Vier Arten finden lassen, insbesondere Dunkelkraut wird schwierig zu finden sein. Die Expedition müsste schon an einer sehr schattigen Stelle oder einer Höhle vorbeikommen. Kürch oder Prestel dürfte hier leichter zu finden sein.
In der Nähe der nächsten Felswand, auf die wir uns zubewegen, erblicke ich eine kleine grüne Fläche, wo einige Pflanzen spärlich wachsen. Bei näherer Betrachtung stellt sich leider heraus, dass sich unter den Pflanzen keines der gesuchten Kräuter befinden. „Wenn ich mich nicht täusche müsste es weiter oben weitläufigere Stellen mit mehr Bewuchs geben. Zumindest war es beim letzten Ausflug so.“
„Weiter geht’s !“ Ertönt eine Stimme weiter vor mir.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Freitag 7. April 2017, 18:05

Stahl auf Stahl

Der Blondling tut es Roan gleich und geht ein paar Schritte weiter in Kampfhaltung. Beide Schwerter bilden dabei eine gute Blockade vor seinem Körper - vorausgesetzt er beherrscht die Handhabung. Roan kann die Entschlossenheit im Blick seines Gegenübers sehen, während im Hintergrund das erste Klirren von aneinander schlagendem Metall ertönt.
"Harhar, nicht so langsam, Junge. Willst du, dass dich gleich die Dragen fressen?", hört er Droc irgendwo von rechts rufen. "Ist nem anderen passiert - erst letzte Woche! Sah danach nicht mehr so gut aus, hahar!"
Ein dumpfes Klopfen folgt. Irgendwo ertönt ein Schrei über den Platz, doch Roans Partner lässt ihn nicht eine Sekunde aus den Augen. Er blinzelt nicht mal. Genau genommen tut er gar nichts, sondern steht nur da und behält ihn haar genau im Auge. Er wartet auf Roans Zug, so viel ist klar. Entweder er folgt der Aufforderung oder er muss einen Weg finden den Fremden zu locken.


Was das Auge trügt

Die Flucht scheint geglückt und Irral erklimmt den Baum ohne die Dragen aufzuscheuchen. Das gibt ihm die Gelegenheit sich aus der erhöhten Position heraus umzusehen. So gut wie erwartet ist die Aussicht jedoch nicht, denn die Bäume stehen dicht um ihn herum in nahezu jede Richtung wird sein Sichtfeld von Blättern und Ästen eingeschränkt. Sein Blick auf die Dragen jedoch ist frei, die über irgendeinem Kadaver kauern und in der Ferne kann er die Zacken eines Gebirges erkennen. Es raschelt einige Bäume weiter ohne das der Elf erkennen könnte was sich dort bewegt hat und irgendwo in der Ferne ertönt ein Schrei.
Irral sieht jedoch auch etwas anderes. Nicht unweit von ihm bewegt sich etwas das er nicht wirklich zuordnen kann. Die Bewegungen erscheinen ihm seltsam vertraut zu sein, doch die Gestalt an sich entspricht nicht der Statur eines Menschen oder Elfen. Es ist erstaunlich schwer ihr durch das Dickicht zu folgen. Immer wieder scheint die Gestalt mit den Wäldern zu verschwimmen, auf ihrem Weg weg von den Drages und tiefer in den Wald hinein, nie ganz sichtbar und doch unverkennbar etwas.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Freitag 7. April 2017, 18:36

Angestrengt und auch genervt seufze ich. "Dann wollen wir." Gebe ich leise für mich den Startschuss nachdem ich mich entsprechend mit Seil und Haken bewaffnet und ausgerüstet habe. Mein Körperbau mochte vielleicht nicht so ausgeprägt sein, wie der von Asalion oder Grendel, aber dafür war mein Körper- und Ausrüstungsgewicht nicht sonderlich schwer. Ich konnte daher mit weniger Anstrengung voran kommen. Auf Dauer würde es trotzdem an meiner Kraft zerren.

Geschickt versuche ich mich rasch hinauf zu arbeiten, wobei sich Schweiß auf meiner Stirn bildet. Dies versuche ich aber zu ignorieren, auch wenn ich stets den Drang verspüre dies mit einem Leinentuch oder dergleichen zu vertreiben. Immerhin bin ich blaublütig und als solch einer gilt es dies immer zu verbergen.

Eigentlich sollte ich im Schloß unterrichten und mich an eine dreckige Felsenwand schmiegen. Rufe ich mir noch einmal ärgerlich in Gedanken zurück und erreiche nun den Vorsprung mit meinen Kameraden. Ich stütze mich kurzzeitig auf meinen Beinen ab und ziehe die Luft mit rascheren Zügen bereits ein. Das erste Stück war bereits eine Hürde, auch wenn ich diese ohne Blessuren überwunden habe. Nachdem ich meinen Atem wieder einigermaßen unter Kontrolle bekommen habe, erhebe ich meine Stimme. "Das war wahrhaftig ... ein Kinderspiel." Bemerke ich überheblich und mache mich für den weiteren Aufstieg bereit. Kurzzeitig halte ich nach Asalion und seinem Echsenkameraden Ausschau. Diese bedenke ich mit einem herabwürdigen Blick.

Ich bete zu Bartok das sie in die Tiefe stürzen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Freitag 7. April 2017, 18:38

Fanras und Asalion

Asalion und Fanras erreichen nacheinander den Felsvorsprung und nutzen die Gelegenheit, sich für den Moment vor dem nächsten Aufstieg eine kurze Pause zu gönnen. Fanras Augen wandern in Richtung Faron, der, unerwarteterweise, zumindest für die beiden, ohne große Probleme den ersten Teil des Berges erklommen hat. Fanras scheint überrascht und flüstert Asalion einige Worte zu ehe sie sich Faron nähern. „Wie hast dus denn hier rauf geschafft?“, fragt Asalion mit seinem typischen dumpfen, tiefen lachen. Auch Fanras scheint amüsiert, auch wenn ihn die Tatsache, dass Faron es bis hier hin geschafft hat sichtlich überrascht hat. „Hatte gehofft wir verlieren ein bisschen Ballast“, wieder ein lautes Lachen, dann ein lautes „Ruhe!“, von Sprout Aspa. Ein letzter abwertender Blickt der beiden, ehe sie sich zu Sprout Aspa umdrehen. „Wir machen weiter. Aber seid drauf gefasst, dass dieser Abschnitt um einiges länger und kräftezehrender wird. Also versucht nicht mehr den anderen zu überbieten, sondern spart eure Kraft für die schweren stellen. Also dann! So wie eben!“, und wieder formieren sich die Bergsteiger, um den nächsten und letzten Teil der Klippe zu erklimmen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Freitag 7. April 2017, 19:15

Abermals verengen sich meine Augen vor Wut. Es mochte zwar nicht sonderlich schwer sein mein Gemüt zu erhitzen, jedoch stehen Asalion und Fanras zur Zeit auf meiner schwarzen Liste auf dem ersten Platz. "Unterschätzt mich nicht." Erwidere ich herausfordernd gen Asalion, ehe ich mich der Echse widme. "Wir können gern mit euch - dem unnützen Ballast beginnen." Erwidere ich bissig, ehe Aspa eingreift und uns ermahnt.

Zum Dunkel mit diesen Bauern.
Füge ich gedanklich noch hinzu, ehe ich mich der neuen Herausforderung in Form eines längeren Aufstiegs vorbereite. Sobald die Formation eingehalten wird, folge ich hinauf. Angespornt durch das kurze Wortgefecht mit den Stumpfhirn-Brüdern gelingt mir das erste Stück ohne Rückschläge, aber für wie lange mag meine Kraft und mein Ausdauer, angefacht durch Adrenalin anhalten? Ausdauer war tatsächlich nicht mein Steckenpferd. Gerade dies könnte je nach Länge zu Problemen führen, doch daran verschwende ich keinen Gedanken. Ich bin zu sehr von meinem Können überzeugt. Für mich ist es Zeitverschwendung sich stets mit möglichen Szenarien zu beschäftigen in denen ich scheitern könnte. Zumal hatte ich bereits schwierige Aufgaben bewältigt. Da glich dies einem morgendlichen Spaziergang auf dem Marktplatz von Gald.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Samstag 8. April 2017, 14:11

Gericht

Auch die weiteren Angriffe gegen die schwere Rüstung des Ritters zeigen keine Wirkung. Stevens Schwert trägt eine Scharte von dem Hieb auf die Rüstung davon und gleitet ab von einem Material, das wie ein harter Kristall klingt. Die Wucht des Angriffes reicht nicht aus, um dieses Material zu durchdringen. Doch er spürt auch einfach, dass seine Kräfte nach dem Erstschlag von ihm deutlich geschwunden sind. Noch immer tropft Blut aus seinem Mund, seit er viel Kraft von seinem Karramayin-Amulett eingefordert hat und sein Körper scheint die Belastung nur noch begrenzt ertragen zu können. War es das purpurne Äther, dessen Auswirkungen unvorhersehbar sind? Stevens Verzweiflung? Es ist offensichtlich, dass die Rüstung dieses Wesens nicht aus gewöhnlichem Stahl besteht.Vielleicht eine magische Legierung? Etwas völlig unbekanntes? Ist dieses tödliche Monster eine Beschwörung aus einer Anderssphäre? Oder ein fremdes Wesen, das in diese Konstruktion geschlüpft ist? Der Boden bebt bereits vor ätherischer Energie, mit der er angereichert wurde und seine Struktur beginnt sich zu verformen und tiefe Schluchten zu bilden. Cleyo, die ihre ätherische Energie genutzt hat, um einen gewaltigen Satz in Richtung des Ritters zu machen, ist zu spät. Das Wesen hat in der Zwischenzeit seine Anreicherung nahezu abgeschlossen und ihr fehlen Sekunden. Daru, Cleyo und Steven wird klar, dass dies hier das Ende ist. Das hier ist ein Gegner, den auch Elite-Sprouts bedächtig konfrontieren müssten. Doch als der Boden endgültig sein Gefüge zu verändern scheint, passiert das unvorhergesehene.

"Du musst das Ding immer tragen. Das ist wichtig. Du gewöhnst dich dran. Wir haben uns Mühe gegeben, es etwas zu verkleinern." Das hat einer der Forscher von Blewth zu Cleyo gesagt, nachdem sie Sprout geworden ist. "Es ist eine magische Waffe, die wir erforschen.", hat der Forscher erklärt. Steven trägt auch einen. Auch Daru hat einen bekommen, aber aufgrund seiner Ätherlosigkeit hat er nie eine Reaktion gezeigt.

Cleyos Körper hält in der Luft an. Sie bleibt einfach in der Luft stehen, ohne dass sie eine Form der Magie wirkt. Zumindest nicht bewusst. Doch das hat verhindert, dass sie auf dem riesigen Ritter landen konnte. Das Licht, das aus Cleyos Emitter leuchtet, verstärkt sich plötzlich. Hellblaue magische Runen umkreisen den Boden zu ihren Füssen und der Boden unter ihren Füssen beginnt noch stärker zu beben. Der stählerne Ritter scheint im Angesicht dieses Geschehens inne zu halten und keine weitere Kraft in den Erdboden zu übertragen. Er grollt und entfernt das Schwert aus dem Schoß der Erde und prescht mit einer nicht erahnten Geschwindigkeit, offensichtlich durch Magie beschleunigt, auf Cleyo zu. Doch es ist zu spät. Ein Lied reist mit dem Wind durch die Blätter des Waldes.

Ein gerechter Gott ist er
Bartok der heilige Richter
Zur Wahrung des Gleichgewicht
Benötigt er ein sterbliches Gesicht

Heb dein Schwert
Beweis deinen Wert
Kraft wird er senden
Um dies zu beenden


Steven hat etwas ähnliches schon einmal gesehen. Er hat das selbst erlebt, als er mit Veyrne zusammen in der verbotenen Zone gekämpft hat. Aber das, was er getan hat, hat Veyrne verletzt. Was wird jetzt geschehen?

Doch bevor er jemand reagieren kann und der Ritter Cleyo erreicht, erhebt sich über ihr eine geisterhafte Gestalt, die auf magische Weise mehr und mehr an fester Form zu gewinnen scheint. Sie ist groß und man kann keinen Körper unter dieser Kleidung erahnen. "Sterbliche in einer falschen Welt, die ihr die Apokalypse gerufen habt.", dröhnt die Stimme der Gestalt, die durch den Emitter gerufen wurde. "Das ist wofür ich gerufen wurde?" Die rot leuchtenden Augen unter einer Kapuze, die nur Schwärze beherbergt, sehen zu Cleyo. "So sei es." Doch der stählerne Ritter führt sein todbringendes Schwert schon gegen den Körper der Gestalt. Doch statt die Gestalt zu halbieren, passiert es den Körper wirkungslos. "Närrisches Ding. Verflucht in dieser Rüstung aus Tränen und Schmerz. Ich bringe dich heim." Die geisterhafte Gestalt berührt das Schwert mit einer schwarzen Kralle die wirkt, als würde sie aus Magie bestehen." Es knallt einmal laut und beide verschwinden in gleißendem Licht. Felsen bröckeln, Wind weht. Und mit einmal Mal ist Stille. Und Cleyo ist plötzlich so müde und entkräftet.
Zuletzt geändert von Kisenia_NPC am Sonntag 9. April 2017, 11:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Samstag 8. April 2017, 23:23

Ich behalte meinen gegenüberstehenden Trainingspartner genauestens im Auge, nehme jede Bewegung wahr, jeden Atemzug, der sich unter der Kleidung des blonden Mannes vermuten lässt.
Ich bin mir der Entschlossenheit des anderen durchaus bewusst, es treibt mich an, ihm einen ordentlichen Kampf zu bieten. Ich höre Droc's Stimme im Hintergrund, doch ich registriere nicht, was er genau sagt - es ist schließlich nicht an mich gerichtet und erfordert kein Zuhören und kein Bisschen meiner Konzentration, die vollends auf meinen Gegenüber gerichtet bleibt. Auch wenn ich weiß, dass das hier nicht zu einem richtigen Kampf ausarten soll, jedoch will ich ihn zum schwitzen bringen, genauso wie ich dasselbe von dem Blonden erwarte. Ich habe das Gefühl, dass wir auf einer Höhe sind, der junge Mann wirkt nicht so, als würde er drauf losstürzen wollen um Droc etwas zu beweisen. Er analysiert, genau wie ich. Das plötzliche Schreien jagt meinen Puls schneller, hungriger durch meine Venen, doch ich verziehe keinen Muskel, während mein eingehender, wachsamer Blick nachwievor auf dem Träger der beiden Kurzschwerter liegt. Mir gefällt es, dass der andere sich genauso wenig von äußerlichen Einflüssen ablenken lässt wie ich. Die Konzentration, die eine ganz eigene Atmosphäre zwischen uns geschaffen hat, ist regelrecht greifbar. Ich spüre das Schwert in meiner Hand deutlicher denn je, ich kann meinen Puls fühlen - oder ist es das meines Schwertes? Wir sind Eins.
Plötzlich stürze ich vorwärts und lasse meine Klinge bereits während meines ersten Schrittes schneidend durch die Luft zischen. Ich ziele auf die Beine meines Gegenübers, ich nehme keine Rücksicht, denn ich habe im Gefühl, dass mein Trainingspartner mit diesem Level der Schwertkunst absolut klarkommen wird. Und selbst wenn er die Parade verhauen sollte - ich ziele auf seine Oberschenkel, nicht auf seine Kniescheiben wie ich es bei einem wirklichen Feind wohl tun würde. Eine Verletzung wäre zwar äußerst unangenehm, doch nicht irreparabel.
Ich bevorzuge es jedoch, dieses Training ohne Verletzungen auf beiden Seiten zu beenden und hoffe im selben Moment, dass meine Einschätzung den Tatsachen entspricht, auch wenn für weitere Gedanken absolut kein Platz mehr in meinem Kopf ist.
Es gibt nur die Schwerter, meine Aufgabe und den blonden Mann, der mich als seinen Trainingspartner ausgesucht hat.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kiara » Sonntag 9. April 2017, 09:43

„Ziele?“, erwidere ich und verfallen in einen Zustand des Grübelns. Schon wieder passen ihre Worte zu dem, was in meinem Inneren vor sich ging. Doch ich darf das nicht überinterpretieren, muss mich zurückhalten. Erst als die ersten Baumschatten unsere Körper bedecken, erhebe ich wieder das Wort. „Das Übliche, vermute ich. Aufsteigen. A-Klasse, Final, Elite.“ Es fällt mir schwer, nicht noch weiter zu sprechen, ihr von meinen Sorgen zu erzählen und von den Zweifeln an meinen eigenen Ambitionen. Ist es wirklich das, was ich will oder sind das nur die Dinge, die man mir eben von klein auf eingebläut hat? Was ist mit den Alternativen? Eine einfache, ehrliche Arbeit finden oder gar eine Familie gründen?

Als meine Überlegungen in diese Richtung driften, durchzieht ein heftiger Schmerz meinen Schädel, so wie er es immer tut, wenn ich darüber nachdenke, Schwert und Stab niederzulegen. Es ist, als hätte man einen glühenden Metallstab durch mein fehlendes Auge hindurch gerammt. Das ist nicht, wofür ich existiere. Dicke Schweißperlen dringen aus meiner Stirn und jeder meiner Atemzüge gleicht einem schweren Keuchen. Ich stoppe meine Schritte und stütze meine Hand gegen einen nahen Baumstamm. Undeutliche Erinnerungen fluten meinen Geist. Für den Bruchteil einer Sekunde blicke ich zu Boden und sehe meine nackten Füße auf verbrannter Erde stehen. Mein Kopf schüttelt sich und lässt die Zöpfe wild in der Luft umhertanzen. Ein wissendes Lächeln legt sich auf meine Lippen, während die Symptome langsam abklingen. Ja, was habe ich mir nur gedacht. Haha. Als ob jemals irgendetwas anderes in Frage käme.

Ich schaue wieder nach vorne und löse mich von meiner Stütze. Ein resignierter Ausdruck liegt in meinen Augen. Als mein Blick Rahih erfasst, zwinge ich ein Lächeln in mein Gesicht. „Entschuldige. Es geht wieder.“ Um mich nicht weiter erklären zu müssen, setze ich unser Gespräch einfach fort: „Wie steht es um dich?“

Daru
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Sonntag 9. April 2017, 10:08

Der Tunnel, in dem sich mein Geist zuvor befand, wird von einer überwältigen Präsenz hinfort gefegt. Plötzlich ist wieder alles da. Die deformierte Lichtung, der Koloss, Steven und noch etwas Anderes. Etwas, das meinen Blick an sich fesselt und nicht mehr loslässt. Fassungslos beobachte ich das Geschehen. Ehrfürchtig lausche ich den Worten, doch entgegen meiner Natur fange ich nicht an sie zu interpretieren oder zu analysieren. Ich höre und sehe und wage es fast nicht, dabei zu atmen. Nur ein einziger abwegiger Gedanke hält sich hartnäckig in meinem Kopf. „Wie weit willst du dich noch von mir entfernen?“

Machtlos beschreibt nur im Ansatz, wie ich mich gerade fühle. Meine Existenz erscheint so unbedeutend wie schon lange nicht mehr. Welchen Nutzen habe ich in einer Welt, in der so etwas existiert? Keinen. Du bist ein Monster! Aber bin ich wirklich? Immerhin halte ich der Erscheinung dieses übermächtigen Wesens stand, obwohl ich mich direkt neben ihm, unter ihm, irgendwie sogar in ihm befinde. Und doch geschieht mir nichts. Wenn ich wirklich ein Monster wäre, eine Existenz, die nicht auf diese Welt gehört, ein verfluchtes Kind, müsste er mich dann nicht auch vernichten?

Aber was bedeutet es, dass er das nicht tut? Wenn ich kein Monster bin, was bin ich dann? Ein normaler, hundsgewöhnlicher, ätherloser Mensch? Eine simple Laune der Natur? Nutzlos geboren, dazu verdammt ewig auf der Stelle zu treten, während alle, die mir wichtig sind, voranschreiten und mich zurücklassen? Ein lauter Knall zerstört jeden weiteren Gedanken, der sich in meinem Kopf zu formen versuchte. Auf einen Schlag ist alles still und die Gefahr vorbei. Ich schaue nach oben, zu Cleyo, deren Körper bis gerade in der Luft über mir schwebte und jetzt zu fallen beginnt.

Für den Bruchteil einer Sekunde zögere ich, frage mich, ob ich es mir überhaupt erlauben darf, sie jetzt zu berühren. Doch als ihr Körper näherkommt, reagieren meine Arme auch ohne das Zutun meines Kopfes und fangen sie.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Sonntag 9. April 2017, 12:31

Der Blonde

Links und rechts von Roan bilden sich weitere Paare unter den Anwärtern. Männern mit Frauen und ein arglistig drein blickender Elf stellt sich mit einem Langschwert vor einen eher unsicher wirkenden jungen Anwärter. Obwohl diese Waffen ihre besten Zeiten hinter sich haben und kleine Scharten oder Risse in Parierstange und Heft zeigen, können sie ernsthafte Verletzungen verursachen. Sie sollen schließlich auch im Wald ihre Dienste gegen allerlei Getier bieten. Droc geht um die aufgestellten Paare herum und sieht sich erneut verschiedene Einzelheiten an. Im Eifer des Gefechts können schließlich leicht Haltung der Beine oder der Waffe vernachlässigt werden. "Die Waffe muss nun nicht nur gehalten werden, um damit hart zuschlagen zu können, sondern auch um die eigenen Körperteile zu behalten, harhar!" Als Roan angreift und auf die Beine des zuerst entschlossen wirkenden Anwärters zielt, stellt sie fest, dass dessen Paraden noch verhältnismäßig unsicher sind und Roans Schwert bereits beim ersten Versuch ungünstig von seiner Klinge gleitet und den Stoff seiner Hose zerschneidet. "Bei allen Göttern..!", ruft er erschrocken und weicht von Roan und seinem Schwert zurück. "Harhar.. Fast wären Anwärter Saranth seine Wünsche nach Kindern auf ewig verwehrt gewesen." Die Gruppe der Anwärter lacht kurz auf, bevor sie wieder grunzend und schnaufend aufeinander einhieben. Metallische Geräusche bestimmen den Ton auf dem Platz. "Da hättet ihr mich fast erwischt..", sagt der Anwärter mit leicht zittrigen Knien. Nicht alle Anwärter sind gleich talentiert und manche werden nie ein Sprout werden. "Vielleicht versuche ich erst den Angriff.." Er hebt das Schwert und schlägt auf Roan ein, aber er scheint nicht alle Entschlossenheit in seine Angriffe zu legen. Es ist zu spüren, dass Anwärter Saranth Angst hat, Roan zu verletzen. Einige Schritt neben Roan geht eine Anwärterin mit einem Schnitt im Gesicht zu Boden. "Aufpassen!", herrscht Droc den Anwärter an, der die Verletzung erzeugt hat. "Wenn ihr es nicht mal schafft, jemanden im Übungskampf unverletzt zu lassen, solltet ihr keine Schwerter führen, verdammt." Er ist sichtbar zornig. "Schwert gut fest halten.", sagt er und macht es noch einmal vor. "Achtet darauf, aus welcher Richtung die Hiebe kommen. Haltet das Schwert mit der breiten Seite horizontal, wenn ihr über Kopf angegriffen werdet. Haltet es vertikal, wenn ein Schwung von links oder rechts aus der Schulter kommt. Hah!" Er macht ein paar schnelle Bewegungen, als würde tatsächlich jemand auf ihn einschlagen. "Ihr müsst jedoch nicht nur mit der Klinge parieren. Nutzt die Parierstange. Mit etwas Geschick könnt ihr euren Gegner damit sogar entwaffnen. Natürlich nur mit den Waffen, die über eine Parierstange verfügen!" Anwärter Saranth sieht kurz zu, bevor er mit etwas unkoordiniert wirkenden Schlägen aus verschiedenen Richtungen auf Roan einschlägt.

"Wenn ihr euch einigermaßen sicher damit fühlt, setzt euch ins Gras. Wir werden etwas Äther fokussieren. Eine kleine Übung in Konzentration, harhar."

Ein Aufstieg

Rahih macht ein erstauntes Gesicht bei den Erzählungen von Kiara Dalares. "Ihr seid also wirklich ein Sprout, der sein Leben auf diesem Weg verbringen will? Das hätte ich nicht gedacht. Verzeiht wenn ich das sage, aber ihr wirkt wie jemand mit ganz anderen Plänen. Aber vielleicht betrachte ich euch auch zu oberflächlich." Es ist klar, dass Rahih damit auf das fehlende Auge von Kiara anspielt, welches ihr ein verschlagenes und etwas unseriöses Aussehen gibt. "Ich bin noch nicht sicher.", antwortet Rahih auf ihre Frage und wendet ihren Blick von Kiara ab und wendet ihn den Wald zu. "Ich hatte gehofft, dass ich gut in den Prüfungen abschneide und einfach schnell Leutnant der Einheit werde. Dann hätte ich genau so viel erreicht, wie jemand bestimmtes. Mit diesem jemand habe ich noch eine Rechnung offen. Lang hab ich überlegt, ob ich dann in mein altes Leben zurück gehe. Aber das Dasein auf dem Schloss hat mich verändert.. Meine Persönlichkeit verformt. Ich habe Menschen getötet und Intrigen zerschlagen. Wer kann danach wieder das ärmliche Geschäft seiner Eltern übernehmen? Nein, wahrscheinlich werde ich mir meinen Weg zu den Blaurittern, der Garde des Königs, ebnen." Die beiden machen die ersten Schritte im Wald und der Gesang von Vögeln und Insekten ist zu hören. Der Wald wird schnell dichter und das Wurzelwerk der uralten Bäume macht die Umgebung sehr uneben oder hat das Erdreich sogar nach seinem Willen verformt. "Ich kenne mich übrigens nicht sonderlich mit Kräutern aus.. Aber ich kann euch unterstützen es zu pflücken, wenn wir es finden.." Sie gehen einen weiteren Augenblick durch den Wald, als Rahih endlich die Frage stellt, die ihr bereits seit ihrem Aufbruch auf der Seele brennt. "Wie.. ist das eigentlich passiert?" Statt genauer auszuführen, zeigt sie an ihrem Gesicht auf die Stelle, an der bei Kiara ein Auge fehlt.

Das Plateau

Der weitere Aufstieg der Expedition erfolgt frei von unangenehmen Ereignissen, aber recht kräftezehrend. Die karge, felsige Umgebung des Gebirges ist von weiteren, höheren Bergen umgeben, aber es ist von der erreichten Anhöhe möglich, weit durch das Gebirge zu reisen ohne eine Felswand zu besteigen. Die Jahre und die Witterung haben an den Bergen genagt und Pfade frei gelegt, die es vielleicht vor tausend Jahren noch nicht gegeben hat. Wilde Sträucher und Gräser trotzen den starken Winden und dem Regen, der für achtlose Wanderer den Tod bedeuten kann. Der Wind ist beißend kalt und nur ein Angeber wie Grendel kann behaupten, dass er mit seiner leichten Rüstung nicht friert. Sprout Aspa verstaut sein Seil in seiner Tasche und weist die anderen an, es ihm gleich zu tun. "Wir bilden kleine Gruppen.", sagt Sprout Aspa, als er seine Tasche wieder schultert. "Wir wollen schließlich das Gebirge in einer möglichst kurzen Zeit erkunden. Immer zwei Sprouts zusammen, das dürfte für die meisten Gefahren ausreichend sein. In zwei Stunden treffen wir uns wieder hier. Falls jemand sein Gruppenmitglied verliert oder etwas gefunden wird, kommt ebenso sofort zurück. Das ist hier ein Späh-Einsatz, kämpft nur wenn euch die Tiere hier oben keine Wahl lassen." Madgars, Oger und schlimmere Wesen hausen hier im Gebirge, doch viele von ihnen suchen nur bei Bedrohung den Konflikt. Maria und Ayla haben sich sofort als Gruppe gefunden, Fisk und Grendel ebenso. "Ich werde nachkommen, da ich zunächst einmal die Skizzen von dem Aufstieg vervollständige.", sagt Sprout Aspa und nimmt einige Karten hervor, die bekannte Aufstiegsmöglichkeiten in das Gebirge kennzeichnen. "Macht mir keine Schande.", sagt er zu allen.

Irral Sol
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Sonntag 9. April 2017, 21:20

Der leicht erhöhte stand auf einem der Äste meines auserwählten Baumes schenkt mir keine besonders gute, jedoch eine ausreichende Aussicht auf die Geschehnisse unter mir. Die Drages, die ich durch diese Aktion näher ins Auge fassen wollte, ergötzen sich an einem Kadaver, schlingen ihn runter und lassen sich von meiner Nähe nicht beirren. Es soll Monster geben, die Ätherische Veränderungen in der Umgebung wahrnehmen und darauf reagieren können, Drages scheinen nicht dazu zu gehören. Keine Regung, keine Verhaltensänderung auf meine Nähe hin. Und ich nicke zufrieden. Jetzt da ich alleine bin, ohne diese Bewegung aufzufangen und zurückzustecken. Es war die richtige Entscheidung nicht auf die Drages zu zielen, sie nicht zu attackieren. Bei einem Kampf gegen sie wäre ich mit meiner Ausrüstung Chancenlos gewesen. Ein Schrei aus der Distanz erregt als nächstes meine Aufmerksamkeit. Er scheint vom Trainingsplatz zu kommen. Nichts was für mich von Bedeutung wäre. Und trotzdem reagieren meine scharfen Sinne auf jegliche Veränderung in meinem näheren Raum. Und so auch auf einen Schatten, der durchs Dickicht zieht, schnell, kaum zu erkennen, immer wieder mit dem Wald verschwimmend. Meine gesamte Aufmerksamkeit gehört jetzt diesem etwas, diesem undefinierbaren etwas.

Es schnellt durch den Wald, weg von den Drages, immer tiefer in das Dickicht und die tiefen des Waldes hinein. Ich gehe einen Schritt, einer Intuition folgend diesem etwas nachzujagen, zu versuchen es zu identifizieren. Doch ich gehe diesem Instinkt nicht nach. Die Möglichkeit besteht nicht, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt. Ich befinde mich in der Region in der die Ziele auftauchen sollten, am Waldrand, nicht zu tief in ihm drin, nicht zu vielen Gefahren ausgesetzt. Und das ist auch Sinn und Zweck der Übung. Mit nur einem Pfeil und einem Messer bewaffnet, noch dazu einem Bogen, der seine besten Tage hinter sich hat, wäre es mehr als leichtsinnig tiefer in den Wald zu gehen. Zu leichtsinnig und zu gefährlich. Und, auch wenn es mir schwerfällt, akzeptiert mein Körper diese Entscheidung. Ich breche den Schritt ab, den ich eben noch vollziehen wollte, springe von dem Baum runter, fast ein wenig enttäuscht meine Neugierde nicht befriedigt haben zu können.

Dann ziehe ich weiter, weg von den Drages. Irgendwo muss es sein. Das Ziel, dass meines Pfeiles Schicksal erfüllen und als Zielscheibe für ihn dienen soll. Ich weiß, auch wenn ich in Gedanken immer noch abschweife und zu diesem Schatten zurückkehre, dass es die richtige Entscheidung war, nicht dem Trieb nachzugehen diesem etwas zu folgen das nun schon unerreichbar für mich zu sein scheint.
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Veyrne Ibga
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Veyrne Ibga » Montag 10. April 2017, 11:49

Ich lösche den verbleibenden Stummel meines herunter gebrannten Teerstängels und lasse ein letztes Mal meinen Blick durch den Hof schweifen. Meine Gedanken gleiten zu vielen Dingen, die in nächster Zeit kommen. Die Dorius, Phaben Insel, Dantes Verschwinden. Für einen kurzen Augenblick lähmt mich ein Gedanke. Phaben Insel wäre eine gute Gelegenheit unliebsame Sprouts verschwinden zu lassen. Etwa Sprouts, die in den Archivturm eingedrungen sind. Doch weiß man davon? Wir haben gut gearbeitet. Oder bin ich naiv?
Auch die Ohren von Blewth müssen ihre Grenzen haben.
Nur wenige haben bisher das Glück gehabt, die wirklich altgedienten Sprouts wie Asthran Roncain oder Ilamoen Toku jemals kämpfen zu sehen. Wenige erreichen je dieses hohe Alter. Doch reizt mich der Gedanke, diese Männer einmal wirklich ihre Kräfte einsetzen zu sehen. Von ihrer Erfahrung zu lernen und ehrfürchtig zu sehen, welches Maß an Macht ein Sprout wirklich erreichen kann. Über Asthran Roncain sind viele Einzelheiten seines Werdegangs bekannt. In welchen Einheiten er gedient hat, welche Einsätze und Gefechte er mitgemacht hat. Doch bei Toku ist es anders. Sein Werdegang am Schloss scheint vielen ein Rätsel zu sein. Alles Gerüchte. "Gefährliche Männer haben ihre Geheimnisse. Jemand ohne Grund zur Furcht benötigt keine Geheimnisse." Schweigend weigere ich mich Pellariahs Vereinfachung von Geheimnissen Zustimmung zu geben. Dennoch bin ich mir sicher, dass Toku etwas vebirgt. So ein charismatischer alter Herr. Eine freundliche, aber autoritäre Vaterfigur. Blewth kann sich eigentlich nichts besseres wünschen. Oder sehe ich schon Geister? Doch muss ich meinen Kopf klar bekommen. Ich muss funktionieren. Zweifel und Sorgen können andere in Gefahr bringen, wenn wir auf Phaben Insel sind.

Die Expedition ins Gebirge ist schon aufgebrochen, als ich erneut das Schloss und die Eingangshalle betrete. Gelangweilte Sprouts starren von der Treppen in die Halle, die sich über dem Korridor verbinden, der in Richtung der Baderäume führt. Freya wurde noch nicht gefunden.. Doch es könnte wichtig sein, sie bald zu finden. Ich muss zumindest eine Person möglichst tief in die nächsten Geschehnisse einweihen. Durch unseren gemeinsamen "Verrat" ist sie für derartiges noch mehr geeignet als auch schon zuvor. Unsere Schicksale hängen dadurch voneinander ab, so lang wir Mitglieder der Sprouts sind. Zu wissen, dass jemand mit einem unter gehen würde, ist auf eine verdrehte Art und Weise verbindend. Früher kannte ich solche Arten der Verbundenheit nicht. Stille Verschworenheit statt lange, inhaltslose Reden über Sorge und Wachsamkeit übereinander.

Doch was mache ich so lang? Bis ich sie finde? Soll ich mir einen Ausflug in die Sphären erlauben? Leider kann man zu selten erahnen, was die Sphärenweber dabei vorgesehen haben. Ich könnte Stunden darin zu bringen und meine Gelegenheit verpassen. Leise stöhne ich auf. Entweder ich habe zu viel zu tun oder ich kann mich zu keiner Entscheidung durch ringen, was ich für mich selbst tun soll. Die Kunst nicht allein sein zu können und unter anderen durchzudrehen. Ich könnte die beruhigende Präsenz von Kyriel brauchen.. Auch wenn ich ihm das vermutlich niemals sagen werde.
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