Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
Veyrne Ibga
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Veyrne Ibga » Freitag 31. März 2017, 20:53

Die frische Luft im Hof lässt mich gähnen. Nachdem ich gesehen habe, wie Rahih und Kiara gemeinsam das Tor des Walls passiert haben, habe ich meine Pläne geändert. Ich muss nicht unbedingt das Opfer von Rahihs Zorn werden. Wenn sie mich allein im Feld trifft, kommt sie eventuell auf dumme Gedanken."Du wirst dich doch nicht vor einem Duell mit deinem ehemaligen Weib drücken, Veyrne?" Das wäre nicht einfach ein Duell. Wenn dieser Kampf eskaliert, wäre ich vielleicht gezwungen sie zu verletzen. So kurz vor dem Einsatz. Und welches Licht würde das auf mich werfen? Ich kann nicht einfach einen Sprout verletzen. Wenn heraus kommt, dass ich eine Vergangenheit mit ihr habe, wird man an meiner Integrität und meiner Selbstbeherrschung zweifeln. Seit man mich zum Leutnant der Sprouts gemacht hat, kann ich nicht aus einer Laune heraus entscheiden. "Warum bist du bei diesem Posten geblieben? Wir wissen beide, dass dir das nicht in den Kram passt. Entscheidungen treffen, Konsequenzen tragen, Verantwortung für andere tragen.. Das alte Leben hat dir doch gut gefallen. Immer alles nach Lust und Laune machen, egal wer darunter leidet." Das stimmt. Und ich vermisse es oft. Es ist einfach nicht für anderer Leute Taten gerade stehen zu müssen. Mit nachdenklichem Blick gehe ich zurück auf den Hof von Blewth und entscheide mich zu einem kurzen Spaziergang auf dem Hof. Aber das kann nicht alles sein. Rückblickend würde ich kein Leben als armer Schneider mehr führen wollen. Diese Herausforderungen.. Sie machen mich lebendig. In Jaipur, als wir dem Tod ins Auge gesehen haben.. Als uns Sekunden vom Ende getrennt haben. Da habe ich mich lebendig gefühlt. Ich habe etwas gesehen, das mich wirklich in Ehrfurcht und Erstaunen versetzt hat. Ich wusste nicht einmal, dass das überhaupt möglich ist. Ich will sehen wo es hin geht. Ich will wissen sehen was ich bewegen kann. Ich will mich gegen diese Herausforderungen werfen und ich ergreife jede Gelegenheit, die sich mir bietet. Umso erfolgreicher die Blutwölfe sind, desto gefährlicher wird es werden. "Ich weiß noch nicht, ob das beruhigend ist." Es geht nicht um Ehre. Oder Gold. Ansehen. Oder sogar Frauen. Ich liebe die Herausforderung. Und eines Tages will ich jemanden finden, mit dem ich mein letztes Mal die Klingen kreuze. Alt werden? Nein, das brauche ich nicht.. Irgendwann will ich einen Konflikt führen, der wirklich bedeutsam ist. Und diesen kann ich mir als Sprout-Leutnant suchen. Und so lang werde ich diese Funktion wahr nehmen. Wäre ich anders, würde ich dir nicht helfen. "Verstehe. Du hoffst dass sich daraus neue Möglichkeiten ergeben etwas bedeutsames zu tun." So in der Art.

Auf dem Hof laufen Sprouts umher. Manche üben an der Waffe, manche unterhalten sich. Andere genießen das Wetter. Es ist derzeit kaum ein Anwärter unterwegs, da diese mit ihren Ausbildern üben. Einer von den Sprouts, die sich unterhalten, scheint ein Magier zu sein. "Hallo.", sage ich knapp und lächele verlegen. "Ja, Sprout?", sagt der Mann, den ich zuvor noch nie gesehen habe. "Ihr habt nicht zufällig ein wenig Feuermagie für mich übrig?" Der Magier verdreht genervt die Augen. "Ich hab' meinen eigenen Magier gerade weg geschickt.", füge ich hinzu. "Leutnant, hm? Na schön, ausnahmsweise." Der Magier entzündet etwas ätherische Energie in seiner Hand und reicht mir das Feuer. Ich entzünde daran einen Teerstängel und nehme einen Zug. Eine Angewohnheit, die ich trotz großer Bemühungen, nicht ablegen konnte. "Vielen Dank. Ich werde es mit einem Bier wieder gut machen.", verspreche ich ihm. "Das hoffe ich! Wir sind keine Feuerstellen, Leutnant." Ich winke entschuldigend ab und führe meinen Spaziergang fort.

Die Züge vom Teerstängel beruhigen meine Nerven und meine angespannten Gedanken. Den Einsatz auf Phaben Insel finde ich gleichermaßen beunruhigend und aufregend. Trotz aller Bedenken und Gefahren sind wir immer noch die ersten Sprouts, die das Anwesen aufsuchen dürfen. Unabhängig von den Verboten, die von den Dorius möglicherweise missachtet werden, interessiert mich was diese Familie verbirgt. Vielleicht finde ich sogar heraus, was Dimitrij Dorius mich vergessen lassen hat. "Nicht jedes Abenteuer muss auch erlebt werden."
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Freya
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Freya » Freitag 31. März 2017, 22:22

Ich klappe auch das letzte Buch wieder zu. Nicht eine Information die nützlich wäre. Geschichte, Folklore, doch das was ich suche, nein brauche, das finde ich nicht. Mit einem frustrierten Seufzen fahre ich über meine Stirn in die Wellen meines langen Haares bevor ich so verharre.

Es muss einen Hinweis geben, irgendeinen. Wenn ich doch nur wieder zurück könnte.

Fakt ist ich könnte tatsächlich. Jahre ist es her, in den Schatten eines Labyrinthes und unter den Schreien von Bestien wie Kameraden gleichermaßen, als ich Steven habe davon gehen lassen.
Fahnenflucht.
Der Gedanke ist so oft schon durch meinen Kopf gehuscht. Es gäbe kein Zurück mehr für mich wie er es gefunden hat. Ich würde alle Mittel der Sprouts verlieren, nur ich allein, die zum hundertsten Male einen Ort absucht an dem es nichts zu finden gibt. Schutzlos. Ein gutes Ziel für all die Attentäter die ich auf meinen Fersen weiß, dessen Silhouette ich in jedem Schatten lauern sehe. Vielleicht würde ich sterben noch lange bevor das Schloss mich einholen und festnehmen könnte.

Dann wäre es vorbei. Alles.

Ein Gedanke der weit erschreckender sein sollte als er mit für eine Sekunde erscheint. Tod, für immer fort, aber frei von alle dem. Frei von Sorgen, frei von Intrigen und anhaltender Vorsicht.
Welche Lücke versuche ich zu schließen mit dem krampfhaften Griff ums Leben? Ich bin austauschbarer als jeder andere hier. Es würde kaum bemerkt werden. Nicht einmal von Veryne.

Bitter richte ich mich wieder auf und beginne die Bücher auf den vorgesehenen Wagen zu stapeln. Fayt ist leise auf meiner Schulter. Ich merke ihn kaum.

Was soll ich noch tun? Was kann ich tun? Wird es irgendeinen Unterschied machen?
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Cleyo
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Samstag 1. April 2017, 00:08

Wut kocht in mir hoch, kaum einen Moment nachdem ich Steven die Nachricht vor die Nase gehalten habe, denn natürlich ignoriert er sie. Er tut einfach als wäre sie nie da gewesen und beginnt an dem Mädchen zu ziehen.

Im selben Moment brennt die Wut über.

Es reicht. Das ständige Gejammer über Verluste, die riskanten Manöver für nichts und wieder nichts. Die verdammte Dauerschleife an Gefahr die er immer wieder und wieder herauf beschwört - und dabei meckert er mich an.
Es reicht. Es ist genug.
Ohne mit der Wimper zu zucken lasse ich die Notiz fallen und ramme ihn einfach zur Seite. Ich habe keine Chance etwas Anderes zu tun ehe ein lautes Geräusch von außen ertönt und mich innehalten lässt. Der Zwist zwischen uns rückt mit einem Mal in den Hintergrund.

War das zu laut?

Einen Moment später spüre ich etwas Neues. Ich weiß nichtmal was es ist, doch jedes meiner Haare beginnt sich mit instinktiver Sicherheit aufzustellen. Was immer es ist, ich weiß ohne Zweifel was es für uns bedeutet: Angriff.
Und die Gewissheit rast in purem Alarm durch meine Glieder.

"Raus!", zische ich nur noch und packe den viel größeren Steven einfach am Kragen, bereit ihn mit aller Macht mitzuziehen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Steven Servain » Samstag 1. April 2017, 12:11

Es passiert alles so plötzlich… So schnell. Alles auf einmal und es nimmt mir jegliche Chance zu überlegen, abzuwägen, richtig zu Urteilen. Das Mädchen, dass sich unter dem Bett verschanzt hat, dass auf Schutz hofft, dass Angst hat. Cleyo, die mir sagt, dass dieses Mädchen eine Gefahr sei. Dann ein lautes krachen außerhalb der Hütte, gefolgt von Cleyos Körper, der sich an meinen presst und ihn versucht mit sich zu schleifen, die verängstigt den Befehl zischt aus der Hütte zu fliegen. Irgendwas stimmt nicht, irgendetwas, das ich nicht spüren kann, etwas Magisches. Meine Augen verharren auf dem Mädchen unter dem Bett. Ich bin sie, sie ist ich, nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ich kann nicht. Kann sie nicht zurücklassen, kann mich nicht zurücklassen, in dieser Hütte voll von Gefahren. Nicht sie ist der Feind, es ist der Feind. Das ist doch ersichtlich? Ich packe Cleyos Hand, löse sie von meinem Kragen. Ich kann sie nicht zurücklassen. Kann mich nicht zurücklassen. Ich muss ihr helfen. Ein kurzer Schritt, einmal in die Knie gehen, dann den Arm des Mädchens packen und sie mit aller Kraft unter dem Bett hervorziehen und sie über meine Schulter werfen, als wäre sie nichts mehr als ein Sack Getreide.

Cleyo wird es nicht verstehen. Daru wird es nicht verstehen. Es ist mir egal, egal, dass ich gegen die Wünsche und die Vorstellungen der beiden agiere, egal, dass das hier eine Falle sein könnte, dass ich die falsche rette und uns damit alle in Gefahr bringe. Zumindest für den Moment. Für diese kurze Zeitspanne in der mein Hirn überlastet scheint, nur an das eine denkend, sie zu retten, mich zu retten. Es darf keine unschuldigen Opfer geben und ihre Schuld ist keinesfalls belegt. Sie ist nur ein Mädchen, dessen Vater getötet vor der Hütte liegt, durchbohrt von einem Schwert, aus dem Leben genommen durch eine Bestie… Wieso sollte sie hier sein, wenn sie eine Gefahr darstellt. Es erschließt sich mir nicht. Ich kann es nicht nachvollziehen. Sie nicht nachvollziehen. Wie kann man nur so von der Angst geblendet sein, so Misstrauisch sein, dass man ein kleines Mädchen einfach so zurücklassen würde? Während ich, mit dem Mädchen über meiner Schulter, losrenne und dabei Cleyo anschaue, überkommt es mich. Dieses Gefühl der Enttäuschung. Sie ist nicht wie ich. Nicht ich. Sie wird es niemals sein. Sie hat es verloren, ihr Mitgefühl. Und für die eine, kurze Sekunde bin ich traurig. Traurig über das, was die Vergangenheit aus ihr gemacht hat, mit ihr gemacht hat.

Dann greife ich sie an der Schulter ziehe auch sie mit, aus der Hütte raus, in Richtung Wald, egal wo hin, Hauptsache weg von hier.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Samstag 1. April 2017, 13:41

Und der Boden verformt sich

Cleyo spürt, wie die im Boden befindlichen ätherischen Linien weiter mit zerstörerischer Energie aufgeladen werden. Plötzlich beginnt der Boden zu beben und zu rumoren. Der riesige Ritter verharrt in seiner Position, mit beiden Händen am Schwert. Er speist den Boden mit zerstörerischer Kraft aus seinem Inneren und lässt damit die Erde selbst aufreissen. Die Lichtung wird entzwei gerissen und eine Kluft entsteht zwischen der Hütte und dem Ort, von dem die Gruppe gekommen ist. Spitze Felsen werden im Schoß der Erde geboren und heben sich wie Messer empor. Sie zerschneiden die Gemüse-Beete links und rechts der Hütte und schließlich lassen sie die Hütte in der Mitte brechen. Die ganze Lichtung ist innerhalb von Sekunden nicht mehr wieder zu erkennen. Die ersten Bäume am Rand der Lichtung weichen der Kraft des Erdreichs und stürzen um oder zerbrechen einfach unter der Woche des Gerölls, das aus den Tiefen des Erdbodens ausgespuckt wird. Viel Staub wird dabei aufgewirbelt und es lässt schwer, das Geschehen im Auge zu behalten. Das kleine Mädchen, das Steven mit sich gezerrt hat, weint und wimmert. Sie hält sich die Ohren zu, da das grollende Gestein ohrenbetäubende Geräusche macht. Daru hat den Sichtkontakt zu Steven und Cleyo verloren und musste sich selbst aus seinem Gebüsch zurück ziehen, da dieses von einem wachsenden Felsen entwurzelt wurde. Bretter der zerstörten Hütte wirbeln durch die Luft und fallen krachend in den umliegenden Wald. Cleyo spürt wieder die bedrückenden, ätherischen Ströme um sich herum. Trotz des Staubs und der Felsen scheinen sie von der Lichtung in den Wald gekommen zu sein. Glücklicherweise dienen die Felsen und neu entstandenen Unwegbarkeiten als guter Sichtschutz, um sich neu zu sammeln.

Daru ist zunächst von den anderen getrennt. Er hört durch die Felsen und das Geröll hindurch, wie sich das stählerne Schwert des Ritters aus dem Boden entfernt. Dann ein leises "Bumm". Scheinbar hat er einen Schritt getan.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Samstag 1. April 2017, 14:42

Nach zwei Jahren sollte mich die Macht der Magie eigentlich nicht mehr überraschen. Insbesondere wenn man bedenkt, dass mein allererster Kampf gegen einen mutierten Blubber stattfand, der den Boden unter sich zersetzen konnte, um seine Opfer in der somit entstehenden Grube festzusetzen. Und dennoch bin ich überrumpelt von dem plötzlichen Angriff.

Als die ersten Felsen aus dem Boden brechen, springe ich sofort auf. Mein Kopf schaltet um. Meine Instinkte, mein antrainiertes Verhalten übernehmen. Bogenschützen trainieren, um sich in unwegsamen Gelände zurechtzufinden, um ihre Umgebung unterbewusst wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Natürlich gehören plötzlich aus dem Boden schießende Erdspitzen und immense Erderschütterung nicht zu dem üblichen Trainingsregiment.

Ich laufe, nur noch darauf bedacht, nicht aufgespießt zu werden oder sonst wie den Boden unter den Füßen zu verlieren. Die Präsenz des Kolosses tritt in den Hintergrund. Es geht einfach nicht anders. Ich benötige alle meine geistigen Kapazitäten, um das hier ohne Verletzungen zu überstehen. Die Geräusche lassen meine Aufmerksamkeitssphäre noch weiter schrumpfen. Ich bin nun in meiner eigenen Welt.

Ich laufe über den Boden. Springe auf einen sich langsam neigenden Baum. Ich stoppe nicht, egal was passiert. Jede Sekunde verändert sich der Weg vor mir und ich reagiere darauf, hüpfe, rolle, rutsche, sprinte. Erst als das Grollen der Erde endet, stoppen auch meine Füße und mein Kopf fängt an, andere Gedanken als die Flucht zuzulassen.

Meine erste Handlung ist es, die Lage zu sondieren und zu versuchen meine Orientierung wiederzufinden. Wo genau befinde ich mich? Wo ist der Koloss, wo die Hütte? Wo sind Cleyo und der Andere? Das metallene Schleifen eines übergroßen Schwertes hilft mir. Ich nähere mich im Schutze eines der großen Felsmesser, die mich noch Sekunden zuvor aufzuspießen versuchten. Der Bogen ist wieder abschussbereit in meinen Händen. Ich schlucke. Je nachdem, was für eine Situation ich nun antreffe, werde ich eingreifen müssen. Hoffentlich ist Cleyo nichts…. Nein, jetzt ist nicht die Zeit! Ich muss… ich muss ihr vertrauen. Sie ist stark genug... sie ist… Ich zwinge mich, den Gedanken zu beenden und riskiere einen Blick um den Felsen herum, dort wo ich den Riesen vermute.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Samstag 1. April 2017, 15:52

Ohne Vorwarnung entfesselt die Sphäre einen Alptraum vor mir. Oder vielleicht hat es eine Warnung gegeben und ich habe sie nur nicht gesehen. Vielleicht war ich zu ignorant es wahr haben zu wollen und habe es schlichtweg ignoriert. Hier und jetzt, jedoch schreit die Wahrheit mir ins Gesicht.

Für ihn bin ich nur Schall und Rauch.

Die Erkenntnis sackt so hart ein, dass ich im ersten Moment nur zusehe wie er das Kind packt und es rauszieht, wie er mich anstarrt mit einem Ausdruck in den Augen der die Kluft die zwischen uns liegt größer zeichnet als alles Andere es gekonnt hätte. Und noch währenddessen wird das Beben immer stärker bis regelrecht Lärm ausbricht und Steven letztlich nach mit greift, um mich rauszuzerren. Die Katastrophe die an seinem Bein hängt. Kein Kamerad, nur die arme Gestalt die er halt einfach nicht sterben lassen kann.
Ich sehe es passieren, doch nichts davon scheint real. Der Lärm wirkt wie eine ferne Masse, das alles wie die Illusion die es ist. Nur das diese eine Erkenntnis so echt ist wie der beißende Schmerz in meiner Brust und der bittere Kloß in meinem Hals.
Ich kann es nicht mal fassen. Erst als mich ein Fels beinahe von unten her aufspießt kommt wieder Bewegung in mich und ich springe zur Seite. Keine Sekunde bevor ich Stevens Hand bestimmt zur Seite schlage und durch die nächsten hindurch springe. Nicht nur die Bitterkeit drückt auf mich nieder, auch die malträtierende Kraft des Waldes greift sofort nach meinem Verstand und scheint mich fast am Boden festdrücken zu wollen. Ich achte nicht mehr auf Steven, sondern bahne mir meinen Weg durch die wilde Felslandschaft bis alles vorbei ist. Ein letztes Donnern, metallen, dann stehe ich inmitten zertrümmerter Bäume und Felskluften, Bitterkeit in jeder Faser meines Seins, der Verstand in der Klammer dieses Waldes und ohne jeden Blickkontakt.

Ich bin allein. Und ich bin es immer schon gewesen.
Für einen Moment stehe ich einfach nur da und tue nichts.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Steven Servain » Samstag 1. April 2017, 16:17

Der Boden unter uns reißt auf, zerspringt, als wäre er ein Spiegel und die Lichtung, die freie Fläche auf der wir eben noch standen, in Harmonie, in aller Freundschaft, ist das Glas, dass splittert, bis nichts mehr von dem ganzen da ist, ein Scherbenhaufen unserer selbst herbeigerufen durch eine verschobene Realität. Ein kennen lernen auf einer anderen Ebene, ein Spiegel, der die wahren Gesichter präsentierte und sie nicht halten konnte, den Druck nachgab, und jetzt zerstört ist, getränkt in Diversität, getränkt in falscher Hoffnung. Ich halte das Mädchen fest im Arm, runter von meiner Schulter, mit beiden Armen umklammert, als wäre sie die Vergangenheit, die ich halten will, bevor auch sie der Zerstörung erliegt, bevor auch sie schwindet. Sie ist jung, höchstens sechs Jahre alt, hilflos, schutzlos, niemals hätte ich sie zurücklassen können, niemals hätte ich ihr meinen Schutz verwehren können. Ich laufe Cleyo hinterher, mit reduzierten Tempo, meine schnellen Beine nicht komplett ausreizend, nicht dem Drang folgend wegzulaufen vor dem was gerade passiert ist, vor dem was die Zukunft bereithält. Ich habe Angst, Angst vor dem was kommen mag, nicht vor dem Angriff des riesen, oder sonstiger Gefahren. Es ist die Angst zurückzuschauen auf das Feld, auf die Splitter dessen was einst war und nun nicht mehr ist. Sie hätte sie sterben lassen…

Ich komme hinter Cleyo zu stehen, im Schutze einer der Felswände. Ich sage nichts, nichts Vorwurfsvolles, nichts, was sie belehren soll. Ich schaue sie auch nicht an, nicht jetzt, nicht mehr, ich erdulde es, kann kaum noch atmen, für die Sekunde des Stehens. Immer noch umklammere ich das Mädchen, dass sich die Augen zu hält, vor Angst, vor Panik, das Mädchen, dass eine Kluft gerissen hat, eine Kluft zwischen uns, zwischen Cleyo und mir. Nicht sehbar, aber vorhanden, so real, dass ich es nicht ertragen kann, nicht haben will für die Momente des Realisierens. Kein Blick zu Cleyo, immer noch nicht. Ich würde für sie mein Leben geben, sie weiß es nicht, wird es nie wissen, wird es nie verstehen. Doch dass was ich in ihr sah ist zerstört, zersplittert, wie der Erdboden in unserer Umgebung. Sie ist nicht ich. Sie war es nie. Sie wird es nie sein. Sie hätte sie sterben lassen. Ich halte nach Daru Ausschau, während ich immer noch versuche den Drang zu unterdrücken wegzurennen, weg von dieser Situation, weg von dem zerreißenden Gefühl in meiner Brust, dass mich so stark erinnert an diesen Tag. Es ist als wäre ein Teil von mir verändert, umgepolt, unwillentlich und doch ist es passiert. Und es tut weh, für den Moment. Und immer noch, sage ich nichts, sehe sie nicht an, schlucke schwer und schaue auf das Mädchen runter, welches so Hilflos in meinen Armen liegt, so jung und schon so verletzt. Es ist alles nur eine Illusion. Sie ist ein Trugbild, der Riese ist ein Trugbild, doch das was gerade passiert ist, ist real. Kann man ihn wieder kleben? Flicken? Den Spiegel, der zerbrochen ist, der uns präsentiert hat, wer wir wirklich sind? Ich atme schwer, schaue nicht zu ihr, spreche immer noch nicht. Anders als sonst. Anders als noch vor fünf Minuten. Ich will mich nicht erklären. Ich brauche mich nicht erklären. Sie hätte sie sterben lassen…

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Samstag 1. April 2017, 16:32

Ich stutze. Für einen Moment, nur kurz, gedanklich und auch körperlich. Kaum merklich, zum größten Teil verborgen hinter der Maske meines Körpers. Die Forderung die unser Ausbilder stellt ist zwar verständlich, jedoch keines falls akzeptabel. Ich habe mir Mühe gegeben einen Pfeil zu fertigen auf der für Elfenhand bestimmt geschossen werden sollte. Das Holz, die Feder, das gespendete Blut des Baumes, all das ist für die Hand und den Bogen eines Elfs bestimmt. Keinesfalls für die eines Menschen. Ich schaue unseren Ausbilder an, nur kurz, nur flüchtig. Auch er scheint anders zu sein, anders als mein Idealbild eines Menschen. Ich hege Respekt ihm gegenüber, mehr als ich es mir je zugetraut hätte. Das Ziel, der Sinn und Zweck seines Befehls ist verständlich, schießen lernen, selbst mit dem schlechtesten Pfeil. Ich weiß, dass es mir möglich ist, selbst mit einem Kochlöffel wird es mir möglich sein zu treffen, zu verletzen, doch trotzdem… Meine Fingerspitzen streicheln leicht von der Spitze abwärts, den Schaft entlang, über die Federn meines Pfeils… Ist dieser von mir geschaffene Pfeil nicht für die Hände eines Menschen gemacht. Nicht dieser.

Kurzentschlossen drehe ich mich um, gehe zwei Schritte auf die einzige Person zu, der ich diesen Pfeil anvertrauen kann. Menschen würden das nicht verstehen. Nicht verstehen, wieso er mir so viel bedeutet, nicht verstehen, wieso ich so empfinde wie ich empfinde. Er besteht aus der Natur, aus dem, was sie mir schenkte, aus dem, was ich ihr nahm, aus einer Natur, die den Menschen so unwichtig scheint, die so verschwenderisch mit ihr umgehen. Dieser Teil der Natur manifestiert sich in meinem Pfeil, geschenkt von ihr, darf er nur von jemanden geschossen werden, der sie auch liebt, der sie auch respektiert. Zumindest dieser eine, der erste den ich hier auf Blewth hergestellt habe, nur dieser eine. „Hallo“, sage ich auf elfisch und verbeuge mich. Meine Sprache. Es fühlt sich fast merkwürdig an sie wieder zu sprechen. So vertraut, als wäre ich nie gegangen, als wäre ich noch dort, wo mein Herz immer noch lagert, wo meine Seele immer noch schwebt. „Mein Name ist Irral Sol“, spreche ich weiter, auf elfisch, und halte ihr, aus der Verbeugung kommend, meinen Pfeil hin, eingewickelt in das Papier, dass uns der Ausbilder gab, nicht zu erkennen, welch Meisterstück sich dahinter verbirgt.

Auch sie hält mir ihren Pfeil hin, auch sie verbeugt sich. Ob sie mich kennt? Sol? Der Name ist bekannt für Elfen. Wird sie sich wundern wieso ich hier bin? Wird ihr klar sein, das Irral der Name des älteren Sol Sohns ist, desjenigen, der eigentlich eines Tages die Familie führen sollte? Wir laufen nebeneinander her, hin zu der Lucke, die der Ausbilder öffnete, ihm folgend, zu dem nächsten Abschnitt unseres Trainings. Dann tauschen wir die Pfeile.
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Cleyo
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Samstag 1. April 2017, 17:01

Stille.

Stille so drückend wie der Wald auf meinem Kopf.

Wie die Kluft in meinem Herz.

Stille so rot wie Blut.

Jetzt erst rücken alle Gedanken nach die vorhin auf mich eingedrängt sind. Ich weiß das er mir gefolgt ist, spüre seine Präsenz und die des Mädchens in meinem Rücken wie das Aufstellen meiner Haare. Und ich hasse sie in diesem Moment aus tiefsten Herzen. Sie hat es alles zerstört. Für sie hat er Verständnis, aber ich bin nichts. Wortlos ballen meine Hände sich zu Fäusten.
Ich weiß, dass es immer schon so gewesen ist, so sehr wie ich mir der Gefahr bewusst bin die um uns herum schwirrt. Der des Riesen irgendwo auf der Lichtung. Der des Waldes der mich zu zerquetschen sucht. Die Gefahr die womöglich in dem Kind hinter mir liegt. Direkt in meinem Rücken.

Mit ihm.

Es war die ganze Zeit schon so. Sie hatten Recht. Ich war ein Kind, ein dummes, kleines Kind obwohl ich es besser wusste. Wann ist es passiert? Wann habe ich angefangen zu vergessen, dass es keine echten Kameraden gibt? Wieso habe ich nicht sehen können wer Steven wirklich ist? Ich war dumm. So dumm.
Jemand wie ich gehört nicht an ein Schloss wie dieses. Ich hätte bleiben sollen wo ich herkam. Was wollte ich als Sprout? Meine Eltern? Sie haben mich nie gewollt und das habe ich immer schon gewusst. Wie kam ich auf die dumme Idee ein Soldat werden zu wollen? Meine Eltern von allen Menschem auf der Welt die ich nicht brauche suchen zu wollen?
Ein Kind. Ein dummes, kleines Kind!

Es ist Zeit sich zu erinnern und erwachsen zu werden.

Steven geht seinen eigenen Weg, ich werde den meinen gehen. Ich muss herausfinden ob Daru tot ist und dann diese Sphäre verlassen. Ich brauche kein Training mehr. Ich brauche Steven nicht. Ein Gedanke der schmerzt und sich doch zurück drängen lässt. Es ist Unsinn und ich muss es vergessen. So wie früher. Ich allein und mein Schwert. Und es ist so viel einfacher so. Die Dinge liegen klar auf der Hand.
Kann man in einer Sphäre sterben?
Die Lösung war die ganze Zeit so einfach vor mir. Jetzt kann ich sie sehen.

Wortlos hebe ich meinen Schwertarm und meine leere Hand gleichermaßen und lege die Klinge hinein, ehe ich sie mit einer knappen Bewegung durch die Fläche meiner Haut ziehe.

Was blutet, kann auch sterben.
Zuletzt geändert von Cleyo am Samstag 1. April 2017, 17:19, insgesamt 3-mal geändert.

Daru
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Samstag 1. April 2017, 17:05

Ich sehe den Koloss und das Chaos, das er verursacht hat in all seinem Ausmaß. Ich sehe den zerstörten Boden, die geschundene Natur, das zerrissene Holz der Hütte und doch durchzuckt nur ein Gedanke meine Hirnwindungen: Nichts! Das, was mir wirklich wichtig ist, das was ich zu sehen gehofft habe ist nirgends zu finden. Wo ist sie?! Das Dröhnen von zuvor ringt noch in meinen Ohren, weswegen ich nicht realisiere, dass die aufkeimende Panik meine Bewegungen lauter werden lässt. Ich halte weiterhin meinen Abstand zu dem Koloss, zumindest soweit mir das in diesem neu entstandenen Labyrinth aus Erderhebungen, umgestürzter Vegetation und Felsenspitzen überhaupt möglich ist. Ich muss mir einen Überblick verschaffen und suche nach einem Ort, den ich erklimmen kann. Einer der übergroßen Stalagmiten ragt gerade so schief aus dem Boden, dass ich ihn begehen kann, ohne meine Hände zu benutzen, sodass diese weiterhin Bogen und Pfeil halten können.

Ich schaue mich um, immer unruhiger werdend. Nichts von dem, was ich suche, findet sich in meinem Blick wieder. Beruhige dich. Es ist in Ordnung. Mein Blick schweift über die Überreste des Gebäudes. Könnte es sein… Mein Kopf schüttelt sich bei dem Gedanken, dass sie es womöglich nicht geschafft haben könnte, dass die Attacke zu überraschend gekommen war, dass meine Nachricht sie nicht rechtzeitig erreicht hat. Nein!, sage ich entschlossen obwohl ich doch weiß, dass das nur gespielt ist. Erneut wandern meine Augen, erneut erfassen sie nichts als Zerstörung. Ich ertrage den Anblick nicht länger und wende mich ab. Unruhig rutsche ich den Felsen hinab, laufe weiter, am Rande der früheren Lichtung entlang. Ich krieche auf allen Vieren unter einem umgekippten Baum hindurch, renne weiter, klettere eine Erdaufschiebung nach oben und suche erneut.

Nichts zu sehen, nur der Koloss und das Holz der Hütte. Die Sorgen schwellen so stark an, dass sie mir förmlich die Luft abschnüren. Wenn ich sie nur spüren könnte!, fluche ich innerlich. Was nützen mir all die Bücher, all das Wissen über Äther und Magie und Assassinen und Fallen und Gifte und Nichats?! Was nützen sie mir jetzt?! Wütend starre ich an mir hinab. Wie sehr ich ihn hasse, diesen Körper, diese nutzlose Hülle aus Fleisch, unfähig Magie zu wirken, machtlos im Angesicht der Gefahr. „Verdammt“, knurre ich mit einem Brennen in den Augen. „Verdammt! Verdammt! Verdammt!“, sage ich mit immer lauter werdender Stimme, völlig ungeachtet der Tatsache, dass ich damit den Riesen auf mich aufmerksam machen könnte. Tränen stehen mir in den Augen. Die Gedanken an die denkbar schlimmste Situation wollen einfach nicht weichen.

Was ist, wenn sie wirklich tot ist? Ich denke an den Blubber im Wald, an die Narben, die wir beide davongetragen haben. Es war mein erster Tag gewesen und dennoch hat man uns dieser Gefahr ausgesetzt. Es war mein erster Tag gewesen und dennoch hätte ich sterben können, genauso wie Cleyo auch. Das ist die Art und Weise, wie Blewth arbeitet. Die ganze Zeit über habe ich versucht es zu verdrängen, habe mich darauf konzentriert, dass das hier ein Test ist und mich damit beruhigt, mir eingeredet, dass die Gefahr deswegen nicht wirklich real wäre. Ich suchte nach der Lösung, als wäre es nur eine Frage auf einem Stück Papier und als wäre eine schlechte Bewertung das einzige Risiko. Doch wir sind hier auf Blewth. Wir sind hier an dem Ort, der ein kleines Mädchen und einen blutigen Anfänger in den Wald schickte und sie beinahe ihrem Schicksal überlassen hätte. Beinahe… Als wäre es kein Zufall gewesen, dass Hart gerade noch so im rechten Moment vorbeigekommen ist. Mein Blick legt sich auf den Riesen. Zorn lodert in mir auf.

Ich trete aus meinem Versteck, geblendet von Angst und Wut. Du Narr! Hör auf! Ihr alle kennt das Risiko! Mach jetzt kein Theater! Was ist, wenn sie noch leben und du ihnen jetzt alles versaust? Kehr um! Such weiter! Ich registriere diese Stimme irgendwo im Inneren meines Kopfes, aber ignoriere sie. „Hey du!“, brülle ich in Richtung des Riesen, meine aber eigentlich denjenigen, der ihn kontrolliert. "Wenn ihr irgendetwas hier drin passiert", ich schlucke, "schwöre ich dir, dass du es bereuen wirst!" Ernsthafte Wut scheint aus meinen Augen und meine Stimme ist so laut und deutlich wie schon lange nicht mehr. Doch was nun? Ich weiß es nicht. Ich habe nicht weitergedacht als bis zu diesem Punkt, vermutlich nicht einmal bis dahin.
Zuletzt geändert von Daru am Samstag 1. April 2017, 17:09, insgesamt 2-mal geändert.

Roan Thenorias
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Samstag 1. April 2017, 17:08

Die Stimme meines Ausbilders Droc ist anders, als ich sie mir vorgestellt habe. Rauer, kräftiger und von durchdringender Überzeugung. Ich folge seinem Wort kommentarlos und lasse mich unweit auf den staubigen Boden nieder, um den Worten des Großmeisters zu lauschen. Kurz zuvor lasse ich meinen Blick jedoch über die bisher versammelten Rekruten schweifen. Es sind hauptsächlich Männer, doch vereinzelt sehe ich auch ein paar Frauen auf dem Boden sitzen, was auf große Befürwortung in mir stößt. Frauen sollten schließlich genauso gut lernen, sich zu verteidigen. Schwach und zu unterschätzen sind sie keineswegs. Kiara ist schließlich auch eine Schwertkämpferin, zumindest sah sie vorhin sehr danach aus.
Das erste, was mir auffällt, als ich meinen Blick wieder auf Droc richte, ist, dass er ab und an eine etwas gewöhnungsbedürftige Angewohnheit zu haben scheint, seine Sätze mit einem rauen Auflacher zu beenden. Komischer Typ, denke ich mir im stillen dabei, während ich der nahezu heroisch klingenden Erzählung meine Aufmerksamkeit schenke. Er ist mir trotz alledem sympathisch, ein Kerl, der sicher doppelt so hart zuschlagen kann, wie er Reden schwingt. Bodenständig und mit einem Willen aus Eisen, so kommt mein Ausbilder mir zumindest vor. Er passt perfekt in diese Sparte der Kämpfer. Ich kann aus den Augenwinkeln erkennen, wie sich ein paar der anderen Rekruten einander kurze Blicke zuwerfen.
Die Ausführungen Droc's machen mich insgeheim doch neugierig darauf, neues zu lernen, die verschiedenen Arten von Schwertern ausprobieren zu können und mich in neuen Techniken zu üben. Ich hatte noch nie einen Degen in der Hand, geschweigedenn Säbel oder breite, schwere Zweihänder. Es gibt vieles, in dessen Umgang ich mich noch einarbeiten muss, doch in mir kocht bereits der Enthusiasmus, der Drang dazu, alles auf einmal in mich aufsaugen zu wollen.

Erst die Erwähnung der Dunkelheit, die plötzlich aufleuchtende Kugel in seiner Hand und die Tatsache, dass wir ihm folgen sollen, lässt mich stutzen. Will ich ihm folgen? Nein. Muss ich? Wohl oder übel. In mir zerreißen die beiden stärksten Stränge zwischen Misstrauen und Verstand. Wie klug ist es, einem Fremden in die Finsternis zu folgen? Allerdings, hält mein Verstand vehement dagegen, ist Droc der Mann meines künftigen Vertrauens in allen Punkten, die dem Schwertkampf und allem, was damit zusammenhängt, unterliegen. Es macht keinen Sinn, wäre dies eine Falle. Und doch kann ich nicht anders, als im ersten Moment Abwägungen zu treffen. Seit jeher, seitdem ich alles, bis auf mein eigenes Leben, verlor, ist es so gewesen. Und diese Angewohnheit wird sich nicht in Luft auflösen. Es wird mich weiter verfolgen, das Misstrauen wird immer die erste Stimme sein, die in mir nach Wachsamkeit und Vorsicht schreit. Es gilt, sinnvolle Abwägungen zu treffen. Ich bin nun freiwillig hier, ich bin ein Sprout Anwärter und ich will etwas lernen. Nach einem kurzen, kräftigen Durchatmen erhebe ich mich langsam aus meiner Position, nachdem einige andere Rekruten bereits aufgestanden sind und folge ihnen zur Schlossmauer, hinab in die Dunkelheit hinter der Falltür.
Ab hier werde ich mich zum Großteil auf mein Gehör verlassen müssen, zwischen mir und Droc sind einige Rekruten, die die letzten Lichtstrahlen, die von der aufleuchtenden Kugel kommen, gänzlich verschlucken und somit nicht bis nach ganz hinten durchlassen. Es ist in Ordnung. Ich bin so am nähesten am Ausgang... Meine Ohren sind genauso fein wie meine Augen, nicht nur einmal habe ich mich in blanker Finsternis durchschlagen müssen. Ich bin gespannt darauf, welchen Ort Droc uns da zeigen möchte, dessen Durchgang eine Falltür außerhalb des Schlosses ist. Wie sichert er diesen Eingang vor Banditen und Räubern? Nur mit einem verriegelten Schloss?
Dieser Durchgang wird jedenfalls keinen einfachen Verbindungsweg zum inneren des Schlosses haben, dessen bin ich mir sicher. ...Außer, es ist eine Art Notausgang.
Ich merke, wie sehr ich mich wieder in Gedanken vertiefe und schüttele knapp meinen Kopf, um meine Sinne wieder auf das Hier und Jetzt zu beschränken.
Ich sollte einfach abwarten, was kommt. Ich werde es schließlich noch sehen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Samstag 1. April 2017, 22:10

„Zwei Gegensätze.“ Mir entgeht nicht, dass Ayla etwas niedergeschlagen wirkt. Zu einem gewissen Teil trage ich logischerweise die Schuld daran, weil ich sie an die Zeit mit Serath und später mit Shade erinnere. Schließlich waren wir Freunde und Kameraden, wobei ich mir bei dem Begriff Freunde, rückblickend betrachtet, nicht mehr ganz so sicher bin. Er hatte sich im Laufe der Zeit zum negativen hin verändert, was mir damals aber erst richtig bewusst geworden ist, als es zu spät war.
„Ich hätte damals schon bei Zureyas Übungsstunde in schwarzer Magie aufmerksam geworden sein müssen.“ Schießt es mir durch den Kopf. „Denk nicht zuviel drüber nach...“
„Gut.“ Antworte ich ihr und wende mich dann Maria zu, die, anders als Ayla, gut gelaunt zu sein scheint. „Ein Magier verbringt nicht seine ganze Zeit mit dem Studium von Büchern in staubigen Bibliotheken oder auf der faulen Haut. Auch wenn die Meditation für manche genau danach aussieht.“ Entgegne ich, ebenfalls grinsend. „Diese blauen Augen, so stechend, fast schon unnatürlich Blau...“
„Außerdem...“ Ich deute auf den Griff meines Katanas, das ich über Kreuz mit meinen Stab, auf dem Rücken trage. "...ist Magie nicht mein einziges Handwerk.“

Als Magier ist die physische Kraft eher vernachlässigbar, dennoch schadet es nicht seinen Körper in Form zu halten. Ich habe seit meiner Ankunft auf Blewth nur wenige Magier gesehen, die sich nicht darum gekümmert haben. Diejenigen, die sich haben gehen lassen waren keine Sprouts, sondern jene die sich bei wohlhabenden Häusern als eine Art Hofmagier ihr Einkommen sichern. Ein Sprout kann es sich sowieso nicht leisten faul zu sein.
Durch den Unterricht als Schwertkämpfer habe ich aber zusätzlich an Stärke gewonnen. Ein Schwert zu führen, insbesondere Zweihänder wie mein Katana, erfordern schon aufgrund des Gewichts der Waffe, eine gewisse Kraft. Natürlich sind meine Fähigkeiten den Sprouts, die primär Schwertkämpfer sind, unterlegen.

„Ja, der Aufstieg lohnt sich.“ Kommentiere ich Aylas Bemerkung über den Ausblick.
Nachdem wir im Lager angekommen sind überprüfe ich zur Sicherheit nochmals meine Ausrüstung. Durch das Wissen von dem ersten Ausflug in das Gebirge habe ich bewusst auf eine Rüstung verzichtet. Sowohl meine Robe als auch die leichte Lederrüstung würden den Aufstieg nur unnötig erschweren und meine Waffen sind schon genug Ballast. Lediglich meine Armschienen, sowie der Pentagramanhänger ergänzen meine Ausrüstung. Außerdem hängt noch ein Lederbeutel, der genug Platz für die zu sammelnden, Kräuter bietet, am Gürtel.

Durch die Überprüfung ist es mir nicht möglich mich weiter am Gespräch zu beteiligen und ich reagiere daher erst, als Ayla mir mitteilt, dass sie mir ein paar von Shades Sachen geben will. Ihre Stimme klingt immer noch niedergeschlagen. Doch gerade in diesem Moment mischt sich Faron in das Gespräch ein.
„Ja, so begegnen wir uns wieder. Allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Ich führe mit den beiden Damen gerade ein privates Gespräch, dessen Inhalt nur für die Ohren von uns drei bestimmt ist.“ Antworte ich harsch und betone dabei den letzten Teil des Satzes. „Ihr seid doch ein Ehrenmann, der sicherlich die Güte hat unsere Privatsphäre zu respektieren. Und was meine ätherischen Künste betrifft, so verweise ich auf unsere gemeinsamen Einsätze, da gab es einige Gelegenheiten mein Können zu beobachten. Aber es könnte heute zu Situationen kommen, wo Zauberkraft gebraucht wird. Und nun, wenn ich bitten darf...“ Ich drehe ihm den Rücken zu, das Gespräch ist damit beendet. „Ich könnte ihm Feuer unterm Hintern machen, wenn er so scharf auf eine Demonstration ist. Und diese geschwollene Sprechweise ist einfach nichts für mich, aber trotzdem, es macht Spaß ihn damit aufzuziehen.“ Tatsächlich spreche ich so gekünstelt nur in seiner Gegenwart und dass nur um mich darüber lustig zu machen. Ob er sich dessen bewusst ist, weiß ich nicht.
„Was genau willst du mir denn geben, Ayla ?“ Sage ich zu ihr und blicke sie aufmunternd an.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Samstag 1. April 2017, 22:37

Der Waffenkeller

Die Wendeltreppen unter der Luke führen tief unter die Erde. Es riecht etwas feucht und moderig. Es ist klar, dass etwas vom Regenwasser gelegentlich durch die Luke läuft unter ihren Weg die Treppen hinunter nimmt. Kleine Rinnen und Gitter neben den Treppen deuten auf einen Kanal hin, der das Wasser irgendwo in Richtung des Waldes abführt. Es ist kühl und ein moosiger Geschmack belegt die Zunge. "Heh.. An euch werden übrigens hohe Anforderungen gestellt. Eine A-Klasse-Einheit müsst ihr mindestens erreichen.", sagt Droc vor der Gruppe Anwärter, die im Licht von Drocs Kugel hinab steigen. Erloschene Fackeln zieren die Wände zu beiden Seiten.

Nach unzähligen Stufen ist das Ende der Treppe erreicht und Droc öffnet eine stählerne Tür in einem runden Bogen. Droc geht hindurch und steht in einem Raum mit etlichen Kisten, die verschiedene Größen und Formen haben. Nach und nach öffnet er die Schlösser dieser Kisten und diese geben Einblick in ihr Inneres: Kurzschwerter, Langschwerter, Degen, Säbel, Krummschwerter, Zackenschwerter, Zweihänder, Bastardschwerter.

"Greift zu. Jeder muss eine Waffe haben. Welches Schwert ihr wählt, liegt an euch." In den Kisten liegen verschiedene Waffen. Die Qualität ist nicht allzu hoch und entspricht nicht der normalen Sprout-Ausrüstung. Ein teures Sprout-Schwert wird erst nach bestandener Prüfung verliehen. "Testet ob die Waffe gut in euren Händen liegt. Und lasst sie euch nicht auf den Fuss fallen, harhar!" Die ersten Anwärter treten ein und sehen sich in den Kisten um. "Schwertscheiden gebe ich euch danach.", sagt er.


Ein Wächter, ein Richter

Cleyos Hand beginnt durch ihren eigenen Schnitt zu bluten und ein brennender Schmerz nimmt ihre Hand ein. Es fühlt sich alles genau so an, wie außerhalb der Sphäre. Alles hier fühlt sich real und echt an. Sie kann Schmerz spüren, atmet. Allmählich wird klar, dass innerhalb einer Sphäre der Tod erfolgen kann.

Daru hört es kaum einen Augenblick nach seinen Worten laut aus dem inneren der Staubwolke grollen. "Bumm". Es hat einen Schritt in Darus Richtung gemacht. Bumm. Erneut einen. Es ist offensichtlich empfänglich für Geräusche und Stimmen. Ein paar Felsen und Steine trennen Daru von dem Riesen und kurz ist es verdächtig still. Dann schabt Metall wieder an Metall und es klingt als ob Metall auf harten Stein prallt. Plötzlich bricht das Gestein zwischen dem gigantischen Wesen und Daru in Stücke und prasselt Daru wie ein harter Regen entgegen. Einzelne Splitter schlagen gegen seine Rüstung, zu seinen Füssen und in sein Gesicht. Ein Stein schneidet eine blutende Schramme in seine Wange. Die Gestalt ragt aus der Staubwolke auf, das Schwert bereit. Er hat Daru bemerkt. Aus den feinen Linien der Rüstung dringt nun ein bedrohliches, rotes Licht.

Steven und Cleyo haben Darus Stimme nicht gehört, da das Rascheln der Bäume es schwer macht, Dinge zu hören, aber das zerbrechende Gestein konnten sie wahr nehmen. Das wimmernde kleine Mädchen blickt zwischenzeitlich auf.. "Weg laufen..", krächzt es mit gebrochener, schwacher Stimme. Das Gesicht ist von all den Tränen aufgequollen und gerötet. "Er wird sonst alle umbringen.." Doch was sollen die beiden jetzt tun? Laufen? In diesem Durcheinander nach Daru suchen? Sie haben noch immer keine handfesten Informationen..


Eine wilde Elfe

"Habt Dank.", antwortet die Elfe ebenso und übergibt ihrerseits einen verpackten Pfeil an Irral. Sie scheint den Namen nicht zu erkennen, aber Irral erkennt auch sofort woran das liegt. Sie trägt eine Tätowierung am linken Oberarm, die wie ein durchgestrichener Kreis aussieht. Das ist das Zeichen eines Waldstammes im weiten Osten von Kra'sul. Diese zurück gezogenen Völker kennen sie mit dem elfischen Adel und den Fürsten nur kaum aus. Diese Elfen haben oft keinen so starken Bezug zur Magie, aber eine stärkere Bindung an die Natur. Jedoch sollen sie, wie viele Elfen, in ihrer Bindung etwas zu weit gehen. "Mein Name ist Daja Isjel". Irral fällt auf, dass ihre Haut einen ungewöhnlich dunklen Hautton hat, den er so noch bei keiner Elfe gesehen hat. "Lasst uns folgen, Irral." Sie scheint seinem Pfeil und seiner Präsenz zunächst nicht viel Aufmerksamkeit zu schenken. Gehört sie etwa zu diesen Elfen, die schon länger unter Menschen weilen? Sie folgt den Anwärtern in den Keller und wirft noch einen Blick zurück zu Irral auf den Platz.

Wenn Irral den anderen Anwärtern folgt, schreitet er mit den anderen in einen Keller, der von Fackeln erhellt wird die Flodej entzündet hat. "Kommt.", hallt seine Stimme von unten. Er öffnet eine Tür, die gegenüber der Treppe liegt. Der Raum dahinter ist groß und enthält viele Schränke und Haltegriffe, in denen Bögen liegen. "Jeder nimmt einen Köcher. Darin legt ihr den Pfeil." Die Anwärter sehen, dass es auch noch normale Pfeile gibt, doch der Ausbilder sagt: "Die gibt es später. Zuerst einmal schießt ihr mit eurem.. Geschenk." Der Ausbilder geht einmal durch den Raum und erklärt im Vorbeigehen die Bögen. "Wir haben hier Kurzbögen, Langbögen.. Kompositbögen.. Reiterbögen.. Und Jagdbögen." Der Mann stellt sich am Ende des Raumes vor den Anwärtern auf. "Fasst sie an. Scheint keine scheuen Nichats, Chjet. Sucht euch etwas aus." Irral wird nicht entgehen, dass die Waffen ihre besten Zeiten hinter sich haben. Es sind offensichtlich nur Werkzeuge zur Übung.


Die Felswand

"Das zeige ich dir später.. Vielleicht kannst du etwas damit anfangen." Ayla erinnert sich dunkel daran, dass Shade Isothiens Umgang mit Symbolen erwähnt hat. Ihm kann sie diese Dinge geben. Vielleicht klärt das auf, was später mit Shade passiert ist und warum er sich so plötzlich verändert hat. Ein Teil von ihr glaubt insgeheim, dass er auf irgendeine Weise manipuliert wurde. Doch vielleicht versucht sie auch nur die Verantwortung dafür abzustreifen, dass sie das offensichtliche nicht gesehen hat. "Ich möchte es jedenfalls los werden.."

Nachdem die Gruppe sich mit Seilen und Haken ausgestattet hat, marschiert sie zusammen zur Felswand. Es werden zwei nebeneinander kletternde Gruppen gebildet, jeweils mit einem Seil gesichert sind. Grendel klettert zusammen mit Faron, Isothien, Leo Wuut, Maria und Ayla in der einen Gruppe. Sprout Aspa klettert mit Baracus, Harden, Fanras, Fisk und Asalion. "Auf geht's.", sagt Sprout Aspa, als Asalion und Grendel in ihrer Gruppe jeweils den Anfang an der Felswand machen. Grendel hat eine leichte Lederkluft angelegt, um den Aufstieg zu erleichtern. Seine breite Axt hat er sich dennoch auf den Rücken geschnallt. Ayla hat ihre Magierrobe durch Hose, Leinenhemd und einen geschnürten Mantel ausgetauscht. "Es wird kalt in den Bergen..", hat sie Maria und Isothien erklärt. Isothien und Faron klettern vor Maria und Ayla, aber hinter Leo und Grendel in der Gruppe. "Lasst euch nicht fallen.", knurrt Grendel von den ersten Metern seiner Gruppe zu. Der Fels ist rissig und bietet viel Platz für die Hände und Füsse. Faron hat das Gefühl, dass Leo ihn recht oft beobachtet. Es sind auffällig viele, kurze Momente in denen Leo Faron zu mustern scheint. Oder bildet sich der Assassin das etwa schon ein?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Sonntag 2. April 2017, 00:31

Muffige, eingeschlossene Luft kribbelt vielsagend in meiner Nase. Es riecht feucht, wie ein altes Kellergewölbe, in dem die Feuchtigkeit Residenz gefunden hat. Ich höre Wasser, leise und stetig, möglicherweise ein Kanal, denke ich mir im Stummen, während wir immer tiefer hinab steigen. Hier unten ist es weitaus kühler als über der Erdoberfläche unter der Bestrahlung der Sonne, feine Häärchen in meinem Nacken stellen sich langsam auf. Ich höre Droc weiter unten an der Spitze der Gruppe reden, und seine Worte entlocken mir ein ungesehenes, kleines Grinsen. A-Klasse Sprout werden? Das kriege ich hin. Ich heg keinen Zweifel daran, dass ich das Zeug dazu habe, mir einen Namen zu machen, auch wenn das nicht der Hauptsinn dessen ist, weshalb ich nach Blewth gekommen bin. Und doch ist es sicher so, dass die hohen Rangklassen schwierigere, aufwendigere Missionen zugeschrieben bekommen. Wer weiß, wie viele Verluste es gerade unter dem Stern solcher Aufträge gibt. Ich möchte auch lieber nicht darüber nachdenken. Es kommt, was kommt, aber ich kämpfe bis zum Ende.
Das ewige Treppensteigen hat ein Ende, als ich schon höre, wie eine Tür leise quietschend und unter ihrer eigenen Last ächzend aufgeschoben wird. Ich folge den anderen Anwärtern durch den Durchgang in einen überraschend großen Raum mit hohen Decken. Unweigerlich sehe ich mich um, während Droc bereits nach und nach die Kisten öffnet, die an den Wänden des Raumes verteilt stehen. Schwerter, denke ich mir, und es sind nicht nur ein paar. Jede Menge Stahl blitzt mir auffordernd entgegen und die dazugehörige Erklärung lässt mich nähertreten. Ich sehe unter Kurzschwertern, Säbeln auch filigran anmutende Langschwerter. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei, und ich lasse mir die Zeit, an jeder Kiste vorbei zu laufen und die darin enthaltenden Schwerter zu begutachten, nehme das ein oder andere in die Hand um zu vergleichen. Manche Schwerter wirken, als seien sie nicht nur von einem Schmied gemacht worden, ihre Qualität erscheint mir unter dem Strich jedoch gewöhnlich. Vielleicht sind es die Waffen gefallener Feinde oder Wegelagerer, die sich hier in den Kisten stapeln? Mein Fokus richtet sich nicht auf die anderen Männer, unter denen es ein paar gibt, die möglichst schnell nach einem Schwert zu suchen scheinen. Ich höre Worte wie „das ist das Beste“, und „das hat am wenigsten Kratzer“ und schüttele innerlich meinen Kopf. Selbst ein rostendes Schwert ist scharf genug, dir die Kehle aufzuschlitzen, denke ich mir stumm zu dem mir unbekannten Mann, der letztlich mit einem der schmalen Langschwerter zurücktritt. Offensichtlich sehr zufrieden mit seiner Entscheidung.

Ich wende mich wieder den Kisten zu und ziehe ein Kurzschwert. Die Länge ist ungewohnt, so bin ich doch die Länge meines eigenen Schwertes gewohnt. Testweise streiche ich damit durch die Luft, nachdem ich sichergestellt habe, dass kein anderer Anwärter in meinen Radius hineinläuft - ich will nicht an meinem ersten Tag schon für Verletzte sorgen. Ich spüre die Kraft, die aus dieser Kürze hervorgeht, mit solch einem Schwert kann ich schnelle, gezielte Angriffe vollführen und muss mich nicht auf den Schwung eines der doppelt so langen Schwerter verlassen. Dennoch, es bedeutet gleichzeitig auch noch mehr Nähe zum Feind. Ich lege das Kurschwerz schweigend zurück in die Kiste. Letztlich bleibt mir noch die Kiste der Bastardschwerter. Einfache Klingen von moderater Länge. Nicht so lang und ausholend wie das Langschwert, aber auch nicht so kurz und - vermutlich - wendig wie ein Säbel oder Kurzschwert.
Ich ziehe eines der Schwerter hervor, welches mir zusagt, es ist relativ einfach gehalten, hat jedoch einen stabilen und unversehrten Griff und wirkt nicht all zu mitgenommen. Trotz alledem hat es bereits eine bessere Qualität als mein eigenes Schwert, welches von ähnlicher Länge und Breite ist. Wer diese Klinge wohl vor mir geführt hat?, frage ich mich gedanklich. Ich bin der Meinung, dass ein Schwert nicht einfach nur eine stupide, seelenlose Waffe ist. Sie ist ein Instrument und sie sowie ihr Besitzer müssen sich aufeinander einspielen um ein tödliches Duo zu bilden. Nicht umsonst gibt es genug Männer dort draußen, die - unter anderem - ihre eigene Klinge geschmiedet bekommen und ihr einen eigenen Namen geben. Namen geben Macht, eine Seele, die unter Umständen so stark sein kann, dass sie in den Augen ihrs Besitzres ein regelrechtes Eigenleben entwickeln kann.
Ich fühle mich wohl mit meiner Entscheidung, dieses Schwert liegt sicher in meiner Hand, und auch der Schwung ist in meinen Augen ideal zum kämpfen, schwingen und parieren. Ich trete von den Kisten zurück so wie bereits manch anderer Anwärter und richte meinen Blick auf Droc. Ob wir nun gleich untereinander Partner suchen und gegeneinander kämpfen müssen?
Ich bin gespannt, was jetzt kommt, während ich hinter mir das Geräusch von klirrenden Klingen und kramenden Händen hören kann. Ein wenig Unwohl ist mir damit schon, doch ich kämpfe den Drang nieder, mir jetzt eine andere Stehposition zu suchen, in der ich alles im Blick haben kann. Wenn mich jemand erstechen wollen würde, dann würde ich ihn vorher an seinen Schritten in meine Richtung schon hören...
Der unausgesprochene Vorteil in solch einem eher spartanisch blanken, feuchten Raum wie diesem.
Jeder Schritt hallt laut genug.


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