Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 9. März 2017, 20:24

Turir Lurdrek (Faron)

Während sich Faron in hörbarer Distanz zu den Dorius positioniert und auf die Aufmerksamkeit dieser wartet unterhalten sich die drei angeregt. „Es wird also erledigt?“, wird die Frage an den jungen Mann, der, wie Faron gleich auffällt, im Stile eines adligen gekleidet ist, gerichtet. „Ja, ich nehme mich der Sache an“, antwortet der junge Mann und nickt eifrig. Faron bekommt, so interessant sie auch hätten sein können, die nächsten Sätze des Gesprächs nicht mit. Zwei Sprouts rempeln ihn an und unterhalten sich lautstark über das heutige Essen und den anstehenden Auftrag. Noch bevor das Gespräch, für Faron hörbar, fortgesetzt wird, bemerken die drei Faron und dass dieser wohl auf eine Unterredung mit ihnen zu warten scheint. Sie verstummen. „Als dann Turir, wir reden später weiter“, sagt einer der Dorius und gibt ihm mit einer kurzen Handbewegung zu verstehen, dass er nun entlassen ist. Schon alleine daran könnte Faron erkennen, dass Turir zwar ein bekannter, jedoch den Dorius durchaus untergeordnet ist. Turir nickt und verbeugt sich leicht ehe er sich umdreht und an Faron vorbeimarschiert. „Ihr dürft vortreten“, merkt er an und mustert Faron mit seinen grünen Augen von oben bis unten. Faron wird sich fragen, was von Turir erledigt werden soll und welche Verbindung zwischen ihm und den Dorius besteht. Nachdem er Faron noch einen letzten Blick zugeworfen hat, verlässt er den Speisesaal wieder. Nicht nur Faron, sondern auch anderen Sprouts ist dieser junge Mann aufgefallen. Was sucht er in Blewth?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Freitag 10. März 2017, 10:43

Verdammte Bauern! Zum Dunkel mit diesen Trampeln. Verfluche ich die beiden Sprouts, welche die Frechheit besaßen mich anzurempeln. Obendrein verschlingen ihre Nerven zermalmenden Stimmen jedes Wort der interessanten Unterhaltung. Vor Wut setzte ich beinahe bereits zu einer beleidigenden Tirade an, jedoch hielt ich mich noch rechtzeitig zurück und biss mir lediglich auf meine Unterlippe. Vielleicht konnte ich noch etwas wichtiges vernehmen, jedoch war mir das Glück nicht hold.

Als meine Anwesenheit bemerkt wird, mime ich natürlich den Unschuldigen, der nicht einmal versuchte etwas von dem Gespräch mitzubekommen. Immerhin ist es nicht die feine Art Dritte zu belauschen.

Als Turir mich mustert schenke ich ihm lediglich einen herablassenden Blick. Ich habe das Gefühl, dass sich unsere Wege noch einmal kreuzen werden und dann werde ich ihn ein paar Fragen stellen. Schießt es mir durch den Kopf, ehe ich mich den Herrschaften der Familie Dorius widme.

"Seid gegrüßt." Beginne ich mit einem besonders freundlichen Ton, während meine Mimik sich komplett auflockert und ich höchst erfreut wirke. Beinahe wie ein Kind, welches Trubeller-Schokolade erhält. Trubeller-Schokolade war eine Süßspeise aus meiner Heimat. Diese Süßspeise glich sehr einer Speise namens Creme-Brülee – jedoch bestand die uns bekannte Süßspeise aus einer besonderen Schokolade, welche sich durch ihre besondere Süße auszeichnete.

Mit einer demütigen Verbeugung zolle ich Respekt und trete noch etwas näher. "Ich komme doch hoffentlich nicht ungelegen." Merke ich an, fahre dann jedoch direk fort. "Wenn ich mich vorstellen darf – Faron Elensa. Sohn von Darion Elensa, aus der prächtigen Stadt Giran." Gebe ich stolz meine Herkunft und meine Familie preis. "Es erfüllt mich mit großem Stolz euch hier im Schloß anzutreffen und das ihr uns mit einer Aufgabe betraut. Als Mitglied der Einheit der Titanen wird es für mich ein Privileg sein euren Willen umzusetzen." Beteure ich mit einem charmanten Lächeln, welches durchgehend mein Gesicht ziert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Freitag 10. März 2017, 21:39

Kaela Laslegis

Die Magierin betrachtet den Sarthi erstaunt, als er auf sie zutritt und sie auf ihr geplantes Experiment anspricht. Scheinbar hat sie nicht mit ihm oder überhaupt nicht mit Teilnehmern gerechnet. "Sprout Seiber. Ihr seid sicher, dass ihr an meinem Experiment teilnehmen wollt? Ich halte euch sogar für sehr geeignet für dieses Experiment." Seit sie Elite-Sprout ist, trägt sie etwas prachtvollere Gewänder. Tycho wird bei der reinen Betrachtung erkennen, dass es sich um teure, magiegewebte Stoffe handeln muss. Der Stolz steht ihr nach wie vor ins Gesicht geschrieben und es ist klar, dass das Experiment ehrgeizig sein muss. "Es geht um experimentelle Magie, an der ich gerade arbeite. Es ist nicht ganz ungefährlich. Meine Vorversuche waren jedoch gut. Es geht los, sobald ich drei Opf.. Freiwillige habe. Am Nachmittag, sobald die Anwärter wieder im Schloss sind, treffen wir uns im Osten auf den Feldern, eine Stunde Marsch von den Stinges-Nestern entfernt." Wo die Stinges-Felder in der Nähe des Schlosses sind, weiß jeder Sprout. Auch Elite-Sprouts gehen ungern in die unmittelbare Nähe, da man leicht getötet wird oder zumindest zerstochen in medizinische Behandlung muss. "Ihr werdet wahrscheinlich eure Ausrüstung brauchen."

Theresa Ibga, Sophia

"Cleyo..", flüstert Sophia leise. "Das hier ist zu viel für sie. Sie sollte noch nicht hier sein." Theresa faltet die Hände und sieht ihr nach. "Sie ist ein Sprout. Wo sollte sie sonst sein?" Auf ihren Lippen liegt, wie nach all den Jahren, keine Rührung. "Sie ist ein Kind, Theresa. Und Kinder müssen erzogen werden. Von einem Mutter und einem Vater." Bei dem Wort 'Mutter' zucken Theresas Hände leicht. "Ja.", sagt sie und legt die Hände auf den Tisch. "Mütter sind wichtig." Nach Sekunden der Stille steht Theresa auf. "Ich muss gehen." Sophia erinnert sich an den Auftrag, den Veyrne ihr gab. "Verstehe.." Es scheint in der Einheit viele Geheimnisse zu geben.

Eine schrecklich nette Familie

Es ist Eskariot, der Faron zuerst seine Aufmerksamkeit schenkt. "Ach, Elensa! Aus Giran! Hihihi, soso! Dimitrij, komm doch!" Sein langhaariger Sohn in weißer Kampfkleidung tritt an die Seite seines Vaters und mustert Faron Elensa. "Was gibt es, Vater?" Eskariot wirkt amüsiert, Dimitrij eher genervt. "Das ist ein Elensa aus Giran." Dimitrij nickt, aber er scheint den Namen nicht näher zuordnen zu können. "Er war so höflich anzumerken, dass es ein Privileg sein wird, unseren Auftrag umzusetzen! Er ist von den Titanen." Dimitrij scheint ein Grinsen unterdrücken zu wollen, aber es gelingt ihm nicht ganz. "Herr Elensa.", sagt Eskariot und deutet eine tiefe Verbeugung an, die so übertrieben ist, dass sie spöttisch wirkt. "Es wird UNS ein äußerstes Privileg sein, euch in unserem.. wie soll ich sagen.. bescheidenem Anwesen zu Gast zu haben. Wir werden uns sehr gut um euch kümmern. Die ganze Familie Dorius wartet schon sehnsüchtig auf den Besuch der berüüüüüühmten Sprouts.. Wie geht es eurem Herrn Vater Darion? Ich erinnere mich noch daran, als ich ihn das letzte Mal sah.. Das ist schon Jahre her. Noch immer ein strenger, ehrgeiziger Mann, nehme ich an?"


Die Ausbildung beginnt...

Die Ausbilder beginnen ihr Mittagessen. Grinsend trennen sich Droc und Marco, aber auch Sao Karyn, Elenadore Gâr Ares, Theodore Garna, Alleria Schwarzschwinge, Dwens Parns, Roke Santos, Maheen Kenocha, Lazarus Hart und die anderen Ausbilder verlassen nach und nach den Speisesaal um sich vor dem Schloss mit ihren neuen Anwärtern zum Beginn der Ausbildung zu treffen. Die ersten Übungsstunden sind oft besonders aufregend. Sobald die neue Klasse eines Ausbilders beisammen ist, wird es los gehen.


Eine Expedition versammelt sich

Isothien Sturmbringer, der in die Eingangshalle kommt, sieht bereits einige Sprouts die zu warten scheinen. An den Emblemen, die an den Sproutrüstungen angebracht sind, kann Isothien leicht erkennen dass es sich um Mitglieder verschiedenster Einheiten des Schlosses handelt. "Sprout, seid ihr wegen der Expedition hier?", fragt ein Mann mit breiter Brust und ein paar stählernen Schlaghandschuhen an seinem Gürtel. "Ich bin Sprout Aspa, ich leite diese Expedition. Ich kann ein paar gute Männer und Frauen gebrauchen. Bei so einer Erkundung im Gebirge kann viel schief gehen. Die Wyrme, die dort hausen, sind mal wieder sehr unruhig." Tatsächlich kann ein Angriff selbst von solchen eher niederen Drachenformen recht unangenehm werden. Da die Expedition von keiner eingespielten Einheit durchgeführt wird, bestehen völlig neue Risiken.. "Lasst mich ein paar Teilnehmer vorstellen: Maria Grey.." Er deutet auf eine schöne Frau mit blauen Augen und dunklen Haaren, die Isothien jedoch bereits kennt: Sie ist die Schwester von seinem ehemaligen Kameraden Shade Sergej, der in das Mythengefängnis Taysela gesperrt wurde. Seitdem hat er nichts mehr von ihr gesehen. "..Harden Feralas.." Ein großer Barbar, der jedoch etwas abwesend wirkt. "Baracus Tenari" Er deutet auf einen ungehalten wirkenden Schwertkämpfer. "Und hier ist auch noch Leo Wuut." Den Faustkämpfer, auf den Sprout Aspa zeigt, hat Isothien bereits gesehen. Er hat mit Freya zusammen die Ausbildung begonnen. Ein talentierter, aber eigensinniger Sprouts der etliche Male durch die Prüfung gefallen ist.


Avatare Lakos'

"Wenn ihr euch so liebt, heiratet ihr?", entgegnet Rahih genervt. "Treibt ihr's miteinander? Macht ihr Kinder?" Kyriel hat vermutlich gewusst, dass sie biestig reagieren wird. Ihre Hände greifen hart in das Holz des Tisches. "Schön, dass sich alle für ihn einsetzen.", sagt sie, schlägt wütend auf den Tisch und erhebt sich. Schnellen Schrittes zieht sie auf den Ausgang des Speisesaals zu und ihre Hand liegt auf dem Knauf ihres Schwerts. "Auch wenn es so aussieht, als würde sie kampfbereit Veyrne hinterher laufen..", sagt Cin zu Kyriel. "..sie wird sich nur irgendwo abreagieren." Sie zuckt mit den Schultern. "Das wird sich nicht ändern. Erwarte keine Besonnenheit oder Versöhnung, wenn es um dieses Thema geht. Das klärt sich irgendwann, wenn die beiden die Klingen kreuzen. Vielleicht." Eine blonde Frau tritt an den Tisch der Avatare Lakos'. Es ist Kommandantin Chrystél Heas. Der Elite-Sprout ist nicht nur die Kommandantin der Blutwölfe, sondern auch die Kommandantin der Avatare Lakos' und einer weiteren Einheit der A-Klasse. "Leutnant Varlen." Der bärtige Lanzenkämpfer wendet sich Chrystél zu. "Kommandantin, was kann ich tun?" Sie reicht ihm einen Umschlag mit dem Siegel von Blewth. "Darin stehen die Einzelheiten für den kommenden Einsatz auf Phaben Insel. Bitte besprecht den Einsatz zeitnah mit Leutnant Ibga und Leutnant Gazan. Weiht bitte erst danach die Mitglieder eurer Einheit ein." Der Sprout nickt und starrt den Umschlag an. "Na schön. Ich werde mich darum kümmern." Die Kommandantin nickt und schreitet davon.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kiara » Freitag 10. März 2017, 23:20

Als ich den Speisesaal verlasse, allein, weiß ich zunächst überhaupt nicht, was ich die nächsten 30 Minuten mit mir anstellen soll. Ziellos setze ich einen Fuß vor den anderen und lasse mich durch die Menschenmassen treiben, bis ich schlussendlich auf dem Innenhof lande. Die Mittagssonne taucht die Umgebung in ein helles Licht und lässt selbst meine Laune etwas aufklaren. Ich wandere über den abgewetzten Boden. Tausende Fußabdrücke haben das Gras vernichtet und ihr eigenes chaotisches Muster darin hinterlassen. Ich beobachte all die Menschen um mich herum, die motivierten Gesichtsausdrücke, die ausgelebte Kameradschaft. Reumütig blicke ich an mir selbst hinab auf den einzelnen Schatten, den ich in meiner Einsamkeit auf den Boden werfe.

Ich bin ein Sprout, ein Soldat, dem der Mannschaftsgeist über alles gehen sollte und doch stehe ich nun hier, allein und ohne meine Einheit und bin glücklich darüber, dass es so ist. Ich fühle mich nicht mehr wohl in ihrer Mitte, nicht seit Dante fort ist. Seine Art, seine Anwesenheit, fehlt mir. Er hat es immer geschafft, dass ich mich willkommen fühlte. Auch die Sache mit Freya war weniger verfahren als sie es jetzt ist. Ja, es gab Reibereien, aber Dante schaffte es oft, die gröbsten Wogen zu glätten. Doch jetzt ist alles irgendwie außer Kontrolle. Ganz besonders Freya. Wo sie wohl steckt? In der Bibliothek? Bei den Ställen? Eventuell in der Alchemistenstube? Ich blicke entlang der Schlosswände bis nach oben in den Himmel. Ich fühle die Wut wieder erstarken, doch anders als zuvor kann ich sie zurückdrängen. Wieder etwas, dass mir hier leichter fällt als im Beisein meiner Kameraden. Vielleicht weil ich, losgelöst von der Gruppe und ihrer Ablehnung, den Unterton in meinen Empfindungen erkennen kann. Das, was unterhalb der Wut liegt. Die Fantasie einer möglichen Zukunft, die kaum noch möglich scheint und gerade deswegen einen umso stärkeren Reiz auf mich auswirkt. Eine Sehnsucht, die ich schon längst hätte begraben sollen und an der ich doch festhalte.

Sekunden vergehen, dann reiße ich mich los. Mit zwei festen Schlägen an die Wange fokussiere ich mich auf das, was vor mir liegt. Kräutersammeln. Ich begebe mich zum Schlosstor. Die halbe Stunde sollte vorbei sein. Für einen flüchtigen Augenblick gebe ich mich dem Gedanken hin, ob sich mir entgegen jeder Erwartung doch jemand von den Titanen anschließt. Tatsächlich erkenne ich Isothien vor Ort, doch scheint er Teil der Gebirgsexpidition zu sein, zumindest steht er in deren Dunstkreis. Ich schaue mich noch einmal um, richte mir meine Kleidung, dann meine Ausrüstung, dann meine Haare. Alles um Zeit zu schinden, damit sich doch noch jemand in letzter Sekunde zu mir gesellen kann.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Samstag 11. März 2017, 21:59

Mir ist das kleine Nicken des Elfen nicht entgangen, als dieser sich seiner Betthälfte zugewandt hatte. Es verleiht dem jungen, starren Mann etwas Menschlichkeit. Etwas, was Irral sicher auch nicht hören will. Ich würde auch nicht hören wollen, die Züge einer stinkenden Echse zu charakterisieren, egal in welchem Maße. Und in diesem Falle würde eine Anmerkung in diese Richtung von einem Menschen sicher genau so bei Irral ankommen. Schließlich sind Menschen für Elfen sicher nicht mehr als niedere Kreaturen, über die sie richten und verwalten können, oder? Auf der anderen Seite überkommt mich ein seltsames Gefühl des Bedauerns für diese Wesen, die doch so klug und vielwissend sind, dem Hochmut verfallen zu sein scheinen.
So oder so halte ich mich, mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt, zurück.
Ob Irral jemand ist, der ohne Kopfkissen und Bettdecke schlafen wird? Oder hat er auch einen ihm angemessenen Ersatz für die beiden verstoßenen Utensilien, die ihren Platz auf dem Boden gefunden haben? Ich wundere mich nicht darüber, so ergibt doch alles längst einen Sinn für mich, die Art und Weise wie Irral handelt, wie er spricht. Er ist sicher weitaus besseres gewohnt als das hier. Ich kann sogar das unendlich feine Zittern seiner Nasenflügel sehen als unsere Blicke sich treffen. Ein winziges Zeichen in dem maskenhaft schönen, makellosen Gesicht. Ist es Zorn, der sich so unglaublich gut selbst in den hellen Augen des Elfen zu verstecken weiß, oder vielleicht der Ekel vor dieser Räumlichkeit, vor den Gerüchen des letzten Bewohners?
Wie schön, dass ich nicht solche Probleme habe..., denke ich mir im Anschluss, während ich nun hier stehe und auf eine Reaktion des jungen Mannes warte. Ich bin unwahrscheinlich interessiert darin, mehr aus der Mimik meines Gegenübers herausfiltern zu wollen. Irral hat sein Gesicht nahezu perfekt unter Kontrolle. Mehr als jeder Mensch, dem ich je begegnet bin und mit Sicherheit auch mehr als ich. Er wirkt angespannter als eben noch. Habe ich ihn verärgert? Die kreisende Frage in meinem Kopf lasse ich jedoch schweigend innerhalb der Mauern meiner Lippen stehen und lausche stattdessen der Antwort meines Gegenübers.
Die Art und Weise, wie er unser betont, entgeht mir nicht, genauso wenig auch die plötzliche, förmliche Anrede, die jeden bis dahin angefangenen Gedankengang aprubt fortstreicht.
Es war nur das Mittel zum Zweck, schießt es mir brachial alamierend durch den Kopf. Er will Informationen. Aber was und warum?
Ich enge meine Lider ein wenig unter der festen Umarmung des Argwohns, während Irral bereits stumm dazu auffordert, ihm aus unserem Zimmer zu folgen. Ich bin unglaublich versucht, stehen zu bleiben und die aufwallende Welle des Misstrauens stumm für mich zu verarbeiten. Und ich folge dem Drang, folge Irral nicht gleich hinaus. Falle! Schreit es stumm hinter meiner Stirn, und wie gerne würde ich jetzt nach meinem Schwert greifen, einfach, um die Sicherheit meiner einzigen, nützlichen Verteidigung an meiner Hand spüren. Doch ist es wert, die Situation derart eskalieren zu lassen, nur weil Irral ausprobiert hat, Informationen aus mir herauszukitzeln? Ich hadere mit mir, bleibe noch stehen. Für mich wäre die Hochmütigkeit des Elfen in diesen Sekunden sogar hilfreich, denn so denkt Irral vielleicht einfach nur, ich würde einfach nur unglaublich lange zum reagieren brauchen... Vielleicht kann er nicht einfach fragen, denke ich mir, während ich mich dazu zwingen muss, meine Muskeln entspannt zu lassen. Irral soll nicht mehr merken als ich ohnehin schon preisgegeben habe. Vielleicht, frage ich mich nur stumm, ziemt es sich nicht für einen Elfen, Unwissenheit vor einem Menschen zuzugeben.

Ich merke, wie mich diese Gedanken langsam wieder beruhigen und ich mir unbewusst in einer Übersprungshandlung durch mein Haar am Hinterkopf fahre um mehr als nur eine erstarrte Statue zu sein - selbst wenn es nur um diese paar Sekunden des Zögerns geht. Länger kommt mir mein Zögern zumindest nicht vor.
Er hat es trotzdem schon ein wenig eilig... Ist vielleicht der Geruch so schlimm für ihn? Ich frage mich insgeheim, ob ich ihn darauf ansprechen sollte. Doch mein Misstrauen klammert noch zu sehr an mir, presst meine Lippen für einen Moment enger zusammen, ehe ich ihm letztlich hinaus in den Gang folge. Ich will es mir nicht anmerken lassen, dass mir die förmliche Rede aufgefallen ist. Erst will ich Ursachenforschung betreiben, obgleich der Elf es mir sicher nicht einfach machen wird, mehr aus seinen Beweggründen herausfinden zu können. Ich drehe mich zur Tür, wobei es mir unwahrscheinlich schwer fällt, dem - noch - fremden Mann auch nur meinen halben Rücken zuzukehren. Sproutanwerber hin- oder her, es heißt nicht umsonst „Sei deinen Freunden nah, doch deinen Feinden noch näher.“
„So“, mache ich schließlich, als ich die Tür abgeschlossen, und mich wieder zu Irral gedreht habe.
„Ich hoffe, wir haben die Mittagspause nicht verpasst.“ Mit diesen Worten mache ich mich bereits auf den Weg zurück, zumindest in jene Richtung, in der ich den Speisesal vermuten würde. Mir ist bisher kein Schild aufgefallen, welches den Weg dorthin geleitet.
„Ich könnte einen ganzen Gallôr verdrücken...“ Ich hoffe, Elfen können keine Anspannung wittern... Das wär's noch.
Zuletzt geändert von Roan Thenorias am Sonntag 12. März 2017, 13:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Sonntag 12. März 2017, 01:37

Auch gegenüber dem Sohne verbeuge ich mich zur Begrüßung, dann widme ich mich aber wieder Herrn Eskariot. Dieser stand wohl laut seinen Worten bereits in Verbindung mit meinem Vater, aber ob dies der Wahrheit entspricht?

Bisher war mir eine Verbindung zu der Familie Dorius unbekannt, aber dies muss nichts bedeuten. Mein Vater und die restlichen Mitglieder verstanden sich gut darin Geheimnisse zu hüten. Ich sollte dieser Angelegenheit einen Test unterziehen.


Ein gespieltes Schmunzeln erwidere ich auf die Worte von Herrn Eskariot. "Er würde sich freuen, dass er in solch guter Erinnerung geblieben ist." Erkläre ich und stemme meine Hände in die Seiten. "Glaubt mir, ehrenwerte Herren. Ihr werdet es sicherlich nicht bereuen, die berühmten Sprouts mit einer Aufgabe zu verpflichten. Ich kann euch versichern, dass wir sie zu eurer vollsten Zufriedenheit erfüllen werden – egal was dies kosten mag." Mein Blick schweift kurzzeitig in die Richtung, in der Turir verschwunden ist "Ich hoffe ich habe euren Boten nicht verschreckt. Er erschien mir etwas in Eile – aber sicherlich versucht er nur die Botschaft so rasch es ihm möglich ist zum Ziel zu bringen. Dies würde zumindest seine harsche Art mir gegenüber erklären." Fahre ich fort um so vielleicht ein paar Informationen über diesen Herrn in Erfahrung zu bringen.

"Oh! Und bevor ich es vergesse.Ihr müsstet mir kurz auf die Sprünge helfen." Mit einer nachdenklichen Mine streiche ich mit der Rechten über mein Kinn. "Wisst ihr, mein ehrenwerter Herr Vater liebt das Kartenspiel Rattenfänger und ich bin der Überzeugung, dass er häufig davon sprach wie spannend doch die Partien mit euch seien. Ist dies korrekt oder irre ich mich da?" Nachdenklich wandert nach diesen Worten mein Blick zur Decke, als würde ich meine verlorenen Erinnerungen irgendwo an der Decke suchen. Dies begleite ich mit einem "Hmmm." Geräusch.

Das Rattenfänger Spiel ist tatsächlich ein bekanntes Kartenspiel aus Giran – jedoch hasst mein Vater dieses Spiel. Das Spiel ist angeblich während des Bürgerkriegs entstanden und wird öfters in höheren Kreisen gespielt. Doch ist meinem Vater dies zuwider – allgemein schenkt er Gesellschaftsspielen kein großes Interesse. Viel eher liegt es ihn an Nichat Rennen und Zweikämpfe. Aber dies sollte vorerst als Test und Falle genügen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Sonntag 12. März 2017, 13:15

Hier waren wir doch schon?!

Die beiden Anwärter merken schnell wie groß die Festung ist. Zahlreiche Gänge winden sich auf mehreren Etagen durch das Schloss und schon bald überkommt sie das Gefühl nur die Hälfte des bereits gelaufenen Weges noch im Kopf zu haben. Sie sind rechts rum und dann ein Stockwerk tiefer und nochmal links - oder erst links und dann rechts? Besonders Irral, der es gewohnt ist, dass jeder Stock und jeder Stein, jedes Blatt sein eigenes Äußeres hat, fühlt sich seltsam orientierungslos zwischen immerwährend rechteckig geschliffenen Steinen, welche die Wand zieren. Aber zum Speisesaal geht es zum Glück immer der Nase nach, oder?
Je weiter die Sprouts nach unten laufen, desto stärker wird der Geruch, aber statt in den Speisesaal laufen sie geradewegs in eine Versammlung von Sprouts hinein, die sich offenbar zum Aufbruch fertig machen. Bedeutet das sie haben das Essen schon hinter sich? Zumindest können die Beiden den Ort wieder erkennen - sie befinden sich in der Eingangshalle. Das Schild was die Anwärter in den dritten Stock verweist halb verdeckt hinter einer jungen Frau mit Augenklappe und feuerrotem Haar.
Das ist ihre Zukunft. Vielleicht ist es schon bald Irral der ein Auge verliert, oder schlimmer noch, einen Arm. Oder einer von ihnen wird wie der Sprout welcher zuvor ihr Zimmer bewohnt hat nie mehr nach Hause zurück kehren. Ja vielleicht kehrt Roan gar nicht erst in sein Zimmer zurück. Das Leben der Sprouts ist abenteuerlich, ohne Frage. Und zugleich unsagbar gefährlich.


Schatzsuche

"Na mach schon, es muss hier irgendwo sein!" Der Mann wühlt eifrig im Dreck der alten Grabkammer. Er trägt die Rüstung eines Sprout, doch als solcher sollte er längst im Schloss sein und zu Mittag speisen. Über die verpasste Speise scheint er sich jedoch nicht zu grämen - im Gegensatz zu seinem Kameraden, der grimmig neben ihm steht, sprüht er über vor Eifer.
"Das ist pure Zeitverschwendung Darek! Das Essen ist gleich rum und du bist schuld daran, das mir den ganzen Tag der Magen knurren wird!" Dafür wird er Darek beim kommenden Training extra harte Schläge verpassen. So viel ist sicher. Doch Darek schein ungerührt.
"Nein. Nein, es muss hier sein, Geli, es muss. Das hier ist perfekt!"
"Es ist eine Legende, nicht mehr!", kontert der zweite Sprout.
Vor seinen Augen knackt Darek gerade einen der Särge - nicht gerade eine ruhmreiche Tat, doch der Sprout scheint wie besessen von seiner Suche.
"An jeder Legende ist etwas Wahres dran, Geli! Es muss existieren und wo sonst sollte man es finden als in einer alten Grabkammer auf der Insel Blewth? Komm schon, helf mir!"
Doch Geli rührt sich nicht vom Fleck.
"Eine Legende die hunderte von Jahren alt ist. Anfangs war da vielleicht mal was dran, jetzt macht sie nur noch Trottel wie dich aus einst respektablen Sprouts."
Darek verzieht eine Grimasse.
"Vielen Dank für das Kompliment. Ich werde den ersten Teil einfach ignorieren", antwortet er ironisch.
"Also hilfst du mir jetzt? Es ist die Letzte. Noch können wir ein paar Dinge vom Buffet abklauben."
Es ist eine glatte Lüge, sie wissen es beide. Die Wälder von Blewth sind viel zu groß um so schnell wieder zurück zu gelangen. Dennoch tritt Geli mit einem Seufzen vor und greift nach der schweren Steinplatte.
"Wenn ich deinetwegen verflucht werde....", ist das letzte was er sagt.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Sonntag 12. März 2017, 13:46

Darneeis

Ein wenig verwirrend ist es schon, als Steven den Fremdling so freundlich vorstellt. Sie hat die Wut gesehen, die plötzlich in ihm aufwallte, denn in Stevens Gesicht entgeht der Elfe nur wenig und fast hat sie all ihre Befürchtungen wahr werden sehen. Doch der Schwertkämpfer schwenkt mitten drin um, so plötzlich, dass Darneeis überrascht blinzelt. Das ist etwas wozu Steven früher womöglich nicht fähig gewesen wäre und für einen Moment fühlt sie einen Funken Stolz durch ihre Brust zucken.
Doch dann geht alles sehr schnell. So schnell, dass sie gar keine Gelegenheit mehr hat auf die Vorstellung oder die Verabschiedung zu reagieren ehe Steven wieder verschwunden ist und sie alleine da steht. Ein wenig wehmütig sieht sie ihm nach. So is es eben nun. Sie sind nicht mehr in einer Einheit. Was sie jetzt trennt ist mehr als der Unterschied einer Rasse. Es ist gut gelaufen für sie alle seit der Versetzung und doch kann die Elfe nicht verhindern sich nach den alten Zeiten zu sehnen, während sie zusieht wie Steven mit seinen Kameraden den Speisesaal verlässt. Jemand stößt sie in die Seite. Es ist eine Kameradin von ihr, die sie zur Ordnung mahnt und Darneeis widmet sich wieder ihrem Teller.
Ob ich nochmal die Gelegenheit bekomme bevor er abreist?
Doch viel mehr hofft sie ihn nach seiner Mission wieder sehen zu können, wohlbehalten und unversehrt...


Tia

Die Prinzessin senkt den Blick ein wenig, bevor sie Veyrnes Hand ergreift und den Händedruck erwidert. Die Kameradschaftliche Geste scheint ihr erheblich leichter zu fallen als die Worte des Leutnants.
"Ich bevorzuge es ein guter Sprout zu sein denn ein Mädchen mit einem Titel", sagt sie, doch auf die Frage antwortet sie nicht gleich, sondern deutet dem Blutwolf voran zu schreiten. Unter all den Ohren möchte sie das Gespräch lieber nicht führen. Erst im Korridor, machdem die schweren Türen einen Großteil des Lärms ausgesperrt haben, erhebt sie das Wort erneut: "Besonders ist eine.... treffende Beschreibung."
Auch wenn sie nicht im Mindesten das Ausmaß ihrer Sorgen beschreiben. Sorgen die Tia für sich behält. Sie möchte nicht gleich als unfähig und weich dastehen. Ein Blutwolf, auch wenn Veyrne erstaunlich normal auf sie wirkt, würde das sicher nicht verstehen.
"Ich habe nie von einem solchen Fall gehört. Da war natürlich der Einsatz in Gald, aber...."
Tia verstummt. Es ist nicht ihre Art Befehle in Frage zu stellen. Sie würde nur gerne die Hintergründe verstehen.
Ihre Schritte hallen von den Wänden wider.
"Wann wird die Besprechung sein?"

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Sonntag 12. März 2017, 16:02

In der Eingangshalle angekommen wandert mein Blick über die bereits anwesenden Sprouts. Eine bunte Mischung aus den verschiedensten Einheiten, von denen mir maximal die Hälfte in irgendeiner Art und weise bekannt sind. „Wie hieß es ? Eine 'gute' Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen...“.
Mein Gedankengang wird unterbrochen, als mich ein kräftig aussehender Sprout anspricht. „Ja, ich bin wegen der Expedition hier.“ Erwidere ich auf seine Frage. „Mein Name ist Isothien Sturmbringer. Auf gute Zusammenarbeit, Sprout Aspa.“ Nach der kurzen Begrüßung stellt er mir das Expeditionsteam vor. Als Sprout Aspa mir Maria vorstellt verkrampft sich kurzzeitig mein Inneres.
„Was macht sie denn hier ? Ich dachte, dass sie Blewth verlassen hat, als Shade verurteilt worden ist. „Die Vergangenheit holt einen ein...“ “Erst der kommende Einsatz mit den Blutwölfen und nun Shades Schwester. Sturmwind lässt mir heute wirklich keine Ruhe!“
Eigentlich sollte die Expedition dazu dienen, um den Kopf frei zu kriegen, doch es scheint so, als wenn eine höhere Macht entschieden hat, dass ich mich mit bestimmten früher als gedacht beschäftigen muss.
Der Vorstellung vom Rest des Teams folge ich eher halbherzig, einzig Leo Wuut lässt mich aufhorchen. „Er scheint es endlich geschafft zu haben und das trotz der Ereignisse von damals.“
Leo wurde damals, vor 2 Jahren, vorgeworfen, dass er und ein paar andere Leute in den Archivturm eingedrungen seien. Dieser Vorfall machte im gesamten Schloss sehr schnell die Runde. So gut wie jeder wusste etwas davon und hatte eine eigene Vermutung zum Vorfall.
„Das kann ja heiter werden.“ Ich erinnere mich an das letzten Ausflug in das Gebirge. Damals war ich noch ein unerfahrener Anwärter und es war recht gefährlich. Die Kämpfe mit den Wölfen und vor allem die Konfrontation mit dem Madgar sind wichtige, als auch schmerzhafte, Lektionen gewesen.
Mit einem leichten Kopfschütteln versuche ich die Gedanken aus meinen Kopf zu vertreiben, um mich wieder dem hier und jetzt zu widmen. Ich schaue mich um, auf der Suche nach Neuankömmlingen. Kiara steht etwas abseits vom Rest der Truppe. „Tatsächlich ist jemand meinem Vorschlag gefolgt und dann auch noch sie. Komisch.“
„Du willst auch mitkommen ?“ Frage ich sie, während ich mich ihr nähere.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kiara » Sonntag 12. März 2017, 16:42

„Huch?“, entfährt es mir, als Isothien mich unerwartet anspricht. Etwas unschlüssig schaue ich auf die Gruppe und dann wieder zu ihm. Ich erinnere mich, dass ich zuvor am Tisch mein Vorhaben recht deutlich umrissen habe. Ich war diejenige gewesen, die nach Begleitern gefragt hatte, wieso also ist nun er es, der mich fragt, ob ich mit ihm mitkomme? Noch einmal schaue ich auf die Gruppe, dann zu meinem Kameraden. Ratlos lege ich den Kopf zur Seite und murmele unsicher: „Nein?“

Ich pausiere kurz, entscheide mich dann aber dazu, dass ein einzelnes Wort nicht genug der Antwort ist. „Ich werde mich gleich auf den Weg in den Wald machen um die fehlenden Kräuter zu sammeln. Korrigier mich bitte falls ich mich irre, aber du scheinst dich für die Teilnahme am Gebirgsrundgang entschieden zu haben?“ Ich erläutere ihm meine Schlussfolgerungen und verberge dabei das leicht säuerliche Gefühl, dass in mir brodelt, weil er mir offenbar vorhin nicht richtig zugehört hat.

Noch einmal starre ich zu den anderen Sprouts. Nach Jahren am Schloss kenne ich nahezu alle ihre Gesichter vom Sehen, doch Zweien kann ich sogar einen Namen zuordnen. Leo Wuut. Die Legende, spotte ich innerlich, während ich wieder zu Isothien schaue und glaube, zu verstehen, warum er sich für diesen Auftrag entschieden hat. „Maria ist dabei“, sage ich im Wissen, dass sie die Schwester von Isothiens ehemaligem Kameraden ist. „Steht ihr zwei euch nah? Sicherlich eine gute Gelegenheit, wieder etwas Zeit miteinander zu verbringen.“ Ein verständnisvolles Funkeln liegt in meinen Augen und für einige Sekunden gebe ich mich der Fantasie hin, dass ein gemeinsamer Auftrag eine wunderbare Gelegenheit wäre, um meinen Brüdern wieder näher zu kommen, ohne gegen die Familienregeln zu verstoßen.

Veyrne Ibga
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Veyrne Ibga » Montag 13. März 2017, 17:59

Mit schnellen Schritten schreitet Rahih an uns vorbei und wirft mir einen bösen Blick zu, bevor sie um die Ecke des Korridors verschwindet. Ich schenke dem keine weitere Beachtung und gehe mit langsamen Schritten an Tias Seite durch den Korridor. Es ist das erste Mal, dass mit der Kronprinzessin von Gald ein Gespräch führe, dabei wurde sie direkt im Gald-Einsatz an uns überstellt. "Das weiß ich zu schätzen, dass ihr nicht auf eure Titel beharrt.", sage ich freundlich. "Es ist sehr leicht sich abzuheben, wenn man aus hohem Hause kommt. Umso bemerkenswerter, wenn die Position des Leutnant durch Leistung erworben wird." Sie ist ein auffällig gutes Symbol für die Einheit der Titanen. Eine weise Wahl... "Wir werden uns vermutlich im Verlauf dieses Nachmittags mit Sprout-Leutnant Varlen zusammen die Einzelheiten zum Einsatz ansehen und durchsprechen." Nach wenigen Schritten sind wir in der Eingangshalle angekommen, in der bereits Sprouts auf eine Expedition in das umliegende Gebirge warten. Mit einer Handgeste deute ich ihr, mit auf den Hof zu kommen. "Die Prinzessin von Gald. Welch vornehme Gesellschaft für jemanden, der sonst von Mördern, Werwesen, Verfluchten, Espetin-Kindern und anderen Auswüchsen umgeben ist. Willst du nicht hier anbändeln? Überleg nur! Veyrne, König von Kroth. Das wär's doch." Das würde dir passen. Wäre ja eine schöne Ausgangslage für dich. Den Schutz des Königs im Rücken, während du einen reichen Fürsten in die Besessenheit treibst und mit seiner Frau schläfst? Nein, vielen Dank. "Schade." "Ich schätze, dass ich mich auch nicht im weiteren vorstellen muss, aber ich werde es dennoch tun. Ich bin Veyrne Ibga, der Sohn eines.." Ich halte kurz inne, da ich mir unschlüssig bin, welche Geschichte ich erzählen soll. Um meine neuen Erkenntnisse zu erklären, fehlen mir jedoch selbst noch zu viele Einzelheiten. Bisher war ich zu stolz um meiner Geschichte nachzulaufen und es stört mich, dabei auf jemanden wie Droc angewiesen zu sein. Leider stolpere ich immer wieder über die Lücken in meiner Vergangenheit. "..Schneiders aus Kasgard. Ziehsohn der Familie Boras, Sprout-Leutnant der Blutwölfe. Hattet ihr schon einmal etwas mit den Dorius zu tun?"
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Dienstag 14. März 2017, 21:44

„Ohje, sie hat eine blühende Phantasie.“ Ich schüttle meinen Kopf. „Da du hier bist dachte ich, dass du dich entschieden hast die Kräutersuche mit der Expedition zu verbinden. Beide Aktivitäten schließen sich, zum Glück, nicht gegenseitig aus.“ „Das könnte für sie eventuell wie eine Belehrung wirken, auch wenn ich es nicht so meinte. Aber Kiaras Sicht der Dinge...“
„Und Shades Schwester angeht. Nein! Da ist nichts, du irrst dich.“ Sage ich mit ernster Stimme. „Dante ist der Frauenheld gewesen nicht ich. Wie kommt sie nur darauf, dass ich was mit Maria hätte ? Kaum ist Joanna auf Reisen mache ich mich an die Nächste dran, oder was ? Argh“
Einen tiefen Atemzug später: "Ich will noch mit Maria sprechen, über ihren Bruder, auch wenn das wahrscheinlich nicht unbedingt einfach sein wird. Sollte Kiara doch mitkommen, muss das Gespräch in ihrer Hörweite stattfinden, bevor sie wieder auf dumme Ideen kommt.“

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kyriel » Mittwoch 15. März 2017, 17:50

Ich seufze als Rahih ihren Frust an mir auslässt. Ich hab es ja geahnt, doch insgeheim gehofft ihr wäre die prekäre Lage bewusst. Sie ist schließlich nicht generell ein schlechter Sprout. Eigentlich ist sie sogar ein recht guter - so lange Veyrne nicht involviert ist. Vielleicht ist es ihr sogar bewusst unter der Wand aus Wut, doch Rache hat offensichtlich nichts mit Vernunft gemein. Die bissigen Bemerkungen selbst jedoch sind gewissermaßen fantasievoller geworden und lassen meine Brauen schweigend nach oben schnellen.
Irgendwie habe ich das Gefühl es wäre kein Kompliment, wenn Veyrne tatsächlich solches Interesse an mir hegen würde, stelle ich fest, während ich einem ganz besonderen von Veyrnes Interessen hinterher sehe.
Für einen Moment lieg mir etwas auf der Zunge. Ein Argument, ein Einwand, ein dezenter Hinweis, doch letztlich entsinne ich mich daran worum es hier wirklich geht und seufze nur ein weiteres Mal.
Was für eine Frau mag sie vor ihm gewesen sein?
Ein Gedanke bei dem ich mich vor allem in den letzten zwei Jahren schon oft erwischt habe, gemeinsam mit einer weiteren: Warum tut er das?

Die Verwandlung des Veyrne habe ich schon so oft gesehen in den Jahren die wir zusammen aufwuchsen. Immer dann, wenn es Fremde waren - oder bei ihr. Der Freund und Bruder den ich kannte verschwand und an seine Stelle trat eine hässliche, kalte Fratze aus Hohn und Arroganz die nicht zu den Werten und Gedanken passen die er, wie ich weiß, wirklich hegt. Und doch war sie da. Genug um mich zu verwirren und andere Menschen abzustoßen. Genug um Rahih zu zerstören. Die Wahrheit ist ich kann sie verstehen, sogar besser als ihn. Wie es mich schmerzen würde ihn so mit mir umgehen zu sehen, möchte ich nicht herausfinden und jedem anderen hätte ich gesagt es ist nicht richtig. Auch ihn habe ich gefragt warum er das macht und damals war die Antwort, dass es einen Grund gibt genug. Aber heute? Ich verstehe Angst, ich verstehe Zurückhaltung und Schutzmechanismen, doch das hier geht zu weit. Und nach zwei Jahren an Rahihs Seite, zwei Jahren Spannungen, ist die Frage lauter denn je.
Welcher Grund vermag das zu rechtfertigen?
Mein Blick schwenkt mit einem bleiernen Gefühl in meinem Magen, von Rahih zu Cin herüber. Ich bezweifle keine Sekunde dass das Ende dieses Zwists im Kampf liegen mag und genau das macht mir die Magenschmerzen - vor allem jetzt. Rahih mag eine schreckliche Frau sein, doch sie ist Teil meiner Einheit. Trotz aller Wut die ich diese Jahre zu spüren bekommen habe weiß ich, dass ich mich auf sie verlassen kann. Ich sehe in der engen Zusammenarbeit die kleinen Dinge die Außenstehende nicht sehen. Eine Güte hinter der Wut die Veyrne nicht kennt, denn bei all dem Spott den ich von ihr habe erdulden müssen und all dem Spott den ich für meine Schwester geerntet habe - sie hat dieses Thema nie angeschnitten. Alles, aber nicht das. Die Mitglieder einer Einheit sehen was andere nicht sehen, die kurzen Momente des Menschen der wir sein können, so wie ich sie als Bruder für Veyrne sehen kann.

"Es ist nicht mein Zwist, Cin, aber ich bin Teil dieses Auftrages, so wie wir alle. Eines äußerst riskanten Auftrages bei dem ich niemanden sterben sehen will nur weil die Beiden sich nicht beherrschen können. Einschließlich der beiden keinen", sage ich nachdrücklich, doch ein wenig matt. Dieses übermächtige, einnehmende Gefühl der Überwältigung, von zu viel, kitzelt wieder an meinem verstand. Ich spüre es kommen, doch schiebe es bei Seite und schnappe mir ein paar Brotstücke bevor ich aufstehe. Irgendwie kann ich nicht mehr hier bleiben und essen schon gar nicht.

"Wie dem auch sei. Ich muss noch was erledigen."
Das Obst verschwindet ebenfalls in meiner Tasche, alles was sich bis später hält. Jetzt muss ich zuerst einen Brief schreiben der mir wenig bringen wird. Ich kann Veyrnes Stimme hören die mich abermals dazu anhält es zu vergessen, aber ich kann nicht. Wenn ich es ganz los lasse und jede halbe Bindung löse.... was soll dann schon übrig bleiben?
"Wir sollten alle gut vorbereitet sein. Leutnant."

Mit einem Nicken an ihn verlasse ich den Tisch. Das Gefühl der Schwere lässt nicht nach, sondern wächst. Mein Hals schnürt sich zu mit jedem Schritt. Es gibt Gewissheit die sich nicht weg schieben lässt. Die Gewissheit, dass irgendwo, irgendwann in diesem Konstrukt das ich lebe, etwas Schreckliches auf mich wartet.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Donnerstag 16. März 2017, 01:54

Was Roan sagt, wirkt fast schon wieder menschlich. Eine Art der Menschlichkeit, die er gerne beibehalten könnte. Etwas, mit dem ich umgehen kann. Die Sprichwörter der Menschen, wie etwa einen ganzen Gallôr verdrücken zu können, spiegeln ihre Essgewohnheiten wieder. Essen nur um satt zu werden, als Mittel zum Zweck. Nicht als das was es ist. Wenn ein Tier nur für die Wollust des Menschen stirbt, dann ist es ein vergeudeter Tot. Man sollte Essen nicht als etwas sehen, dass sowieso da ist, egal was passiert ist, sondern als etwas heiliges, als etwas geschenktes. Ein Tier, ein Geschöpf der Götter, ebenso wie wir es sind, gab sein Leben um den Hunger zu stillen, um uns am Leben zu halten. Und genau als das sollte man es sehen, wenn man seinen Hunger stillt. Ein Geschenk, nicht da, um sich daran zu laben und mehr zu essen als eigentlich von Nöten gewesen wäre. Kein Wunder, dass Menschen dazu neigen fett und unansehnlich zu werden. Einen Elfen, der so mit der Nahrung umgeht wie manch ein Mensch, würde schneller verstoßen als ihm lieb ist.
Meine Stimmung verbessert sich nach diesem Anflug der Normalität. Ich bin zufrieden. Zufriedener als ich es eben noch war. Meine Stimmung schwankte in den letzten Minuten sehr. Etwas, dass mir nicht bekannt ist. Genauso wenig wie das alles hier. Vielleicht beginne ich mich schon zu verändern. Vielleicht erkenne ich mich bald nicht mehr wieder. Vielleicht ist ein Wort, dass meine Angst wiederspiegelt mich hier selbst zu verlieren. Doch glaube ich wirklich dran, dass die Menschen und ihre Art zu leben dazu fähig sind, mich zu verändern? Eigentlich nicht. Doch genau so wenig wie ich daran glaube, habe ich daran geglaubt, dass es Menschen gibt, die uns Elfen widerstehen können, Menschen wie diesen Roan, der es schafft, den Mustern zu entweichen.
Wir setzen und in Bewegung, Richtung Speisesaal, theoretisch immer der Nase nach, meiner Nase, der feineren von uns zweien. Jetzt erst wird mir klar, wie schwer es selbst für mich werden wird, mich einst in den Gemäuern dieses Schlosses zurecht zu finden. Jeder Stein gleicht den anderem, viereckig, fast immer dieselbe Struktur. Keine Einzigartigkeit in den Korridoren auf die wir abbiegen, alles immer wieder dasselbe. Fast schon wird mir schwindelig. Ich bin anderes gewohnt. Gewohnt, mich in einem riesigen Wald zurechtzufinden, weil ich jeden Baum, jeden Ast, jeden Geruch kenne. Hier ist es anders. Hier riecht sogar alles gleich. Alles nach Mensch. Ein Geruch an den ich mich erst noch gewöhnen muss.

Nach einem kurzen Marsch, erreichen wir die Eingangshalle. Diese kommt mir vertraut vor. Ich zögere kurz. Der Geruch des Essens hat mich hier hergeleitet. Eigentlich war unser Ziel der Speisesaal. Ich blicke mich verwirrt um, versuche den Geruch auszumachen und wo dieser herzukommen scheint und finde schnell die Ursache. Viele Menschen laufen hier rum, wie auch schon bei meinem ersten Besuch. Einige von ihnen lecken sich immer noch über die Finger, versuchen Essensflecken von ihren Hemden zu wischen und laufen teils sogar noch mit Essen in der Hand rum. Kein Wunder. Menschen. Wissen nicht, dass man dem Essen eine Gewisse Achtung entgegenbringen sollte, genau so wenig wissen sie es sich zu benehmen. Weder in Unterhaltungen, noch beim Essen. Ich Blicke Roan an und frage mich zeitgleich, ob auch er sich beim Essen danebenbenehmen würde. Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich würde er genauso wie ein Elf, sorgsam darauf achten nicht einen Krümel zu verlieren. Zumindest wäre das genauso unmenschlich, wie er sich den ganzen Tag schon benimmt. Komischer Mensch…
Mein Blick schweift durch die Eingangshalle, mich fragend, welchen Weg wir als nächstes einschlagen sollen und wo eigentlich der Treffpunkt mit unseren Ausbildern sein soll, da fällt mir, vor dem Schild der zur Anwärteranmeldung zeigt, ein junge Dame auf. Menschlich, ihr Auge verdeckt von einer Klappe. Ich blicke sie für eins zwei Sekunden interessiert an. Eine derartige Verletzung habe ich noch nicht gesehen. Ich hatte mir vorher nicht einmal Gedanken gemacht, ob man tatsächlich ein Auge verlieren konnte. Keinem der Elfen in meinem Dorf war dieses Los zur Last gelegt worden. Es wirkt so… imperfekt… so… menschlich.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Donnerstag 16. März 2017, 20:04

Es herrscht eine schweigende, jedoch keine unbedingt feindliche Atmosphäre, während wir uns nebeneinander herlaufend auf dem Weg zum Speisesaal befinden. Irral scheint in eigenen Gedanken zu schwelgen und ich gönne ihm den Moment der Ruhe und Verarbeitung nach diesem so kontrastreichen Aufeinandertreffen. Komischerweise kreiselt in mir ein gewisses Verständnis für den Elfen empor, während ich bei jedem anderen Menschen schon meine Zweifel gezogen hätte, nehme ich diese Andersartigkeit bei dem einzigartigen, hübschen Wesen widerstandslos in Kauf. Mehr noch, ich sehe in Irral dazu noch eine Gelegenheit, mehr zu lernen und bisher ungesehene Gefilde zu betreten. Er muss so viel zu erzählen haben. Wenn er nicht so verschlossen wäre...
Im nächsten Moment muss ich mich fragen, ob wir hier überhaupt richtig sind. Jeder Gang sieht mittlerweile gleich aus, auch wenn es mich im stillen fragt, ob Irral gerade ähnliche Probleme vorzuweisen hat - schließlich haben Elfen eine viel bessere Nase, oder etwa nicht? Könnte der Schönling das Essen nicht einfach schon wittern? Ein Funke von Zweifel lässt meine Brauen tiefer in mein Gesicht ziehen. Irgendwann, denke ich mir, werde ich mich hier schon zurecht finden.

Ich könnte Irral auch einfach fragen, doch genau genommen erwarte ich keine ehrliche Antwort von meinem neuen Zimmernachbarn. Ich werde es wohl auch einfach hinnehmen müssen, dass ich in einem Elfen nicht den gesprächigsten Partner in dieser Festung finden werde. Mich soll es nicht stören, weitaus schlimmer wäre eine Quasselstrippe, die ihr Mundwerk nur zum Schlafen schließt. - Oder nicht einmal mehr das. -
Plötzlich höre ich entfernt ein leises Durcheinander von verschiedenen Stimmen, aber unmöglich zuzuordnen. Mit diesen Stimmen bemerke ich einen seichten, prägnanten Duft von gebratenem Fleisch und Kräutern. Es muss da vorne sein, denke ich mir, erleichtert, nicht in den unendlichen Gängen dieser steinernen Festung zu verhungern. Wäre doch auch ein ziemlich jämmerlicher Tod für einen Anwärter...... Da würde ich mich doch lieber von einem Drage fressen lassen, als auf dem Weg zum Speisesaal verloren zu gehen und zu verhungern.
Ich schüttele meinen Kopf, wische die eigenartigen, sarkastischen Gedanken fort und drehe meinen Blick kurz zu meinem stummen, hochgewachsenen Begleiter.
Noch immer hat Irral kein Wort gesagt, seine Mine verrät mir leider auch in keinster Weise, welchen Gedankengängen er möglicherweise folgen könnte, und ich widme mich letzlich der großen Halle, in welche wir gerade eintreten. Ich erkenne diesen Ort, es ist die Eingangshalle, doch wir sind nicht alleine: Hier sammelt sich die Quelle der undefinierbaren Stimmen, einige Sprouts, so nehme ich an, tummeln und versammeln sich gerade möglicherweise für einen Auftrag. Ein Auftrag, bei dem ich am liebsten direkt mitgemacht hätte. Mir steht der Sinn, jetzt gleich etwas gutes zu tun, Abenteuer zu erleben, mit Kameraden, dessen Namen ich bisher noch nicht einmal kenne. Doch wo wächst man schon enger zusammen als in einem Kampf, Seite an Seite?
Mir fehlt dieses Gefühl der Kameradschaft, still und heimlich windet es sich in meinem Innersten wie ein verletztes Tier, hungert nach Erlösung und Frieden. Mein Blick schweift aufmerksam über den Trupp an Menschen, in welchen wir gerade mehr oder weniger hineingelaufen sind. Jeden einzelnen mustere ich genauestens. Ihre Waffen sind so unterschiedlich wie sie selbst. Mir fällt jedoch vorallem eine junge Frau auf, dessen Haar kräftig rot sicher mit dem Feuer um die Wette strahlen wollte. Eine Augenklappe ziert die Wunde, die sie auf einem Auge - oder auf dessen Überbleibsel, trägt. Wer weiß schon, welches Monster oder Schwert diese Verletzung verursacht haben könnte, doch es begeistert mich, auch eine zierliche Frau wie sie unter den Kämpfern zu sehen. Wäre in meiner Heimat eine solche Ausbildung für Frauen auch nur vergönnt gewesen. Wir wären viel vorbereiteter gewesen, schlägt der bittere Gedanke auf, ohne sich in meinem Gesicht zu spiegeln. Es ist nicht die Zeit, in der Vergangenheit zu schwelgen.
„Seid gegrüßt, ist für Neuankömmlinge wie uns noch ein Platz im Speisesaal frei, oder haben wir das Essen schon verpasst?“, frage ich offen und laut in die Gruppe hinein, auch wenn mein Blick noch kurz auf der jungen, rothaarigen Frau hängen bleibt, ehe er ziellos über die Köpfe der Gruppe wandert. Ich habe keine Probleme damit, in Kontakt zu treten. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass Irral da mehr Probleme haben könnte, doch wer weiß - ich wurde nicht das erste Mal von ihm überrascht, und wir haben noch nicht einmal einen halben Tag zusammen verbracht.


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