Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
Roan Thenorias
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Dienstag 28. Februar 2017, 22:05

Ich komme nicht umhin, meinen Gegenüber abermals zu mustern und es fällt mir schwer, die natürlich aufsteigende Faszination von der nüchternen Schönheit seines Antlitzes zu zügeln. Gedanken, die ich um meines Kopfes und Stolzes Willen niemals aussprechen würde. Sicher ist dem Elfen ohnehin bereits aufgefallen, dass der Blick aus meinen hellen, grünblauen Augen geflissentlich über seine schlanke Statur wandert. Ich betrachte kurz das hellere, seidige Haar und die hohen, feinen Wangenknochen, die dem bartlosen Gesicht noch edlere, ja regelrecht aristokratische Züge verleihen. Müssen sich Elfen überhaupt rasieren?, schießt es nur in meinen Kopf, ehe ich der leisen, immer lauter werdenden Stimme lausche und meine Gedanken in ganz anderen Kreisen wiederfinden werde.
Die Ansicht des Elfen ist äußerst interessant und entspringt vor Allem auf die ein oder andere Art und Weise einer Quelle, die ich als nicht falsch erachte. Dennoch ist der Beweggrund des wahrscheinlich jungen Mannes einer, den ich nicht verstehen kann. Es ändert ja nichts an der Tatsache, dass er nichts Unrechtes getan hat ... Wenn er so weitermacht, und sich für alles entschuldigt, dessen Verantwortung er nicht einmal tragen muss, wird das nicht gut für ihn enden. Ich habe auf diese Weise nur Diener gehört, denen ich begegnet bin. Nur, dass sie sich schon dafür entschuldigt haben, die selbe Atemluft wie ich zu atmen... Der große, prägnante Unterschied jedoch war die feste, alles andere als devote Ausstrahlung meines Gegenübers.
Die Brauen tiefer zusammenziehend, setze ich gerade zu einer Antwort an, als die Tür des Aufnahmezimmers aufschwingt und die Lady heraustritt, auf die ich bereits einen kurzen Blick hatte werfen können.
Ich betrachte die Frau knapp und bin mir allein durch die präsente, starke Ausstrahlung sicher, dass ihr Wirkungsbereich weit über die Wände dieses Zimmers hinausgehen muss. Ich hätte mich vielleicht über die wichtigen Köpfe auf Blewth informieren sollen, geht es mir nachdenklich durch den Kopf.
Irral Sol heißt er also, stelle ich nur nebensächlich fest, bis die Lady sich an mich wendet.
Für einen Moment bin ich mir nicht sicher, ob ich mich nicht verhört habe. Ich könnte schwören, gerade etwas mit Zimmernachbarn gehört zu haben.
Meine Lippen spalten sich ein wenig unter der seltsam schmeckenden Mischung aus Überraschung und Unglauben, während ich die Frau beobachte, die gerade einen Schlüssel hervorzieht. Ein angelaufenden, dunklen Schlüssel, der offensichtlich bereits eine eigene Geschichte zu erzählen hat. Kurz darauf kommt schon die Erklärung, die mich irgendwie überhaupt nicht wundert. Warum auch nicht?, denke ich mir unter einer sarkastischen Note. Es fällt mir immer noch ein wenig schwer, zu glauben, dass die hübsche Lady den Punkt mit den Zimmernachbarn wirklich ernst gemeint hat.

Während mein Blick mittlerweile beinahe finstere Züge durch die zusammengezogenen Augenbrauen bekommen hat, lasse ich mich von meinem Gegenüber mustern. Eine Geste, die ich mittlerweile bereits öfter aus dem Unterbewusstsein heraus ausgeführt habe als absichtlich. Ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, welche Ausbildung ich wirklich anstreben will, doch ich kenne meine Stärken und ich fühle mich wohl mit der Klinge an meiner Seite. Ich muss nicht darüber nachdenken, was ich will, denn mein Gegenüber legt mir die Antwort bereits in den Mund. „Ja“, lautet dennoch die knapp angebundene Erwiderung auf die Frage, denn eine Antwort scheint mein Gegenüber offensichtlich ohnehin nicht mehr zu brauchen. Es ist lediglich die Höflichkeit vor einer Lady, die es mir gebietet, dennoch eine Antwort zu geben, egal wie überflüssig sie zu sein vermag.
Ich zögere nicht lange und unterschreibe an der vorgegebenen Stelle, ehe ich den rostenden Schlüssel entgegen nehme. Sicher, ich hätte dem Herrn Elf den Vortritt überlassen können, doch letztlich verlasse ich mich lieber auf mich selbst und damit auf die Tatsache, vorerst über den Eintritt unseres neuen Zuhauses zu verfügen. Zumindest bis ich weiß, wie ich ohne Schlüssel hineinkommen kann.
„Ich danke“, füge ich letztlich noch hinzu, denn damit ist es wirklich besiegelt: Ich bin jetzt offiziell ein Anwärter. Eine seltsame, euphorische Wärme durchfährt mich. Endlich bin ich angekommen. Das hier wird mein neues Zuhause werden.
Mein Blick wandert zu dem Elfen namens Irral zurück, dem ich ebenfalls noch eine Antwort schulde und warte, bis auch er unterschreibt.
Zuletzt geändert von Roan Thenorias am Mittwoch 1. März 2017, 00:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Shane » Dienstag 28. Februar 2017, 22:14

Der Dorius-Clan, das hat mir gerade noch gefehlt. Eine Name, der selbst außerhalb der Grenzen Kroths bekannt ist. Hier auf Blewth wagt es sich niemand, offen Kritik zu äußern, eine allgemeine Skepsis lässt sich aber nicht abstreiten. "Gerne würde ich es vermeiden, irgendetwas mit dieser Familie zu tun zu haben." erwähne ich nur hörbar für meine Kameraden. "Etwas stimmt mit diesen Leuten nicht. Das war mir schon damals während meiner Zeit als Anwärter klar, als ich das zweifelhafte Vergnügen hatte, Kyle Dorius kennenzulernen." Tatsächlich erschien Kyle immer etwas... normaler als der Rest seiner Familie, doch der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm.
Meine Aufmerksamkeit gilt nun Kiara, die mich indirekt auf meiner ernste Art anspricht. "Wisst ihr, ich denke, es ist ausreichend, wenn zumindest einer von uns Humor hat. Zumal dieser im Gald'schen Oberhaus auch nicht weit verbreitet ist." antworte ich ihr. Ein gutes Beispiel dafür ist nicht weit., denke ich, als ich kurzzeitig zu Faron blicke. Er erscheint mir manchmal eher unfreiwillig komisch, vor Allem, wenn es mit Leuten zu tun hat, die seiner Meinung nach unter ihm stehen.
Florin bemerkt, dass Toku wohl dabei ist, eine Ansprache vorzubereiten. "Vielleicht steht dies im Zusammenhang mit dem Besuch des Dorius-Clans. Sollten sie uns anheuern wollen, würde ich zu gerne den Grund wissen. Diese Leute können auf sich selbst aufpassen." merke ich an und sehe dabei in die Richtung Tokus. ich hoffe für mich aber auch für meine Kameraden, dass wir für die Dorius keine Mission ausführen werden.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Mittwoch 1. März 2017, 10:55

Um ein Exempel bezüglich Tischmanieren zu statuieren, sitze ich steif am Tisch und nehme so elegant wie es mir möglich ist mein Essenswerkzeug zur Hand.

"Dies wäre eine weitere Gelegenheit unseren unmessbaren Wert in dieser Welt unter Beweis zu stellen." Erwidere ich gen Shane und schenke diesem kurzzeitig meine Aufmerksamkeit, bevor ich mich wieder meinem Teller widme. "Wenn die Familie Dorius einen Kontrakt mit uns schließt und wir diesen zu Ihrer Zufriedenheit erfüllen, so kann dies in Zukunft nur positiv für unseren Ruf wirken. Zumal wir auf derartige Verbindungen angewiesen sind. Ein gutes Stichwort bringt hier unser anmutige Elfin bezüglich dem Zustand unserer Geräte."

Fahre ich erklärend mit gesenkter Stimme fort. Mein Blick schweift kurzzeitig Richtung Toku. "Ich bin gespannt." Werfe ich knapp hinter her und verstumme daraufhin. Mit größter Achtung vor der Etikette beginne ich langsam mit Messer und Gabel meine Speise zu vertilgen, während ich Seelenruhig auf die Ankündigung warte.

Falls die Familie Dorius in Erwägung zieht uns mit einem Auftrag zu verpflichten, so hoffe ich das unsere Einheit diese Ehre zu Teil wird. Dies wäre eine perfekte Gelgenheit um Verbindungen zu knüpfen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Tycho » Mittwoch 1. März 2017, 12:45

"Ach Cleyo", sage ich mit überheblicher Stimme. "Wenn Dämonen hören wie blutrünstig und gefährlich wir sind, werden sie sich erst recht mit uns messen wollen. Davon mal abgesehen haben wir bislang nie wirklich gegen Dämonen kämpfen müssen - anders als man sich gemeinhin im Volk das Leben als Sprout vorstellt. Stattdessen schlachten wir unschuldige Halbwesen und töten ehemalige Brüder und Kameraden. In keinem unserer letzten Einsätze hat unser Ruf als Schutzschild gedient, noch weniger hat er dazu beigetragen das weniger Blut vergossen werden musste." Ich seufze. "Ich verstehe die Beweggründe hinter diesem perfiden Spiel, aber heiße sie in keinster Weise gut!", füge ich mit Nachdruck hinzu.

Glücklicherweise bringt Veyrne mich auf ein angenehmeres Gesprächsthema. "Kaela?" Ich erröte leicht, als ich den Namen mit etwas zu viel Begeisterung ausspreche. Die junge Magierin war Sprout, als ich als Anwärter im Schloss meine Aufwartung machte. In kürzester Zeit hatte sie sich zum Final Sprout und schließlich zum Elite Sprout hochgearbeitet. Eine steile Karriere, für die andere ein halbes Leben brauchen. Doch obwohl Kaela sehr ehrgeizig ist, war sie auch stets eine Einzelgängerin, die eigene Ziele zu verfolgen schien. Darum interessiert es mich brennend, um was für ein Experiment es sich handeln könnte. Ein offizieller Auftrag vom Schloss. Oder eher ein persönliches Experiment um ihre unstillbare Neugierde zu befriedigen. Ich tippe auf letzteres. "Ich würde mich freuen ihr bei einem Experiment behilflich zu sein.", sage ich förmlich. "Seit ihrer Beförderung habe ich sie noch gar nicht gesehen, geschweige denn gratuliert. Nicht das sie auf solche Höflichkeiten etwas geben würde."

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Mittwoch 1. März 2017, 13:46

Ich runzle die Stirn über die Ausführungen des Mönches. Denkbar wäre es, aber das würde bedeuten, dass die Dämonen voller stattlicher Krieger sind, die Gefahr nicht fürchten. Viele Geschichten habe ich auf den Straßen gehört, von hässlich entstellt bis unberechenbar blutrünstig. Von Unerschrockenheit und derlei Prinzipien habe ich noch nie etwas gehört.
"Ich dachte die Dämonen wären Wilde", sagte ich letztlich langsam mit einer Stimme die verrät, dass ich noch in Gedanken bin. Für die Unterhaltung zwischen Veyrne und Tycho habe ich dabei nichts übrig. Kaela ist eine anstrengende Frau. Mein Interesse hält sich in Grenzen.
"Warum sollten sie dann nicht einfach weglaufen?"
Ich denke zurück an die Jungs auf der Straße und die Wildesten, Gröbsten unter ihnen, die letztlich hinter ihrer Fassde am Weichsten waren.
"Vielleicht muss man nur mal durchbrechen. Dafür sind die Gerüchte gut. Mit Gerüchten alleine funktioniert das allerdings nicht, da müssen auch Taten folgen. Diese wilden Einfaltspinsel reagieren immer erst dann wenns weh tut und dann reicht auch ein guter Ruf."
Ein schräges Bild wäre das. Dämonen wie die Typen die echten Ärger bedeuteten. Gerissen, geduldig und skrupellos. Nein, das waren andere Gegner, durchdacht und manchmal sogar ziemlich charismatisch. Nicht zu vergleichen mit einem Dämon.

"Außerdem ist es nicht unsere Schuld wenn Sprouts abtrünnig werden. Verräter müssen ausgemerzt werden. Das kann man nicht dulden", schließe ich noch und stopfe mir einen Löffel Nachtisch in den Mund. Binnen Sekunden fällt der Ausdruck auf meinem Gesicht, als mir klar wird es ist das verdammte Fleisch statt des Nachtischts... Warum musste ich das auch auf den Teller tun?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Mittwoch 1. März 2017, 20:05

Ich presse meine Lippen aufeinander als ich Tychos und Cleyos Austausch über die Dämonen höre. Besonders Cleyos Worte lassen in mir den Drang aufsteigen, etwas zu sagen. „So einfach ist es nicht“, murmele ich leise, so leise, dass womöglich nur Cleyo es wahrnehmen kann. „Dämonen haben Stützpunkte, Dörfer und Waffen.“ Ich schlucke. „Eine Kultur, eine Sprache, wahrscheinlich sogar Gefühle und Ideale.“ Die Worte werden immer leiser, weil ich fürchte, dass sie sich nicht für einen Sprout geziemen.

Ja, ich kenne die Geschichten über die Dämonen, aber für mich sind es eben nur das: Geschichten. Ich weiß, wie dumm die Menschen sein können. Einst hat ein ganzes Dorf meine Existenz verflucht mit nichts als meinem Aussehen als Grundlage. Es ist nur ihrer Feigheit und Jellabell zu verdanken, dass ich überhaupt noch lebe. Wie sehr kann man also auf die Menschen und ihre Erzählungen vertrauen? Gar nicht, oder zumindest nur mit einer gehörigen Portion Skepsis. Deswegen missfällt es mir, wie jeder in meiner Umgebung die Dämonen in ihrer Gänze verdammt, nur mit den Worten anderer Menschen als Grundlage.

Ich spüre wie sich Widerstand in mir regt. „Aber du liest selbst Bücher und nimmst ihr Wissen als Wahrheit an“, fährt es mir durch den Kopf und ich muss dem zustimmen. „Selbst wenn du viele Informationen mit anderen Quellen vergleichst, vertraust du am Ende doch den Niederschriften einiger weniger Menschen.“ Ich nicke ob dieses Gedankens und genehmige mir einen Löffel des Nachtischs in der Hoffnung, damit den Geschmack der Heuchelei überdecken zu können. „Trotzdem ist es falsch", schließe ich in gedämpfter Tonlage, aber womöglich doch hörbar, meine Gedanken ab. Der nächste Happen meiner Süßspeise soll mich auf andere Gedanken bringen oder zumindest vermeiden, dass ich die Ungebührlichen ausspreche.
Zuletzt geändert von Daru am Mittwoch 1. März 2017, 20:22, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kiara » Mittwoch 1. März 2017, 20:20

Ich verziehe das Gesicht. Selbst nach zwei Jahren gelingt es mir nicht eine normale Konversation mit den Titanen zu führen. Verrückterweise ist Faron momentan der Einzige, dessen Interaktionen mit mir keinen bitteren Beigeschmack hinterlassen. „Zwielichtige Erzmagier, denen man unter anderem unethische Experimente nachsagt…“, murmele ich und strecke angewidert die Zunge raus.

Ich spreche es nicht aus, aber bereits an meinem ersten Tag bei den Titanen gab es diese Sache mit Tycho und dem Kommissionsmitglied und obwohl es vielleicht keinen Zusammenhang gab, habe ich dennoch einen gezogen. Mir gefällt der Gedanke nicht, mich in die Nähe der Dorius zu begeben.

„Ich muss Shane zustimmen. Nicht das mit dem Humor, aber das andere.“ Ich schaue unseren Assassinen an. „Es wundert mich, dass ausgerechnet ihr mit eurer… Skepsis gegenüber Magie so erpicht seid, werter Herr Elensa.“ Mein Blick wandert zu Isothien. „Wenn du willst, kannst du meinen Salat haben. Er hat nicht das Potential von Fleisch, aber vielleicht kannst du dennoch ein wenig Chaos verursachen und mir das Gefühl geben, nicht das einzige Schwein am Tisch zu sein.“

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Mittwoch 1. März 2017, 22:35

Ich starre dem Menschen tief in seine hellen, grünblauen Augen während ich, fast schon belustigt zusehe, wie sich seine Brauen immer mehr zusammenziehen. Ich schließe daraus, dass es in seinem Kopf arbeitet. Es wirkt aggressiv, wie er mich anschaut und trotzdem scheint er von meiner Erscheinung fasziniert zu sein. Immer wieder huschen seine Augen über meinen Körper, immer schneller fokussiert seine Iris Teile meines Gesichts. Ich sehe, wie sich seine Lippen langsam öffnen um mir eine Antwort zu entgegnen, da öffnet sich die Tür hinter mir und wirft mich aus einer Art Trance. Ohne es willentlich bemerkt zu haben bin ich meinem Interesse an dem Menschen vor mir verfallen. Ich habe versucht jede einzelne Regung seines Körpers wahrzunehmen. Wie ein Buch, wollte ich ihn lesen um zu verstehen wie er funktioniert. Ich erschrecke vor dieser Faszination für eine Rasse, die doch als niedere gilt. Nur für ein paar Millisekunden habe ich meine Gesichts Muskulatur nicht im Griff und wirke sichtlich verwirrt. Wie kann ich sie so Interessant finde… diese Menschen.

Ich drehe mich um Blicke abermals der Dame aus dem Büro in die Augen. Sie erklärt mir, wann das erste Treffen der Bogenschützen ist und wie mein Ausbilder heißt und wiederrum wirke ich, diesmal jedoch nicht nach außen hin ersichtlich verwirrt. Dieser Name… Er ist nicht Elfisch. Wie kann es kein Elf sein, der meine Fähigkeiten im Bogenschützen schleifen soll? Ein Mensch? Ein Mensch kann einem Elfen doch nicht beibringen, wie er mit dem Bogen zu Zielen und zu schießen hat! Das obliegt nicht ihren Fähigkeiten. Wie soll ich etwas von ihm lernen? Ich schüttle den Kopf. Vielleicht habe ich den Namen nicht richtig verstanden, auch wenn das eher unwahrscheinlich ist. Meine Ohren funktionieren einwandfrei. Irgendein anderer Fehler wird sich hier eingeschlichen haben. Ich werde es noch herausfinden.

„Dann werde ich sie beide sogleich zu Zimmernachbarn machen.“ Den Worten der Dame entgegne ich nichts und dennoch bin ich überrascht. Meine Augen huschen für einen Moment zu dem jungen Mann, der gebannt den Worten der Dame lauscht. Zimmernachbarn? Ein Mensch und ein Elf zusammen in einem Zimmer? Ein Gefühl der Neugierde packt mich, auch wenn es von dem der Überraschung übertüncht wird. Wie kann es sein, dass ein Mensch zusammen mit einem Elf in einem Zimmer wohnen soll? Und wie ist es überhaupt möglich, mir kein eigenes, privates Zimmer zuzuweisen? Wissen sie nicht wer ich bin? Ich atme kurz ein während mir etwas bewusst wird, dessen Bedeutung ich lange versucht habe zu verdrängen. Ich habe mein Dorf verlassen und meiner Familie den Rücken gekehrt. Meinen Adelstitel habe ich damit abgelegt. Ich bin nichts Besonderes mehr unter den Elfen… Und mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl, dass anders als in den Büchern geschrieben, wir auch nichts Besonderes für die Menschen sind.

Ich unterschreibe den Zettel, den die Dame mir hinhält und nicke kurz. Dann hebe ich die Hand in die Richtung des Westflügels, um den jungen Mann zu zeigen, dass ich willens bin mit ihm in Richtung Zimmer zu gehen. Schließlich hat er ja den Schlüssel an sich genommen. Und meine Sachen muss ich wohl oder übel irgendwo unterbringen. Unterbewusst und, ich würde es nie zugeben, bin ich interessiert daran, was er wohl antworten wird. Wie er seine Rasse zu verteidigen versuchen wird.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 2. März 2017, 17:13

Ilamoen Toku

Der Leiter von Blewth hat noch eine angeregte Diskussion mit Eskariot Dorius, bevor Toku das Gespräch schließlich freundlich beendet und sich endgültig den Sprouts und Anwärtern im Speisesaal zuwendet. "Guten Mittag, meine Sprouts! Bitte haltet kurz inne beim Essen." Der Mann lässt seine Augen kurz über das Papier fahren, dass er in seinen Händen hält. "Zuerst einmal möchte ich all die neuen Anwärter begrüßen, die in den letzten Tagen angereist sind, um sich zu Sprouts ausbilden zu lassen! Herzlichen Willkommen auf Festung Blewth, Heimat der stärksten Krieger der westlichen Völker." Etliche Trommeln auf den Tischen und irgendwo brüllt in den hinteren Reihen jemand "JAA!" Der alte Leiter von Blewth räuspert sich und lässt seine Augen über den nächsten Punkt seiner Tagesordnung schweifen.

"Nun möchte ich auf unsere edlen Gäste hinweisen, die uns mit ihrer Anwesenheit beehren." Mit einer Hand deutet er auf den Tisch, an dem Fürst Bluthkranz, Dimitrij Dorius und Eskariot Dorius sitzen. "Mit Namen, Ian Bluthkranz, Fürst von Prein auf Kroth.." Viele Sprouts applaudieren. "..dann Dimitrij Dorius, einer der Brüder unseres hochgeschätzten Magier-Ausbilder Kyle Dorius.." Verhaltenes Klatsches folgt seiner Vorstellung. "..und Eskariot Dorius, Erzmagier unseres großen Magierrats." Wieder klatschen nur einige. "Diese Männer sind hergekommen um die Dienste unserer Sprouts anzuwerben und sich unsere tapferen Kämpfer anzusehen, hohoho!" Irgendwo aus den hinteren Reihen schreit einer "JAAAA!" "Natürlich haben uns unsere geehrten Gäste ein großzügiges Angebot gemacht, das wir nicht ausschlagen können. Davon könnten wir uns bald eine zweite Festung bauen, hohoho! Natürlich haben wir sofort einen entsprechenden Vertrag aufgesetzt.. " Grendel, Demetrio und Fisk schauen grimmig, während Toku ein weiteres Papier in die Hände nimmt. "Wir, die Kommandantur der Sprouts, verpflichten uns der Entsendung der nachfolgenden Einheiten Sprouts, zur Unterstützung der Familie Dorius." Der Leiter leckt sich über die Lippen und macht eine Pause, während ihn alle entstarren. "Die Blutwölfe." Er macht eine weitere Pause. "Diese Einheit wurde verlangt.", erklärt Toku, während er über das Papier hinweg in den Raum sieht. "Aber.. Da das Angebot so großzügig war, werden wir den Blutwölfen auch noch etwas Unterstützung anbieten, die Erzmagier Dorius ganz bescheiden ablehnen wollte, hohoho! Wir schicken auch.. Die Titanen!" Schallendes Klatschen erfüllt den Raum. "Außerdem wollen wir den Avataren Lakos' ihre Möglichkeit geben, sich zu beweisen!" Erneut wird geklatscht. "Außerdem werden wir ein paar vielversprechende Anwärter entsenden, um den Sprouts bei ihrem Einsatz zu assistieren!" Irgendwo aus den hinteren Reihen ertönt ein "JAAAAAA!" "Der Aufbruch wird in fünf Tagen sein. Die Befehlshaber der jeweiligen Einheiten werden genauere Informationen innerhalb des heutigen Tages erhalten." Blicke wandern zum Leutnant der Blutwölfe, der Titanen und der Avatare. "Diesen Einsatz werden keine Elite- oder Final-Sprouts begleiten." Ein leises Raunen geht durch die Menge. Einen Einsatz von dieser Bedeutung ohne einen höheren Befehlshaber? Das kommt nur in seltenen Ausnahmefällen vor. Eskariot und Dimitrij Dorius klatschen ausgerechnet bei diesen Worten sehr zufrieden, während die Elite-Sprout Kommandanten wie Vincent Bariah, Shane Bariahs Bruder, Chrystél Heas und Zureya van Oreen nur entgeistert zu Toku und dann zu Oberkommandant Roncain blicken. Kaela Laslegis scheint wütend zu sein, Ayla Boras blickt traurig zu ihrem Bruder und Leutnant Ibga. Die Ausbilder um Droc Sarot und Marco Drillker flüstern sich verschwörerisch Dinge zu.

"Genug der Einsätze! Wir haben außerdem gute Neuigkeiten zu unserem Übungsgelände. Meister Ys und die anderen Sphärenweber werden das Gelände für die Sprout-Prüfungen so vorbereiten, dass auch Sprouts angemessen in einer Sphäre lernen und kämpfen können. Übertreibt es jedoch nicht, hohoho! In so einer Sphäre kann sich alles mögliche aufhalten!" Die Verwendung einer Sphäre ist auch nicht ganz ungefährlich. Sollte sich der Zugang schließen, wäre der Sprout gefangen. Und der Sphärenweber bestimmt, welchen Inhalt die Sphäre hat. Es gibt eine Reihe von möglichen Gefahren, die auftreten können. Dennoch sind nur wenige Anwärter bisher je in einer Sphäre für immer und ewig verschwunden, daher gilt es allgemein als gesundheitlich unbedenklich.

"Hohoho, das war es eigentlich auch schon.", sagt der alte Magier und legt das Papier zur Seite. "Unterstützt unsere neuen Anwärter und beteiligt euch als Mentor. Und nun könnt ihr weiter essen!" Ein letztes Mal ertönt ein lautes "JAAAAAAA!" aus der hinteren Reihe. Sofort ist der Raum wieder von Gerede und dem Geklapper von hölzernen Tellern und Besteck gefüllt.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Donnerstag 2. März 2017, 17:43

Vertrautes Gefühl

Steven spürt ein Flüstern im Kopf. Ein vertrautes Gefühl, aber dennoch nicht angenehm. Leise Worte scheinen zu ihm sprechen zu wollen, aber es ist unmöglich etwas zu verstehen. Doch sein erster Gedanke wird sich vermutlich auf etwas richten, das lang kein Wort mehr an ihn gerichtet hat.. Die Koldassi.

Florin


"Oh heilige...", fängt Florin am Tisch der Titanen an zischen, als sie die Worte von Toku vernimmt. "Bei den Dorius? Mit den Blutwölfen?" Tia starrt entgeistert in die Luft. "Wo die Blutwölfe sind, gibt es immer Tote." Es ist bekannt, dass die Blutwölfe immer an äußersten Problemeinsätzen beteiligt sind und gelegentlich geht es auch für andere Beteiligte nicht gut aus. Beim letzten Einsatz, den die Titanen zusammen mit den Blutwölfen bestritten haben, sind Fess Estreo und Dante Marveux verschwunden. Ein Erlebnis, das die wenigsten am Tisch so schnell wiederholen möchten. "Und dann auch noch ohne Anwesenheit von Kommandanten.." Florin blickt zu Faron, Kiara und Isothien rüber. "Was ist denn das für ein verrückter Einsatz?" Elite-Sprouts haben meistens mit vielen Einsätzen Erfahrung, außerdem haben sie in der Regel eine deutlich höhere Kampfleistung, daher können sie häufig in Notsituationen alles zum Guten wenden. Stattdessen wird das Kommando bei diesem Einsatz bei jemandem anders liegen.

Lucent Granada und Asthran Roncain

"Kein Kommandant?", fragt Lucent Granada, der neue Elite-Sprout, den Oberkommandanten überrascht. Der Oberkommandant zuckt mit den Schultern. "Ja, der Erzmagier hat extra dafür gezahlt.", antwortet der alte Schwertkämpfer leise. "Es wäre sehr wichtig, dass keiner der Kommandanten dabei ist." "Das klingt sehr fragwürdig." "Das tut es.", antwortet Roncain seufzend. "Aber der Vertragswert entspricht einem Vermögen. Ein so hoher Wert, dass die Blutwölfe dafür auf jeden Fall als entbehrlich gelten würden. Doch Toku hat entschieden, statt der Kommandanten weitere Sprout-Einheiten zu schicken. Hat sie als Geschenk verkauft.." Sprout Granada zieht die Augenbrauen hoch. "Ja, ich verstehe es auch noch nicht. Noch nicht."

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Mardug Naida » Donnerstag 2. März 2017, 18:02

Ich ducke mich an den Wachen vorbei und schreite schnellen Schrittes durch den Schlossbogen. Als ich durch die Tür trete, fällt mir auch sofort das rege Treiben im Schlossinneren auf.
Ules hat mir zwar davon erzählt, aber so viele Leute auf einem Haufen habe ich schon seit bald 10 Jahren nicht mehr gesehen. Das hier..das hier wird mein neues Zuhause. Weit weg vom Hof. Von Vater..
Ich sehe das Hinweisschild, das neue Anwärter in den dritten Stock bittet. Ich begebe mich also gerade nach oben, als ich bemerkte wie Ruhe in dem Stockwerk, das ich gerade passiere, einkehrt. Ich höre kurz darauf eine Stimme bestimmt aber enthusiastisch sprechen. Ein Wegweiser lässt mich wissen, dass der Speisesaal in derselben Richtung wie die Stimme liegt.
Eine Ansprache vielleicht? Habe ich etwas verpasst? Schon am ersten Tag?
Ein paar Schritte und schon wird die Stimme klarer.
„…ein paar vielversprechende Anwärter entsenden, um den Sprouts bei ihrem Einsatz zu assistieren!"
Ich musste tatsächlich schon etwas verpasst haben. Ich lausche dem Mann noch bis zum Ende seiner Ansprache.
Sphären? Ich hatte einmal davon gehört. Das ist alles schon so lange her. Ob ich hier etwa Gelehrtenwissen benötige? Bei den Göttern, als Ules mir davon erzählte kam es mir so einfach vor, ein Sprout zu sein.
Ich sollte jetzt trotzdem schnell zum dritten Stock.
Schnell aber bestimmt nehme ich eine Stufe nach der anderen um im dritten Stock den Hinweisschildern zu folgen. Die führen mich dann vor eine alte Tür.
Die Verwaltungskammer. Das muss sie sein.
Ich klopfe zweimal an die Tür und drücke die Klinke herunter…
Bild

Shane
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Shane » Donnerstag 2. März 2017, 18:25

Völlig aufgelöst lege ich mein Gesicht in die Hände und ziehe sie wieder langsam nach unten. Ich konnte auch einfach nicht meinen Mund halten. Das musste ja passieren. Ich sehe zuerst in die sorgenvollen Gesichter meiner Kameraden und danach hinüber zum Tisch der Blutwölfe. "So sehr ich einige Sprouts bei den Blutwölfen schätze... so sehr habt ihr Recht, Florin." erwidere ich. "Allein die Tatsache, dass die Blutwölfe erste Wahl sind, sagt doch schon alles über die Schwierigkeit der Mission aus." Ich präferiere immer den 'diplomatischen' Weg. Ich töte nicht, wenn ich die Wahl habe, so kann ein Toter keine Informationen mehr geben. Folter reicht zumeist aus. Doch mit den Blutwölfen wird dies wohl nicht so einfach sein.
"Irgendetwas wird hier gespielt. Es ist völlig unverantwortlich, uns ohne die Führung eines Elite-Sprouts auf solch eine Mission zu schicken." Den Appetit verloren schiebe ich meine Ration von mir weg. Was haben die Dorius vor?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Roan Thenorias » Freitag 3. März 2017, 05:04

Es braucht nicht mehr als diesen kurzen Blickaustausch um mich dazu zu bewegen, das Anwärterzimmer hinter mir zu lassen und mich dem Korridor zu meiner rechten zu widmen. Mir entgeht der gehobene, anbietende Arm des Elfen nicht, die stumme Geste der Bereitschaft, den Weg gemeinsam anzutreten. Viel Auswahl bleibt Irral schließlich auch nicht, wenn er seine Sachen loswerden will.
Wie lange es wohl brauchen wird, das ganze Schloss auszukundschaften?, frage ich mich nebensächlich, während mein Blick kurz auf den Schlüssel in meiner Hand fällt. Ich habe die Worte des Elfen nicht vergessen, und die Antwort liegt seit der Unterbrechung durch die Lady, noch auf meiner Zunge. Es war nie meine Stärke gewesen, mich in irgendeiner Art und Weise gewählt und weise auszudrücken, allerdings wird Irral sich daran gewöhnen müssen. Wenn wir uns schon ein Zimmer teilen werden... Müssen wir letztlich miteinander zurechtkommen.
Mein Blick kreuzt abermals kurz das wohlpropotionierte, feine Gesicht meines neuen Zimmernachbarn, während ich gehe. Ich kann nicht leugnen, dass meine Faszination für seine Gestalt noch nicht so recht weichen möchte. Ob es auffällt? Mit größter Wahrscheinlichkeit. Doch ich störe mich nicht daran und Irral scheint ebenfalls nicht peinlich berührt davon zu sein.
„Nein, du hast recht“, bestätige ich ihn zunächst, denn im Großen und Ganzen kann ich diesem Gedankengang folgen, ihn nachvollziehen. Auch, wenn eine echte, greifbare Bezahlung mindestens genauso eine große Rolle spielt, egal in welchem Bezug.
„Vieles handelt sich allein um Zeitrahmen und die Eile. Trotzdem solltest du dich nicht für alles entschuldigen...“ Imgrunde kann es mir egal sein, dass er damit Schwierigkeiten bekommen wird. Aber so erhaben und überlegen er auch auftritt... Er wirkt so unbeholfen, was den Umgang mit Menschen betrifft, auch wenn er irgendwie überheblich ist.

„Menschen neigen dazu, aus den Entschuldigungen Macht zu ziehen. Sie fühlen sich im Recht und verwenden es dann gegen dich, egal ob du nun wirklich Unrecht getan hast oder nichts dafür kannst, wie eben.“
Da ist dieses gewisse Gefühl der Verantwortung, die mir leise in mein Ohr flüstert, dass ich dem Elfen zumindest die Grundlagen des Menschlichen Verständnisses näher bringen sollte.
Ich kann nicht leugnen, dass ich höchst interessiert daran bin, mehr über ihr Volk und den Elfen selbst herauszufinden, schließlich begegnet man nicht alle Tage einem lebenden Vertreter dieser uralten Rasse.
„Stammst du vom Adel ab?“ Frage ich letztlich offen heraus, während ich meinem Begleiter einen weiteren, skeptisch kurzen Blick schenke. Es ist nichts, was mich stören würde, aber die Art und Weise wie Irral spricht, wie er gestikuliert und sich bewegt... Allein die Tatsache, dass er ein Elf ist, verunsichert mich in dieser Mutmaßung. Stände hier ein Mensch vor mir, würde ich meine Hand dafür verwetten, dass er ein Aristokrat ist...
Hier als Sprouts sind wir schließlich alle gleich, und dennoch erwarte ich eine negative oder vielleicht sogar echauffierende Reaktion unter der Maske der würdevollen Erhabenheit. Es fällt mir nicht leicht, den jungen Mann einzuschätzen, denn er scheint es zu wissen, wie er seine Mimik unter Kontrolle halten kann.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Freitag 3. März 2017, 14:00

Während wir die Gänge in Richtung Westflügel durchstreifen spricht Roan das aus, was er schon vor der Unterbrechung durch die Empfangsdame, aussprechen wollte. Er bestätigt mich. Natürlich bestätigt er mich. Das was ich gesagt habe, über die Empfindung der Zeit durch die Menschen, war keine Meinung meinerseits, sondern ein Fakt. Auch spricht er an, dass ich mich trotz dessen nicht für alles zu entschuldigen brauche. Ich werfe ihm einen kurzen Blick zu und lächle. Natürlich muss ich mich nicht für alles entschuldigen. Die Höflichkeit der Elfen, die jeder von uns in der Erziehung zu verinnerlichen hat, besteht auch nicht aus reinem Entschuldigen. Ich bin mir nicht mehr sicher wieso ich es getan habe. War es die Neugierde auf die Reaktion des Menschen? Um zu lernen wie sie auf etwas Derartiges reagieren? Oder doch nur das feststellen und aufzeigen einer Schwäche der Menschen? Eine Entschuldigung, in der sich ein Vorwurf verbarg, ein Necken meines Gegenübers aufgrund seiner schwächlichen Rasse? Normalerweise weiß ich genau worauf ich hinaus will, wenn ich mein Wort an jemanden richte. Dieses Mal war es jedoch anders. Ich hatte so viele Beweggründe und einen von Ihnen herauszupicken und als Hauptgrund zu selektieren wäre falsch und nicht repräsentativ. Die Menschen… Der Mensch hat schon jetzt einen eigenartigen Einfluss auf mich. Ich sollte aufpassen, ihm nicht zu nahe zu treten, aufpassen, dass mein Interesse an dieser schwächlichen Rasse nicht zur Obsession wird. Ich muss mich auf mich selbst konzentrieren.

Er versucht mich aufzuklären. Aufzuklären über weiter Defizite der Menschen, über die Wichtigkeit des Wortes Macht in ihrem Leben. Das sie Macht aus der Schwäche ziehen die einem gezeigt wird. Natürlich gibt es auch Elfen, die nach Macht streben, doch das sind Einzelfälle. Die meisten Elfen akzeptieren das Schicksal, dass ihnen in die Wiege gelegt wird… Nicht so wie ich…

Ich verspüre keine Angst bei der Vorstellung ein Mensch könnte irgendeine meiner Schwächen gegen mich anwenden“, erkläre ich dem jungen Mann und schaue ernst den Korridor, auf dem wir gerade abgebogen sind, entlang. Als ob es den Menschen möglich wäre irgendeine unserer Schwächen auszumachen. Schwächen sind bei den Elfen so selten, wie es die Stärken bei den Menschen sind. Dann stellt der junge Mann mir eine Frage, auf die ich nicht sofort eine Antwort weiß. Meine Ratlosigkeit spiegelt sich jedoch nicht in meinem Gesicht wieder. Es wirkt eher wie ein kurzes Zögern, bevor ich zur Antwort aushole. Die Frage nach meiner Herkunft habe ich nicht erwartet. Wieso interessiert ihn das überhaupt? Und was sollte ich ihm antworten? Ja? Vielleicht Stamme ich vom Adel ab, aber nach heutigem Stand der Dinge bin ich nicht mehr von Bedeutung für diesen. Nein? Es wäre eine Lüge. Ich Lüge nicht gerne, selbst wenn die Lüge aus der Not dringt.

Meine Abstammung ist genauso unwichtig wie die deine. Bereichert es dein Wissen, wenn du dir meiner Abstammung bewusst bist?“, frage ich ihn um der seinen erst einmal aus dem Weg gehen zu können. Ich habe noch nicht beschlossen, ob ein Mensch überhaupt würdig ist, der Abstammung eines Elfen bewusst zu sein. Und trotzdem… Sie scheinen so anders als das was ich von ihnen gelesen habe, diese Menschen. Wesentlich wichtiger empfinde ich die Frage nach deinem Namen, jetzt wo du meinen schon kennst“, sage ich und Blicke wieder einen kurzen Moment zu ihm rüber. Ich bin zwar geübt darin, die Zeichen der Menschen zu deuten, jedoch konnte ich seine Handschrift nicht perfekt lesen. Sein Name scheint mit einem R zu beginnen. Eine schwäche meinerseits. Zwar habe ich die Zeichen der Menschen lange studiert, jedoch nie etwas selbstgeschriebenes von ihnen gelesen. Menschenschrift von ihnen persönlich geschrieben, sieht doch anders aus, als wenn Elfen sie niederschreiben.
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Freitag 3. März 2017, 14:31

Aufmerksam lausche ich Tokus Bericht, dessen Ende Zeitgleich mit dem meiner Speise einhergeht. Behutsam lege ich mein Speisewerkzeug auf den Teller nieder und betupfe meine Lippen mit einem Leinentuch. Auch jenes lege ich säuberlich gefaltet auf den Teller nieder. Erst dann widme ich mich unserer Runde.

"Die Tatsache das eine andere Person die Zügel in den Händen hält ist natürlich eine fragliche Angelegenheit. Wenn man Durchtriebenes unterstellen wollen würde, könnte man sich einige kuriose Befehle ausmalen, welche es dann - dank des Kontraktes - zu erfüllen gilt." Gebe ich mein Bedenken preis und verschränke daraufhin meine Arme, bevor ich nach einer kurzen Pause fortsetze. "Trotzdem handelt es sich hier um ein einfaches Geschäft - eine einfache Mission, welches uns Tür und Tor für weitere Aufgaben eröffnen kann. Sie bitten um Unterstützung, wir erfüllen ihren Wunsch und erhalten den ausgehandelten Preis. Mit wem wir vor Ort die Aufgabe erfüllen ist für mich einerlei, solange sie uns nicht im Wege stehen oder die Aufgabe zum Scheitern bewegen. "

Meine Worte sind geprägt von Ruhe, aber auch Überheblichkeit. Während ich meine Verschränkung wieder löse, widme ich mich Florin - welche neben mir sitzt.

"Wir sollten selbstbewusster auftreten. Bedenke was wir bereits geleistet haben. Ich bin sicher, wir sind weit genug, sodass wir auch ohne Kommandanten dieser Aufgabe gewachsen sind und zeitgleich diese auf unsere Weise lösen." Dann zögere ich für einen kurzen Moment ehe ich fortsetze. "Außerdem brauchst du dich am wenigsten zu fürchten, solange - ich bei dir bin." Nach diesen Worten versuche ich Florin ein andeutendes Lächeln zu schenken, welches sie etwas aufbauen soll.

Tatsächlich waren wir auf Missionen ein gutes Gespann, welches aufeinander Acht gegeben hat. Meine Fähigkeit im Dunkeln sehen zu können und ihr ausgeprägtes Gehör waren bereits an einigen Stellen hilfreich. Darüber hinaus waren mir natürlich zahlreiche andere Talente und Fertigkeiten vergönnt, die mich in meinen Augen zu einem unverzichtbaren Teil der Einheit formten.

Natürlich ist diese Mission ungewöhnlich und birgt Risiken, aber dafür wurde sicherlich ein hoher Obolus entrichtet. Mit der gewissen Anzahl von Münzen gibt es nun einmal kaum Grenzen. Und trotz der Priorität und der Umstände dieser Mission, lasse ich mich jedenfalls nicht einschüchtern. Weder von den Blutwölfen, welche gespickt mit Anfängern sind, noch von der Familie Dorius.


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