Die Insel Blewth

Das Königreich Kroth ist ein fruchtbares Land, dessen Mittelpunkt die Hauptstadt Gald ist.
Auch die athalische Inselgruppe gehört zum Lebensraum der Menschen. Eine dieser Inseln ist sogar der Stolz des Königreiches: die Insel Blewth.
Hier werden die berühmten Sprouts ausgebildet, jene Soldaten, die in den Raccukriegen das Reich vor den Dämonen bewahrt haben.
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Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Sonntag 8. Januar 2017, 14:21

Seit einigen Wochen schon hängen überall im Lande Plakate der Sprout-Einheit, die Antwort auf die Dämonenplage.

Die Insel Blewth umfasst mehr als 400km² Grundfläche und bietet damit der Schlossanlage ein weitläufiges Trainingsgelände, bestehend aus Waldfläche, Küste, Steppe und mehr.

Die Schlossanlage steht in ihrer Größe dem königlichen Schloss Galds in nichts nach, so dass die Kapazitäten der Schüler, Lernmittel, Ausbilder und vielem mehr in 4 Stockwerken Platz finden.

Einst stand hier die Hauptstadt, aber Aufgrund des Raccu-Krieges wechselte man den Sitz. Ein Kaufmann nutze die Chance und ersteigerte das Land.
Diese Person hieß Emanuel Sprout. Eine lebensgroße Marmorstatue dieser Person schmückt den Burghof.
Nach dem Kauf wurde die Burg stetig erweitert.
Emanuel versprach damals dem König ein Heer zu errichten, dass die Dämonen
unerbittert jagt und eleminiert. Mit dem Ende des Raccu-Krieges verlor das Heer sein eigentliches Ziel und musste umdenken.
Von da an nahmen Sprouts jegliche Chancen wahr, damit die Existenz dieses Projektes weiter bestehen kann. Bevor der Angriff der Dämonen über das Land fegte verdienten sie sich ihre Existenz durch Aufträge, egal ob vom König oder vom Bauern, hauptsache der Preis stimmte. Sie waren so gut, aufgrund ihrer Ausbildung, dass ihre Existenz gesichert war. Nun gehen sie wieder ihrer eigentlichen Mission nach.

Vollständige Karte (Achtung zoomen!)

Das Schloss Blewth bietet viele Räumlichkeiten/Orte an, hier einige:
- Trainingslager (Wald, Steppe, Küste, Räumlichkeiten)
- Kantinen
- Schlafräume + Duschkabinen
- Hofgarten + Teich
- Ausbilderbüro
- Aufenthaltshallen/-räume

Wo befindet sich was?

Außen:

Ställe: Südabschnitt
Materialschuppen: Südabschnitt
Handelsplatz: Nordabschnitt, dort wo keine Fenster sind.
Keller:

Trainingsanlage: Westabschnitt
Prüfungsräume: Nordabschnitt, direkt nach den Treppen.
Zeremonienraum: Ostabschnitt
Erstes Stockwerk:

Speisesaal: Westflügel
Aufenthaltsraum: Westflügel
Aufenthaltsraum: Ostflügel
Krankenstation: Südflügel
Ausgang: Südflügel
Eingangshalle: Südflügel
Bade- und Duscheinrichtung: Nordflügel
Küche: Westflügel

Zweites Stockwerk:

Tokus Büro: Zentralgang
Ausbilderzimmer und -Büros: Ostflügel
Lennes Büro: Nordflügel
Aufenthaltsraum: Westflügel
Sproutzimmer: Über den Süd- und Westflügel verteilt.

Drittes Stockwerk:

Festräume: Westflügel
Hörräume: Ostflügel
Sproutzimmer: Über alle Flügel verteilt.

Viertes Stockwerk:

Forschungsräume: Nordflügel
Handwerksräume: Südflügel
Materiallager: Südflügel
Sproutzimmer: Über alle Flügel verteilt

Bild

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Montag 30. Januar 2017, 14:25

Einstieg

Das Leben eines Menschen, eines Zwerges, Raptyle und auch das eines Elfen sind nur ein Wimpernschlag im Angesicht der Ewigkeit der Zeit. Und doch überdauern die Taten, die ein Einzelner zu bewirken vermag, Jahrhunderte oder Jahrtausende. Die Sprouts, die schimmernde Hoffnung der Völker aus Athalia und den westlichen Ländereien, haben ihren Widerstand gegen eine mögliche Bedrohung der Nachkommen Draelurs, die von vielen Dämonen genannt werden, nicht aufgegeben. Obwohl bisher kein offener Krieg entbrannt ist, ist allen klar, dass dieser Tag irgendwann kommen wird.

Neue Sprouts haben ihre Rüstung angelegt, während alte Sprouts gefallen sind. Anwärter haben sich einen Namen bei der Prüfung gemacht, die Namen altgedienter Sprouts sind in aller Munde. Neue Helden sind hinter den Mauern der Sprout-Festung Blewth geboren, während alte Helden ihr Leben im Dienst der Völker gegeben haben. Doch wir haben erfahren, dass auch hinter den Mauern dieser sagenumwobenen Krieger-Akademie finstere Geheimnisse lauern. Viele Sprouts und Anwärter haben ihren Teil dazu beigetragen, einige Geheimnisse aufzudecken. Doch dies war nur der Anfang der Geschichte. Das Vorwort eines Buches mit vielen Seiten und einer Geschichte ohne geschriebenes Ende.

Dennoch müssen an dieser Stelle einmal die Namen aller erwähnt werden, die einen Fussabdruck im Verlauf dieser Geschichte hinterlassen haben.

Kyle Dorius, Brad Vicious, Levi Ragnas, Victor Delacroix, Kathari Varon, Rodi Reuter, Jamie Asséa, Kyriel Boras, Dave Commerhan, Shade Sergei, Isothien Sturmbringer, Golliat Gordon, Krane Helsion, Tristan Sindweller, Creyos Valentine, Tycho Seiber, Dante Marveux, Faron Elensa,Veyrne Ibga, Freya Sarijas, Shane Bariah, Frank Messer, Steven Servain, Steve Servain, Gustav Grainten, Sakura Rumae, Kenji, Rum'en, Ernest Darling, Ghorion Cremar, Hendrik Muskateer, Pauul Sikez, Cypree Lacroix, Cleyo, Daru Tares, Djaiir Delawney und Kiara Dalares.


Ihr alle seid Teil des Rätsels und ihr werdet nie vergessen, auch wenn manche von euch das Leben gelassen haben oder nicht die besten Absichten hattet. Doch alles, was ihr getan habt, hat zu diesem Augenblick geführt. Ohne euch wäre alles aus dem Gefüge geraten.


Zwei Jahre

Zwei Jahre sind vergangen seid euren Abenteuern in Mithra und Jaipur. Ihr seid weiser und klüger geworden. Ihr habt Dinge verloren und neues dazu gewonnen. Was für Menschen seid ihr geworden? Seid ihr nun verbitterte zerstörte Menschen, nachdem ihr Helden gewesen seid? Haben eure verbitterten Herzen neue Liebe gewonnen? Die Zeit heilt viele Wunden oder stürzt euch in neue, schwere Schicksale.

Stevens Tribunal

Steven wurde von der Anklage der Fahnenflucht frei gesprochen. Die feurige Verteidigung von Mitgliedern seiner Einheit, wie Darneeis und Dadoo, aber auch von seinen ehemaligen Ausbildern, Marco Drillker und Droc Sarot, aber auch seinem vorübergehenden Leutnant, Veyrne Ibga und sogar der Oberkommandant, Asthran Roncain, haben es möglich gemacht, ihn in den Sprout-Reihen zu behalten.

Untersuchung der magischen Komission

Die magische Komission hat die Insel Blewth wieder verlassen, nachdem sie auch nach Wochen keine Ergebnisse vorweisen konnte. Eigentlich waren sie auf der Suche nach Phänomenen, die durch unerlaubte Formen der Magie und Geisterei ausgelöst werden konnten. Doch sehr zum Verdruss ihres Kapitäns konnten sie nichts mit Sicherheit feststellen. Obwohl sie möglicherweise Verdächtigungen haben..

Der Archivturm

Ein paar finstere Schurken sind in den Archivturm von Blewth eingedrungen und es schien, als wären Shane Bariah und Leo Wuut dafür verantwortlich. Dieser Vorwurf wurde fallen gelassen, alle aus der Haft entlassen und Shane Bariahs Ruf wurde wiederhergestellt. Auch sein Elite-Sprout-Bruder, Vincent, fand zu alter Stärke und zu altem Ruf zurück. Seltsamerweise schien die Verwaltung des Schlosses diese Tat nicht weiter verfolgen zu wollen. Dies lässt Raum für einige Spekulationen.

Kyren und Akion

Der chaotische Elb und der Mönch des Ceylebsklosters haben die Insel wieder verlassen, da ihnen zunächst keine Unterstützung für ihr Unterfangen angeboten werden konnte. Dennoch sind sich die Sprouts sicher, dass das nicht die letzte Begegnung gewesen ist..


Die Prüfungen

Mehrfach sind in den zwei Jahren Sprout-Prüfungen durchgeführt worden. Auch Cleyo und Daru mussten sich diesen Prüfungen stellen und konnten diese bestehen. Beide wurden zu den Blutwölfen versetzt. Hoffentlich können sie sich beweisen..


Sturmwind

Die Einheit wurde aufgelöst. Da es viele Unstimmigkeiten innerhalb der Mitglieder von Sturmwind gab und sie für für einigen Ärger gesorgt haben, entschied man sich, die Mitglieder jeweils verschiedenen, anderen Einheiten zuzuweisen. Isothien Sturmbringer wurde Mitglied der Titanen und konnte sich als große Bereicherung der Einheit erweisen. Steven Servain ist offiziell Mitglied der Blutwölfe geworden und untersteht damit Kommandantin Heas und Leutnant Veyrne Ibga. Darneeis, Ayla und Dadoo wurden anderen Einheiten zugewiesen und damit alle voneinander getrennt. Shade Sergei wurde nach dem brutalen Mord an einem Anwärter gestellt und gefangen genommen.

Die Titanen

Die Titanen genießen nach drei Einsätzen einen guten Ruf. Die Einheit ist auch unter den anderen Sprout-Einheiten gern gesehen und Dante Marveux, der Leutnant der Einheit, wurde bis zu einem Unfall als gutes Beispiel für die Sprouts gehandelt. Tia Gazan, die Prinzessin von Gald, hat die Führerschaft der Einheit übernommen. Auch die restlichen Mitglieder der Einheit haben sich ihren Namen gemacht. Die Einheit hat folgende Einsätze erfolgreich bestritten: Die Avatare Lakos'

Die Dryaden des Waldes

Ein paar finstere Dryaden hatten nahe einer Elfenstadt die Wälder unsicher gemacht und mussten ausgeschaltet werden. Nach einer langen Reise und einer längeren Untersuchung waren die Titanen in der Lage die magischen Wesen zu vertreiben, ohne unnötige Anwendung von Gewalt. Diesen Einsatz haben die Titanen zusammen mit der Einheit Avatare Lakos' durchgeführt. Die Einheit, von der Kyriel Boras Mitglied ist.

Die Illusion

Menschen verschwanden auf ominöse Weise in einem kleinen Hafendorf auf Kroth und als Randphänomen schienen Geister ihr Unwesen im Dorf zu treiben. Obwohl der Auslöser entkommen konnte, ein Magie-Dilettant namens Bori, wurde klar dass die Verschwundenen lediglich Opfer einer äußerst gefährlichen Espetin-Begabung wurden. Es bleibt zu hoffen, dass Bori verschwunden bleibt. Boris Fähigkeit bestand darin, Menschen unsichtbar wirken zu lassen.


Der Clan-Krieg


Zwei große und reiche Familien aus dem westlichen Kroth lagen im Krieg. Es war nötig ohne tödliche Gewalt einzugreifen, da die umliegenden Höfe und Ländereien litten. Da jedoch ein paar abtrünnige Sprouts als bezahlte Söldner angeheuert wurden, konnte diese Arbeit nicht von der Miliz des Königs übernommen werden.

Doch die Titanen haben auch schwerwiegende Verlust zu beklagen.. Der hitzköpfige Feuermagier Fess Estreo und der strahlende Leutnant Dante Marveux, gelten seit dem Clan-Krieg als verschollen. Bei einem Angriff durch einen abtrünnigen Sprout-Magier sind sie einen Berg hinunter gestürzt und wurden nie wieder gesehen. Keine Körper oder Blutspuren wurden gefunden. Diesen Einsatz haben die Titanen zusammen mit den Blutwölfen bestritten.



Die Blutwölfe

Die A-Klasse Einheit hat mit Steven Servain Zuwachs erhalten. Auch Cleyo und Daru sind nun Mitglieder dieser Einheit. Obwohl diese Einheit Einsätze abgeschlossen hat, die gemeinhin als Selbstmord gesehen werden, halten sich andere Sprout-Einheiten lieber fern. Man sagt ihnen nach, ihre Einsätze mit kühler Gewalt zu erledigen. Außerdem sind die wenigsten von ihnen besonders gesprächig. Sie haben die folgenden Einsätze bestritten:

Der Clan-Krieg


Sie haben zusammen mit den Titanen die abtrünnigen Sprouts bekämpft und damit den Streit zwischen den beiden großen Familien zu einem Ende gebracht.


Die Nekromanten-Brut

In der Nähe von Massengräbern aus der Zeit des Raccu-Krieges, hatten sich einige Nekromanten niedergelassen und auf diese Weise Raubüberfälle mit der Hilfe von wiederbelebten Toten durchgeführt. Die Region konnte von den Untoten befreit werden.

Die Einsiedler

Es ist bekannt, dass sich aus Zeiten des Raccu-Kriegs in den Bergen noch ein paar verbleibende Mischwesen verstecken, die von den fahnenflüchtigen Dämonen dieser Zeit abstammen. Es war nötig im Rahmen der kriegerischen Handlungen durch die Dämonen eine neue Erkundung durchzuführen. Die Blutwölfe haben Aufklärung in diesem Gebiet betrieben. Man sagt jedoch, dass mehr Blut geflossen ist, als nötig.



Beförderungen

Ein paar Sprouts, die sich darum verdient gemacht haben, konnten im Rang steigen. Dazu gehören der ehemalige Final-Sprout und Baraél-Veteran Lucent Granada und die äußerst ehrgeizige Kaela Laslegis. Beide sind in den Rang des Elite-Sprout aufgestiegen und haben sich für den Weg der Kommandantur entschieden, statt dem Weg des Ausbilders.


Heute

Der Alltag im Schloss hat sich nicht verändert. Wachend laufen Sprouts auf den Mauern und in den Korridoren auf und ab. Anwärter trainieren zusammen mit ihren Elite-Sprout-Ausbildern, während die Verwaltung des Schlosses unter Miss Lenne, Ilamoen Toku und Asthran Roncain die weitere Vorgehensweise plant.

Das Mentoren-Projekt, das einen Anwärter oder einen jüngeren Sprout zu einem Schützling eines erfahrenen Sprouts macht, erfreut sich äußerster Beliebtheit. Der Sprout erhält ein paar zusätzliche Münzen und der Anwärter erhält eine noch bessere Ausbildung. Die Einheit der Titanen und der Blutwölfe ist im Schloss. Ausnahmsweise sind nur sehr wenige Einheiten unterwegs und fast alle Sprout-Freunde unserer Helden sind im Schloss.

Weiterhin hängen in allen Städten der nördlichen Länder Aushänge, dass Sprout-Anwärter gesucht werden. Wer wird diesem Ruf folgen? Wer wird sich den alten Kämpfern dieser Geschichte anschließen?

Dieser Tag ist sonnig und warm. Der köstliche Geruch des Mittagessens im Speisesaal liegt in der Luft und vielleicht wartet heute schon die nächste Gefahr, das nächste Abenteuer und die nächste Tat, die auch von Zahn der Zeit nicht so einfach ausgelöst wird. Und hier beginnt eure ungeschriebene Geschichte.

Ein paar wichtige Persönlichkeiten sind heute im Schloss, die eine Inspektion der Sprouts durchführen, um diese eventuell für ihre eigenen Interessen anzuwerben. Darunter sind zwei Familienmitglieder der finsteren Dorius, sowie der kroth'sche Fürst Ian Bluthkranz, der schon seit langer Zeit über Banditenangriffe klagt.

Steven Servain
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Steven Servain » Mittwoch 22. Februar 2017, 11:02

Fast schon automatisch tragen meine Beine den eigenen, müden Körper durch die Gänge des mir so vertrauten und geliebten Schlosses. Es war eine lange Nacht gewesen. Erst zu später Stunde wurde ich darum gebeten, die Nachtwache für einen erkrankten Sprout zu übernehmen und ich habe es, so wie es sich gehört, zugestimmt. Nur ein Stündchen Schlaf konnte ich mir in der Zeit zwischen Wachablösung und Frühstück genehmigen. Zu diesem findet sich allmorgendlich unsere Einheit ein, weswegen ich nicht fehlen will. Nur selten sind wir jedoch wirklich vollzählig, da die Anwesenheit beim Frühstück nicht zu unseren expliziten Pflichten zählt. Ich sehe es jedoch als Möglichkeit meine Kameraden besser kennen zu lernen und vielleicht auch in ihrem Ansehen zu steigen. Zusammen mit Cleyo und Daru bin ich nämlich einer der neuen in dieser brutalen und blutrünstigen, so wird es ihr zumindest nachgesagt, Einheit. Ich musste schnell feststellen, dass die Gerüchte, vielleicht ein wenig überspitzt, jedoch im Großen und Ganzen der Wahrheit entsprachen. Sehr wortkarg, stets aggressiv geladen und doch, irgendwie, ein Teil meiner neuen Familie. Ich habe eine Auseinandersetzung mit einem von ihnen bisher stets vermieden. Tatsächlich habe ich sogar Menschen in der Einheit gefunden, die mir etwas bedeuten.

Veyrne… Seit Beginn meiner Zeit hier auf Blewth schaue ich zu ihm hoch. Lange Zeit habe ich ihn als ein Vorbild, etwa wie einen großen Bruder gesehen und daran hat sich nicht viel geändert. Jedoch mehr als einen Vorgesetzten, der er nun einmal ist, sehe ich ihn als Freund. Ganz anders hingegen ist es mit Cleyo. Sie ist jung, jünger als ich. Nicht allzu selten erinnert sie mich an mein eigenes, damaliges ich. Unbeschwert… Teils naiv und die Regeln immer als brechbar betrachtend. Und auch Daru ist mir mit der Zeit ans Herz gewachsen.

Vor einer hölzernen Tür bleibe ich stehen, greife in meine Tasche, ziehe den für sie passenden Schlüssel heraus, schließe die Tür auf und betrete mein Zimmer. Ich gehe ein paar Schritte auf das Fenster zu, öffne es und hänge das leicht feuchte Handtuch, welches über meiner Schulte liegt, zum Trocknen über den Fenstersims. Dann schaue ich mich im Zimmer um. Es wirkt leicht vereinsamt. Nur ein Bett ist bezogen, nur eine Seite des Zimmers wirkt bewohnt. Seit Daddoo einer anderen Einheit zugeordnet und daraufhin umgezogen ist, lebe ich hier alleine. Auch wenn es einige Vorteile hat, wie zum Beispiel das Ende von Daddoos unglaublicher Unordnung, so ist es doch teilweise sehr langweilig. Zudem ist mir Daddoo über die Zeit ein guter Freund geworden.

Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen. Was er wohl macht? Ob es ihm gut geht in der neuen Einheit? Neben dem Gesicht Daddoos drängt sich ein weiteres in meinen Gedanken auf. Das Gesicht einer Elfin. Mein Herz scheint für kurze Sekunden schneller zu schlagen. Und sie habe ich auch lange nicht mehr gesehen. Darneeis… Wie gerne würde ich es… Sie sehen und in meine Arme nehmen… Ihr sagen wie sehr ich sie vermisst habe… Ich seufze leise. Wahrscheinlich würde unser Wiedersehen wesentlich förmlicher ablaufen, ist sie doch eine Elfin und nicht menschlich. Es geziemt sich nicht so für das andere Geschlecht einer anderen Rasse zu schwärmen, ja sie sogar zu lieben. Vor allem bei der Rasse der Elfen gleicht es einer Schande für einen Menschen Gefühle zu hegen.

Ich schüttle den Kopf und versuche die Gedanken irgendwie abzuwerfen. Dann lege ich die Kleidung an, die ich vor dem Gang zur Dusche abgelegt habe. Ein Unterhemd, mein Kettenhemd, die Hose samt Gürtle, die Schuhe, die Schwertscheiden und die Schwerter. Meinen Bogen lasse ich neben dem Bett stehen. Zum Mittagessen sollte ich nicht voll bewaffnet erscheinen. Ich werfe einen letzten Blick in den Spiegel, gefolgt von dem Versuch meine Haare ordentlich zu legen, bevor ich das Zimmer verlasse und dem Geruch folge, der mir schon unter der Dusche auffiel: Mittagessen. Es ist nur eine kurze Strecke von meinem Zimmer aus zur großen Halle und so erreiche ich wenige Minuten später den Speisesaal, in dem schon einige Sprouts Platz genommen haben. Ich setze mich an den Tisch, an dem die Blutwölfe zumeist Speisen. Vielleicht ist es die Angst vor unserer Einheit, die diesen immer frei hält. Bevor ich mir was zu essen hole, warte ich auf meine Einheit. Meine Verbündeten. Denn alleine essen wirkt sonderlich.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Mittwoch 22. Februar 2017, 12:07

"Den Arm noch ein wenig höher. Genau so. Die Position halten und dann langsam und geschmeidig hinab sinken. Die Füße- Cleyo!"
Irritiert rucke ich aus meiner Konzentration heraus und sehe zu meiner Ausbilderin herüber. Sie sieht... nicht gerade zufrieden aus, was meine eigenen Brauen wie in einem Echo zusammen sinken lässt.
"Das ist der falsche Tanz! Pass gefälligst auf!"
Meine Brauen ziehen sich noch weiter zusammen, als ich den Blick über meine erstarrten Glieder schweifen lasse, doch ehrlich gesagt erscheinen sie mir genau so verknotet und affig abstehend wie sie immer sagt. Es ist der Seitenblick auf meine Mitschüler der das Rätsel löst, denn tatsächlich... Sie sehen nicht nur unverknotet aus, sondern stehen in einer komplett anderen Pose.
"Oh."
Ich fange an mich zu entknoten und ihre Pose nachzueifern, doch auch diesmal bin ich nur mit halbem Herzen dabei. Was ich will liegt weit außerhalb dieses Raumes, sogar in einem ganz anderen Flügel und vielleicht sogar jetzt noch in den Händen eines anderen: Die Recherche über ein ganz bestimmtes Assassinengift, welches mich vor nicht allzu langer Zeit außer Gefecht gesetzt hatte. Die Frage was Daru herausgefunden hat, ob er überhaupt schon Zeit fand in die Bibliothek zu gehen, lässt meine Gedanken immer wieder abschweifen.
"Wo bist du wieder mit deinem Kopf? Pass auf und mach mit. Du verpasst schon viel zu viel wenn du immer im Krankenflügel liegst. Wie willst du deine Aufgabe je erfüllen, wenn du nie richtig lernst?", beginnt meine Ausbilderin wieder. Es ist nicht so, dass ich ihr wirklich zuhören würde. Da ist nicht nur die Recherche. Das ganze Schloss ist von einem wunderbaren Geruch durchzogen, der einfach viel zu gut ist, um seine Glieder zu verknoten anstatt in den Speisesaal zu rennen wo man um diese Zeit verdammt nochmal hingehört. Vielleicht nicht das ganze Schloss, aber definitiv dieser Teil des Schlosses!
"Bei der Art von Aufträgen die deine Klasse erfüllt, sind solche Patzer absolut tödlich, Cleyo. Wann fängst du an das hier ernst zu nehmen?"
Vielleicht, denke ich, wenn ich einfach durch Maheens Fallen hindurch tanzen kann. Und das wird wohl eher nicht.... wobei....
Es ist still geworden, auffällig still und genau dieser Fakt holt mich aus meiner Überlegung wieder heraus. Das Gesicht meiner Tanzausbilderin sieht alles andere als zufrieden aus.
Hat sie mir eine Frage gestellt?
"Um.... Ich tanze doch?"
Meine Arme schwirren durch die Luft, als ich den Tanz, den richtigen Tanz diesmal, tatsächlich ausführe. Hinter mir höre ich sie seufzen.
"Die Stunde ist beendet. Geht zum Essen. Cleyo? Sag Lieutenant Ibga, dass ich mit ihm sprechen möchte."
Ohoh....

Das kann niemals etwas Gutes bedeuten. Noch bevor sie etwas anderes sagen kann husche ich hastig aus dem Raum. Besser ich weiß nicht zu viel. Besser ich habe viel Grund das alles schnell wieder zu vergessen.
Veyrne wird mir nur tagelang auf die Nerven gehen. Und Steven erst. Sie wissen überhaupt nicht was wirklich wichtig ist.
Während meine Schritte mich schnurstracks in den Speisesaal führen, frage ich mich, ob ich dieses Gespräch nicht irgendwie umgehen kann. Sicher kann ich es auf jeden Fall... verzögern.
Vielleicht fällt mir bis dahin noch etwas ein. Veyrne und Steven fragen schon viel zu viel wegen dem Krankenflügel. Ich kann es nicht gebrauchen, dass sie mir noch irgendwelche weiteren Zusatzaufgaben geben. Als ob dieses dämliche Etikettentraining nicht schon schlimm genug wäre!
Es ist ein kleiner, ätherischer Impuls mit dem ich die Türen aufstoße, doch das was ich zu hoffen gedenke, findet sich im Speisesaal nicht.
Verdammt.
Kein Daru, sondern Steven.
Und Steven wird mich sicher gleich nach meiner Stunde fragen....
Unauffällig laufe ich weiter und geradewegs auf die Speisen zu. Alleine essen ohne zu warten bringt mit zwar immer kleinere Rügen ein, aber vielleicht vergessen sie dann alles andere?

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Mittwoch 22. Februar 2017, 13:45

Es sind bereits einige Sommer vergangen seit dem ich das Schloß erreicht und die Ausbildung als Sprout begonnen habe. In dieser Zeit ist viel geschehen. Aufgaben und Befehle wurden erfüllt, Verbündete, Feinde und auch Wiedersache kamen und gingen. Bei letzteren wünsche ich immer aufs neue, dass das Dunkel sie holen möge. Wir prägen nicht nur das Schloß, sondern ebenso die Gefilde die unsere Dienste in Anspruch nehmen.

Doch die Zeit hat nicht nur die Umgebung verändert, sie veränderte auch jeden von uns. Erfahrung und Erlebtes wurden verinnerlicht und zu einem festen Bestandteil unseres Daseins. So zeigt beispielsweise der vertraute Umgang mit Florin seine Wirkung. Ich bin teils nicht mehr jene Person wie zu Beginn. Langsam erkenne ich, dass hinter dem Wort Kameradschaft mehr steckt als nur ein Trugbild, welches als leere Attitüde verwendet wird um Dritte in den Glauben zu lassen man würde sie achten und als eben würdig respektieren. Sie schenkt mir Ruhe und auch Bodenständigkeit. Trotzdem wird es noch viel Zeit in Anspruch nehmen gefestigte Ansichten und Verhalten zu verändern.

Es ist an dieser Stelle schwachsinnig zu behaupten man wisse, wie die Zukunft einen formen mag. Wenn man glaubt man kenne den Ausgang einer Situation – ohne andere Ausgänge in Betracht zu ziehen, so sei diesem gesagt, er sei ein Narr.

Wie sagt man doch - Wir Sterblichen denken und die Götter lenken.


Mir missfiel diese Denkweise, weil sie einen Entmündigt. Trotzdem stimme ich ihr teilweise zu, den die Zukunft ist wankelmütig.

Neben Florin hatten auch andere Personen Auswirkung auf meine Züge, ob positiv oder negativ sei dahingestellt – doch formten diese mich ebenso und beeinflussen meine Zukunft. Vermutlich wissen nur die Götter und die Zeit, welcher Weg mir bereitet wird und wer diesen Weg kreuzten oder pflastern wird.

Mit diesen Gedanken schlendere ich zum Speisesaal. Es ist bereits mittags und mein Bauch machte sich wie ein ausgehungerte Gallôr mit bedrohlichen Lauten bemerkbar.

Seit meiner Ankunft ist tatsächlich allerhand passiert. Ich gehöre zu der stolzen Einheit der Titanen und konnte mir bereits während zahlreicher Missionen einen guten Namen machen und ich habe nicht vor davon abzulassen. Und da Marveux verschwunden ist, muss ich mich nicht mehr mit diesem Bauerntölpel herumschlagen.

Dante – seit unserer Begegnung und der Zuteilung in ein selbiges Zimmer wurde er zu meinem Kontrahenten. Meinem Erzfeind. Es gab kaum Situationen in denen wir friedfertig miteinander umgegangen sind. Meist arteten unsere Zusammentreffen in Streitigkeiten oder Wortgefechte aus, in der jeder versucht die Oberhand zu gewinnen. Doch seit einer geraumen Zeit galt er als verschollen. Ich trauere ihm keine Träne nach und bin eher erfreut nun ein eigenes Zimmer zu beziehen. Zudem war nun die Position als Leutnant verkant.

Leutnant Marveux ... wer wohl auf die Idee kam. Jetzt besteht wenigstens die Chance diesen Fehler auszubessern. Möge er im Licht weilen.

Trotz seines Verschwindens macht die damalige Beförderung mir weiterhin zu schaffen, doch dies spornt mich mehr an. Ich muss handeln und nachziehen. Denn wie konnte es sein das ein einfacher Bauer einen edlen Tausendsassa übertrumpft. Allein von diesen Gedanken Angestachelt betrete ich den Speisesaal und lasse meinen Blick durch die Räumlichkeit schweifen. Ich erkannte natürlich mir bekannte Gesichter.

Zuerst erreichte ich Steven Servain dem ich mit einem knappen Nicken begrüße, soweit er mich entdeckt. Es ist mir immer noch ein Rätsel wie er es schaffen konnte nicht verurteilt zu werden und wie es sein konnte das er nun den Blutwölfen angehört.

Soll auch ihn das Dunkel holen ... das Glück ist wahrhaftig mit den Dummen.

Mit diesen mürrischen Gedanken entdecke ich auch Cleyo. Dieses kleine Monster wurde mir per Befehl aufs Auge gedrückt. Ich soll ihr Wortwörtlich gute Manieren beibringen. Ihr die Etikette näher bringen, da dies wohl in ihrem Elternhaus vollkommen fehlte. Ich mach aus meinem Unmut natürlich keinen hell und zeige offen, dass ich sie gegen meinen Willen unterrichte – trotzdem verschont mich das Schicksal nicht und so unterrichte ich sie regelmäßig seit geraumer Zeit.

"Fräulein." Beginne ich in Richtung von Cleyo und stemme meine Hände in die Seiten. "Werden wir euren Unterricht zur Nachmittagsstunde fortsetzen?" Frage ich offen und warf ihr einen ermüdeten wie auch angesäuerten Blick zu. Allein der Gedanken dieser Zeitverschwendung ist mir ein Dorn im Auge.

Ob sie es jemals begreifen wird? Zudem ... was erwarte man von mir? Aus Wurst kann ein Konditor auch keine Torte zaubern.
Zuletzt geändert von Faron am Mittwoch 22. Februar 2017, 14:55, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Cleyo » Mittwoch 22. Februar 2017, 14:31

"Hmmm...."
Wie üblich stehen die unterschiedlichsten Dinge auf dem Speiseplan und ich kann sogar einige Süßspeisen für den Nachtisch entdecken.
Oh diesmal wird dieser kleine Teufel mir nichts davon stehlen!
Von neuem Elan durchströmt schnappe ich mir Tablett, Teller und Besteck, ehe ich das gesamte Büffet einmal hinter mir lasse, um mich auf den Nachtisch zu stürzen.
"Oh ja!"
Wie kann man sowas nicht mögen? Die ersten paar Portionen unterschiedlicher Schüsseln landen auf meinem Tablett, welches immer besser aussieht. Nicht jeder mag ja mit dem Speiseplan Blewths zufrieden sein - und, ja, auch ich beklage mich manchmal - doch diese Süßspeisen, die machen alles wieder wett. Plötzlich ist es ganz leicht die Nachricht meiner Ausbilderin zu vergessen und tatsächlich tritt auch sowas wie Geduld für Darus Recherchen in mir ein. Unfassbar, aber wahr. Solche Speisen... solche Speisen kommen zuerst. Man kann ja nicht knochendürr in den Krieg ziehen, nicht wahr?

Es ist, als ich mich gerade umdrehen will, höchst zufrieden mit meiner Auswahl, dass mir doch die nervigen Meckereien der anderen wieder in den Sinn kommen. Mein Blick fällt hinab auf das Tablett und ich höre bereits Stevens Stimme in meinem Kopf: "Wirklich, Cleyo? Wieder nur Süßkram? Damit wirst du keinen Madgar erlegen."
Ein tiefes Einatmen, ehe ich geschlagen seufzte.
Na schön. Etwas anderes.
Der Preis meinen Nachtisch behalten zu können, ist es auf jeden Fall wert.
Was isst Grendel immer? Fleisch. Und Marco auch und der ist immerhin groß. Ja, ein bisschen Fleisch ist meine Wahl und ich beginne die kleinen Dinger auf einen frischen Teller zu laden, als alles Paradies im Erdboden versinkt. Denn ich kenne diese Stimme die da gesprochen hat. Und bei den Göttern, die Antwort ist Nein!

Skeptisch drehe ich den Kopf zu Faron, um sein Gesicht zu mustern. Immerhin sieht er genauso gequält aus wie ich. Aber dann könnte er es auch einfach ausfallen lassen.
Wenn er nicht so ein gieriger Aßkilku wär!
Den Fakt, dass Kilkus immer noch kein Aß fressen einmal außen vor gelassen - diese ganze Biologiesache ist nicht wirklich mein Ding.
"Oh, grüßen ist wieder überflüssig! Jetzt hat die Welt endlich einen Sinn! Wirklich, ich war total verwirrt seit gestern."

Irral Sol
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Irral Sol » Mittwoch 22. Februar 2017, 14:41

Leichtfüßig und doch mit einem etwas flauen Magen schreite ich vom Board des Schiffes. Nach einer etwas längeren Schiffsfahrt habe ich mein Reiseziel nun endlich erreicht: Blewth. Die Reise ist mir nicht wohl bekommen. Das Meer und seine Wellen, die das Schiff hin und her schmetterten waren mir bisher nicht Vertraut. Es ist ungewöhnlich sich nicht auf die eigenen Füße, sondern auf das Holz, von den Wäldern gespendet, verlassen zu müssen. Ich ziehe eine Silbermünze aus meinem Gewandt und drehe mich, dem schon wartenden alten Mann entgegen, der mir eine sichere Überfahrt versprach. Mit einem breiten, lückenhaften grinsen schaut er mir gierig in die Augen. Er geht davon aus, mich ausgetrickst zu haben, ich kann es förmlich riechen. Ich weiß, dass er mich auch für weniger als eine Silbermünze mitgenommen hätte, doch hier auf Blewth, wird mir jeglicher Reichtum nichts nützen. Ich strecke ihm die Münze entgegen und er greift gierig mit seinen dreckigen Händen danach. Sein Geruch ist abstoßend. Er ist abstoßend. So wie er würde sich nie ein Elf geben. Keine Ehre, der Gier verfallen, der Körper verwahrlost. Ohne seine Hand zu berühren lasse ich die Münze in die seine gleiten.
„Ich danke Ihnen, werter Herr“, sage ich förmlich. Ohne ein weiteres Wort, dreht er sich um, geht zurück auf sein Schiff. Ich bin froh ihn loszuwerden. Ich ertrage viel, doch ihn nicht. Ob alle Menschen so sind? Ob die Bücher nicht gelogen haben? Eine unterprivilegierte Rasse, nichts da, was sie mit uns Elfen verbindet. Mein Blick richtet sich auf das weite, schier endlose Meer und ich verneige mich vor der Natur, vor der Kraft dieser, die mich sicher hier her gebracht hat. Dann drehe ich mich um und betrachte das erste Mal intensiv die mir nun dargebotene Landschaft. In der Ferne kann ich das Schloss erkennen, prachtvoll und riesig. So wie es in den Büchern beschrieben stand, doch noch schöner als es die gemalten Bilder zu beschreiben vermochten. Auch die Natur der Insel scheint unberührt und nicht geschändet von des Menschen Hand.
Mein neues zu Hause. Mein neues Gefängnis. Wie viel ich aufgeben, wie viel ich riskieren musste um ihn zu retten. Meine Heimat… Meine Position… Ich werde sie alle nie wieder sehen. Ich laufe los, ruhigen Schrittes, meinem Schicksal entgegen. Heute wäre der Tag, an dem auch mein Bruder hätte hier erscheinen müssen. Ob sie jemanden der Familie Sol erwarten?
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Veyrne Ibga
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Veyrne Ibga » Mittwoch 22. Februar 2017, 15:04

"Mein Name ist Veyrne Ibga, Sprout-Leutnant der Blutwölfe."

Der Mann blickt beeindruckt über meine Schultern, als meine festen Lederhandschuhe in seine feinen Seidenhandschuhe greifen und sie mit geringer Kraft drücken. Ich bin mit Fisk, Demetrio und Grendel auf den Hof des Schlosses gekommen um meine Einheit vorzustellen. Asthran Roncain, der Oberkommandant der Sprouts, zuständig für die gesamtheitliche militärische Planung und Leiter Ilamoen Toku, zuständig für die Ausbildung und verschiedene organisatorische Aufgaben im Schloss, führen unsere Gäste durch das Schloss und stellen eine kleine Zahl Einheiten vor. Ich habe bewusst nur Fisk, Demetrio und Grendel genommen, da ihre Visagen am gefährlichsten wirken. Am Ende kann Fürst Bluthkranz, dessen Hand ich gerade geschüttelt habe, zu seinen adeligen Freunden gehen und von den blutrünstigen Gestalten erzählen, die er für seine adeligen Belange angeheuert hat. Tycho, Theresa, Sophia, Steven, Daru und Cleyo, die restlichen Mitglieder meiner Einheit, sind natürlich nicht minder talentiert, aber hier kommt es auf andere Qualitäten an. "Interessante Einheit haben sie da, Herr Ibga.", sagt Fürst Bluthkranz schließlich in einem höchst erregten Tonfall. "Dieser Gestalt würde ich in der Nacht nicht begegnen wollen.", fügt er hinzu und deutet dabei auf Fisk, der durch und durch das Äußere eines Ganoven hat. "Er hat bereits zahllosen Männern die Kehle aufgeschlitzt.", versichere ich und beobachte die Reaktionen von Roncain und Toku über seine Schultern, doch ihre steinernen Gesichter verraten keinen Gedanken. "Und dieser Genosse hier?", fragt Bluthkranz und deutet auf den stattlichen Grendel To'kar, der einen imposanten Muskelbau besitzt. "Einer der wenigen Sprouts aus den Barbarenstämmen der äußeren westlichen Ebene von Kroth. In ihrer Tradition müssen sie schon im Kindesalter gegen die nomadischen Dämonen in den Bergen kämpfen. Wenige überleben." Der Fürst sieht mich mit großen Augen an. "Bei den Göttern.. Wie barbarisch!" Das entspricht zwar nicht ganz der Wahrheit, aber es macht eine äußerst gute Geschichte. "Und dieser hier?", fragt der Fürst und legt seinen Kopf zur Seite, als könne auf diese Weise besser erkennen, was seine Augen sehen. "Der hat ja nur einen Arm!" Bluthkranz blickt nervös über seine Schulter, als er Demetrios Behinderung sieht. "Ihr habt gute Augen, mein Fürst.", sage ich und unterdrücke den Drang mir an die Stirn zu schlagen. "Demetrio hat in gefährlichen Schlachten mit Dämonen seinen Arm verloren. Er hat dem Tod so tief in die Augen geblickt, wie kein anderer. Er kann mit nur einem Arm so gut kämpfen, wie die meisten anderen Sprouts mit zwei Armen. Es wird gemunkelt, dass er noch gefährlicher war, als er mit zwei Armen noch seinen Bogen benutzen konnte." Der Fürst blickt Demetrio ehrfürchtig an und ohne hinzublicken spüre ich, wie Demetrio grimmig und herablassend zurück starrt. "Sehr eindrucksvoll, Herr Ibga." Der Fürst wendet sich wieder Asthran Roncain und Toku zu und sie wenden sich anderen Einheiten im Hof des Schlosses zu und gerade, als ich die Schultern hängen und einen bequemen Stand einnehmen will, wenden sich uns die Dorius ohne das Geleit der Obrigkeit von Blewth zu.

"Herr Iiiii~ibga..", flötet ein langhaariger Mann in einem Ton, der scheinbar den weiter entfernt beschäftigten Fürst Bluthkranz imitieren soll. Nein! Das ist doch nicht.. "Doch, es ist.", tönt die zweite Stimme in meinem Kopf. Dimitrij Dorius. Die Familie Dorius gehört zu den mächtigen und einflussreichen Magierfamilien von des menschlichen Reiches. Aber auch die dunkelste, schrulligste und gefährlichste Familie. Wenn die Familie Boras, die mich als als Ziehsohn aufgenommen hat, der hellste Stern unter den Magiern ist, dann sind die Dorius definitiv der finsterste. "Aaaaah! Du erinnerst dich, Herr Iiiii~ibga.", sagt Dimitrij mit gespielter Verzückung und klingt noch etwas schräger wie zuvor. Wie könnte ich mich nicht erinnern? Dieser Mistkerl hat versucht mich zu beeinflussen und ich erinnere mich kaum noch an die Umstände.. "Aber sicher erinnere ich mich, Herr Dorius.", sage ich in strenger, disziplinierter Tonlage. "Das sind die Blutwölfe, Sohn?" Mein Kopf wendet sich abrupt zu der fremden Gestalt um, die da gesprochen hat. Ein großer, schwarz gekleideter Mann mit grauen Haaren. Er trägt eine ähnliche, seltsame Kleidung wie Kyle Dorius oder Dimitrij Dorius und trägt ebenso den Wahnsinn im Gesicht. "Ah, wir haben uns doch schon einmal gesehen, nicht? Bei dem guten Professor Boras." Ich nicke und mir wird klar, wo ich diese Gestalt schon einmal gesehen habe: Im Anwesen der Familie Boras. Das ist Eskariot Dorius, das Oberhaupt dieser unsäglichen Familie. Es kam nur zwei Mal vor, dass dieser Mann das Anwesen betrat und diese "Freundschaftsbesuche", wie er sie nannte, führten meistens direkt zu lautstarken Streitereien mit Professor Youriskin Boras, dem Oberhaupt der Familie Boras. Beide sind Erzmagier und haben sehr verschiedene Vorstellungen bei der Verbindung aus Magie und Moral. "Ja, wir kennen uns, Erzmagier Dorius.", antworte ich schließlich. "Der Schützling der Boras, wie schön.", sagt er höflich, aber der Spott entgeht mir dennoch nicht. "Wir denken darüber nach die Blutwölfe für eine.. Aufgabe.. anzuwerben." Ich versuche in seinen Augen zu erkennen, ob er versucht einen Witz zu machen, aber es scheint ihm ernst zu sein. "Welche Aufgabe könnten die Dorius für die Sprouts haben?", frage ich mit ungespielter Neugier. Die Dorius haben auf der Phaben Insel ein Anwesen in aller Abgeschiedenheit. Die Leute sagen, dass sie dort in Inzest und abscheulichen Experimente neue Nachkommen zeugen und niemandem Einblick gewähren. Außerdem sind sie mächtig genug, die meisten ihrer Probleme allein zu lösen.

"Es hat mit einem meiner... Experimente... zu tun.", antwortet er. "Aber das erfahrt ihr, wenn der vertragliche Rahmen geklärt ist." Ich nicke langsam. "Komm Dimitrij, Herr Ibga hat noch andere Dinge zu tun als mit dir zu spielen." Die Dorius wenden sich mit langsamen Schritten ab und lassen mich mit Fisk, Demetrio und Grendel allein. "Gruseliger Kerl..", knurrt Grendel. "Für den einen Einsatz machen? Am Ende werden wir selbst Teil eines Experiments und ich muss mich Fiskus Dorius nennen.", spottet Fisk und spuckt auf den Boden. "Gefällt mir nicht." Demetrio zuckt mit den Schultern. "Befehl ist Befehl. Wenn Kommandantin Heas uns ausrücken lässt, rücken wir aus." Natürlich hat Demetrio Recht. Und an Geld mangelt es den Dorius nicht. Wenn sie die Blutwölfe wollen, werden sie Blutwölfe bekommen. "Ihr könnt gehen, Männer.", sage ich zu meinen Leuten und diese begeben sich durch das Festungstor wieder in das Innere von Blewth.

Meine Hände fahren nachdenklich durch meine Haare. Das hier.. Das wird doch nicht etwa wieder der Anfang von einem Spiel?
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Kyriel
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kyriel » Mittwoch 22. Februar 2017, 15:12

"....über die fliederne Farbe allmählich schwarz werden lassen."
Das ergibt überhaupt keinen Sinn.
Mit einem Seufzen sinke ich an die Lehne meines Stuhles zurück und fahre mir über das Gesicht, denn die Flüssigkeit in meinem Glas ist schon wieder gelb und nichts in dem Text verrät mir wo der Haken liegt. Ein Blick nach draußen verrät mir, dass es längst um die Mittagsstunde ist. Drei Stunden brüte ich über diesem Trank, aber doch will er nicht gelingen. Irgendein Detail, irgendetwas, mache ich falsch.
Mein Vater wüsste sofort was es ist.
Und er wäre alles andere als erfreut darüber wie lange ich dafür brauche. Dass die Pfeile, welche in meinem Köcher stecken, deswegen noch immer nicht repariert sind. Dass sie überhaupt repariert werden müssen. Und mir fallen so einige Sprouts ein denen das vermutlich tatsächlich nicht passiert wäre. Das Gefühl der Unfähigkeit verfolgt mich, seit ich diesen idiotischen Trank versucht habe und für den Moment bin ich froh alleine zu sein. Nicht vorgeben zu müssen, dass alles in Ordnung ist und ich mich gut fühle. Die Versuchung ist so groß einfach zu fragen, doch ich kann nicht. Ich muss das alleine schaffen.
Vielleicht sollte ich nochmal in die Bibliothek gehen. Vielleicht gibt es Literatur die ich übersehen habe. Irgendetwas muss es geben.
Alle anderen schaffen den Trank auch. Ich kann nicht wirklich so sehr versagen ... oder?
Es ist still, viel stiller als ich zuvor wahrgenommen habe. Alle anderen sind vermutlich bereits im Speisesaal oder auf dem Weg dorthin.
Da wo ich auch hin sollte. Man, ich hab nichtmal gemerkt wie ausgehungert ich bin.
Mit einem letzten Blick auf die gelbe Flüssigkeit fange ich an meine Materialien zu sichern. Ich werde es erneut versuchen. Ich kann nicht einfach aufgeben.

Shane
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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Shane » Mittwoch 22. Februar 2017, 16:53

Wieder verbrachte ich eine Nacht geplagt von Schlaflosigkeit. Die wenigen Minuten, in denen es mir gelang, einzuschlafen, wurden durch Albträume zunichte gemacht. Zu viel ist in meiner Zeit als Sprout passiert. Die Tatsache, dass ich nicht bin, für was mich die meisten Leute halten. Aber auch das plötzliche Auftauchen Kravens, welcher schwarzer Magie anheim gefallen ist sowie das Verschwinden von Dante und meines Zimmergenossen Fess bereiten mir Sorgen.

Ich glaube nicht, dass die beiden verstorben sind. Nein, ich glaube der Obrigkeit von Festung Blewth generell kein Wort mehr. Nicht seit dem Vorfall im Archivturm. Die seltsamen Vorfälle haben sich gehäuft und mittlerweile fühle ich mich als wäre ich nur eine Spielfigur in einem perversen Spiel um Macht. Wie oft habe ich schon den Gedanken gehabt, alles hinzuschmeißen, Festung Blewth entgültig zu verlassen. Doch wohin sollte ich gehen? Zurück nach Gald, in unser leeres Anwesen, damit ich den Rest meiner Tage allein verbringen kann? Oder eine Flucht nach Baraél um nach meinem Vater zu suchen. Doch wie würden sich die Dämonen verhalten? Vermutlich sehen sie mich als einen Feind und würden kurzen Prozess mit mir machen, immerhin habe ich keinerlei Beweis, dass ich zur Hälfte einer von ihnen bin. Der Name meines Vaters wird dafür sicherlich nicht ausreichen. Wer weiß überhaupt, ob es sein richtiger Name war?

Solange ich nicht weiß, wohin ich gehen soll, muss ich wohl oder übel auf diesem Schloss verbleiben. Wenigstens gibt es hier einige Leute, denen ich mich anvertrauen kann. Veyrne ist der einzige, der über mein dämonisches Blut Bescheid weiß und vermutlich der einzige, dem ich völlig vertrauen kann. So hat er mich nie verraten. Dann ist da noch Freya, ein Einzelgänger wie ich. Auch ihr habe ich ein Geheimnis anvertraut und ich hoffe, dass sie Stillschweigen bewahrt. Sie hat allerdings mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und ich sehe keinen Grund, aus welchem sie mich verraten würde.

Faron hat sich über die zwei Jahre als treuer Kamerad erwiesen. Seine Geplänkel mit Dante waren zwar desöfteren störend doch ist er zu mir immer fair gewesen. Vermutlich sieht er mich als Gleichberechtigt, wo er wie ich aus wohlhabendem Hause entstammt. Nun, tatsächlich ist seine Famlie weitaus wohlhabender als die meine.

Dantes Verschwinden war ein schwerer Schlag für unsere Einheit und es gilt, seinen Posten neu zu besetzen. Doch wer von uns wäre wohl am geeignetsten dafür? Sollte ich mich vorstellig machen? Dieser Posten könnte mir vielleicht etwas mehr Freiraum bieten. Unter Umständen könnte ich mit dieser Stellung mehr über Blewth herausfinden. Fess hat mich in solchen Sachen immer gut beraten, doch seit er ebenso verschwunden ist, weiß ich nicht, mit wem ich sonst darüber reden kann. Da denke ich gerne an Victor zurück, der sich leider dazu entschlossen hat, wieder in sein bürgerliches Leben zurückzukehren. Eine Schande, ich habe doch tatsächlich beider Zimmergenossen verloren. Nun habe ich dieses ganze Zimmer für mich allein.

Es bringt zunächst nichts, weiter über meine Situation nachzudenken. Wenn mir schon der Schlaf keine Stärkung geben konnt, so wird mir vielleicht ein voller Magen über den Tag helfen. Vielleicht sollte ich mir auch einen Wachmacher besorgen.

Ich verlasse mein Zimmer und prüfe mehrfach, ob die Tür hinter mir auch wirklich verschlossen ist. Das Leben auf Blewth hat mich paranoid gemacht. Nachdem auch dies erledigt ist, bewege ich mich in Richtung Speisesaal. Sehen wir doch mal, wer von meinen Kameraden schon dort ist. Immerhin müssen wir auch besprechen, wer unsere Truppe nun anführen soll.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Daru » Mittwoch 22. Februar 2017, 17:05

Vertieft in ein Buch wandle ich durch die Gänge des Schlosses. Der Speisesaal ist mein Ziel, doch die Worte vor meinen Augen lassen mich langsamer als sonst vorankommen. Mein Zeitgefühl sagt mir, dass Cleyo noch nicht von ihrem Unterricht zurück sein sollte. Der einzige Grund, warum ich mir Zeit lasse.

Ich lese und ich gehe. Das Langschwert an der Hüfte, Pfeile und Bogen am Rücken. Nach zwei Jahren kenne ich die Wege auswendig. Meine Route verläuft immer an der Wand entlang, fernab der anderen Menschen. Als sich der Boden ändert, weiß ich, dass ich angekommen bin. Das Buch verschwindet in einer kleinen Tasche meiner Kleidung.

Ich spüre, wie meine Laune sich bessert. Nicht wegen dem Essen, sondern wegen Cleyo. Seit der Sproutprüfung sehen wir uns nicht mehr so oft. Ja, wir teilen uns noch ein Zimmer und ja, wir sind Mitglieder derselben Einheit, doch mir genügt das nicht. Jede Stunde in der wir voneinander getrennt sind, warte ich bereits auf den Moment, an dem wir es nicht mehr sind. Nur bei ihr kann ich die Welt ertragen, ohne mich davor zu verstecken. Was nicht heißt, dass ich es nicht bedauerlich finde, dass mittlerweile auch die Welt Einzug in unsere traute Zweisamkeit gehalten hat. Doch ich muss nehmen, was ich kriegen kann.

Ich schreite voran, hinein in den Saal. Es dauert nicht lange, bis ich Cleyo erspähe und den Teil der „Welt“, der sich bei ihr befindet. Ich schlucke und gehe weiter, geradewegs auf sie zu.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Faron » Mittwoch 22. Februar 2017, 17:28

Auf die Reaktion von Cleyo seufze ich schwer. Ich habe sie seit Beginn Fräulein genannt. Eine Ansprache um mich von ihr zu distanzieren. Sie hat natürlich recht. Mit einer Begrüßung beginnt man natürlich eine Unterhaltung, alles andere ist ein Affront gegen die guten Sitten. Manch einmal provoziere ich dies um meinen Unmut deutlich zu machen.

"Anscheinend habt ihr ja doch etwas behalten. Ihr seht mich überrascht." Erwidere ich mit ausdrucksloser Stimme und deute gegen die Dame. "Doch zu meiner Frage zurück, ihr wäret doch sicherlich so höflich mir diese zu beantworten oder habt gar besseres im Sinn zu der Nachmittagsstunde? Oder wollt ihr gar aufgeben?"

Die letzte Frage erfolgt mit einem süffisanten Ton. Daraufhin deute ich gegen meine Brust. "Ihr braucht auch auf mich keine Rücksicht zu nehmen. Ich kann meine Zeit sicherlich sinnvoller nutzen."

Füge ich abschließend an.

Am liebsten wäre es mir tatsächlich, wenn sie von selbst aufgeben würde. So kann man nicht behaupten ich würde einen Befehl missachten. Befehl ist schließlich Befehl und würde bei Missachtung kein gutes Licht auf mich werfen.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kiara » Mittwoch 22. Februar 2017, 17:33

Die Insel Blewth verfügt nicht nur über ausgiebige Trainingsmöglichkeiten, sondern auch über eine nicht unerhebliche Fläche an unberührter Natur. Es gibt z.B. einen kleinen Flusslauf, der sich an einer Stelle in der Nähe der Küste von einer erhöhten Position aus in ein größeres Becken ergießt, eher er dann weiter ins Meer fließt. Das Becken ist relativ tief, zu tief um darin stehen zu können.

Genau dort befinde ich mich gerade, schwimmend, nackt. Ich bin angespannt und nervös, aufgebracht und wütend. Es ist mir alles zu viel. Die Sache mit dem Leutnant. Freya. Die Tatsache, dass niemand da ist, den ich einen Freund nennen kann, niemand dem ich mich anvertrauen könnte. Meine Brüder. Die Wut steigt. Was ist das für eine Regel, die mir den Umgang mit meinen Brüdern verbietet?! Die würden mir zuhören! Die würden mir sagen, was ich mit der Regelbrecherin machen soll, was ich mit mir machen soll!

Ich spüre die Hitze in meinen Gliedern, das aufwallende Äther. Meine Haut erwärmt sich, es wird unangenehm. Ich tauche unter, ziehe die Beine an meinen Körper und balle die Fäuste vor mir. Ich sinke in die Tiefe hinab. Dann schreie ich. Flammen schießen aus meinen Körper und werden vom umgebenden Wasser sofort in Wärme umgewandelt. Sekunden vergehen. Ich lasse alles raus, was ich sonst unterdrücke. All das Feuer, all die Emotionen. Das Wasser erwärmt sich immer weiter trotz des kontinuierlichen Nachflusses. Mein Körper ist von einem roten Schimmer umgeben. Erst als die Luft knapp wird, beende ich es, bringe mich wieder unter Kontrolle.

Ich öffne meinen Körper und lasse ihn nach oben steigen. Auf dem Rücken liegend treibe ich an der Wasseroberfläche und warte, bis mein Körper gänzlich abgekühlt ist. Es müsste bald Mittag sein. Ich ziehe mich an, insbesondere meine Augenklappe und begebe mich zurück zum Schloss. Kurz vor dem Speisesaal begegne ich Shane Bariah, einem Mitglied meiner Einheit. „Morgen“, grüße ich ihn mit einem dezenten Lächeln.
Zuletzt geändert von Kiara am Mittwoch 22. Februar 2017, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Isothien » Mittwoch 22. Februar 2017, 19:11

Sonnenstrahlen fallen auf meine geschlossen Augen und wecken mich aus einem tiefen Schlaf. "Mhm...", ich drehe mich zu Seite, weg von den Sonnenstrahlen und öffne widerwillig die Augen. Das Licht der Sonne durchflutet mein Zimmer, dem Stand nach müsste es Mittag sein. "Ist es schon Mittag ?"
Während ich langsam aufstehe schweift mein Blick, auf der Suche nach Anziehsachen, durch das, eher leere, Zimmer. "...wo sind denn nur die Sachen von gestern...ach da vorne." Über der Lehne eines Stuhls hängen meine Sachen, die ich auf dem Weg zum Duschraum mitnehme. "...nach knapp zwei Jahren sollte ich mich an die Leere des Zimmers gewöhnt haben und doch ist es in Momenten wie diesem etwas seltsam, etwas fehlt. Ein Doppelzimmer für eine Person, gehört das zu den Privilegien eines ehemaligen Leutnants oder hat die Verwaltung schlicht vergessen, dass das Zimmer nur von einer Person bewohnt wird ?" "...mehr Freiraum für dich..." "Das ist wohl war und doch fehlt mir ab und an die Zeit, wo Serath, später Wulf mein Zimmergenosse war."
Eine Viertelstunde später befinde ich mich in den Gängen des Schlosses, auf dem Weg zum Speisesaal. Zwar habe ich anscheindend verschlafen und die anderen müssten schon beim Essen sein, aber dennoch hofft ein Teil von mir, dass mir auf dem Gang ein bekanntes Gesicht über den Weg läuft.
Zuletzt geändert von Isothien am Donnerstag 23. Februar 2017, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Die Insel Blewth

Beitragvon Kisenia_NPC » Mittwoch 22. Februar 2017, 19:22

Es beginnt

In der Festung, in der Anwärter zu Sprouts ausgebildet werden und ausgebildete Sprouts mit ihren Einheiten ihre Ausbildung vertiefen und sich für äußerst gefährliche Einsätze bereit halten, hat der hohe Alltag längst begonnen. Neue Anwärtegruppen werden heute gebildet und einem Ausbilder zugewiesen. Da Ilamoen Toku selbst heute das Geleit für ein paar äußerst wichtige Gäste übernimmt, ist die Verwaltungskammer für Neuankömmlinge heute durch Frau Lenne, eine der Nachkommen des legendären Emanuel Sprout, selbst besetzt. Neue Anwärter erfahren hier den Namen des Elite-Sprouts, der sie ausbildet, erhalten den Schlüssel für ihr Anwärterzimmer, sowie den Ort für das Treffen mit dem Ausbilder.

Für die Anwärter beginnt also mit der Verwaltungskammer im dritten Stock ihr erstes Abenteuer in das Leben als Sprout.

Nachbesprechung

"Diese Dorius sind schon ein bisschen seltsam, oder?", murmelt Fisk, während er mit Grendel aus der Haupthalle in den Korridor in Richtung Speisesaal geht, in dem das Mittagessen bereits aufgetragen wird. "Hah, ja! Aber die wollen uns Blutwölfe. Für hohe Magier zu arbeiten ist gut für unseren Namen! Die großen Blutwölfe!", antwortet Grendel stolz. "Aber warum brauchen die uns? Der alte Knacker, der Erzmagier, der gehört doch zu den zehn mächtigsten Personen des ganzen Landes! Wenn der Hilfe braucht, sind's bestimmt keine magischen Bestien, Banditen oder abtrünnige Sprouts zum erschlagen.. Diese robentragenden Scheisskerle haben doch irgendwas dreckiges vor..", entgegnet Fisk und schnalzt nachdenklich mit der Zunge. Fisk macht sich mehr Sorgen, als er gegenüber Grendel zugibt. Er scheint die einzige Person zu sein, die sich ernsthaft Sorgen darüber macht, dass die Blutwölfe gleich alle drei im Schloss existierenden Sprouts haben, die eine Art ätherischen Fluch haben. Das kann doch kein Zufall sein.

Maheen

Die altgediente Assassine spaziert durch den Flur und ist fast etwas enttäuscht, als sie die junge Dame nicht entdeckt, die seit einiger Zeit ihre Fährte aufgenommen hat. Seit Daru, ein ehemaliger Schwertkampf-Anwärter, seinen geheimen Auftrag nicht erfüllen konnte, scheint sie dem nachgehen zu wollen. Doch Maheen ist ein ungewöhnlicher, passionierter mit langer Erfahrung. Natürlich darf dennoch nicht heraus kommen, welchen Auftraggeber Maheen hat und welche Absichten er mit Daru gehabt hat.

Kaela

Kaela ist schnell aufgestiegen. Vom Sprout zum Final-Sprout und schließlich Elite-Sprout mit eigenem Kommando. Die Sprout-Einheiten, die sie kommandieren wird, werden noch ausgewählt. Ausbildung kam für sie nie in Frage, da sie sich nicht mit schwächlichen Anwärtern herum schlagen möchte. Die Erinnerung an ihre eigene Zeit als Anwärter liegt ihr noch zu gut in Erinnerung. Endlich hat sie allen gezeigt was sie kann und ist oben angekommen. Doch irgendwie will sie einfach noch mehr. Mehr Wissen, mehr Macht. Die Anwesenheit der Dorius scheint eine gute Gelegenheit ein paar neue Kontakte zu knüpfen. Sehnsüchtig erwartet sie im Speisesaal die Gelegenheit sich einmal mit ihnen zu unterhalten.

Die Dorius

"Vielleicht hätte ich allein gehen sollen, Vater." Dimitrij ist der Meinung, dass ein hoher Erzmagier, wie sein Vater, nicht so eine Botenaufgabe übernehmen sollte. "Ich sagte schon, Söhnchen.. Ich wollte mir das Schloss endlich wieder mal selbst ansehen. Es hat sich vieles verändert. Außerdem wollte ich mir selbst ein Bild davon machen, wo sich die Krone vielleicht verbergen könnte." Der weißgekleidete Dorius nickt. Wessen erfahrenes Auge könnte am ehsten erahnen, wo sich das Objekt der Begierde verbirgt? "Außerdem hat Youriskin Boras schon zu lang bei den Sprouts angebiedert. Am Ende werden mir meine fehlenden Freunde hier noch einmal zum Verhältnis.", sagt Eskariot lächelnd. "Wenn die Krone hier ist..", fängt Dimitrij und wirft einen Blick durch ein Fenster im Hof, wo Veyrne noch immer steht und sich mit einem Kameraden von der Schlosswache unterhält. "...dann wird es andere geben, die sie hier versteckt haben und wissen wo sie sich befindet." Eskariot tritt von hinten an seinen Sohn ran und legt eine Hand auf seine Schulter. "Keine Sorge, Dimi. Wer auch immer zuerst auf die Krone gestossen ist, wird sie nicht vor uns schützen können. Und selbst wenn die alte Legende von den Koldassi wahr sein sollte.." Der Erzmagier Eskariot bildet demonstrativ einen extrem dichten, hochkonzentrierten schwarzen Ätherball und zerstört diesen wieder mit seiner Hand. Sein Sohn nickt.

Florin und Tia

Florin Danur, Sprout der Titanen und eine unter den Menschen aufgewachsene Elfe sitzt im Speisesaal zusammen mit Tia Gazan, dem neuen Leutnant der Titanen. "Neue Anwärter heute.", bemerkt Florin ein wenig unmotiviert, um die Stille zu durchbrechen. "Stimmt.", antwortet Tia freundlich, aber geistesabwesend. Seit Dante Marveux, der alte Leutnant, als verschollen gilt, ist der Prinzessin von Gald schwer ums Herz. Sie hat immer für Dantes leichte Art etwas übrig gehabt und fand Trost in seiner Führung. Doch jetzt ist er weg und sie muss in seine Fussstapfen treten. Sie hat natürlich nicht darum gebeten, aber sie sieht ein, dass die Wahl Sinn macht. Aber in all der Verantwortung hat sie nie die Zeit gefunden zu trauern.

Dwen, Droc, Marco, Roke, Sao

Elite-Sprouts sitzen im Speisesaal oft zusammen. Das ermöglicht ihnen sich über die Ausbildung auszutauschen und eine Pause von den Anwärtern zu nehmen, die sie täglich ausbilden und von den Sprouts, die ihre Kenntnisse mit ihrer Waffe vertiefen. Natürlich hat das Mentoren-Projekt, das Austausch auch mit Nicht-Ausbildern fördert, ihnen die Arbeit erleichtert, aber der Alltag der Ausbilder ist anstrengend. "Neue Anwärter, Jungs!", Marco reibt sich grinsend die Hände. "Dieses Mal bekomme ich das beste Ergebnis!" Eine Faust knallt auf den Tisch. "Hah! Niemals, harhar! Ich hab einen Lauf." Droc hat nicht nur erstaunlich viele Anwärter durch die Prüfung gebracht, sondern auch oft in Einheiten hoher Klasse. "Bilde dir nichts ein, Co.. Droc. Es gibt einfach zu wenig Anwärter mit magischem Potential.. Das ist mein Problem.", antwortet Dwen. "Jeder Trottel kann ein Schwert schwingen." Der Schwertkampf-Ausbilder schlagt die Arme übereinander. "Hah! Geringes Potential! Du lässt dich zu oft voll laufen und starrst Frauen hinterher. Das ist dein Problem!" Roke, ein Assassinen-Ausbilder der selbst einst bei Maheen Kenocha gelernt hat, stöhnt und reibt sich angestrengt die Stirn. "Wenigstens führen eure Wetten und Streitereien zu guten Ergebnissen." "Sehr wahr, mein Freund.", antwortet der Faustkämpfer Sao Karyn lächelnd. "Aber ein wenig Zeitvertreib kann nicht schaden. Die Zeiten waren anstrengend für die Sprouts. Und einer von Drocs Musterschülern ist ja auch verschollen. Das war ein Schlag für alle." Droc ist für einen Augenblick still. Er hat Dante gemocht, da er von seiner Natur her leichte Ähnlichkeiten mit ihm selbst hatte. Er hat vielleicht noch etwas besseren Benimm gehabt, aber er war ein feiner Kerl.


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